Marken

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Marken
Wappen der Region Marken Flagge der Region Marken
Basisdaten
Hauptstadt Ancona
Provinzen 5
Fläche 9.694,06 km² (15.)
Einwohner 1.538.055 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 159 Einwohner/km²
Website www.regione.marche.it
ISO 3166-2 IT-57
Präsident Luca Ceriscioli (PD)
Karte
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Die Marken (italienisch Marche) sind eine Region in Mittelitalien. Sie liegen zwischen Adria und Apennin. Im Norden grenzen die Marken an die Emilia-Romagna und an die Republik San Marino, im Süden an die Abruzzen, westlich finden sich die Toskana, Umbrien und Latium. Die Region hat eine Fläche von 9694 Quadratkilometern und 1.538.055 Einwohner (Stand 31. Dezember 2016). Sie besteht aus den Provinzen Ancona, Ascoli Piceno, Fermo, Macerata und Pesaro-Urbino. Die Hauptstadt ist Ancona.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marken sind geografisch dreigeteilt. Im Ostteil, an der Adria gibt es Küstenebenen mit den drei Städten Ancona, Pesaro und Fano. Westlich anschließend, stellenweise unmittelbar hinter der Küste erhebt sich das Hügelland mit den alten Städten Urbino und Ascoli Piceno. Die Grenze zu Umbrien bildet der Umbrisch-Markesische Apennin an der Grenze zu Umbrien, dessen höchste Erhebung der 2476 Meter hohe Monte Vettore ist. Im Südwesten schließt sich der Abruzzische Apennin an.

Wallfahrtsort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der südlich von Ancona gelegene Ort Loreto ist durch die Loretowallfahrt einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der katholischen Welt.

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die großen Flüsse der Marken fließen durch die nach ihnen benannten Täler vom Apennin in die Adria. Von Nord nach Süd münden der Foglia in den Hafen von Pesaro, der Metauro östlich von Fano, der Cesano bei Cesano, Stadtteil von Senigallia, der Misa in Senigallia, der Esino bei Falconara Marittima, der Potenza bei Porto Recanati, der Chienti südlich von Civitanova Marche, der Tenna bei Porto Sant’Elpidio, der Aso bei Pedaso und der Tronto südlich von San Benedetto del Tronto als Grenzfluss zwischen den Marken und Abruzzen in die Adria.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mehr als 30 Fundstätten (Stand: 2005) von Artefakten der frühen menschlichen Geschichte reichen in den Marken vom Altpaläolithikum (Contrada Paradiso in Jesi, Dorsale di Cingoli,[2] Monte Conero, Ager cuprensis, „La Quercia“) über das Mittel- (die warmzeitliche Fundstätte Boccabianca, Fundstätten im Esino- und im Potenzatal) bis zum Jungpaläolithikum. Dabei liegt zwischen der Besiedlung durch mittelpaläolithische Neandertaler des Moustérien und jungpaläolithische Cro-Magnon eine große zeitliche Lücke. Währen der letzten Kaltzeit finden sich auch während der Zeit der maximalen Eisausdehnung menschliche Spuren, nämlich am Ostrand der Markenkette. Gerade dort lebten besonders viele Menschen, deren Spuren sich in Höhlen und Abri, aber auch in den Schluchten von Rossa und Sentino finden. Das Mesolithikum, die Phase der letzten Jägerkulturen, die mehrere Jahrtausende nach der letzten Kaltzeit bestanden, ist hingegen nur durch eine einzige Fundstätte repräsentiert, nämlich Pieve Torina.[3]

Scherbe eines Kraters aus Pesaro, 5. Jahrhundert v. Chr.

Das Gebiet der Marken war im Neolithikum von einer bäuerlichen Bevölkerung bewohnt. Wichtige Fundstätten sind die Siedlungen von Monte Cappone, Castel Rosino oder Coppetella. Funde bei Tolentino erweisen ab dem frühen 2. Jahrtausend vor Christus mykenischen Einfluss. In der frühen, nunmehr durch Schriftquellen fassbaren Geschichte lebten die Picener in den Marken und den nördlichen Abruzzen.[4] Weitläufiger Handel prägte ihre Kultur. So kamen Waren aus dem etruskischen Gebiet in die Marken, ebenso wie attische Keramik. Herausragend ist hier das Alabastron mit schwarzfiguriger Bemalung des 6. Jahrhunderts v. Chr., das in Monteroberto entdeckt wurde, oder eine Kylix, die dem Maler von Ancona (460 v. Chr.) zugeschrieben wird, und die aus der Nekropole von Pianello stammt. Syrakus gelang es, mit Ancona eine Kolonie zu gründen. Um 500 v. Chr. entstand mit dem Herkules von Castelbellino eine der ältesten Bronzeskulpturen Italiens.[5]

Umbria und Picenum, William R. Shepherd: The Historical Atlas (1911)

In römischer Zeit gehörte das Gebiet der Marken zu Umbria et Ager Gallicus sowie Picenum. Die Picener, 299 v. Chr. mit Rom verbündet, wurden nach einem Abfall von den Römern unter Publius Sempronius Sophus 269/68 v. Chr. unterworfen, die Hauptstadt der Picener, Asculum, besetzt. Im Zuge des Bundesgenossenkrieges der Jahre 90 bis 89 v. Chr. erhielten die Picener das Römische Bürgerrecht.

