Brassert (Marl)

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Brassert
Stadt Marl
Koordinaten: 51° 39′ 30″ N, 7° 4′ 25″ O
Fläche: 13,3 km²[1]
Einwohner: 11.551 (30. Jun. 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 868 Einwohner/km²
Postleitzahl: 45768
Lage des Stadtteils
Lage des Stadtteils

Brassert ist ein Stadtteil der nordrhein-westfälischen Stadt Marl.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Brassert grenzt im Norden an die Chemiezone (also den Chemiepark Marl), im Nordosten an Drewer-Nord und im Südosten an die Stadtmitte. Im Süden liegt Alt-Marl und im Westen/Nordwesten Dorsten. Dort bildet die Lippe die natürliche Grenze zwischen den Kommunen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geprägt wurde der Stadtteil seit Anfang des 20. Jahrhunderts vor allem durch den Bergbau. Bis zum Jahr 1972 befand sich dort die Zeche Brassert, in deren direkter Nachbarschaft auch heute noch die Zechensiedlungen existieren. Das ehemalige Zechengelände wurde in einen Freizeitpark und ein Gewerbegebiet umgestaltet.

Zur Behebung der großen Wohnungsnot nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs und dem Zustrom von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten in den westlichen Teil Deutschlands wurden im Rahmen und mit Mitteln des Marshallplanes Anfang der 1950er Jahre in Brassert die sogenannte ECA-Siedlung gebaut.

Die Finanzierung lief zunächst über die 1948 eingerichtete US-amerikanische Economic Cooperation Administration (ECA) ab 1951 über die Mutual Security Agency (MSA). Als Vorgabe forderten die Planer, Kleinwohnungen zu einem Festpreis möglichst billig zu errichten; der soziale Wohnungsbau sollte gefördert werden. Im Jahr 1951 wurde vom Bundeswohnungsbauministerium ein ECA-Realisierungs-Wettbewerb für Architekten und Baufirmen ausgelobt. Die im Anschluss daran gebaute Siedlung trägt auch heute noch den Namen ECA-Siedlung.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die 1956/57 von Otto Bartning entworfene evangelische Erlöserkirche steht mittlerweile unter Denkmalschutz. 2015 wurde sie entwidmet.[3]
  • Margaretenplatz[4] und denkmalgeschützte Arbeitersiedlungsbauten der Zeche Brassert in der Reformarchitektur nach dem Ersten Weltkrieg

Namensgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Namensgeber des Stadtteils (sowie der dortigen Zeche) war der preußische Jurist und Berghauptmann Hermann Brassert. Außerdem wurde die Brassertstraße, die zentrale Verkehrsader des Stadtteils, zu Ehren Brasserts benannt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kindergärten: Evang. Oberlin-Kindergarten, Kath. Kindergarten St. Pius, Kath. Kindergarten St. Bonifatius, Kindergarten Kleine Wolke
  • Schulen: Grundschule Goetheschule, Grundschule August-Döhr-Schule, Grundschule Bonifatiusschule, Sonderschule Glück-auf-Schule, Jugendverkehrsschule[5]
  • Yunus-Emre Moschee
  • Einzelhandel: viele verschiedene Geschäfte des Einzelhandels haben sich im Bereich der Brassertstraße und Schillerstraße sowie rund um den Marktplatz angesiedelt. Ähnlich wie Drewer und Hüls bildet Brassert eines der Stadtteilzentren Marls

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bürgerschützenverein Marl-Brassert 1955
  • Siedlungsgemeinschaft Brassert
  • Tennisverein TV-Glück-Auf-Brassert
  • Pinscher-Schnauzer-Club Marl
  • Pétanque-Freunde Marl-Lüdinghausen
  • ECA-Siedlergemeinschaft Marl

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Marl:Die Flächengrößen der Stadtteile und statistischen Bezirke Abgerufen 25. Februar 2011
  2. Stadt Marl: Einwohnerentwicklung in den Marler Stadtteilen im ersten Halbjahr 2010 (PDF; 7,8 MB) Abgerufen 25. Februar 2011
  3. Erlöserkirche entwidmet – Beim Abschied flossen Tränen im Internetauftritt der Marler Zeitung. Abgerufen 2. Februar 2015
  4. Stadt Marl: Margaretenplatz Abgerufen 25. Februar 2011
  5. Schulen Marl, abgerufen am 25. Februar 2011