Marloffstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marloffstein
Marloffstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marloffstein hervorgehoben

Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 4′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Uttenreuth
Höhe: 355 m ü. NHN
Fläche: 6,62 km2
Einwohner: 1561 (31. Dez. 2018)[1]
Bevölkerungsdichte: 236 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91080
Vorwahl: 09131
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 141
Gemeindegliederung: 6 Gemeindeteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Erlanger Str. 40
91080 Uttenreuth
Website: www.marloffstein.de
Bürgermeister: Eduard Walz (Freie Wähler der Höhenzugsgemeinde Marloffstein e.V.)
Lage der Gemeinde Marloffstein im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild
Marloffstein Luftaufnahme (2019)

Marloffstein (umgangssprachlich: Moʳlaschdā[2])ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf einem Höhenrücken sieben Kilometer nordöstlich von Erlangen. Wegen der Nähe zu Erlangen und der weiten Fernsicht vom Pass Marloffstein ins Regnitztal, in die Fränkische Schweiz und im Süden nach Nürnberg ist die Höhe ein beliebtes Ausflugsziel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Langensendelbach, Neunkirchen am Brand, Uttenreuth, Spardorf, Erlangen, Bubenreuth

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde hat sechs amtlich benannte Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Auf dem Gemeindegebiet befand sich die Einöde Lug ins Land. Der Gemeindeteil ist seit 1982 erloschen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1288 wurde ein „Graf Herman Celarius de Marrolstein“ (Maurolfstein) urkundlich erwähnt, was zugleich die erste Erwähnung des Ortes ist. Burg und Dorf waren anfangs Eigentum der Reichsministerialen von Gründlach und gingen nach deren Aussterben 1314/15 an die Hohenlohe-Brauneck über. Diese setzten die Familie von Strobel als Vögte ein, welche auch mit dem benachbarten Adlitz und Atzelsberg belehnt wurden und Ansitze in Spardorf und Uttenreuth hatten.[4][5][6]

Die Wunderburg bei Marloffstein war bis 1690 ein streitbergisches, danach ein stauffenbergisches Reichslehen, verliehen an nürnbergische Patrizier.[7]

Die verwaltungstechnische Zugehörigkeit des Ortes ist eng mit Schloss Marloffstein verbunden, dass zeitweise der Amtssitz der Verwaltung war.

Karte des Hochstifts Bamberg um 1700

Seit 1003 gehörte das Gebiet zum Bistum Bamberg und wurde als Hofmark verwaltet.

1341 wurde die Hofmark Marloffstein der Hofmark Neunkirchen am Brand einverleibt. Marloffstein verlor sein Hochgericht (inklusive des zugehörigen Galgens) behielt aber weiter die niedere Gerichtsbarkeit.[8]

1396, nach der Verlegung des Amtssitzes auf Schloss Schellenberg (Kleinsendelbach), wurde aus der Hofmark Neunkirchen die Hofmark Schellenberg.[8]

Nachdem Schloss Schellenberg 1632 im dreißigjährigen Krieg zerstört und danach nie wieder aufgebaut wurde, wurde das Oberamt Marloffstein und Neunkirchen kurzzeitig aus Regensberg verwaltet. Ab 1655 saß der Oberamtmann wieder in Marloffstein. Das Landgericht befand sich weiterhin in Neunkirchen.[9]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Marloffstein 34 Haushalte. Das Hochgericht übte das bambergische Centamt Neunkirchen aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte der Marloffsteiner Oberamtmann inne. Das Kastenamt Neunkirchen war alleiniger Grundherr über alle Anwesen (1 Schloss, 1 Halbhof, das Burggut, das Klebegut, 5 Güter, 24 Häuser, Gemeindehaus).[10]

1803 ging das Bistum Bamberg im Kurfürstentum Bayern (ab 1806 Königreich Bayern) auf. Aus dem Oberamt Marloffstein und Neunkirchen wurde das Landgericht Neunkirchen, das 1810 bereits wieder aufgelöst wurde.[8]

Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Marloffstein dem Steuerdistrikt und der Ruralgemeinde Mittelehrenbach zugeordnet. Mit dem Zweiten Gemeindeedikt (1818) wurde die Ruralgemeinde Marloffstein gebildet. Sie unterstand in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Gräfenberg und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Neunkirchen. 1839 wurde Marloffstein dem Landgericht und Rentamt Forchheim überwiesen. Wunderburg wurde nach 1840, jedoch vor 1861 nach Marloffstein umgemeindet. Lug ins Land wurde 1854 auf dem Gemeindegebiet gegründet. Am 1. Oktober 1857 wurde Marloffstein dem Landgericht und Rentamt Erlangen (ab 1920 Finanzamt Erlangen) überwiesen.[11] Ab 1862 wurde Marloffstein vom Bezirksamt Erlangen (1938 in Landkreis Erlangen umbenannt) verwaltet. Die Gerichtsbarkeit blieb bis 1879 beim Landgericht Erlangen, ab 1880 beim Amtsgericht Erlangen. Die Gemeinde hatte ursprünglich eine Gebietsfläche von 2,623 km².[12]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Adlitz und Atzelsberg eingegliedert.[13]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde Marloffstein

Jahr 1827 1840 1852 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1961 1970 1987 2008 2013 2017
Einwohner 250 310 314 311 336 358 366 371 358 347 344 353 361 353 366 365 404 400 549 514 492 637 1499 1623 1557 1556
Häuser[14] 52 52 57 64 80 90 421 563
Quelle [15] [16] [16] [17] [16] [18] [16] [16] [19] [16] [16] [20] [16] [16] [16] [21] [16] [16] [16] [22] [12] [23] [24] [25] [25] [25]

Gemeindeteil Marloffstein

Jahr 001827 001861 001871 001885 001900 001925 001950 001961 001970 001987
Einwohner 250 304 349 347 342 357 486 468 629 833
Häuser[14] 50 55 62 76 88 237
Quelle [15] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [12] [23] [24]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Marloffstein hat zwölf Mitglieder, dazu kommt noch der Bürgermeister.

CSU SPD Freie Wähler der Höhenzugsgemeinde Marloffstein e.V. Gesamt
2014 5 2 5 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Eduard Walz (Freie Wähler der Höhenzugsgemeinde Marloffstein e.V.).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Unter im Zinnenschnitt von Schwarz und Silber geteiltem Schildhaupt gespalten; vorne in Rot ein goldener Löwe, hinten fünfmal schräg geteilt von Schwarz und Gold.“

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind unter anderem Schloss Marloffstein, Schloss Adlitz, Schloss Atzelsberg, Schloss Rathsberg und der alte Ziehbrunnen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Marloffstein

