Markus Ambach

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Markus Ambach (2014)

Markus Ambach (* 1963 in Darmstadt) ist ein deutscher Ausstellungsmacher, Künstler, Kurator, Autor und Initiator von Kunstprojekten im öffentlichen Raum.[1][2]

Ausbildung und Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Ambach studierte von 1984 bis 1987 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach am Main und ab 1987 an der Kunstakademie Düsseldorf. Er war Meisterschüler bei Christian Megert (1990). Nach zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland als Künstler begann er 2002 mit der freien Projektarbeit in öffentlichen Räumen.

Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ambach gründete 2002 die Projektplattform MAP, die international kontextbezogene Projekte im Stadtraum, aber auch andere themenspezifische Ausstellungsformate entwickelt, durchführt und betreibt.[3] Ausstellungen wie B1|A40 Die Schönheit der großen Straße im Jahr 2010 zur Kulturhauptstadt Ruhr.2010 und 2014 thematisieren mit Künstlern, Wissenschaftlern, Anliegern und anderen gesellschaftlichen Gruppen kontextspezifisch das Verhältnis von Kunst, Gesellschaft, Urbanität und Stadt.[4] Ein spezifisches Interesse von Ambach gilt zudem dem Thema „Repräsentationen von Natur im städtischen Kontext“. In Ausstellungsprojekten in Gärten, Parks und anderen Formen öffentlicher Naturinterpretation diskutiert er das Verhältnis von Stadt, Kultur und Natur.[5]

  • 2017 und 2018 führte Ambach das interdisziplinäre Ausstellungsprojekt „Von fremden Ländern in eigenen Städten“ im Düsseldorfer Bahnhofsviertel durch. Nach einem Prolog im Jahr 2017 mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm, fand 2018 eine große Ausstellung im öffentlichen Raum mit Künstlerinnen und Künstlern wie Katharina Sieverding, Andreas Siekmann, Natascha Sadr Haghighian, Paloma Varga Weisz und Neil Beloufa statt.[6][7]
  • 2017 führte er zusammen mit Kay von Keitz im Rahmen von „Stadt sehen“ des Schauspiel Köln das Projekt „Mülheimer Wunderkammer“ durch.
  • 2016 kuratierte Ambach zusammen mit Susanne Titz die Ausstellung „Von den Strömen der Stadt“ mit neuen künstlerischen Positionen zum Verhältnis von Kunst, Urbanität und Öffentlichkeit im Museum Abteiberg, Mönchengladbach.[8]
  • Seit 2012 führt Ambach zusammen mit dem Museum Abteiberg das Projekt „Ein ahnungsloser Traum vom Park“ durch. Es beschäftigt sich in mehreren Phasen mit der Integration des Museums in sein städtisches Umfeld und setzte einen Dialog zwischen Kunst im öffentlichen Raum, Planungsinitiativen und städtischen Akteuren in Gang.[9]
  • Ebenfalls seit 2012 setzt Ambach auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Lohberg das kuratorische Konzept „Choreografie einer Landschaft“ um. Thomas Schütte und Jakob Kolding haben dort für den neu angelegten Bergpark Arbeiten realisiert. Jeanne van Heeswijk und Folke Köbberling und Martin Kaltwasser haben partizipative Projekte angestoßen und arbeiten langfristig vor Ort.[10]
  • Zwischen 2012 und 2014 führte Ambach zusammen mit Kay von Keitz den Modellversuch „Der urbane Kongress“ im Auftrag der Stadt Köln durch, der das Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Kunst und Stadtraum (wieder)herstellen und Konzepte für den zukünftigen Umgang mit Kunst im öffentlichen Raum entwickeln möchte.[11]
  • In den Jahren 2010 bis 2012 betrieb Ambach den Projektraum „The Chain“. Die Gruppen- und Einzelausstellungen in den Räumen in Düsseldorf Bilk widmeten sich den Strukturen und Bedingungen künstlerischer Arbeit und Wertproduktion.[12]
  • 2009 initiierte Ambach zusammen mit dem Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen das interdisziplinäre diskursive Projekt "Das uneingelöste Versprechen" zur Architektur der 1970er-Jahre und zum damals aktuellen Stadtplanungsdiskurs in Düsseldorf.
  • Ebenfalls 2009 untersuchte er mit dem Projekt "Public Garden Public Generation" in Kooperation mit dem Neuen Aachener Kunstverein den städtischen Park als letzten offenen Ort der Stadtgesellschaft.
  • Zehn Jahre lang (zwischen 2003 und 2012) organisierte er zusammen mit der Künstlerin Birgit Jensen die Veranstaltungsreihe WG/3ZI/K/BAR im Künstlerverein Malkasten Düsseldorf. Die WG war ein offenes Haus und Treffpunkt für Künstler.[13]
  • 2007–2009 stellte Ambach im dreiteiligen Projekt „parcours interdit“ die Kulturalisierung von Natur am Thema des Parks in den Fokus. In einer Ausstellung im „Jacobigarten“ des Düsseldorfer Künstlervereins Malkasten formulierten verschiedene Arbeiten den Park als choreografierte Inszenierung von Natur als deren Repräsentation im städtischen Kontext.
  • Mit „stadtraum.org“ begann 2002 Ambachs Engagement für eine Kunstkommission in Düsseldorf, die inzwischen von der Stadt Düsseldorf unter seiner Mitwirkung umgesetzt wurde.[1] Mit Andrea Knobloch betrieb er bis 2006 ein Diskussionsforum zur Kunst im öffentlichen Raum, das im Modellversuch Kunstkommission für Düsseldorf an fünf Düsseldorfer Schulen mündete.[14]
  • Sein erstes Projekt führte Markus Ambach in seinem eigenen Garten durch. Von 2002 bis 2004 lud er Künstler ein, dort im Rahmen von „Wildlife“ ihre Arbeiten zu zeigen und Konzerte o. ä. zu organisieren.[15]

Lehrtätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2017 / 2018 hatte er den Lehrstuhl für Plastik an der RWTH Aachen inne. 2014–2015 hatte er eine Vertretungsprofessur an der staatlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart inne. 2005–2007 und 2012–2013 bekleidete er einen Lehrauftrag an der Universität der Künste Berlin. 2006–2007 eine Stiftungsprofessur an der Offenbacher Hochschule für Gestaltung. 2005–2006 hatte Markus Ambach einen Lehrauftrag an der Akademie der Bildenden Künste Stuttgart,

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben der Tätigkeit als Ausstellungsmacher und Projektautor, die im Zentrum von Ambachs Arbeit steht, nimmt er seine frühere künstlerische Praxis sporadisch wieder auf, auch um auf die Herkunft der Projektarbeit aus dem künstlerischen Umfeld zu verweisen[16]:

  • 2017: Hacking Urban Furniture, ZK/U Zentrum für Kunst und Urbanistik, Berlin
  • 2014: Tatort Paderborn – Phänomen Fußgängerzone, Paderborn[17]
  • 2012: Museucampus, Museu do Chiado, Lissabon, Portugal
  • 2011: Im Garten, Nordico Stadtmuseum, Linz, Österreich
  • 2010: Über Wasser gehen, Kulturhauptstadt Ruhr.2010
  • 2010: Track Changes, Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig
  • 2010: Hotel Chelsea Suites, Plan 10, Köln
  • 2009: Gartenstadt-Stadtgarten, Kunstverein Hildesheim
  • 2009: Asyl e. V., Neuer Aachener Kunstverein, Aachen[18]
  • 2008: What game shall we play today?, Tokyo Wonder Site, Tokio, Japan
  • 2008: Institut für Alpine Angelegenheiten, Manifesta 7
  • 2008: Galerie Rupert Pfab, Düsseldorf[19]

Arbeitsgruppen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Ambach arbeitet in verschiedenen Arbeitsgruppen und initiiert solche:

  • 2017–2019 Mitglied der KÖR-Jury (Kunst im öffentlichen Raum Wien)[20]
  • KUKODUS – Arbeitsgemeinschaft zur Vorbereitung einer Kunstkommission für „Kunst am Bau“ in Düsseldorf[21]
  • Freie Gruppe Düsseldorf[22]

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2010: „Die besondere Ausstellung 2010“ Auszeichnung durch den Kritikerverband AICA für das Projekt „B1|A40 Die Schönheit der großen Straße“
  • 1994: Förderpreis für bildende Kunst der Landeshauptstadt Düsseldorf

