Marklohe

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Wappen Deutschlandkarte
Marklohe
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marklohe hervorgehoben

Koordinaten: 52° 40′ N, 9° 9′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Weser-Aue
Höhe: 25 m ü. NHN
Fläche: 32,93 km2
Einwohner: 4653 (31. Dez. 2021)[1]
Bevölkerungsdichte: 141 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31608
Vorwahl: 05021
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 021
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 14
31608 Marklohe
Website: www.weser-aue.de
Bürgermeister: Cord Kirchmann (CDU)
Lage der Gemeinde Marklohe im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder MeerNordrhein-WestfalenLandkreis DiepholzLandkreis OldenburgLandkreis SchaumburgLandkreis HeidekreisLandkreis VerdenRegion HannoverBalgeBinnenBinnenBinnenBinnenBückenDiepenauDrakenburgEstorf (Weser)EystrupEystrupGandesbergenHämelhausenHämelhausenHaßbergenHaßbergenHassel (Weser)Hassel (Weser)HeemsenHilgermissenHoyaHoyerhagenHusum (bei Nienburg)LandesbergenLeeseLiebenau (Niedersachsen)LinsburgLinsburgMarkloheNienburg/WeserPennigsehlRaddestorfRehburg-LoccumRodewaldRohrsenSchweringenSteimbkeSteyerbergSteyerbergStöckseStolzenauUchteWarmsenWietzenWarpeKarte
Über dieses Bild

Marklohe ist eine Gemeinde und zugleich Verwaltungssitz der Samtgemeinde Weser-Aue im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Marklohe liegt 5 km entfernt von Nienburg auf der gegenüberliegenden Seite der Weser und ungefähr in der Mitte zwischen Verden (Aller) und Minden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Marklohe gehören außerdem die direkt angrenzenden Ortsteile Lemke und Wohlenhausen, sowie der etwa 1,5 km entfernte Ortsteil Oyle.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger beschreibt das Klima der Region deutschlandtypisch mit Cfb (Seeklima).[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt an (von Nordosten im Uhrzeigersinn beginnend) an folgende Gemeinden: Balge, Drakenburg, Nienburg/Weser, Binnen, Wietzen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Heirat von Charlotte Johanne von Püchler (1766–1801), die Lohe geerbt hatte, mit Georg Ernst Adam von Arenstorff (1748–1825) am 30. September 1790 ging das Gut Lohe in den Familienbesitz der Arenstorff. Der Ort erweiterte 1934 seinen ursprünglichen Namen von Lohe zu Marklohe.[3] Es gibt Vermutungen, dass Marklohe der zentrale Versammlungsort der vorchristlichen Altsachsen Marklo war und auch am Folkweg lag.[4] Dies konnte allerdings nicht eindeutig geklärt werden. Der Ur- und frühgeschichtlicher Siedlungsplatz Lemke mit einem Gräberfeld bestand bereits in der Jungsteinzeit um 2800 v. Chr.

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Lemke, Oyle und Wohlenhausen eingegliedert.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2021[6]
Wahlbeteiligung: 58,96 % (2006: 57,25 %)
 %
40
30
20
10
0
36,85 %
28,02 %
18,61 %
11,26 %
5,27 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2016
 %p
   8
   6
   4
   2
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  -2
  -4
  -6
  -8
-10
−2,97 %p
−8,92 %p
+6,53 %p
+2,68 %p
+2,72 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
d Freie Wählergemeinschaft in der Gemeinde Marklohe

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Marklohe setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen. Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt.

Bei der letzten Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:[7]

  • SPD 4 Sitze (−2)
  • CDU 5 Sitze (−1)
  • GRÜNE 3 Sitze (+1)
  • FWG 2 Sitz (+1)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cord Kirchmann (CDU) wurde am 9. November 2021 einstimmig vom Gemeinderat zum Bürgermeister der Gemeinde Marklohe gewählt.[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Marklohe gibt es ein Freiluft-Theater, das vom Laienspieler-Verein Heimatspiele Marklohe e. V. ehrenamtlich betrieben wird. Auf der Freilichtbühne Marklohe wird jedes Jahr im Sommer ein plattdeutsches Stück aufgeführt. Das plattdeutsche Amateurtheater besteht seit 1937.

Auch im Winter sind die Heimatspiele aktiv. Es wird sowohl im Restaurant Vier Jahreszeiten in Marklohe, dem ehemaligen Gasthaus Frank, als auch im Theater auf dem Hornwerk in Nienburg (Weser) gespielt.

