Markus Hilgert

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Markus Hilgert (* 11. August 1969) ist ein deutscher Altorientalist.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilgert erwarb 1989 das Abitur an der Fürst-Johann-Ludwig-Schule in Hadamar und war von 1976 bis 1990 aktives Mitglied der Limburger Domsingknaben. Nach dem Grundwehrdienst studierte Hilgert von 1990 bis 1996 Altorientalistik, Semitistik, Vergleichende Religionswissenschaft und Vorderasiatische Archäologie an den Universitäten Marburg, München und Chicago. 1999 wurde er an der Universität Marburg im Fach Altorientalistik promoviert.

Von 1998 bis 2001 war Hilgert Wissenschaftlicher Mitarbeiter, danach bis 2004 Wissenschaftlicher Assistent (C 1) sowie von 2004 bis 2007 Oberassistent (C 2) am Lehrstuhl für Altorientalistik der Universität Jena, wo er sich 2004 habilitierte und ab 2006 Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft war. Von April 2007 bis Februar 2014 war Hilgert Professor (W 3) für Assyriologie mit Schwerpunkt Sumerologie an der Universität Heidelberg.

Am 18. Juni 2013 wurde Hilgert vom Stiftungsrat der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zum Direktor des Vorderasiatischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz bestimmt. Er trat sein Amt in Nachfolge von Beate Salje am 1. März 2014 an.

Hilgert ist außerdem Honorarprofessor an der Universität Heidelberg (seit September 2014) sowie an der Universität Marburg (seit Mai 2015). Im April 2016 wurde Hilgert zum National Correspondent des Internationalen Komitees vom Blauen Schild für Deutschland berufen.

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 2009 bis 2015 war Hilgert Vorsitzender der Deutschen Orient-Gesellschaft und in dieser Funktion seit 2011 Mitglied im erweiterten Vorstand des Deutschen Verbandes für Archäologie. Von 2009 bis 2013 fungierte er außerdem als Wissenschaftlicher Leiter der Uruk-Warka-Sammlung Heidelberg.

Von 2011 bis 2014 war Hilgert Sprecher des von ihm initiierten geisteswissenschaftlichen Sonderforschungsbereichs 933 Materiale Textkulturen. Materialität und Präsenz des Geschriebenen in non-typographischen Gesellschaften an der Universität Heidelberg, der mit über 10 Millionen Euro von der DFG gefördert wird.[1] Theoretische Grundlage ist der von Hilgert 2010 eingeführte kulturwissenschaftliche Ansatz der Text-Anthropologie. Von 2012 bis 2013 war Hilgert Sprecher des Research Council Cultural Dynamics in Globalised Worlds für die Geisteswissenschaften an der Universität Heidelberg. Außerdem war er Initiator und Gründungskoordinator des Heidelberg Zentrum Kulturelles Erbe / Heidelberg Center Cultural Heritage, das am 4. Februar 2013 an der Universität Heidelberg gegründet wurde.

Von 2013 bis 2015 war Hilgert Vorsitzender der von der baden-württembergischen Landesministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst Theresia Bauer eingesetzten Expertenkommission zur „Situation der 'Kleinen Fächer' in Baden-Württemberg“ des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, die ihren Abschlussbericht am 26. März 2015 veröffentlichte.[2] Seit Februar 2017 ist er Vorsitzender des "Zukunftsrats Kleine Fächer" des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, dessen Stellvertretender Vorsitzender er seit 2015 war.

Seit 2015 ist Hilgert Mitglied im Expertenteam des "Emergency Safeguarding of the Syrian Cultural Heritage Project" der UNESCO.

Gast- beziehungsweise Vertretungsprofessuren führten Hilgert 2001 an die University of Chicago, 2003 an die Universität Leipzig, 2005 an die Staatliche Russische Universität für die Geisteswissenschaften Moskau, im Wintersemester 2006/07 an die Universität Freiburg sowie 2013 an die Scuola Superiore der Universität Catania.

Auszeichnungen und Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hilgert war von 1990 bis 1999 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes in der Grund- und Promotionsförderung. Von 1990 bis 1995 war er außerdem Stipendiat der Stiftung Dey des Bistums Limburg. 2005 wurde ihm durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ein Heisenberg-Stipendium zugesprochen.

1988 wurde Hilgert mit dem Sonderpreis der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für den Gesamtsieg beim Landeswettbewerb Alte Sprachen des Hessischen Altphilologenverbandes ausgezeichnet. Seine wissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten wurden mit dem Dissertationspreis der Universität Marburg (2001) sowie mit dem Habilitationspreis der Universität Jena (2006) bedacht. 2011 erhielt Hilgert den Jahrespreis der Universität Heidelberg.

Seit 2008 ist Hilgert korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und Ordentliches Mitglied der Klasse Philosophie und Kulturhistorische Wissenschaften der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. Hilgert ist Mitglied der Deutschen UNESCO-Kommission e. V. (seit 2016), Mitglied im Stiftungsrat der International Alliance for the Protection of Heritage in Conflict Areas (ALIPH; seit 2017)[3], Mitglied in der Advisory Group des Cultural Protection Fund des British Council (seit 2017) sowie Mitglied im Disaster Risk Management Committee des International Council of Museums (seit 2017)[4]. Hilgert ist außerdem Mitglied des Berliner Montagsclubs.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pressemitteilung des Sonderforschungsbereichs „Materiale Textkulturen“, abgerufen am 19. Juli 2011.
  2. Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg, abgerufen am 25. Mai 2015.
  3. http://www.lemonde.fr/arts/article/2017/03/22/francois-hollande-obtient-76-millions-d-euros-pour-le-sauvetage-du-patrimoine-en-peril_5098787_1655012.html
  4. http://icom.museum/the-committees/standing-committees/standing-committee/disaster-risk-management-committee/