Marmaris

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Marmaris
Wappen fehlt
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Marmaris (Türkei)
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Muğla location Marmaris.svg
Lage von Marmaris in der Provinz
Basisdaten
Provinz (il): Muğla
Koordinaten: 36° 51′ N, 28° 16′ OKoordinaten: 36° 51′ 23″ N, 28° 16′ 16″ O
Fläche: 906 km²
Einwohner: 95.851[1] (2020)
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Telefonvorwahl: (+90) 252
Postleitzahl: 48 700
Kfz-Kennzeichen: 48
Struktur und Verwaltung (Stand: 2021)
Gliederung: 25 Mahalle
Bürgermeister: Mehmet Oktay (CHP)
Postanschrift: Kemeraltı Mah.
95. Sk. No:1
48700 Marmaris/Muğla
Website:
Landkreis Marmaris
Einwohner: 95.851[1] (2020)
Fläche: 906 km²
Bevölkerungsdichte: 106 Einwohner je km²
Kaymakam: Ertuğ Şevket Aksoy
Website (Kaymakam):
Vorlage:Infobox Ort in der Türkei/Wartung/Landkreis
Nach dem Erdbeben von 1958 neu erbauter überdachter Basar in Marmaris

Marmaris ist eine Stadtgemeinde (Belediye) im gleichnamigen Ilçe (Landkreis) der Provinz Muğla in der türkischen Ägäisregion und gleichzeitig ein Stadtbezirk der 2012 gebildeten Büyükşehir belediyesi Muğla (Großstadtgemeinde/Metropolprovinz). Seit der Gebietsreform ab 2013 ist die Gemeinde flächen- und einwohnermäßig identisch mit dem Landkreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marmaris liegt an der türkischen Ägäis auf der Halbinsel Bozburun. Im Norden der Stadt befindet sich der Golf von Gökova, im Süden das Mittelmeer. Westlich des Ortes liegt die Datça-Halbinsel, die gleichzeitig einen Kreis/Stadtbezirk bildet. Im Osten liegt der Kreis Köyceğiz mit dem gleichnamigen See, im Nordosten der Kreis Ula. In der weiteren Umgebung befinden sich Touristenzentren wie z. B. Bodrum oder Fethiye. Acht Kilometer westlich von Marmaris liegt İçmeler, ursprünglich ein kleiner Ort, der sich im Laufe der letzten 20 Jahre zu einer "Bettenburg" entwickelte. Die gesamte Strandlinie ist mit Hotels bebaut. Es gibt eine Bootsverbindung nach Turunç und gute Verkehrsverbindungen nach Marmaris mit dem Dolmuş.

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis (bzw. Kaza als Vorläufer) bestand schon vor Gründung der Türkischen Republik. Zur ersten Volkszählung im Oktober 1927 wurden 11.477 Einwohner in 24 Dörfern auf 1.450 km² Fläche ermittelt, davon 2.066 im Verwaltungssitz Mermeris (damalige, an das französisch angelehnte Schreibweise).[2]

(Bis) Ende 2012 bestand der Landkreis neben der Kreisstadt aus fünf Stadtgemeinden (Belediye: Armutalan, Beldibi, Bozburun, İçmeler und Turunç) sowie 13 Dörfern (Köy) in zwei Bucaks, die während der Verwaltungsreform 2013/2014 in Mahalle (Stadtviertel/Ortsteile) umgewandelt wurden. Die sieben vorhandenen Mahalle der Kreisstadt blieben unverändert erhalten, während die 14 Mahalle der fünf o. g. anderen Belediye vereint und zu je einem Mahalle verschmolzen. Durch Herabstufung dieser Belediye und der Dörfer zu Mahalle stieg deren Zahl auf 25 an. Ihnen steht ein Muhtar als oberster Beamter vor.

