Markteinführung

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Als Markteinführung werden die Entscheidung und der Zeitpunkt bezeichnet, ein neues marktreifes Produkt, das vorher noch nicht zum Verkauf stand, käuflich erwerben zu können.

In der Literatur wird mit einer inhaltlichen und einer zeitlichen Dimension grundsätzlich zwischen zwei Perspektiven auf den Begriff unterschieden.[1]

Aus inhaltlicher Perspektive werden unter Markteinführung alle Managementaufgaben subsumiert, die für die Platzierung des Produktes auf dem Markt notwendig sind.[2] Dies betrifft zunächst Maßnahmen im Bereich des Marketings, denn der Erfolg eines Produktes im Sinne einer schnellen Absatzsteigerung nach der Markteinführung hängt oftmals von der Produkt- und Kommunikationspolitik ab – also vor allem davon, inwieweit schon zuvor Werbung für das Produkt gemacht wurde.[3] Gab es im Vorfeld nur wenig Werbung, kann das Produkt bei der Markteinführung noch weitgehend unbekannt sein, sodass es kaum konsumiert wird. Aus diesem Grund werden schon lange im Voraus Werbeagenturen damit beauftragt, sich Konzepte für die Werbung zu überlegen, um damit die Bekanntheit des Produktes aufzubauen und ein entsprechendes Produktimage schon vor der Platzierung auf dem Markt zu generieren.[4] Weitere Fragen des Erfolgs eines Produkts, die unter diese Perspektive fallen, betreffen den Bereich der Produktpräsentation. Befindet sich ein Produkt beispielsweise in einer unauffälligen Verpackung und liegt im untersten Regalfach in der Mitte eines Warenhauses, wird es weniger Aufmerksamkeit auf sich ziehen als ein Produkt, das auffälliger verpackt auf einem gesonderten Verkaufsstand am Eingang des Warenhauses platziert ist.

Weiterhin wird eine zeitliche Perspektive betont.[5] Markteinführung kann demnach als eine (letzte) Phase des Innovationsprozesses oder als eine (erste) Phase des Produktlebenszyklus aufgefasst werden. Der Zeitpunkt der Markteinführung spielt für den Erfolg des Produktes ebenfalls eine wesentliche Rolle. So ist es beispielsweise nicht sinnvoll, eine neue Winterjacke im Frühling in den Markt einzuführen, da die Nachfrage nach diesem Produkt zu dieser Jahreszeit vermutlich nicht stark ausgeprägt sein wird.

Eine Definition, die beide Perspektiven umfasst, nimmt beispielsweise Call vor:

„Die Markteinführung von Produktneuheiten umfaßt als Bestandteil eines Produktentstehungsprozesses sämtliche marketingstrategischen und -operativen Planungs- und Entscheidungsabläufe, die in kunden-, wettbewerbs- und unternehmensgerichtete Maßnahmen umzusetzen sind, damit ein angestrebter physischer Markteintrittszeitpunkt realisiert werden kann.“

Guido Call[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kuhn, Jutta: Markteinführung neuer Produkte, Deutscher Universitäts-Verlag, Mannheim 2007, S. 10 f.
  2. Kuhn, Jutta: Markteinführung neuer Produkte, Deutscher Universitäts-Verlag, Mannheim 2007, S. 10
  3. Kromer, Raphael: Smart Clothes. Ideengenerierung, Bewertung und Markteinführung, Gabler, Wiesbaden 2008, S. 18
  4. Kromer, Raphael: Smart Clothes. Ideengenerierung, Bewertung und Markteinführung, Gabler, Wiesbaden 2008, S. 18
  5. Kuhn, Jutta: Markteinführung neuer Produkte, Deutscher Universitäts-Verlag, Mannheim 2007, S. 10 f.
  6. Call, Guido: Entstehung und Markteinführung von Produktneuheiten: Entwicklung eines prozessintegrierten Konzepts, Gabler, Wiesbaden 1997, S. 10

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Produktlebenszyklus - Prozess zwischen der Markteinführung bzw. Fertigstellung eines marktfähigen Gutes und seiner Herausnahme aus dem Markt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Call, Guido: Entstehung und Markteinführung von Produktneuheiten: Entwicklung eines prozessintegrierten Konzepts, Gabler, Wiesbaden 1997
  • Hanfeld, Ulrich: Internationale Markteinführung neuer Produkte. Eine prozeßorientierte Managementkonzeption, Lang, Frankfurt am Main [u.a.] 1997
  • Kuhn, Jutta: Markteinführung neuer Produkte, Deutscher Universitäts-Verlag, Mannheim 2007