Marloffstein

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marloffstein
Marloffstein
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marloffstein hervorgehoben
Koordinaten: 49° 37′ N, 11° 4′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Mittelfranken
Landkreis: Erlangen-Höchstadt
Verwaltungs­gemeinschaft: Uttenreuth
Höhe: 355 m ü. NHN
Fläche: 6,62 km2
Einwohner: 1556 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner je km2
Postleitzahl: 91080
Vorwahl: 09131
Kfz-Kennzeichen: ERH, HÖS
Gemeindeschlüssel: 09 5 72 141
Gemeindegliederung: 6 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Erlanger Str. 40
91080 Uttenreuth
Website: www.marloffstein.de
Bürgermeister: Eduard Walz (Freie Wähler der Höhenzugsgemeinde Marloffstein e.V.)
Lage der Gemeinde Marloffstein im Landkreis Erlangen-Höchstadt
Birkach (gemeindefreies Gebiet)Neunhofer ForstMark (gemeindefreies Gebiet)Kraftshofer ForstKalchreuther ForstGeschaidtForst TennenloheErlenstegener ForstBuckenhofer ForstNürnbergNürnbergLandkreis Nürnberger LandFürthLandkreis Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLandkreis FürthErlangenLandkreis AnsbachLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis ForchheimBuckenhofAurachtalEckentalHeroldsbergKalchreuthLonnerstadtMöhrendorfMühlhausen (Mittelfranken)Oberreichenbach (Mittelfranken)SpardorfUttenreuthVestenbergsgreuthWeisendorfWachenrothRöttenbach (bei Erlangen)MarloffsteinHöchstadt an der AischHeßdorfHerzogenaurachHemhofenGroßenseebachGremsdorfBubenreuthBaiersdorfAdelsdorfDormitzer ForstKarte
Über dieses Bild

Marloffstein ist eine Gemeinde im mittelfränkischen Landkreis Erlangen-Höchstadt und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Uttenreuth.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt auf einem Höhenrücken sieben Kilometer nordöstlich von Erlangen. Wegen der Nähe zu Erlangen und der weiten Fernsicht vom Pass Marloffstein ins Regnitztal, in die Fränkische Schweiz und im Süden nach Nürnberg ist die Höhe ein beliebtes Ausflugsziel.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind (im Norden beginnend im Uhrzeigersinn):

Langensendelbach, Neunkirchen am Brand, Uttenreuth, Spardorf, Erlangen, Bubenreuth

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marloffstein besteht aus sechs Ortsteilen[2]:

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1288 wurde ein „Graf Herman Celarius de Marrolstein“ (Maurolfstein[3][4]) urkundlich erwähnt. Burg und Dorf waren anfangs Eigentum der Reichsministerialen von Gründlach und gingen nach deren Aussterben 1314/15 an die Hohenlohe-Brauneck über. Diese setzten die Familie von Strobel als Vögte ein, welche auch mit dem benachbarten Adlitz und Atzelsberg belehnt wurden und Ansitze in Spardorf und Uttenreuth hatten.[3][5]

Die Wunderburg bei Marloffstein war bis 1690 ein streitbergisches, danach ein stauffenbergisches Reichslehen, verliehen an nürnbergische Patrizier.[6]

Entwicklung der territorialen Verwaltungszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die verwaltungstechnische Zugehörigkeit des Ortes ist eng mit Schloss Marloffstein verbunden, dass zeitweise der Amtssitz der Verwaltung war.

