Mark Münzel

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Mark Münzel (* 29. März 1943 in Potsdam) ist ein deutscher Ethnologe, Hochschullehrer und Museumsmitarbeiter. Zwischen 1973 und 1989 war er Kustos des Völkerkundemuseums in Frankfurt am Main, von 1990 bis zum Ruhestand im Jahr 2008 war er Hochschullehrer für Ethnologie an der Universität Marburg.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Münzel absolvierte 1962 das Abitur am humanistischen Lessing-Gymnasium in Frankfurt/Main. Zwischen 1962 und 1966 und wieder von 1969 bis 1970 studierte er Ethnologie, Romanistik und Volkskunde in Coimbra (Portugal). 1964 erlangte er in Coimbra einen Abschluss des Curso Superior de Língua Portuguesa, der ihn als Portugiesisch-Sprachlehrer für das Ausland qualifizierte. Von 1966 bis 1968 hielt er sich als Stipendiat der Friedrich-Ebert-Stiftung in Brasilien auf; er studierte am Instituto Joaquim Nabuco in Recife Pernambuco und erforschte am See Ipavú die Ethnie der Kamayurá und am Rio Uneiuxi (Rio Negro-Gebiet, Nordwest-Amazonien) die Makú. Zwischen 1969 und 1971 war Münzel Hilfsassistent am Seminar für Völkerkunde. Im Jahr 1970 promovierte er in Ethnologie bei Eike Haberland in Frankfurt/Main mit einer Arbeit über Geistervorstellungen und Medizinmannwesen der Kamayurá (Alto Xingu - Brasilien). In den Jahren 1971 bis 1972 hielt er sich für ein Feldforschungsprojekt der DFG bei den Aché in Paraguay auf, 1972 in Cusco/Peru zur Vorbereitung einer Ausstellung des Frankfurter Museums.

Von 1973 bis 1989 war Münzel Kustos am Völkerkundemuseum in Frankfurt (dem heutigen Museum der Weltkulturen). Ab 1990 bis zum Ruhestand im Jahr 2008 war er Professor für Ethnologie an der Universität Marburg. Dort leitete er zugleich die Völkerkundliche Sammlung der Philipps-Universität und übernahm die Gesamtleitung der dortigen Ausstellungen. Zwischen 1978 und 1986 erforschte er (teilweise gemeinsam mit Bernhard Streck und Reimer Gronemeyer) auf "Stellplätzen und Autobahnparkplätzen"[1] Roma. Ausfluss des Projekts war die Zeitschrift (später Schriftenreihe) "Gießener Tsiganologische Hefte",[2][3] die seit 1984 erschien. Das Projekt zur Tsiganologie wurde durch die Deutsche Gesellschaft für Friedens- und Konfliktforschung am Institut für Soziologie der Universität Gießen finanziert.

Münzel ist seit 1966 verheiratet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Vita von Münzel bei der Uni Marburg
  2. siehe Eintrag der Hefte in der DNB http://d-nb.info/550957774
  3. Seite über die Nachfolgezeitschrift Tsiganologische Studien