Marneuli

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Marneuli
მარნეული
Staat: GeorgienGeorgien Georgien
Region: Niederkartlien
Munizipalität: Marneuli
Koordinaten: 41° 28′ N, 44° 49′ OKoordinaten: 41° 28′ N, 44° 49′ O
 
Einwohner: 20.211 (2014)
 
Zeitzone: Georgian Time (UTC+4)
Telefonvorwahl: (+995) 257
Postleitzahl: 3000
 
Gemeindeart: Stadt
Marneuli (Georgien)
Marneuli
Marneuli

Marneuli (georgisch მარნეული) ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Munizipalität in der Region Niederkartlien im südöstlichen Georgien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt nahe der Grenze zu Aserbaidschan und Armenien. Sie hat 20.211 Einwohner (Stand 2014) und wird mehrheitlich von Angehörigen der Turkvölker bewohnt: Aserbaidschaner und Karapapaken (auch Terekeme genannt) stellen 83,1 % der Bevölkerung. Die aserbaidschanische Minderheit setzt sich – im Gegensatz zu vielen Armeniern in Dschawachetien – nicht für eine Sezession von Georgien ein. Die aserbaidschanische Regierung sowie nationalistische Kräfte in Aserbaidschan stellen die territoriale Integrität Georgiens nicht in Frage.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1736 war Marneuli Hauptstadt des Sultanats Bortschali. Bis 1947 trug die Stadt selbst den Namen Bortschali. Er stammt aus der aserbaidschanischen Sprache und war zugleich der Name einer umliegenden historischen Landschaft, die die heutigen Munizipalitäten Marneuli, Gardabani und Bolnissi umfasste.

Die georgische Luftwaffe betreibt nahe Marneuli den Militärflugplatz Tiflis Marneuli. Im Kaukasus-Konflikt 2008 war der Flughafen das Ziel russischer Luftangriffe. Am 8. August wurden dabei vier Menschen getötet und fünf verletzt.[2]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die stärkste Konfession in der Stadt ist die islamische Schia. Unter der Herrschaft der persischen Safawiden war sie in Marneuli Staatsreligion. Das religiöse Zentrum der Stadt ist heute die Ahli-Beyt-Stiftung, die von einem iranischen Geistlichen, einem Mudschahed, geführt wird. Neben der Lehre heiliger Texte bietet die Stiftung auch Englisch-, Informatik- und Georgischkurse an.[3]

Im Mai 2016 wohnte Ajatollah Sayyid Jawad Sahrestani, der Iran-Vertreter von Ali as-Sistani, der Eröffnung einer neuen Moschee sowie eines Krankenhauses in Marneuli bei.[4]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt besitzt einen Bahnhof an der Strecke Tiflis–Jerewan. Eine ehemals von hier abzweigende Strecke nach Kasreti ist stillgelegt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uwe Halbach: Ethnische Vielfalt in Georgien, in: Bernd Schröder (Hg.): Georgien: Gesellschaft und Religion an der Schwelle Europas, St. Ingbert 2005, S. 28. Google-Books-Seite hier..
  2. Associated Press: Georgia says Russian aircraft bombed its air bases, 8. August 2008
  3. Bayram Balci: Gibt es Platz für den Islam im christlichen Georgien von Michail Saakaschwili?, 18. August 2005
  4. Devi Dumbadze: Iran Builds Soft Power in Georgia to Foster Tighter Nexus With Russia, jamestown.org 29.03.2017.