Karte des Hochstifts Bamberg um 1700
  • Seit 1003 gehörte das Gebiet zum Bistum Bamberg und wurde als Hofmark verwaltet.
  • 1341[7] wurde die Hofmark Marloffstein der Hofmark Neunkirchen am Brand einverleibt. Marloffstein verlor sein Hochgericht (inklusive des zugehörigen Galgens) behielt aber weiter die niedere Gerichtsbarkeit.
  • 1396[7], nach der Verlegung des Amtssitzes auf Schloss Schellenberg (Kleinsendelbach), wurde aus der Hofmark Neunkirchen die Hofmark Schellenberg.
  • Nachdem Schloss Schellenberg 1632[8], im dreißigjährigen Krieg, zerstört und danach nie wieder aufgebaut wurde, wurde das Oberamt Marloffstein und Neunkirchen kurzzeitig aus Regensberg verwaltet. Ab 1655 saß der Oberamtmann wieder in Marloffstein. Das Landgericht befand sich weiterhin in Neunkirchen.
  • 1803 ging das Bistum Bamberg im Bayrischen Königreich auf. Aus dem Oberamt Marloffstein und Neunkirchen wurde das Landgericht (älterer Ordnung) Neunkirchen.[7]
  • 1810[7] wurde das Landgericht Neunkirchen zwischen Forchheim und Gräfenberg aufgeteilt, Marloffstein gelangte zum Landgericht Forchheim.
  • 1858[3] kam Marloffstein vom oberfränkischen Landgericht Forchheim zum mittelfränkischen Landgericht Erlangen.
  • 1862 wurden Verwaltungsbehörde und Justizorgane getrennt, aus dem Landgericht älterer Ordnung wurde das Bezirksamt Erlangen.
  • 1939, im Zuge der Vereinheitlichung der Benennung mit dem Rest des Deutschen Reiches, wurde daraus der Landkreis Erlangen.
  • 1972, nach der Auflösung des Landkreises Erlangen, gelangte Marloffstein zum Landkreis Erlangen-Höchstadt.

Am 1. Mai 1978 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Adlitz und Atzelsberg eingegliedert.[9] Das ehemalige[10] Ortsteil Lug ins Land (Einöde) war zu dieser Zeit schon der Tongrube gewichen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Marloffstein hat zwölf Mitglieder, dazu kommt noch der Bürgermeister.

CSU SPD Freie Wähler der Höhenzugsgemeinde Marloffstein e.V. Gesamt
2014 5 2 5 12 Sitze

(Stand: Kommunalwahl am 16. März 2014)

Bürgermeister ist seit dem 1. Mai 2014 Eduard Walz (Freie Wähler der Höhenzugsgemeinde Marloffstein e.V.).

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: „Unter im Zinnenschnitt von Schwarz und Silber geteiltem Schildhaupt gespalten; vorne in Rot ein goldener Löwe, hinten fünfmal schräg geteilt von Schwarz und Gold.“

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswert sind unter anderem Schloss Marloffstein, Schloss Adlitz, Schloss Atzelsberg, Schloss Rathsberg und der alte Ziehbrunnen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TSV Marloffstein

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 13. September 2018 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online: Eintrag Marloffstein; erneut abgerufen am 20. September 2018
  3. a b c Bertold Freiherr von Haller: Artikel über Marloffstein im Erlanger Stadtlexikon, [1]
  4. Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Band 3, 1801
  5. Bertold Freiherr von Haller: Artikel über Familie von Strobel im Erlanger Stadtlexikon, [2]
  6. www.dieter-zoeberlein.de, Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie (abgerufen am 19.Oktober 2018)
  7. a b c d Franz Wenceslaus Goldwitzer (Kaplan): Geschichte des Marktes Neunkirchen am Brand und des ehemaligen Klosters: mit Rücksicht auf die Pfarrei daselbst; nebst einer Topographie; in drei Abtheillungen; mit zwei und dreißig Beilagen als Versuch einer Lokal-Geschichte, Erlangen, 1814 auf books.google.de
  8. nordbayern.de, Nürnberg, Germany: Vom stolzen Schloss zum kleinen Dörflein. (nordbayern.de [abgerufen am 29. Oktober 2018]).
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 711.
  10. Amtliches Ortsverzeichnis für Bayern, Gebietsstand am 1. Oktober 1964 mit statistischen Angaben aus d. Volkszählung 1961, Seite 772, München, 1964[3]
  11. Offizielle Webseite von Elke Sommer; abgerufen am 20. September 2018

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Manfred Mayer: Marloffstein 1288–1988. Geschichte, Aufzeichnungen, Erzählungen. Druckhaus und Verlag Mayer, Erlangen, 1988, 319 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marloffstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien