Mark Selby

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Dieser Artikel behandelt den Snookerspieler. Für den gleichnamigen Musiker siehe Mark Otis Selby.
Mark Selby
Mark Selby
Geburtstag 19. Juni 1983
Geburtsort Leicester
Nationalität EnglandEngland England
Spitzname(n) The Jester from Leicester, Mark the Shark
Profi seit 1999[1]
Preisgeld 3,938,416 £[1]
Höchstes Break 147 (2×)[2]
Century Breaks 450 [1]
Main-Tour-Erfolge
Weltmeisterschaften 2× Snooker, 1× Blackball
Ranglistenturniersiege 11
Minor-Turniersiege 7
Weltranglistenplatzierungen
Höchster WRL-Platz 1 (Sep. 2011–Nov. 2012, Dez. 2012–Feb. 2013, Apr.–Jun. 2013, Mai–Jul., Aug.–Dez. 2014, seit Feb. 2015)[3]
Aktueller WRL-Platz 1 (Stand: 9. Oktober 2016)

Mark Selby (* 19. Juni 1983 in Leicester) ist ein Snooker- und Poolbillardspieler aus England und seit 2016 zweifacher Weltmeister im Snooker.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1999 ist Selby Billardprofi. Sein erster größerer Erfolg auf der Snooker Main Tour war das Erreichen des Endspiels der Regal Scottish Open 2003, in dem er David Gray unterlag. In der Snookerweltrangliste für die Saison 2005/06 gehörte er erstmals zu den Top 32.

Blackball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2006 gewann er die WEPF Weltmeisterschaft im Blackball, der englischen Variante von 8-Ball. Danach fasste er den Entschluss, sich in Zukunft ganz auf Snooker zu konzentrieren.

Snooker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem er bereits 2005 und 2006 die Weltmeisterschaftsendrunde erreicht hatte, gelang ihm als ungesetzter Spieler bei der WM 2007 der Durchmarsch ins Finale, was vor ihm erst zwei Spieler (1979 Terry Griffiths und 2005 Shaun Murphy) geschafft hatten. Dabei bewies er besondere Nervenstärke, als er im Viertel- und im Halbfinale jeweils nur noch einen Frame vom Ausscheiden entfernt das Spiel drehen und mit dem letzten und entscheidenden Frame gewinnen konnte. Auch im Finale machte er eine missglückte 1:7-Session und einen Rückstand von 4:12 nach dem ersten Finaltag mit einer 6:0-Serie am zweiten Tag nahezu wett. Dennoch unterlag er John Higgins in einem bis 0:55 Uhr dauernden Match am Ende mit 13:18.

Mit seinen Erfolgen bei diesem Turnier schaffte er erstmals den Sprung unter die besten 16 Snookerspieler der Welt, in der offiziellen Weltrangliste für die Saison 2007/08 stand er auf Platz 11.

Am 13. Dezember 2007 spielte Selby bei der UK Championship in der Viertelfinalpartie gegen Marco Fu mit 77 Minuten den längsten Frame, der je bei einer Live-Übertragung eines Weltranglistenturniers gespielt wurde. Mit seinem Halbfinaleinzug gehörte er nach diesem Turnier im Provisional Ranking, der vorläufigen Weltrangliste, zu den fünf besten Snookerspielern.

Am 20. Januar 2008 gewann er bei den Masters mit einem 10:3-Sieg im Finale gegen Stephen Lee seinen ersten Titel auf der Main Tour. Er war erstmals bei dem traditionellen Einladungsturnier angetreten und spielte mit 141 Punkten im letzten Frame des Endspiels zudem das höchste Break des Turniers (zusammen mit Ken Doherty).

Mark Selby 2011 beim Paul Hunter Classic

Sein erstes Weltranglistenturnier gewann Selby am 17. Februar 2008, als er sich im Finale der Welsh Open mit 9:8 gegen den zu diesem Zeitpunkt im vorläufigen Ranking führenden Ronnie O’Sullivan durchsetzte, nachdem er bereits mit 5:8 zurückgelegen hatte. Damit war er einer von nur drei Spielern, die in dieser Saison zwei Turniere gewinnen konnten. Durch weitere gute Ergebnisse kletterte er am Ende der Saison bis auf Platz 4 der offiziellen Weltrangliste. Seine überraschende Erstrundenniederlage bei der abschließenden Weltmeisterschaft verhinderte eine noch bessere Platzierung.

In der Saison 2008/09 erreichte Selby bei beiden Einladungsturnieren, den Jiangsu Classic und dem Masters, das Endspiel, konnte aber keines davon gewinnen. Bei den Ranglistenturnieren schaffte er zwei Viertelfinalteilnahmen, auch bei der abschließenden Weltmeisterschaft unterlag er im Viertelfinale dem späteren Sieger John Higgins. Dadurch büßte er viele Punkte ein, so dass er auf Platz 7 der Weltrangliste zurückfiel.

Die folgende Spielzeit begann unter anderem mit zwei Erstrundenniederlagen bei Ranglistenturnieren. Erst im Januar 2010 hatte er sein erstes Erfolgserlebnis. Bei seinem dritten Auftritt beim Masters erreichte Selby zum dritten Mal das Finale und setzte sich diesmal mit 10:9 gegen Ronnie O'Sullivan durch. Damit sicherte er sich seinen zweiten Masters-Titel.[4] Die Halbfinalniederlage bei der Snooker-WM (14:17 gegen Graeme Dott) war sein bestes Ergebnis in dieser Saison bei einem Ranglistenturnier. Er büßte weitere zwei Plätze ein, vor der Saison 2010/11 belegt er in der Weltrangliste Platz 9.