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • als Hrsg.: Ein ahnungsloser Traum vom Park | Von den Strömen der Stadt. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln, 2017, ISBN 978-3-96098-169-5 (deutsch, englisch).
  • als Hrsg.: Choreografie einer Landschaft. Wienand Verlag, 2015, ISBN 978-3-86832-302-3.
  • als Hrsg.: B1| A40 Die Schönheit der großen Straße 2014. Wienand Verlag, 2015, ISBN 978-3-86832-301-6 (deutsch, englisch).
  • mit Kay von Keitz (Hrsg.): Der urbane Kongress. Kunst und Stadt im Kontext. Ein Modellprojekt im Rahmen des StadtLabors für Kunst im öffentlichen Raum, Köln. Wienand Verlag, Köln 2015, ISBN 978-3-86832-267-5.
  • Künstlerverein Malkasten (Hrsg.): WG/3Zi/K/Bar. Ein Haus für KünstlerInnen.Gäste.Freunde. Düsseldorf 2013, ISBN 978-3-00-045900-9.
  • Parcours Interdit. Düsseldorf 2011, OCLC 935487831.
  • als Hrsg.: B1| A40 Die Schönheit der großen Straße 2010 Jovis Verlag, 2010, ISBN 978-3-86859-077-7 (deutsch, englisch).
  • mit Jörg Beckmann, Jens Renner, Jeroen Verbrugge: Mobilität und Sicherheit. Offenbach 2007, ISBN 978-3-921997-65-9.
  • als Hrsg.: wildlife. Richter Verlag, Düsseldorf 2005, ISBN 3-937572-42-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Markus Ambach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. MAP Markus Ambach Projekte. In: Urbane Künstler Ruhr. Kultur Ruhr GmbH, abgerufen am 14. Februar 2016.
  2. Markus Ambach, Künstler. Museum für Architektur und Ingenieurkunst NRW, abgerufen am 14. Februar 2016.
  3. Anke Ernst: Markus Ambach Projekte. (Nicht mehr online verfügbar.) In: INDEX – Das neue Kunstmagazin für Düsseldorf. Archiviert vom Original am 19. Februar 2016; abgerufen am 14. Februar 2016.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/index-magazin.com
  4. Markus Ambach: Plant Kunst Stadt? – Vortrag von Markus Ambach vom 17. Oktober 2011 in Wien im Rahmen der Vortragsreihe „Zukunft Stadt – Kolloquium zur Praxis der Stadtentwicklung“. In: Youtube. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  5. Markus Ambach: Repräsentationen von Natur im städtischen Kontext. In: Kay von Keitz, Sabine Voggenreiter (Hrsg.): "En passant" Reisen durch urbane Räume. Jovis, Berlin 2009, ISBN 978-3-86859-061-6.
  6. Raimer Stange: Der Kunst den (Bahn)Hof machen. Abgerufen am 15. März 2019.
  7. Sabine Maria Schmidt: Von fremden Ländern in eigenen Städten. In: Kunstforum International. Band 255, August 2018, S. 260 ff. (vonfremdenlaendern.de [PDF]).
  8. FOCUS Online: Lokal, global und universell – Von den Strömen der Stadt. Abgerufen am 15. März 2019.
  9. Dirk Richerdt: Entlang der Traumstraße des Museums. In: Rheinische Post, 24. Mai 2013, abgerufen am 29. Februar 2016 (rp-online.de).
  10. Kunst die Identifikation stiftet, kreativ.quartier-lohberg.de, abgerufen am 29. Februar 2016
  11. Oliver Jungen: Kann das Weg? Köln prüft Kunst im öffentlichen Raum. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 18. April 2012.
  12. Anke Ernst: Markus Ambach Projekte. (Memento des Originals vom 19. Februar 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/index-magazin.com In: INDEX, Das Düsseldorfer Kunstmagazin abgerufen am 29. Februar 2016.
  13. WG im Kunst-Blog Perisphere (aufgerufen am 29. Februar 2016).
  14. zu stadtraum.org (abgerufen am 29. Februar 2016).
  15. zur Website von Wildlife (abgerufen am 29. Februar 2016).
  16. Markus Ambach | Atelierbesuche. Abgerufen am 15. März 2019 (deutsch).
  17. Andrej Klahn: Unser Täglicher Schrott. In: Welt am Sonntag. Nr. 26. Axel Springer SE, 29. Juni 2014, S. 9 (welt.de [abgerufen am 14. Februar 2016]).
  18. Markus Ambach im Neuen Aachener Kunstverein.
  19. Ausstellung Rupert Pfab. (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.galerie-pfab.com
  20. Jury 2017–2019 / Kunst im öffentlichen Raum Wien. Abgerufen am 15. März 2019.
  21. Arne Lieb: Kunst am Bau: Wer soll bestimmen? In: Rheinische Post. 11. Juni 2015 (rp-online.de), abgerufen am 29. Februar 2016.
  22. Kurswechsel, bitte! – Interview mit Hans-Jürgen Hafner und Markus Ambach zur Kulturpolitik in Düsseldorf. In: Monopol, Magazin für Kunst und Leben. Juno Kunstverlag GmbH, 18. Dezember 2014, abgerufen am 14. Februar 2016.