Markus Bäumler

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Markus Bäumler, auch Marcus Beumler (* 1555 in Volketswil; † 30. Juli 1611 in Zürich) war ein Schweizer evangelischer Geistlicher und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte anfangs an der Universität Genf und später an der Universität Heidelberg Theologie und verteidigte vor Johann Jakob Grynaeus seine Thesen zur Abendmahlslehre, wobei er sich als entschiedener Vertreter der reformierten Richtung zeigte[1].

Vom 4. bis 14. April 1584 war er Teilnehmer an der Heidelberger Disputation[2], in der es zwischen Reformierten und Lutheranern um die Prädestinationslehre ging[3]. 1586 unternahm er gemeinsam mit weiteren Züricher Gelehrten, unter anderem Kaspar Waser, Raphael Egli (1559–1622)[4], Hans Ulrich Wolf (1559–1637)[5] und Rudolf Gwalther, den Versuch, Jörg Riedel aus dem Allgäu und Heinrich Pfister aus Wädenswil, die sich auf einer hutterischen Mission befanden und nun im Wellenberg einsassen, zu bekehren.[6]

1587 wurde er Schulrektor in Neuhausen bei Worms und war 1590 oder 1592 Pfarrer in Alzey, bis er 1594 als zweiter Diakon zum Grossmünster nach Zürich zurückkehrte.

1601 erfolgte seine Berufung als Professor für Griechisch, dann für Katechetik und schliesslich für Altes Testament an der Hohen Schule Zürich, damit verbunden war der Vorsitz der halbjährlichen Synodaldisputationen.[7]

Er starb während der grossen Pestepidemie in Zürich.

Schriftstellerisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus Bäumler war der Verfasser zahlreicher kontroverstheologischer, vor allem gegen die Lutheraner gerichteter Schriften, sowie einer 1595 verfassten lateinischen Grammatik. Er war auch der Autor oder zumindest Mitautor des Zürcher Katechismus von 1609, in den er den Heidelberger Katechismus integrierte[8], zu dem er 1610 eine ausführliche Erklärung und Apologie verfasste.

Sein 1593 in Zürich erschienenes Werk Theodoretus ... wurde per Dekret der römisch-katholischen Glaubenskongregation vom 7. August 1603 (die Jahresangaben variieren in der Literatur etwas) auf den Index gesetzt.[9]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jan-Andrea Bernhard: Konsolidierung des reformierten Bekenntnisses im Reich der Stephanskrone: Ein Beitrag zur Kommunikationsgeschichte zwischen Ungarn und der Schweiz in der frühen Neuzeit (1500-1700). S. 345 f. Vandenhoeck & Ruprecht, 2015, ISBN 978-3-647-55070-1 (google.de [abgerufen am 20. Oktober 2019]).
  2. Thomas Klöckner: Heinrich Alting (1583−1644): Lebensbild und Bedeutung für die reformierte Historiografie und Dogmengeschichtsschreibung des 17. Jahrhunderts. S. 263. Vandenhoeck & Ruprecht, 2019, ISBN 978-3-647-51699-8 (google.de [abgerufen am 20. Oktober 2019]).
  3. Nam Kyu Lee: Die Prädestinationslehre der Heidelberger Theologen 1583-1622: Georg Sohn (1551-1589), Herman Rennecherus (1550-?), Jacob Kimedoncius (1554-1596), Daniel Tossanus (1541-1602). S. 28, 39 f. Vandenhoeck & Ruprecht, 2009, ISBN 978-3-647-56870-6 (google.de [abgerufen am 20. Oktober 2019]).
  4. Egli, Raphael. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  5. Wolf, Hans Ulrich. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  6. Christian Scheidegger: Die Zürcher Täufer 1525-1700. S. 141. Theologischer Verlag Zürich, 2007, ISBN 978-3-290-17426-2 (google.de [abgerufen am 20. Oktober 2019]).
  7. Jean-Pierre Bodmer: Zürcher Disputationsthesen bis 1653. In: Zwingliana 41, S. 8, 14, 16–18, 23–24. 2014, abgerufen am 20. Oktober 2019.
  8. Heidelberger Katechismus. Abgerufen am 20. Oktober 2019.
  9. Index Librorum Prohibitorum Sanctissimi Domini Nostri Pii Sexti Pontificis Maximi Jussu Editus Et Sub Piu Septimo Ad Annum Usque MDCCCVI Continuatus. Rom 1806, Beumlerus (Marcus) Tigurinus, S. 32 (Latein, Ausgabe des Index aus dem Jahr 1806).