Maroldsweisach

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Maroldsweisach
Maroldsweisach
Deutschlandkarte, Position des Marktes Maroldsweisach hervorgehoben

Koordinaten: 50° 12′ N, 10° 40′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Unterfranken
Landkreis: Haßberge
Höhe: 334 m ü. NHN
Fläche: 71,87 km2
Einwohner: 3235 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 45 Einwohner je km2
Postleitzahl: 96126
Vorwahl: 09532
Kfz-Kennzeichen: HAS, EBN, GEO, HOH
Gemeindeschlüssel: 09 6 74 171
Marktgliederung: 28 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Hauptstr. 24
96126 Maroldsweisach
Website: www.maroldsweisach.de
Bürgermeister: Wolfram Thein (SPD)
Lage des Marktes Maroldsweisach im Landkreis Haßberge
ErmershausenMaroldsweisachPfarrweisachUntermerzbachBundorfEbernRentweinsdorfBurgpreppachAidhausenRiedbachHofheim in UnterfrankenKirchlauterBreitbrunn (Unterfranken)EbelsbachStettfeldEltmannOberaurachKönigsberg in BayernGädheimHaßfurtZeil am MainSand am MainTheresWonfurtRauhenebrachKnetzgauThüringenThüringenLandkreis CoburgLandkreis LichtenfelsBambergLandkreis BambergLandkreis BambergLandkreis Rhön-GrabfeldLandkreis Bad KissingenLandkreis SchweinfurtKarte
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Maroldsweisach ist ein Markt im unterfränkischen Landkreis Haßberge in Bayern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt in der Region Main-Rhön am Rand des Naturparks Haßberge am Fuß des Zeilberges.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 17 Gemeindeteile (in Klammern Einwohnerzahl, Stand 31. Dezember 2008):[2]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind, von Norden beginnend im Uhrzeigersinn: Schweickershausen, Heldburg (Thüringen) Seßlach (Oberfranken), Pfarrweisach, Burgpreppach, Hofheim in Unterfranken, Bundorf, Sulzdorf an der Lederhecke und Ermershausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Hinweis auf den Ort war in einer Urkunde aus dem Jahre 1118, nach der ein Bamberger Domherr Qudalrich sein Landgut „Wisaha“ mit allem Zubehör dem Kloster Michelsberg zu Bamberg schenkte. In einem Lehensbuch der Jahre 1303 bis 1313 taucht die Bezeichnung „Maroldswisach“ erstmals auf. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts begann die Dorfherrschaft der Herren von Stein zu Altenstein. Maroldsweisach war danach ab 1768 der Sitz des gleichnamigen Rittergutes der Freiherren von Horneck von Weinheim, das 1806 im Großherzogtum Würzburg des Erzherzog Ferdinand von Toskana mediatisiert wurde. 1814 fiel es zusammen mit dem Großherzogtum an Bayern.

Sonderfall Ermershausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maroldsweisach erreichte im Jahr 1978 einige Bekanntheit durch die verordnete Eingemeindung von Ermershausen im Rahmen der Gebietsreform in Bayern, das sich vehement widersetzte. Das gipfelte in der Besetzung des Rathauses von Ermershausen und der Errichtung von Barrikaden durch die Bürger, um die Verlegung der Gemeindeverwaltung nach Maroldsweisach zu verhindern. Das Dorf wurde schließlich von mehreren Hundertschaften der Bereitschaftspolizei gestürmt und das Rathaus geräumt. Die Eingemeindung wurde am 1. Mai 1978 vollzogen.[3] Seit dem 1. Januar 1994 ist Ermershausen wieder selbstständig.[4]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

75 % der Bevölkerung sind evangelisch, rund 25 % römisch-katholisch.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1971 wurden die Gemeinden Allertshausen und Marbach eingegliedert.[5] Gückelhirn kam am 1. Juli 1975 hinzu. Altenstein folgte am 1. Januar 1976, Pfaffendorf am 1. Juni 1976. Auch ein Teil der Gemeinde Burgpreppach mit damals etwa 50 Einwohnern wurde am 1. Juni 1976 umgegliedert. Ditterswind, Hafenpreppach und Wasmuthhausen verloren am 1. Januar 1978 ihre Selbständigkeit und wurden in den Markt Maroldsweisach eingegliedert. Die Reihe der Eingemeindungen wurde mit der Eingliederung von Dürrenried, Eckartshausen, Ermershausen (mit dem am 1. Juli 1973 eingegliederten Markt Birkenfeld und der ehemaligen Gemeinde Dippach) und Voccawind am 1. Mai 1978 abgeschlossen.[3]

Ausgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1994 wurde der Gemeindeteil Ermershausen aus dem Markt Maroldsweisach ausgegliedert. Birkenfeld und Dippach verblieben im Markt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1961: 3939 Einwohner ohne Ermershausen, 4875 mit Ermershausen[3]
  • 1970: 3868 Einwohner ohne Ermershausen, 4758 mit Ermershausen[3]
  • 1987: 3956 Einwohner ohne Ermershausen
  • 1991: 4749 Einwohner mit Ermershausen
  • 1995: 4046 Einwohner
  • 2000: 3929 Einwohner
  • 2005: 3765 Einwohner
  • 2010: 3574 Einwohner
  • 2015: 3339 Einwohner

Im Zeitraum 1988 bis 2018 sank die Einwohnerzahl – auch bedingt durch den Weggang von Ermershausen – von 4531 auf 3270 um 1261 Einwohner bzw. um 27,8 %. Quelle: BayLfStat

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist Wolfram Thein[6] (SPD), der sich bei den Wahlen am 16. März 2014 mit einer Mehrheit von nur 43 Stimmen (51,01 zu 48,99 Prozent) gegen seinen Konkurrenten Harald Deringer (CSU) durchsetzen konnte. 2020 wurde Thein mit einer Mehrheit von 53,05 % der Stimmen gegenüber Heidi Müller-Gärtner (CSU) für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Seine Vorgänger waren Wilhelm Schneider (CSU), der 2014 zum Landrat gewählt wurde und Werner Thein (SPD) bis 2002.

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CSU SPD FWG Junge Christliche Union Junge Bürger Gesamt
2020 5 5 2 2 2 16 Sitze
2014 5 6 2 2 1 16 Sitze
2008 6 6 1 2 1 16 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Maroldsweisach
Blasonierung: „Unter rotem Wellenschildhaupt darin drei goldene Hämmer in Silber über grünem Dreiberg eine schräg links liegende schwarze Leiter.“[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 gab es nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 14, im produzierenden Gewerbe 459 und im Bereich Handel und Verkehr 140 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 380 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 1397. Im verarbeitenden Gewerbe gab es zwei, im Bauhauptgewerbe zehn Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 118 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 3015 Hektar, davon waren 2420 Hektar Ackerfläche und 583 Hektar Dauergrünfläche.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über Maroldsweisach sollte die Reichsautobahn von Eisenach nach Bamberg führen (siehe Strecke 85). Diese Autobahn gehörte bereits 1934 zum Grundnetz als Teilstück der Reichsautobahn von München nach Hamburg. Der Autobahnbau war im Raum Schmalkalden bereits im Gange und wurde nach Beginn des Zweiten Weltkrieges eingestellt.

Die Bundesstraße 279 führt als Hauptstraße durch Maroldsweisach.

Dort war auch der Endpunkt der Bahnstrecke Breitengüßbach–Maroldsweisach. 1988 erfolgte die Einstellung des Personenverkehrs, 2001 die endgültige Stilllegung und danach der Abbau des Streckenabschnitts Ebern-Maroldsweisach. Seit 01.05.2021 gibt es die Buslinie 8300, die Maroldsweisach mit Coburg verbindet (dort ICE-Anschluss); gleichzeitig über Bad Königshofen, Bad Neustadt an der Saale nach Gersfeld (Bahnlinie nach Fulda) – täglich im 2-Stunden-Takt.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Maroldsweisach
Burg Altenstein

Im Jahr 2013 gab es folgende Einrichtungen:

  • Eine Kindertageseinrichtung mit 112 Plätzen und 109 Kindern
  • Zwei Volksschulen mit 17 Lehrkräften und 265 Schülern
  • Eine Volksschule zur sonderpädagogischen Förderung mit 30 Lehrkräften und 146 Schülern

Brauereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute gibt es auf dem Gebiet der Gemeinde nur noch die Brauerei Hartleb in Maroldsweisach.

Baudenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Carl Otto Deuster (1800–1877), Gutsbesitzer und Politiker, Deuster erwarb in den 1840er Jahren das Gut Ditterswind, das heute zu Maroldsweisach gehört
  • Carl Oskar von Deuster (1835–1904), Gutsbesitzer und Politiker, Deuster erwarb zusammen mit seinen Brüdern in den 1880er Jahren die Güter Greßelgrund und Wasmuthhausen, die heute zu Maroldsweisach gehören
  • Friedrich Christian von Deuster (1861–1945), Gutsbesitzer und Politiker, Deuster führte die von seinen Vorfahren erworbenen Güter weiter
  • Susanne Kastner (* 1946), deutsche Politikerin (SPD)[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Maroldsweisach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Maroldsweisach – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.bayerische-landesbibliothek-online.de/orte/ortssuche_action.html?anzeige=voll&modus=automat&tempus=+20111025/124357&attr=OBJ&val=1638
  3. a b c d Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 758–760.
  4. StBA: Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.1994
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 453.
  6. Mitarbeiter. Gemeinde Maroldsweisach, abgerufen am 22. September 2020.
  7. Eintrag zum Wappen von Maroldsweisach in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  8. [1]@1@2Vorlage:Toter Link/www.np-coburg.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.