Marnitz

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marnitz
Marnitz
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marnitz hervorgehoben
Koordinaten: 53° 19′ N, 11° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Ludwigslust-Parchim
Amt: Eldenburg Lübz
Höhe: 85 m ü. NHN
Fläche: 31,11 km2
Einwohner: 763 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 25 Einwohner je km2
Postleitzahl: 19376
Vorwahl: 038729
Kfz-Kennzeichen: LUP, HGN, LBZ, LWL, PCH, STB
Gemeindeschlüssel: 13 0 76 095
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Ringstraße 1
19376 Marnitz
(Außenstelle)
Webpräsenz: www.gemeinde-marnitz.de
Bürgermeister: Hans-Jürgen Buchholz
Lage der Gemeinde Marnitz im Landkreis Ludwigslust-Parchim
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Marnitz ist eine Gemeinde im Südosten des Landkreises Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Sie wird vom Amt Eldenburg Lübz mit Sitz in der Stadt Lübz verwaltet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt etwa 15 Kilometer südöstlich von Parchim. Im waldreichen Süden der Gemeinde liegen die Ruhner Berge, welche mit bis zu 176,8 m ü. NHN die zweithöchste Erhebung in Mecklenburg-Vorpommern darstellen. Hier entspringt die Mooster, die das Gemeindegebiet mit einem östlichen Bogen nordwärts durchfließt. In ihr mündet der an der westlichen Gemeindegrenze verlaufende Mühlenbach. Im Nordosten befindet sich der Treptowsee im Waldgebiet Pankower Tannen.

Die Höhe von Marnitz über dem Meeresspiegel fällt von den Ruhner Bergen nach Nordosten auf etwa 55 Meter ab.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Jarchow, Leppin, Marnitz und Mooster.[2]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klimadiagramm für Marnitz

Marnitz liegt im Klimagebiet des maritim beeinflussten Binnentieflandes. Die mittlere Temperatur der Jahre 1960 bis 1990 betrug 8,2 °C. In dieser Zeit fielen durchschnittlich 661 mm Niederschlag je m² und Jahr. Das Temperatur-Jahresmittel für 2006 lag 1,6 °C über dem langjährigen Mittel.[3] Seit 1951 gemessene Extremwerte für Marnitz sind 36,5 °C im August 1994 und -24,7 °C Dezember 1969.[4]

Wetterstation Marnitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wetterstation Marnitz

1864 gründete der ortsansässige Lehrer C.H. Tarnke eine der ältesten Wetterstationen Mecklenburgs in Marnitz. Interesse an der Beobachtung des Wettergeschehens gab es im Ort durch die Tatsache, dass durch die geografische Lage an den nördlichen Ausläufern der Ruhner Berge, Gewitter nur selten über der Ortschaft hereinbrechen, sondern durch die Erhebungen aufgefangen zu werden scheinen. Zudem ist durch die Höhenlage das Wetter in Marnitz rauer als im restlichen Land. Die regelmäßigen Wetterbeobachtungen notierte Tarnke und leitete sie damals noch an das „Großherzogliche Statistische Büro Schwerin“ und das „Preußische Meteorologische Institut“ in Berlin weiter, wo die Daten ausgewertet und veröffentlicht wurden.

