Markus W. Büchler

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Markus Wolfgang Büchler (* 22. Juli 1955 in Saarlouis) ist ein deutscher Mediziner, akademischer Chirurg und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus W. Büchler machte 1974 sein Abitur an der Heimschule Lender in Sasbach.[1] Er studierte von 1974 bis 1979 Medizin an der Universität Heidelberg sowie 1979/80 an der Freien Universität Berlin, wo er 1980 die Approbation als Arzt erhielt. 1980 wurde er in Heidelberg promoviert. Seine Facharzt-Ausbildung machte Büchler an der Universität Ulm, wo er 1987 die Habilitation erhielt. 1991 wurde er stellvertretender Klinikdirektor der Chirurgischen Universitätsklinik Ulm und erhielt eine C2-Professur. 1993 wurde Büchler Lehrstuhlinhaber an der Klinik für Viszeral- und Transplantationschirurgie des Inselspitals der Universität Bern. Es folgte 1996 eine Gastprofessur an der Yale University School of Medicine. Im Juni 2000 erhielt er einen Ruf auf den Lehrstuhl für Allgemein- und Viszeralchirurgie der Universität Ulm, dem er jedoch nicht folgte. 2001 kehrte er nach Deutschland zurück und trat den Ruf auf die Ordinariats-Professur für Chirurgie der Universität Heidelberg an. Seitdem ist Büchler Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie der Universität Heidelberg und seit März 2003 geschäftsführender Ärztlicher Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg. Zusätzlich ist er seit 2005 Chefarzt der Chirurgie am Krankenhaus Salem in Heidelberg, seit 2009 Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der GRN-Klinik Sinsheim, seit 2012 Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie der GRN-Klinik Eberbach und seit 2013 ärztlicher Direktor der Allgemein- und Viszeralchirurgie am Kreiskrankenhaus Bergstraße in Heppenheim.

Büchler war unter anderem Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (2012), der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (2011), der International Hepato-Pancreato-Biliary Association (2006) und des European Pancreatic Club (2002). Er war seit 1995 Chefredakteur von Digestive Surgery und ist seit 2010 Chefredakteur von Langenbeck’s Archives of Surgery.

Markus W. Büchler ist verheiratet mit Hedwig Maria Breunig-Büchler und hat vier Kinder.

Arbeits- und Forschungsgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus W. Büchler ist chirurgischer Experte für Erkrankungen der inneren Organe, insbesondere für Erkrankungen der Bauchorgane, speziell der Bauchspeicheldrüse. Sein chirurgischer Schwerpunkt liegt in der hepatobiliären, der kolorektalen, sowie besonders der Pankreaschirurgie und der Transplantationschirurgie. Als Chirurg hat er selbst neue Operationsmethoden entwickelt und führt mit seinen Mitarbeitern in Heidelberg mehr als 800 Pankreasoperationen pro Jahr durch. Als akademischer Chirurg hat er seinen Forschungsschwerpunkt im Bereich der translationalen Medizin, der onkologischen Chirurgie und der Entwicklung neuer chirurgischer Techniken. Er ist Mitautor von mehr als 2500 wissenschaftlichen Publikationen, deren Fokus vor allem bei gastrointestinalen Krebserkrankungen, Pankreaserkrankungen und klinischen chirurgischen Fragestellungen liegt.

Ehrungen und Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markus W. Büchler wurden für seine fachlichen Leistungen zahlreiche Preise verliehen. Er erhielt unter anderem den Ludwig-Rehn-Preis der Vereinigung Mittelrheinischer Chirurgen (1987), den Preis der International Association of Pancreatology (1988 und 1990), den Forschungspreis der Schweizerischen Gesellschaft für Chirurgie (1995), den Fritz-Linder- Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (1999), den Max Siurala Preis der Finnish Society of Gastroenterology (2005), den Gimbernat Preis, Catalan Society of Surgery (2005), den Hippocrates Preis der Hellenic Society of Internal Medicine (2006), die Amundsen Medaille des Institute for Surgical Research Oslo (2013), den Rudolf-Zenker-Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (2014) und den Karl-Heinrich-Bauer-Preis der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (2018). 2016 wurde er zum Senator der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie auf Lebenszeit ernannt und erhielt den Lifetime Achievement Award des European Pancreatic Club.

Büchler ist Ehrenmitglied in zahlreichen Fachgesellschaften, unter anderem seit 1998 der Royal Society of Medicine of England, seit 2009 des Royal College of Surgeons of England, seit 2010 der American Surgical Association und seit 2013 des American College of Surgeons.

Seit 2009 ist er Mitglied (Matrikel-Nr. 7249) der Gelehrtengesellschaft Leopoldina.[2]

Markus W. Büchler wurden zahlreiche akademische Ehrentitel verliehen: Er erhielt Ehrendoktorwürden der Universitäten Cluj-Napoca (Rumänien), Arad (Rumänien), Belgrad (Serbien), Minsk (Weißrussland), Vilnius (Litauen), Nanjing Medical University (China) und Pécs (Ungarn). Ehrenprofessuren erhielt er an den Universitäten Nanjing Railway Medical College (China), Southeast University of Nanjing (China), Nanjing Medical University (China), Wuhan (China), Montevideo (Uruguay), und Prag (Tschechien).

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Diseases of the Pancreas: Acute Pancreatitis, Chronic Pancreatitis, Neoplasms of the Pancreas. Karger 2004, ISBN 3-8055-7613-7.
  • Pankreaserkrankungen: Akute Pankreatitis, Chronische Pankreatitis, Tumore des Pankreas. Karger 2004, ISBN 3-8055-7460-6.
  • Chronic Pancreatitis. Wiley-Blackwell 2002, ISBN 0-632-06399-8.

Literatur über Markus W. Büchler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopoldina Neugewählte Mitglieder 2009, Leopoldina, Halle (Saale) 2010, S. 19 (PDF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christoph Jaschinski: Interview mit Prof. Markus Büchler. In: Heidoskop. Nr. 4, 2011, S. 51–57 (heidoskop.de [PDF]).
  2. Mitgliedseintrag von Markus W. Büchler (mit Bild und CV) bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 2. Juli 2016.