Markus Kerber (Ökonom)

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Markus Kerber (* 23. Juli 1963 in Ulm) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler und seit 2018 Staatssekretär im Bundesministerium des Innern. Er war von 2011 bis 2017 Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), zuvor Leiter der Grundsatzabteilung im Bundesministerium der Finanzen.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er studierte 1983 bis 1988 Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim und der University of California in Los Angeles. 1992 wurde er an der Universität Hohenheim in Sozialwissenschaften promoviert. 1992 bis 1995 arbeitete er bei der S.G. Warburg & Co. Ltd. in London, sodann bis 1998 bei der Deutschen Bank AG in London jeweils im Bereich Equity Capital Markets. 1998 wurde er Finanzvorstand beim IT-Dienstleister GFT Technologies, Stuttgart. Er kündigte im Jahre 2003, als ihm bewusst wurde, dass er in elf Jahren 2.300 Mal geflogen war. Er wechselte in die Politik und wurde 2006 im Bundesinnenministerium unter Wolfgang Schäuble Abteilungsleiter Grundsatzfragen und internationale Analysen. Dort organisierte er u. a. die ersten Islamkonferenzen.

Nach der Bundestagswahl 2009 und dem Ende der großen Koalition folgte er Schäuble ins Finanzministerium und wurde Abteilungsleiter für finanzpolitische und volkswirtschaftliche Grundsatzfragen und übernahm ab Anfang 2011 auch die Zuständigkeit für internationale Finanz- und Währungspolitik. Dort kamen ihm seine Kenntnisse der Finanzwirtschaft zugute, als infolge der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise Banken (zum Beispiel die später verstaatlichte Bank Hypo Real Estate) ins Wanken kamen und im Frühjahr 2010 kurzfristig der Euro-Rettungsschirm verhandelt und beschlossen wurde.

Von Juli 2011 bis 31. März 2017 war Kerber Hauptgeschäftsführer des Bundesverband der Deutschen Industrie. Er folgte damit Werner Schnappauf.[2] Als BDI-Hauptgeschäftsführer sah er in Flüchtlingen die Fachkräfte von morgen, wünschte sich aber eine bessere Organisation der Flüchtlingspolitik: "Mir ist der Satz 'Wir schaffen das' zu unbestimmt. (...) Wenn ich als Trainer bei der Fußball-WM antrete, muss ich auch eine Vorstellung davon haben, wie ich die Kräfte der Spieler bis ins Endspiel einteile."[3]

Im März 2018 berief Bundesinnenminister Horst Seehofer ihn überraschend als Staatssekretär für Heimat in sein Ministerium.[4] Kerber verfolgt in Fragen des Islam und der Flüchtlingspolitik einen pragmatischen Ansatz.[5]

Kerber ist Mitglied der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft. Ferner gehörte er dem Aufsichtsrat der Commerzbank an.[6]

Kerber ist verheiratet und hat vier Kinder. 2016 unterzog er sich erfolgreich einer Tumor-Operation.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Markus Kerber, der Pfadfinder, Neuer BDI-Hauptgeschäftsführer. Stern. 26. Juni 2011. Abgerufen am 13. September 2011.
  2. rp-online.de (Rheinische Post)
  3. Stefan Braun Berlin: Seehofers Mann für die Heimat. In: sueddeutsche.de. 3. April 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 19. April 2018]).
  4. Führungsmannschaft des BMI komplett. Abgerufen am 19. April 2018 (deutsch).
  5. Stefan Braun Berlin: Seehofers Mann für die Heimat. In: sueddeutsche.de. 3. April 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 19. April 2018]).
  6. Website der Commerzbank. Abgerufen am 6. April 2015.
  7. Stefan Braun Berlin: Seehofers Mann für die Heimat. In: sueddeutsche.de. 3. April 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 19. April 2018]).