Maros-Tordaer Kleinbahn

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Die Maros-Tordaer Kleinbahn (auch Mieresch-Thorenburger-Kleinbahn, rumänisch: Mocăniţa Transilvaniei) ist ein seit 1915 bestehendes, sternförmiges Eisenbahnnetz mit der Bosnischen Spurweite von 760 mm in und um Târgu Mureș in Siebenbürgen, Rumänien.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gründung war eine Gesellschaft namens „Marostordai h.e.v.“ die Konzessionärin. Neben der Bahnstrecke Alba Iulia–Târgu Mureș mit einem normalspurigen Netz, verlaufen die Linien ab dem Berührungsbahnhof bei Ungheni nach Miheșu de Câmpie (Bienendorf), nach Lechința (Lechnitz) und nach Praid (Salzberg) mit einer Gesamtlänge von 183,8 km. Deren Zweck waren ein Personen- und ein Güterverkehr, letzterer insbesondere für die Zuckerfabrik von Târgu Mureș.

Die Marostordai h.e.v. ging später in den Ungarischen Staatsbahnen, den Magyar Államvasutak (MÁV) auf. Die MÁV hatte die Konzession inne, bis Ungarn das Széklerland gemäß dem Vertrag von Trianon an Rumänien abtreten musste. Die Marostordaer Kleinbahn ging in der Folge an deren Staatsbahn Căile Ferate Române (CFR) über. Durch den Zweiten Wiener Schiedsspruch wurde das Széklerland erneut ungarisch, und die MÁV löste die CFR ab. Die Konzessionärin kämpfte mit einem Mangel an Triebfahrzeugen, so dass sie 25 Lokomotiven von Überland-, Wald-, Feld- und Werkbahnen nach Târgu Mureș überstellen ließ.

Seit 1947 gehört die Bahn zum zweiten Mal zur CFR. In den Siebzigerjahren wurde der Betrieb schrittweise vom Dampf- auf Dieselbetrieb umgestellt und die 8,2 km lange Teilstrecke Băile SovataPraid am 24. März 1975 stillgelegt. Trotz des Endes des Kommunismus blieb die Marostordaer Kleinbahn erhalten, nicht zuletzt dank guten Kunden des Güterverkehrs. Seit 2003 verkehren Touristenzüge zwischen Târgu Mureș und Band.

Die 1997 stillgelegte Bahnstrecke zwischen Târgu Mureș und Lechința, wurde zu ihrem 100-jährigen Bestehen am 15. August 2015 zwischen den Orten Râciu und Teaca (Teckendorf) im Kreis Bistrița-Năsăud in Betrieb genommen.[1]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Schnyder: Schmalspurbahnen in Rumänien, Ausgabe 2014, 2. Auflage

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Teodora Mîndru: Die Geschichte eines Lokführers am 16. August 2015 bei zi-de-zi.ro abgerufen am 23. August 2015 (rumänisch)