Ende 2020 lebten durchschnittlich 3.834 Menschen in jedem Mahalle, Armutalan Mah. (22.805) und Beldibi Mah. (11.139 Einw.) sind die beiden bevölkerungsreichsten davon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das genaue Gründungsdatum von Marmaris ist nicht bekannt. Erste Quellen stammen aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. und nennen die Stadt bei ihrem antiken Namen Physkos. Die erste Ansiedlung geht auf die Karer zurück. Die Karer kamen nach den Schriften des Historikers Herodot von Kreta. Sie siedelten sich hier im Gebiet der heutigen Provinz Muğla an und nutzten den natürlichen Hafen als Marinebasis für ihre Überfälle auf die Phönizier auf Rhodos und die anderen Inseln im Ägäischen Meer. Im Jahre 138 v. Chr. trat Attalos III., König von Pergamon (Bergama), Physkos an Rom ab. Die Stadt unterstand fortan den römischen Generälen auf Rhodos. 1425 wurde sie vom Osmanischen Reich vereinnahmt. Für einen geplanten Rhodos-Feldzug wurde 1522 die Burg gebaut.

Nach einer örtlichen Legende bedeutet der Name der Stadt Vier erhängte Architekten. Er rührt aus der Entstehungsgeschichte der prägenden Burg her. Der damalige Sultan Süleyman der Prächtige befahl 1522, nach seinem Sieg über Rhodos, seinen vier Architekten eine Burg zu bauen, die man selbst noch in Rhodos sehen könnte. Es entstand eine relativ kleine Burg, was den Sultan dermaßen erboste, dass er bei der Rückkehr von einer Expedition nach Rhodos beim Anblick des Kastells „Mimar äs!“ ausgerufen haben soll, was so viel heißt wie „hängt die Architekten auf“! Es gibt hierfür aber keine verbriefte Quelle.

Im Jahre 1958 wurde Marmaris durch ein Erdbeben fast völlig zerstört. Als eines der wenigen historischen Gebäude wurde die Festungsanlage Marmaris Kalesi kaum beschädigt. Um das mittelalterliche Kastell gruppieren sich in engen Gassen die Fachwerkhäuser der Altstadt. Diese stehen alle unter Denkmalschutz.

Im Jahre 2009 war Marmaris Etappenziel für die Radrennfahrer der Türkei-Rundfahrt.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Strandpromenade ist rund elf Kilometer lang und dicht bebaut. Der Strand ist zehn bis 15 Meter breit und besteht aus feinen bis groben Kieseln. Die am Wasser liegenden Hotels und Restaurants haben den Strand vollständig mit Sonnenliegen und Sonnenschirmen bestückt, die meistens kostenlos an Gäste vergeben werden, in der Hoffnung, Getränke und Speisen verkaufen zu können. Abends haben viele Gaststätten geöffnet.

Der Ort bietet eine große Anzahl an Freizeitaktivitäten, wie z. B. der Besuch eines türkischen Hamams, der Besuch der Burg, Shopping, Tauchen, Segeln, Fischen, Quad- und Jeepfahren, Reiten. Im Umland gibt es einige archäologische Zeugnisse zu sehen, wie z. B. Amos und Knidos. Lokale Reiseveranstalter bieten Tagesausflüge nach Ephesus, Pamukkale, Rhodos, und an den Turtle Beach an.

Fotografische Impressionen aus Marmaris[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund seiner Lage an der sogenannten „türkischen Ägäis“ ist Marmaris ein bedeutsames Touristenziel. Die Stadt liegt an einer großen, geschützten Bucht, die als natürlicher Hafen für die Berufs- und Freizeitschifffahrt dient. Im Verkehrshafen legen u. a. große Kreuzfahrtschiffe wie die AIDA-Cruises-Flotte und die Schiffe der Carnival Cruise Lines an. Es gibt zwei große und mehrere kleine Marinas. Hunderte von Skippern überwintern hier jährlich. Der Yachthafen ist mit über 600 Liegeplätzen der größte in der türkischen Ägäis. Ab Marmaris verkehren Fähren zur griechischen Insel Rhodos.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Marmaris – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Marmaris – Reiseführer

Quelle und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Marmaris Nüfusu, Muğla, abgerufen am 31. Mai 2021
  2. Population de la Turquie 1927; PDF-Datei S. 22
  3. archivlink: Дзержинский – О городе (Memento vom 18. Juli 2011 im Internet Archive) (russ.)
  4. Мой Город - Дзержинский (russ.)