Seit Entstehung der Station wurde der Standort mehrfach verlegt und befindet sich seit 1946 in der Bahnhofsstraße. Seit Einführung teilweise automatisierter Messwerterfassungen 1975 wurden stündlich Messwerte ermittelt. Seit 1999 ist die jetzt vom Deutschen Wetterdienst betriebene Wetterstation mit einem Intranetanschluss ausgestattet, über den die im 10-Minuten-Takt erfassten Daten stündlich ins Datennetz übertragen werden. Vor dem Gebäude der Wetterstation ist ein Schaukasten aufgestellt, der Interessierten aktuelle Wetterdaten sowie Statistiken zeigt. Messinstrumente sind auf dem Hinterhof zu sehen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1275 wurde Marnitz als Merniz erstmals urkundlich erwähnt. Herzog Albrecht erwarb 1358 Burg und Land Marnitz. Die Gegend wurde somit mecklenburgisch. 1373 musste der Herzog Marnitz an seine Ritter von Plessen verpfänden, weil er die Kriegskosten an sie nicht zahlen konnte. Im Jahr 1492 wird erstmals Damoster, eine heutige Wüstung nahe Marnitz, erwähnt. Ab 1505 gehörte Marnitz dem Adelsgeschlecht Bülow. Im Jahr 1627 wurde Marnitz wieder herzoglich. Von 1731 bis 1788 wurde die Gegend an Preußen verpfändet und von diesen besetzt gehalten. Im Jahr 1920 wurde Marnitz dem Kreis Parchim zugewiesen. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Gründung der DDR gehörte Marnitz erst zum Land Mecklenburg und dann zum Bezirk Schwerin. 1959 wurde die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) gegründet. 1982 wurde der im Gemeindegebiet liegende Ort Ruhn am Südhang des Ruhner Bergs aufgegeben und abgerissen. Seit der Wende 1990 gehört Marnitz zum Land Mecklenburg-Vorpommern und ab dem 1. Juli 2004 zum Amt Eldenburg Lübz.

Der Name stammt vom altslawischen mirŭ für Frieden ab und bedeutet so der friedliche Ort oder deutet auf den Lokator Miron hin, also Ort des Miron.[5]

Jarchow wurde erstmals im Jahr 1323 als Gargowe urkundlich erwähnt. Der Name stammt vom altslawischen grahŭ für Erbse, der Name bedeutet also Erbsenort.[6]

Leppin wurde im Jahr 1604, (Leppinische Glashütte) erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort dürfte aber wesentlich älter sein. Der Ort bekam seinen Namen vom slawischen Lokator Lêpa von lêpŭ (Der Schöne), also Ort des, der Lêpa.[7]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche "St. Georg" zu Marnitz

Das Wappen wurde am 14. April 2000 durch das Innenministerium genehmigt und unter der Nr. 206 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold über blauem Schildfuß, darin fünf (3 : 2) goldene Kugeln, ein schreitender, den linken Vorderfuß anhebender schwarzer Stier.“[8]

Das Wappen wurde von dem Schweriner Heraldiker Karl-Heinz Steinbruch gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge der Gemeinde Marnitz

Die Flagge der Gemeinde ist gleichmäßig längstgestreift von Blau und Gold (Gelb). In der Mitte des Flaggentuches liegt, auf jeweils zwei Drittel der Höhe des blauen und des goldenen (gelben) Streifen übergreifend, das Gemeindewappen. Die Länge des Fahnentuches verhält sich zur Höhe wie 5:3.[8]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch Liste der Baudenkmale in Marnitz

  • Kirche in Marnitz von 1782
  • Ruhner Aussichtsturm; 32 Meter hoch
  • Todesmarsch-Gedenktafel von 1976 an der Ecke Grabower/Parchimer Straße für die Opfer des KZ Sachsenhausen, die von der SS ermordet wurden
  • 40 Meter hohe Eiche im Ruhner Wald mit einem Stammdurchmesser von 5,21 Meter
  • Landschaftsschutzgebiet Mooster
  • In Leppin: „Die Uhr, die um die Ecke geht“, eine Uhr mit winkligem Zifferblatt.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 321, von der in Marnitz eine Verbindungsstraße nach Grabow abzweigt. Durch das Gemeindegebiet führt die Bundesautobahn 24, welche über den Anschluss Suckow erreichbar ist.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Amt M-V – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden 2016 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. § 2 der Hauptsatzung (PDF; 20 kB) der Gemeinde
  3. Jahresübersicht 2006 der Wetterstation Marnitz (Memento vom 9. Oktober 2007 im Internet Archive)
  4. a b Amt Eldenburg Lübz - Wetterstation Marnitz (Memento vom 8. Februar 2009 im Internet Archive)
  5. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 91.
  6. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 61.
  7. Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, ISSN 0259-7772, S. 3–168, hier S. 83.
  8. a b § 1 der Hauptsatzung (PDF; 20 kB) der Gemeinde