In der Saison 2010/11 gewann Selby das zweite Turnier der neu eingeführten Players Tour Championship (PTC; dort werden weniger Punkte als bei den Ranglistenturnieren verteilt). Bei den German Masters erreichte er im Februar 2011 das Finale, in dem er Mark Williams unterlag. Zwei Monate später stand er bei den China Open erneut im Finale, diesmal verlor er gegen Judd Trump. Im August 2011 gewann Selby mit dem Paul Hunter Classic sein zweites PTC-Turnier und festigte damit seinen Spitzenplatz in der vorläufigen Weltrangliste. Beim folgenden Shanghai Masters gelang ihm – mehr als drei Jahre nach dem Gewinn der Welsh Open – schließlich sein zweiter Sieg bei einem vollwertigen Weltranglistenturnier.

Selby 2015 beim German Masters

Im August 2012 verteidigte er beim Paul Hunter Classic in Fürth seinen Titel mit einem 4:1-Finalsieg über Joe Swail. Nachdem er zwischenzeitlich von Judd Trump von Platz eins der Weltrangliste verdrängt worden war, gelang ihm mit dem Sieg bei der UK Championship die Rückkehr an die Spitze des Rankings. Mit seinem 4:3-Finalerfolg über Graeme Dott bei den Munich Open gewann er auch das zweite PTC-Turnier der Saison 2012/13 in Deutschland.

Im November 2013 gewann Selby die Antwerp Open durch ein 4:3 im Finale über Ronnie O’Sullivan. Er sicherte sich damit seinen insgesamt fünften Titel bei einem Turnier der PTC-Serie. Im Halbfinale der UK Championship 2013 gegen Ricky Walden erzielte er das 100. Maximum Break.

Zum Abschluss der Snooker-Saison 2013/14 gewann er zum ersten Mal in seiner Karriere den Weltmeistertitel, indem er Titelverteidiger O’Sullivan im Finale mit 18:14 besiegte. Damit hatte er als neunter Spieler die drei wichtigsten Titel im Snooker – WM, Masters und UK Championship – mindestens einmal gewonnen.

Im August 2014 gewann Selby die Riga Open durch einen 4:3-Finalerfolg über Mark Allen. Es war sein insgesamt sechster Titel bei einem PTC-Turnier.

Im Finale der German Masters 2015 im Berliner Tempodrom bezwang er Shaun Murphy mit 9:7 und gewann damit das Turnier, wodurch er sich auf Platz 1 der Weltrangliste verbesserte.[5] Im April 2015 gewann er durch einen 10:2-Sieg im Finale gegen Gary Wilson die China Open.

Bei der WM 2015 schied er überraschend im Achtelfinale gegen Anthony McGill mit 13:9 aus. Er setzte damit die Crucible-Tradition fort: Noch keinem Weltmeister ist es dort (seit 1977) gelungen, seinen erstmals gewonnenen Titel zu verteidigen.

Im selben Jahr wurde er zusammen mit John Parrott in die Snooker Hall of Fame aufgenommen.

Im Jahr 2016 schaffte er es erneut, den Weltmeistertitel in Sheffield zu holen. Ein Sieg von 18:14 gegen seinen Kontrahenten Ding Junhui brachte ihm seinen zweiten WM-Titel nach 2014. Er ist damit der sechste Spieler, der die Weltmeisterschaft mehr als einmal gewonnen hat. Im Rahmen der Siegerehrung zeigte Selby als bekennender Fan eine Fahne des Fußballvereins Leicester City vor, der am selben Tag – dem 2. Mai 2016 – erstmals englischer Fußballmeister wurde.[6]

Nachdem Selby danach nicht gut in die Snooker-Saison 2016/17 gestartet war, holte er sich im August zum dritten Mal den Titel beim Paul Hunter Classic und wurde damit Rekordsieger des Turniers. Beim nächsten Ranglistenturnier, dem Shanghai Masters, erreichte er das Finale, verlor aber gegen Ding Junhui mit 6:10. Bei der International Championship 2016 gelang ihm die Revanche mit einem 10:1-Finalsieg über Ding Junhui. Die UK Championship 2016 beendete er als Sieger, indem er im Finale Ronnie O’Sullivan mit 10:7 besiegte. Danach folgte wieder eine Reihe durchwachsener Ergebnisse, erst bei der Players Championship erreichte er wieder das Viertelfinale eines Ranglistenturniers. Anschließend hatte er aber einen guten Start in die China Open und nachdem er das Achtelfinale mit einem 5:4 gegen Andrew Higginson überstanden hatte, kam er auch ins Finale und gewann das vorletzte Turnier der Saison mit 10:8 gegen Mark Williams.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ranglistenturniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mark Selby mit der Siegestrophäe des German Masters 2015

Minor-Ranglistenturniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einladungsturniere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blackball[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Mark Selby – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Career-total Statistics for Mark Selby. Professional. In: CueTracker Snooker Results & Statistics Database. Ron Florax, abgerufen am 7. November 2015 (englisch).
  2. Century Frequency for Mark Selby. All-time. In: CueTracker Snooker Results & Statistics Database. Ron Florax, abgerufen am 4. August 2015 (englisch).
  3. Ranking Records: Number One. Number One Players (updated 04/05/2015):. In: Pro Snooker Blog. Abgerufen am 7. November 2015 (englisch).
  4. Mark Selby shocks Ronnie O'Sullivan at Masters final (englisch) In: bbc.co.uk. BBC Sport. 18. Januar 2010. Abgerufen am 12. Juli 2012.
  5. Snooker: Weltmeister Mark Selby gewinnt Masters im Tempodrom
  6. Daniel Meuren: Das wunderbare Leicester-Double. In: faz.net. 2. Mai 2016, abgerufen am 3. Mai 2016.