Der Begriff „Marken“ entstand aus der Bezeichnung Mark für ein Grenzgebiet des Heiligen Römischen Reiches. Erstmals taucht der Name Marca in der karolingischen Zeit auf, als Marca Fermana für den bergigen Teil von Picenum, Marca Camerinese für die nördlichere Gegend, die einen Teil Umbriens umfasste, und Marca Anconitana für die frühere Pentapolis.

1080 erhielt Robert Guiskard die Marca Anconitana als Lehen von Gregor VII., dem die Gräfin Mathilde von Tuszien die Marken Camerino und Fermo abtrat. Für 1105 ist dokumentiert, dass Heinrich IV. das gesamte Territorium der drei Marken unter dem Namen Mark Ancona vergab. Danach fiel es wiederum an die Kirche und wurde als Teil des Kirchenstaates von päpstlichen Legaten verwaltet.

Im Norden der Region etablierte sich ab dem Mittelalter das Herzogtum Urbino, das bis 1631 als souveräner Staat bestand.

Die Marken wurden 1860 Teil des Königreichs Italien. Dabei stimmten am 4./5. November 1860 133.807 Wahlberechtigte für den Anschluss an Italien, nur 1212 dagegen.[6]

Mit den Lateranverträgen von 1929 gab der Heilige Stuhl offiziell seinen Anspruch auf das Gebiet des ehemaligen Kirchenstaates und damit auch auf die Marken auf.

Verwaltung und Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Provinzen und Metropolitanstadt der Marken

Die Region Marken besteht aus den fünf Provinzen: Stand: 31. Dezember 2016

Provinz Fläche
(km²)
Einwohner Einw.
je km²
Ancona 1940 474.124 244
Ascoli Piceno 1228 209.450 171
Fermo 860 174.849 203
Macerata 2774 318.921 115
Pesaro und Urbino 2564 360.711 141

Im Vergleich mit dem Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte die Region 2015 einen Index von 93 (EU-28: 100).[7] Mit einem Wert von 0,896 erreicht Marken Platz 7 unter den 21 Regionen und autonomen Provinzen Italiens im Index der menschlichen Entwicklung.[8]

Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 10,6 %.[9]

Flora und Fauna, Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Convegno di studi storici Federico Barbarossa, Ancona e le Marche. Ancona, 19-20 aprile 1969, Arti grafiche Città di Castello, Città di Castello 1972.
  • Gino Luzzatto: Per una storia economica delle Marche. Scritti e note in Le Marche, 1902-1908, Hg. Paolo Giannotti, QuattroVenti, Urbino 1988.
  • Michele Millozzi: Storia e storici delle Marche (1796-1966), Deputazione di storia patria per le Marche, 1998.
  • Gabriella Santoncini: L'unificazione nazionale nelle Marche. L'attività del Regio commissario generale straordinario Lorenzo Valerio : 12 settembre 1860-18 gennaio 1861, Giuffrè, 2008.
  • Roger Willemsen: Die Marken. Eine Adriatische Kulturlandschaft zwischen Urbino, Loreto und Ascoli Piceno. DuMont Reiseverlag, Ostfildern 1998.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Marken – Reiseführer
 Wiktionary: Marken – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.
  2. Alberto Calvelli: Paleolitico, antiqui.it.
  3. Alberto Broglio, Mauro Coltorti, Marco Peresani, Mara Silvestrini: Il Paleolitico delle Marche, in: La Preistoria delle Marche. Atti XXVIII Riunione Istituto Italiano di Preistoria e Protostoria, Florenz 2005, S. 25–51.
  4. Francesco Palestini: Studi sulle origini e sulla protostoria dell'odierna San Benedetto del Tronto, Rom 2016, S. 330.
  5. Mario Luni: Archeologia nelle Marche: dalla preistoria all'età tardoantica, Banca delle Marche, 2003, S. 177.
  6. Jörg Fisch: Das Selbstbestimmungsrecht der Völker oder die Domestizierung einer Illusion. Beck, München 2010, S. 125, Tabelle 3: „Die Plebiszite im Zusammenhang mit der italienischen Einigung, 1860–1870“.
  7. Eurostat. Abgerufen am 15. April 2018.
  8. Sub-national HDI - Area Database - Global Data Lab. Abgerufen am 12. August 2018 (englisch).
  9. Arbeitslosenquote, nach NUTS-2-Regionen. Abgerufen am 5. November 2018.

Koordinaten: 43° 19′ N, 13° 0′ O