Marius Jung

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Marius Jung (* 1965 in Trier) ist ein deutscher Comedian[1] bzw. Kabarettist und Schauspieler und lebt in Köln.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marius Jung ist Sohn einer Deutschen und eines schwarzen US-Soldaten, wuchs jedoch mit seiner Mutter und seinem Stiefvater auf. Marius Jung lebt mit seiner Freundin und seiner Tochter in Köln.[2]

Schauspiel und Kabarett[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon in jungen Jahren stand Marius Jung in einer Laienspielschar auf der Bühne. Nach einer freien Schauspielausbildung sowie Gesangsunterricht folgten Arbeiten in der freien Theaterszene sowie Filmnebenrollen und Kleinkunstauftritte.[3] 2006 trat er als Soul Comedian mit seiner Band The Germans auf.[4]

Ein zentrales Thema seines kabarettistischen Wirkens stellen die starke Verankerung von Klischees, Alltagsrassismus wie unangebrachtes Mitleid gegenüber Ausländern, einfach weil sie Ausländer sind, sowie eine als übertrieben empfundene Political Correctness dar.

Rassismuskontroverse um „Singen können die alle!“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Marius Jungs 2013 erschienenes satirisches Buch Singen können die alle! Ein Handbuch für Negerfreunde, dessen Umschlag einen muskulösen, nackten Schwarzen zeigt, dessen Lenden nur mit einer großen roten Geschenkschleife bedeckt sind, entbrannte 2014 eine Diskussion, als das Referat für Gleichstellung und Lebensweisenpolitik des Student_innenRats der Universität Leipzig das Buch mit dem Negativpreis „Der Preis ist heißßßß* - oder auch nicht!“ auszeichnete. Kritisiert wurde die „Darstellung von rassistischen, homo-, trans*- und inter*feindlichen Inhalten“.[5]

Im Feuilleton verschiedener Tageszeitungen wurde die Frage aufgeworfen, inwiefern ein satirisch gerade diesen Bereich überhöhendes, von einem Schwarzen geschriebenes Buch rassistisch sein könne oder ob die Auszeichnenden den Charakter des Buches falsch aufgefasst haben könnten.[6][7] Der selbst auf dem Buchcover abgebildete Autor bekundete, den Preis persönlich entgegennehmen zu wollen.[8]

Der Student_innenRat bekräftigte daraufhin seine Kritik und stellte klar, dass sich der Preis nicht auf Marius Jung oder den Inhalt des Buches, sondern das werblich genutzte Cover mit einem nackten, zum Sexualobjekt degradierten Schwarzen beziehe, welches eine rassistische Motivik bediene.[9]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seinen künstlerischen Tätigkeiten ist Jung auch als Coach[10] und Moderator aktiv[11] und versucht sich an einem schwarz/weiß TV.[12]

Bibliografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutschlandfunk.de, Querköpfe, Portrait, 4. März 2015, Achim Hahn: "Singen können sie alle" - Der Comedian Marius Jung
  2. daheim und unterwegs, 2. Juli 2014, www1.wdr.de: Achtung Alltagsrassismus: „Handbuch für Negerfreunde“
  3. Filmografie auf Marius Jungs Website
  4. Deutschlandradio Kultur, 6. Februar 2006, Maike Mackerodt, deutschlandradiokultur.de: Soul Comedy mit Marius Jung
  5. carlsen.de: Prämierungsschreiben des Student_InnenRats an den Carlsen Verlag, 8. April 2014
  6. boersenblatt.net, 16. Juni 2014: "Handbuch für Negerfreunde"-Autor soll ein Rassist sein
  7. spiegel.de, 18. Juni 2014: "Handbuch für Neger": Studentenvertreter werfen schwarzem Autor Rassismus vor
  8. sueddeutsche.de, 21. Juni 2014: "Ich dachte zuerst, es ist ein Scherz"
  9. stura.uni-leipzig.de: Stellungnahme zur Preisvergabe an Autor Marius Jung
  10. mariusjung.de: Marius Jung Coaching & Training
  11. mariusjung.de: Moderation
  12. youtube.com (21. Januar 2014)