Mark Arndt

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Erzbischof Mark

Metropolit Mark (weltlicher Name Michael Arndt; * 29. Januar 1941 in Chemnitz) ist der russisch-orthodoxe Erzbischof von Berlin und Deutschland (Russische Orthodoxe Kirche im Ausland).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Michael Arndt besuchte bis zum Abitur in Frankfurt am Main die Helmholtzschule.[1] Er studierte u. a. Slawistik in Heidelberg und konvertierte noch während seines Studiums 1964 zum russisch-orthodoxen Glauben. Nach dem Magisterexamen wurde Arndt mit einer Arbeit über die Literatur des russischen Fürstentums Twer zum Dr. phil. promoviert.

Arndt studierte an der Universität Belgrad orthodoxe Theologie und erwarb 1979 das theologische Diplom. 1975 wurde er zum Priestermönch und 1980 zum Bischof der russisch-orthodoxen Auslandskirche (ROKA) geweiht. Zugleich führt er als Abt jahrzehntelang die Mönchsgemeinschaft des Klosters zum Hl. Hiob von Počaev in München.

Ab 1980 war Mark Arndt Bischof von Stuttgart und Süddeutschland, 1982 erfolgte die Ernennung zum Bischof von Berlin und Deutschland. 1990 wurde er in den Rang eines Erzbischofs erhoben.[2]

Er leitet die zur russisch-orthodoxen Auslandskirche gehörende Russische Orthodoxe Diözese des orthodoxen Bischofs von Berlin und Deutschland – so der offizielle Titel. In seine Zuständigkeit als Bischof in Deutschland fällt auch die Eparchie Großbritannien, die Gemeinde in Kopenhagen und die „Russische geistliche Mission“ in Jerusalem. Zum Abschluss der Synode der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland im Dezember 2019 setzte ihm deren Ersthierarch, Metropolit Hilarion, den weißen Klobuk auf und erhob ihn damit zum Metropoliten.[3]

Nach den politischen Veränderungen in den ehemaligen Ostblockstaaten setzte sich Erzbischof Mark intensiv dafür ein, dass sich die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche mit der Russisch-Orthodoxen Kirche – Moskauer Patriarchat vereinigt. Mark war der wichtigste Verhandlungspartner auf Seiten der Auslandskirche.[4] In der ganzen Orthodoxie wurde er spätestens durch seine Ansprache auf dem IV. Gesamtkonzil der Russischen Auslandskirche in San Francisco bekannt, in der er sich vehement für einen Zusammenschluss beider Kirchen aussprach und auch „Fehler der eigenen Kirche“ eingestand.

Erzbischof Mark lebt im Kloster zum Hl. Hiob von Počaev in München und betreut die Gläubigen der bis auf weiteres bestehenden Diözese von Berlin und Deutschland der Auslandskirche. Sein publizistisches Organ ist die Zeitschrift Der Bote der deutschen Diözese der Russisch Orthodoxen Kirche im Ausland.

Archimandrit Mark ist seit vielen Jahren mit Erzpriester Nikolai Artemoff, der die Münchener Gemeinde leitet, befreundet. Dieser verbrachte seine Schulzeit am selben Gymnasium.

Metropolit Mark beschuldigte in seinem Sendschreiben vom 5./18. März 2020 (veröffentlicht am 19. März 2020) anlässlich der Coronakrise bestimmte Gruppen, für die Ausbreitung von Infektionen verantwortlich zu sein, weil sie Gottes Zorn provoziert hätten. Hierzu schrieb er u. a.:

„Immer wieder von Neuem zeigt Gott Sein Erbarmen und Seine Langmut mit unserem Geschlecht. Allein der Mensch wollte nicht auf Ihn hören und nicht anerkennen, in welch großem Maß er von göttlicher Hilfe und Gnade abhängt. Der Mensch wollte Gott durch sich selbst ersetzen, als er sich gedankenlos in die Welt – die Schöpfung Gottes, und die Natur des Menschen einmischte. Schon will der Mensch, durch Legalisierung der Euthanasie, die ihm von Gott bestimmte Zeit seines Todes nicht annehmen; er will nicht den gottgegebenen Unterschied zwischen Mann und Frau anerkennen, die besondere Berufung eines jeden; er ist nicht bereit, das Kindergebären als natürliche Erscheinung seines Lebens anzuerkennen, er lässt Getreide nicht auf natürliche Weise wachsen. Erstaunt es da, dass ständig neue Krankheiten auftauchen, und dass es gegen sie keine Heilmittel mehr gibt, die das Los der Infizierten lindern würden?“

Mark (Arndt)[5]

Diese Äußerung brachte ihm von der SPD, der FDP, den Grünen und anderen den Vorwurf ein, ein Verschwörungstheoretiker zu sein.[6]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die biographische Literatur des Tverschen Fürstentums im 14.–16. Jahrhundert. Heidelberg 1969.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Mark Arndt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Biographie Michael Arndt. In: Schriften des Vereins ehemaliger Helmholtzschüler, 10, Frankfurt am Main 2016, S. 90–91
  2. Vgl. die Kurzbiographie der Amtsträger der ROKA.
  3. ROCOR Synod Elevates Archbishop Mark of Berlin to Metropolitan, abgerufen am 11. Dezember 2019.
  4. Vgl. KIRCHE/512: Russische Orthodoxie beendet Spaltung (Herder Korrespondenz)
  5. Mark (Arndt): Sendschreiben des Metropoliten von Berlin und Deutschland Mark. Russisch orthodoxe Kirchengemeinde „Maria Schutz“ in Salzburg, 19. März 2020, abgerufen am 23. März 2020.
  6. Marina Mai: Corona als Strafe Gottes. In: taz. 22. März 2020, abgerufen am 30. März 2020.