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Oyler Wald wurde 1831 der Bund der Vereinigten Norddeutschen Liedertafeln gegründet, aus dem der Chorverband Niedersachsen-Bremen hervorgegangen ist. Im Wald wird mit einer Gedenktafel daran erinnert. Im Ort wird seit 2016 unter dem Namen „Straße der Lieder“ an zehn Liedstationen angeregt, deutsche Volkslieder zu singen.[9]

St. Clemens Romanus Kirche

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche St. Clemens Romanus in Marklohe wurde im 12. Jahrhundert auf dem Grundriss eines griechischen Kreuzes errichtet. Bei einer Erweiterung wurden 1860 Teile der Fassaden im romanischen Stil neu gestaltet. Sie besitzt gut erhaltene, um 1500 entstandene Chor-Ausmalungen und einen Schnitzaltar.[10]

Siehe auch: Liste der Baudenkmale in Marklohe

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Sportclub Marklohe 63 e.V., dem Turn und Sportverein Lemke von 1928 e.V. und der Jugendgemeinschaft Oyle e.V. von 1953 bestehen drei Sportvereine in der Gemeinde Marklohe. Im Tischtennis spielen sowohl die Herren als auch die Damen in der Oberliga Nord-West.[11]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Lemker Marsch befindet sich ein 172 Hektar großes Naturschutzgebiet auch zum Teil in der Gemeinde Marklohe. Es liegt im Niederungsgebiet der Weser und reicht bis an den Geestrand bei Marklohe.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Archivfoto der zerstörten Eisenbahnbrücke über die Weser

Die Gemeinde liegt direkt an der Bundesstraße 214, die von Nienburg/Weser nach Sulingen führt und an der Bundesstraße 6 von Nienburg nach Bremen. Die Bahnstrecken Nienburg–Diepholz und Nienburg–Rahden führen durch Marklohe.

Am 22. März 1945 wurde die Markloher Eisenbahnbrücke, die über die Weser führte, von 17 Avro Lancaster Mk II des britischen RAF Bomber Command im Zweiten Weltkrieg bombardiert und zerstört. Zuvor hatte bereits die US-amerikanische Eighth Air Force unwesentliche Beschädigungen am Gleiskörper ausgelöst.[12]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Für Sicherheit und Ordnung ist die Polizeiinspektion Nienburg zuständig. Im Tagdienst ist eine Polizeistation in Marklohe eingerichtet.
  • Der Brandschutz und die allgemeine Hilfe werden durch die örtlichen Freiwilligen Feuerwehren Lemke, Marklohe, Oyle und Wohlenhausen sichergestellt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Zeit des Nationalsozialismus befand sich in Marklohe eine von vier Bezirksführerinnenschulen des Reichsarbeitsdienstes der weiblichen Jugend (RADwJ).

In Marklohe befindet sich seit 2015 die Oberschule Marklohe an der der Sekundarabschluss I – Hauptschulabschluss, Sekundarabschluss I – Realschulabschluss, der Erweiterte Sekundarabschluss I sowie der Hauptschulabschluss und der Abschluss der Förderschule im Förderschwerpunkt Lernen erworben werden kann. Zuvor waren bereits wechselnde Schulen im Gebäude der heutigen Oberschule, das in den 1970er Jahren gebaut wurde.

Bis 2004 befand sich dort eine Orientierungsstufe und eine Hauptschule im Gebäude. Nach der niedersächsischen Schulreform und Schließung aller Orientierungsstufen fanden von 2004 bis 2005 temporär ebenfalls Klassen der St.-Laurentius Realschule Liebenau ihre Heimat im Schulgebäude. Ab 2005 zog dann die Hauptschule nach Liebenau und in Marklohe wurde die Realschule am Berg ansässig, die bis 2015 bestand.[13][14]

Im Bereich der Primarstufe gibt es die Grundschule Marklohe. Marklohe besitzt zudem einen öffentlichen Bücherschrank.

Energie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gemeinde befinden sich die beiden Windparks Marklohe-Binnen-Bühren und Marklohe-Mehlbergen. Die insgesamt 34 Windkraftanlagen erzeugen eine Gesamtleistung von 51,85 MW.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten die mit der Gemeinde verbunden sind[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anasthase Alfaric, der junge Held in Walter Seidls Roman „Anasthase und das Untier Richard Wagner“, wurde nach einer Anasthasia Freifrau von Marklohe benannt.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marklohe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Marklohe – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2021 (Hilfe dazu).
  2. Weatherbase.com: WUNSTORF, GERMANY
  3. Christiane Kelly: Chronik Marklohe, Eystrup 1993, S. 352 f.
  4. z. B. Gustav Engel: Politische Geschichte Westfalens. Köln 1969, S. 37
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 199.
  6. Wahl des Gemeinderates Samtgemeinde Weser-Aue: Samtgemeinde Weser-Aue - Gemeinde Marklohe Wahl des Gemeinderates 12.09.2021
  7. Zweckverband Kommunale Datenverarbeitung Oldenburg (KDO): Wahl des Gemeinderates Marklohe Gesamtergebnis Wahl des Gemeinderates Marklohe 11.09.2016
  8. https://www.dieharke.de/Nachrichten/Einstimmig-Cord-Kirchmann-ist-neuer-Buergermeister-der-Gemeinde-Marklohe-139539.html
  9. Die Harke: Marklohe lockt mit „Straße der Lieder“
  10. St. Clemens Romanus Kirche in Marklohe
  11. Tischtennis-Verband Niedersachsen e.V.: SC Marklohe
  12. Als Bomben die Eisenbahnbrücke versenkten. In: Die Harke, 20. März 2010, Nr. 67
  13. Kreiszeitung: OBS Marklohe steht vor Sanierung
  14. Die Harke: Das war’s