Marokko (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Marokko
Originaltitel Morocco
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1930
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Josef von Sternberg
Drehbuch Jules Furthman
Produktion Hector Turnbull
Musik Karl Hajos
Kamera Lee Garmes
Lucien Ballard (Assistenz)
Schnitt Sam Winston
Besetzung

Marokko ist ein US-amerikanisches Liebesdrama von Regisseur Josef von Sternberg aus dem Jahre 1930 mit Gary Cooper, Marlene Dietrich und Adolphe Menjou in den Hauptrollen.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Amy Jolly kommt als junge Nachtclubsängerin in Marokko an. Der reiche Gentleman La Bessiere hat bereits auf der Überfahrt ein Auge auf sie geworfen und bietet seine Hilfe an, die sie aber ablehnt. Sie kann sich ein Engagement ergattern und wird vom Publikum stürmisch gefeiert.

Sie lernt den Fremdenlegionär Tom Brown kennen. Als sein Adjutant ihn der Untreue mit seiner Frau verdächtigt, kann Amy die Situation vorerst entschärfen. Tom verspricht, für sie aus der Fremdenlegion zu desertieren und mit ihr wegzugehen, verlässt sie aber und geht an die Front. Enttäuscht nimmt sie den Heiratsantrag von La Bessiere an.

Am Abend der Verlobungsfeier kehrt die Truppe ohne Tom zurück und Amy muss annehmen, dass er verletzt ist. Sie verlässt überstürzt die Feier (mit La Bessiere, der sie aus Liebe begleitet), um Tom am weit entfernten Truppenstandort verzweifelt zu suchen. Sie findet ihn schließlich unverletzt in einer Kneipe mit einer anderen Frau. Tom versucht Amy zu überzeugen, dass er sie nicht liebt. Sie findet heraus, dass dies nicht stimmt, und als die Legionäre mit ihren Frauen abziehen, verlässt sie La Bessiere und folgt Tom in die Wüste nach.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der brillant inszenierte, denkwürdig besetzte Film lebt von der suggestiven Atmosphäre großer Gefühle, deren Wirkung in zahlreichen raffinierten Details sichtbar wird.“

Lexikon des internationalen Films[1]

„Der Film lebt weniger von seiner etwas klischeehaften und larmoyanten Handlung als vielmehr von der Atmosphäre einer großen Leidenschaft, eines unbedingten Gefühls, die Sternberg suggestiv beschwört. Zum echten Höhepunkt wird die Schlußszene, als Amy den abmarschierenden Fremdenlegionären folgt und neben anderen Frauen mühsam durch den Wüstensand stapft.“

– Reclams Filmführer[2]

„Mit der verführerischen Bildkraft eines Stummfilms setzt Sternberg seine ars combinatoria in Szene. Er erfindet Marlene neu; das Problem sei gewesen, schreibt er, „die kleine deutsche Hausfrau“ in eine Kabarettsängerin mit laszivem touch zu verwandeln. Frack und Zylinder werden zu Ingredienzien des Weiblichen, wenn sie eine der Frauen im Vorbeigehen küsst. Selbst in den Augenblicken größter Hingabe - Augenaufschlag, Verschattung des Blicks, leichte Wendung des Kopfes, das wie achtlose Abstreifen eines Negligés - bleibt ein zitternder Hauch von Selbstironie bestehen.“

Hanns Zischler[3]

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drehbuch von Jules Furthman basierte auf dem Roman Amy Jolly, die Frau aus Marrakesch von Benno Vigny.

Regisseur Josef von Sternberg arbeitete nach Der blaue Engel erneut mit Marlene Dietrich zusammen, die für ihren ersten englischsprachigen Film gleich eine Oscar-Nominierung als beste Hauptdarstellerin erhielt. Zu reden gab die Szene, in der sie als Mann gekleidet eine andere Frau küsste. Der Kuss wurde mit der Annahme einer Rose begründet, die sie dann an Gary Cooper weiterreichte. Die Zensoren waren mit dieser Argumentation zufrieden.

Der Film der Paramount gelangte 1931 als Herzen in Flammen in die deutschen Lichtspieltheater und wurde 1935 verboten. In der 1981 als Marokko ausgestrahlten Fernsehfassung bekam Gary Cooper die Stimme von Gerhard Garbers und Marlene Dietrich diejenige von Karin Eickelbaum.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Homer Dickens: Gary Cooper und seine Filme (= Ein Goldmann-Taschenbuch. 10218 Goldmann Magnum. Citadel-Filmbücher). Herausgegeben von Joe Hembus. Übersetzt und bearbeitet von Robert Fischer. Goldmann, München 1982, ISBN 3-442-10218-9.
  • Norbert Grob: Marokko / Herz in Flammen / Morocco. In: Thomas Koebner (Hrsg.): Filmklassiker. Beschreibungen und Kommentare = Reclam-Filmklassiker. Band 1: 1913–1945. 5. überarbeitete und erweiterte Auflage. Reclam junior, Stuttgart 2006, ISBN 3-15-030033-9, S. 246–251.
  • Donald Spoto: Marlene Dietrich. Die große Biographie. Heyne Verlag GmbH & Co. KG, München 1992, ISBN 3-453-05922-0.
  • Benno Vigny: Marokko. Amy Jolly, die Frau aus Marrakesch. Roman. Kittler u. a., Leipzig u. a. 1931.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Marokko im Lexikon des internationalen Films
  2. Reclams Filmführer, 2.A. 1973, ISBN 3-15-010205-7
  3. Anmerkungen zum Film im Klappentext in der Ausgabe der Süddeutsche Zeitung Cinemathek