Marken

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Marken (Begriffsklärung) aufgeführt.
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Marken
Wappen der Region Marken Flagge der Region Marken
Basisdaten
Hauptstadt Ancona
Provinzen 5
Fläche 9.694,06 km² (15.)
Einwohner 1.553.138 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte 160 Einwohner/km²
Website www.regione.marche.it
ISO 3166-2 IT-57
Präsident Gian Mario Spacca (PD)
Karte
Sardinien Autonome Region Sizilien Kalabrien Kampanien Basilikata Molise Apulien Abruzzen Latium Marken Umbrien Toskana Ligurien Aostatal Piemont Lombardei Venetien Emilia-Romagna Trentino-Südtirol Friaul-Julisch Venetien San Marino Vatikanstadt Algerien Tunesien Malta Montenegro Bosnien und Herzegowina Kroatien Slowenien Ungarn Schweiz Österreich Schweiz Monaco Frankreich Frankreich FrankreichKarte
Über dieses Bild

Die Marken (italienisch Marche) sind eine Region in Mittelitalien. Sie liegen zwischen Adria und Apennin. Im Norden grenzen die Marken an die Emilia-Romagna und an die Republik San Marino, im Süden an die Abruzzen, westlich finden sich die Toskana, Umbrien und Latium. Die Region hat eine Fläche von 9694 Quadratkilometern und 1.553.138 Einwohner (Stand 31. Dezember 2013). Sie besteht aus den Provinzen Ancona, Ascoli Piceno, Fermo, Macerata und Pesaro-Urbino. Die Hauptstadt ist Ancona.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marken sind geografisch dreigeteilt. Im Ostteil, an der Adria gibt es Küstenebenen mit den drei Städten Ancona, Pesaro und Fano. Westlich anschließend, stellenweise unmittelbar hinter der Küste erhebt sich das Hügelland mit den alten Städten Urbino und Ascoli Piceno. Die Grenze zu Umbrien bildet der Umbrische Apennin im Norden und der Abruzzische im Süden.

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die großen Flüsse der Marken fließen durch die nach ihnen benannten Täler vom Apennin in die Adria. Von Nord nach Süd münden der Foglia in den Hafen von Pesaro, der Metauro östlich von Fano, der Cesano bei Cesano, Stadtteil von Senigallia, der Misa in Senigallia, der Esino bei Falconara Marittima, der Potenza bei Porto Recanati, der Chienti südlich von Civitanova Marche, der Tenna bei Porto Sant’Elpidio, der Aso bei Pedaso und der Tronto südlich von San Benedetto del Tronto als Grenzfluss zwischen den Marken und Abruzzen in die Adria.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet der Marken war, wie die Ausgrabungen von Ripoli belegen, im Neolithikum von einer bäuerlichen Bevölkerung bewohnt.[2] Funde bei Tolentino erweisen ab dem frühen 2. Jahrtausend mykenischen Einfluss. In der frühen, nunmehr durch Schriftquellen fassbaren Geschichte lebten die Picener in den Marken und den nördlichen Abruzzen.[3] Syrakus gelang es, mit Ancona eine Kolonie zu gründen.

Umbria und Picenum, William R. Shepherd: The Historical Atlas, 1911 (Ausschnitt)

In römischer Zeit gehörte das Gebiet der Marken zu Umbria et Ager Gallicus sowie Picenum. Die Picener, 299 v. Chr. mit Rom verbündet, wurden nach einem Abfall von den Römern unter Publius Sempronius Sophus 269/68 v. Chr. unterworfen, die Hauptstadt der Picener, Asculum, besetzt. Im Zuge des Bundesgenossenkrieges der Jahre 90 bis 89 v. Chr. erhielten die Picener das Römische Bürgerrecht.

Der Begriff „Marken“ entstand aus der Bezeichnung Mark für ein Grenzgebiet des Heiligen Römischen Reiches. Erstmals taucht der Name Marca in der karolingischen Zeit auf, als Marca Fermana für den bergigen Teil von Picenum, Marca Camerinese für die nördlichere Gegend, die einen Teil Umbriens umfasste, und Marca Anconitana für die frühere Pentapolis.

1080 erhielt Robert Guiskard die Marca Anconitana als Lehen von Gregor VII., dem die Gräfin Mathilde von Tuszien die Marken Camerino und Fermo abtrat. Für 1105 ist dokumentiert, dass Heinrich IV. das gesamte Territorium der drei Marken unter dem Namen Mark Ancona vergab. Danach fiel es wiederum an die Kirche und wurde als Teil des Kirchenstaates von päpstlichen Legaten verwaltet.

Im Norden der Region etablierte sich ab dem Mittelalter das Herzogtum Urbino, das bis 1631 als souveräner Staat bestand.

Die Marken wurden 1860 Teil des Königreichs Italien. Dabei stimmten am 4./5. November 1860 133.807 Wahlberechtigte für den Anschluss an Italien, nur 1212 dagegen.[4]

Mit den Lateranverträgen von 1929 gab die katholische Kirche offiziell ihren Anspruch auf das Gebiet des ehemaligen KIrchenstaates und damit auch auf die Marken auf.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region Marken besteht aus den fünf Provinzen: Stand: 31. Dezember 2013

Provinz Fläche
(km²)
Einwohner Einw.
je km²
Ancona 1940 479.275 247
Ascoli Piceno 1228 211.756 172
Fermo 860 176.408 205
Macerata 2774 321.314 116
Pesaro und Urbino 2564 364.385 142

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sibillinische Berge – Landschaft in den Marken

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Region 2005 einen Index von 104,4 (EU-27: 100).[5]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der südlich von Ancona gelegene Ort Loreto ist durch die Loretowallfahrt einer der bedeutendsten Walfahrtsorte der katholischen Welt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marche – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienVorlage:Commonscat/Wartung/P 2 fehlt, P 1 ungleich Lemma

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.
  2. Francesco Palestini: Studi sulle origini e sulla protostoria dell'odierna San Benedetto del Tronto, Rom 2016, S. 170.
  3. Francesco Palestini: Studi sulle origini e sulla protostoria dell'odierna San Benedetto del Tronto, Rom 2016, S. 330.
  4. Jörg Fisch: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker oder die Domestizierung einer Illusion, Beck, München 2010, S. 125, Tabelle 3: „Die Plebiszite im Zusammenhang mit der italienischen Einigung, 1860–1870“.
  5. Eurostat News Release STAT/08/19 vom 12. Februar 2008: Regionales BIP je Einwohner in der EU27

Koordinaten: 43° N, 13° O