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Staatsstraße 2242 verläuft nach Spardorf (1,25 km südwestlich) bzw. über Adlitz nach Langensendelbach (2,5 km nördlich). Die Kreisstraße ERH 7 verläuft an Atzelsberg vorbei nach Rathsberg (2,5 km westlich) bzw. nach Rosenbach (2,5 km südöstlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Ebersbach.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marloffstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 10. Juli 2019 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. D. Fastnacht, S. 196.
  3. Gemeinde Marloffstein in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 27. September 2019.
  4. Bertold Freiherr von Haller: Artikel über Marloffstein im Erlanger Stadtlexikon, [1]
  5. Bertold Freiherr von Haller: Artikel über Familie von Strobel im Erlanger Stadtlexikon, [2]
  6. Nach W.-A. v. Reitzenstein, S. 144 f., erste urkundliche Erwähnung im Jahr 1302 als „Movrolfstein“. Bestimmungswort des Ortsnamens ist der Personenname Maorolf, Morolf.
  7. www.dieter-zoeberlein.de, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie (abgerufen am 19.Oktober 2018)
  8. a b c Franz Wenceslaus Goldwitzer (Kaplan): Geschichte des Marktes Neunkirchen am Brand und des ehemaligen Klosters: mit Rücksicht auf die Pfarrei daselbst; nebst einer Topographie; in drei Abtheillungen; mit zwei und dreißig Beilagen als Versuch einer Lokal-Geschichte, Erlangen, 1814 auf books.google.de
  9. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Vom stolzen Schloss zum kleinen Dörflein. (nordbayern.de [abgerufen am 29. Oktober 2018]).
  10. I. Bog, S. 69.
  11. I. Bog, S. 121.
  12. a b c Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. Heft 260 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1964, Abschnitt II, Sp. 772 (Digitalisat).
  13. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 711.
  14. a b Es werden nur bewohnte Häuser angegeben, 1871 bis 2017 als Wohngebäude bezeichnet.
  15. a b Karl Friedrich Hohn (Hrsg.): Geographisch-statistische Beschreibung des Ober-Mainkreises. J. Dederich, Bamberg 1827, S. 125 (Digitalisat).
  16. a b c d e f g h i j k l m Historisches Gemeindeverzeichnis. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns in der Zeit von 1840 bis 1952. In: Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 192. München 1953, S. 170, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00066439-3 (Digitalisat).
  17. a b Joseph Heyberger, Chr. Schmitt, v. Wachter: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. In: K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Bavaria. Landes- und Volkskunde des Königreichs Bayern. Band 5. Literarisch-artistische Anstalt der J. G. Cotta’schen Buchhandlung, München 1867, Sp. 1016, urn:nbn:de:bvb:12-bsb10374496-4 (Digitalisat).
  18. a b kgl. Statistisches Bureau (Hrsg.): Vollständiges Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Kreisen, Verwaltungsdistrikten, Gerichts-Sprengeln und Gemeinden unter Beifügung der Pfarrei-, Schul- und Postzugehörigkeit … mit einem alphabetischen General-Ortsregister enthaltend die Bevölkerung nach dem Ergebnisse der Volkszählung vom 1. Dezember 1875. München 1877, 2. Abschnitt (Einwohnerzahlen von 1871), Sp. 1182, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00052489-4 (Digitalisat).
  19. a b Karl von Rasp: Ortschaften-Verzeichniss des Königreichs Bayern. Nach Regierungsbezirken, Verwaltungsdistrikten, … sodann mit einem alphabetischen Ortsregister unter Beifügung der Eigenschaft und des zuständigen Verwaltungsdistriktes für jede Ortschaft. LIV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. Hrsg.: K. Bayer. Statistisches Bureau. München 1888, Abschnitt III, Sp. 1113 (Digitalisat).
  20. a b K. Bayer. Statistisches Bureau (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis des Königreichs Bayern, mit alphabetischem Ortsregister. LXV. Heft der Beiträge zur Statistik des Königreichs Bayern. München 1904, Abschnitt II, Sp. 1180 (Digitalisat).
  21. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Ortschaften-Verzeichnis für den Freistaat Bayern nach der Volkszählung vom 16. Juni 1925 und dem Gebietsstand vom 1. Januar 1928. Heft 109 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1928, Abschnitt II, Sp. 1218 (Digitalisat).
  22. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern – Bearbeitet auf Grund der Volkszählung vom 13. September 1950. Heft 169 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1952, Abschnitt II, Sp. 1051 (Digitalisat).
  23. a b Bayerisches Statistisches Landesamt (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern. Heft 335 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München 1973, S. 173 (Digitalisat).
  24. a b Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand: 25. Mai 1987. Heft 450 der Beiträge zur Statistik Bayerns. München November 1991, S. 335 (Digitalisat).
  25. a b c LfStat: Marloffstein: Amtliche Statistik. In: statistik.bayern.de. S. 6 und 12, abgerufen am 5. November 2019.
  26. Offizielle Webseite von Elke Sommer; abgerufen am 20. September 2018