Marlies Krämer

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Maria Elisabeth „Marlies“ Krämer[1] (* 1937 in Illingen (Saar)) ist eine deutsche Kommunalpolitikerin, Frauenrechtlerin und Autorin.

Politische Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gelernte Verkäuferin Marlies Krämer interessiert und engagiert sich für feministische Themen. Insbesondere die Gleichbehandlung von Männern und Frauen in der Sprache ist ihr ein Anliegen, das sie mit Nachdruck vertritt.

Als in den 1990er-Jahren ihr Reisepass verlängert werden musste, störte sich Krämer daran, dass nur die Formulierung „Inhaber“ bei der Unterschrift vorgegeben war. Sie zog vor Gericht und erreichte, dass seit 1996 die Formulierung „Inhaber bzw. Inhaberin“ benutzt wird.[2][3]

Im Jahr 1998 initiierte sie die Umbenennung der bis dahin in Deutschland gängigen Praxis, Tiefdruckgebiete nur mit Frauennamen zu kennzeichnen und seit 1999 erhalten daher die Tiefdruckgebiete jährlich wechselnd in einem Jahr weibliche und im folgenden Jahr männliche Vornamen.[2][4][5][6]

Im Februar und März 2018 berichteten zahlreiche überregionale Medien über Krämers Verfahren (Az. VI ZR 143/17, 13. März 2018) vor dem Bundesgerichtshof, mit dem sie erreichen will, dass die Sparkasse neben dem Generischen Maskulinum wie „Kontoinhaber“ oder „Empfänger“ auch „Kontoinhaberin“ oder „Empfängerin“ verwendet.[7][8] Sie unterlag vor Gericht.[9] Die Präsidentin des Deutschen Juristinnenbundes, Maria Wersig, bedauerte die Entscheidung des BGH und erklärte, in Sachen geschlechtergerechter Sprache bleibe viel zu tun.[10] Krämer kündigte an, vor das Bundesverfassungsgericht und notfalls vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen.[9]

Ämter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marlies Krämer engagierte sich auf der kommunalpolitischen Ebene, insbesondere in der Umweltpolitik. Von 1987 bis 1994 gehörte sie als SPD-Mitglied dem Stadtrat von Sulzbach/Saar an, davon vier Jahre lang als umweltpolitische Sprecherin. 2008 trat sie aus der SPD aus und wurde Mitglied der Partei DIE LINKE, deren Ortsverbandsvorsitzende und Sprecherin für Umwelt und Kultur sie wurde.[11] Nach ihrem Rückzug von ihren politischen Ämtern nach der Kommunalwahl 2014 ernannte ihre Partei sie zur Ehrenvorsitzenden des Ortsverbandes Sulzbach.[11]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1958 heiratete Marlies Krämer; ihr Ehemann verstarb 1972. Sie ist Mutter von vier Kindern.[2]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sparkassenformular von Marlies Krämer. In: spiegel.de. 27. März 2018, abgerufen am 28. März 2018.
  2. a b c Claus Kuhn: Lieber Staub in der Wohnung als im Kopf. Nachrichtenportal SaarNews, 3. April 2016, saarnews.com, abgerufen am 24. Februar 2018.
  3. 80-Jährige kämpft gegen Sparkasse, Radiobericht auf SR3 Saarlandwelle, 20. Februar 2018, sr.de, abgerufen am 24. Februar 2018.
  4. Hochdruckgebiete von 1999, Institut für Meteorologie FU Berlin, abgerufen am 2. Mai 2018.
  5. Tiefdruckgebiete von 1999, Institut für Meteorologie FU Berlin, abgerufen am 2. Mai 2018.
  6. Namensverwirrung am Wetterhimmel, taz vom 6. Januar 1999, abgerufen am 02. Mai 2018.
  7. Entscheidung am Bundesgerichtshof: Wie Marlies Krämer gegen die Sparkassen kämpft. Süddeutsche Zeitung, sueddeutsche.de, abgerufen am 24. Februar 2018.
  8. Didem Ozan: Ums Konto kümmert sich der Mann, Die Zeit, 2. März 2018
  9. a b Marlies Krämer: Sparkassen-Kundin unterliegt im Formular-Streit. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 13. März 2018]).
  10. BGH-Entscheidung: Kundin bleibt Kunde: Klägerin unterliegt im Formularstreit. In: zeit.de. 13. März 2018, abgerufen am 21. März 2018.
  11. a b DIE LINKE. Sulzbach: Ortsverband. In: dielinke-sulzbach.de. 29. Oktober 2016, abgerufen am 24. Februar 2018.