Marquardt (Potsdam)
Marquardt Landeshauptstadt Potsdam | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 28′ N, 12° 58′ O |
| Höhe: | 39 m ü. NN |
| Einwohner: | 1177 (31. Dez. 2025)[Ohne Beleg] |
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 |
| Postleitzahl: | 14476 |
| Vorwahl: | 033208 |

Marquardt ist ein Ortsteil mit rund 1100 Einwohnern im Nord-Westen von Potsdam. Die bis dahin eigenständige Gemeinde wurde am 26. Oktober 2003 im Rahmen der brandenburgischen Gemeindegebietsreform nach Potsdam eingemeindet.[1]
Lage
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Geographie und Charakteristik der Umgebung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marquardt liegt im Havelland im Bereich der nördlichen Wublitzniederung, in einer von der Weichseleiszeit (der letzten Eiszeit in Norddeutschland) geprägten Landschaft. Die Umgebung ist gewässerreich, es dominiert die Landwirtschaft (je nach Bodenqualität Ackerbau oder Viehzucht), gelegentlich ist das Gebiet durchsetzt von einigen kleinen Waldstücken. Der Boden ist entweder sandig oder (auf Grundmoränen) auch lehmig. In Richtung Süden überwiegen die vom Wasser geprägten Bereiche, im Norden kommen mehr und mehr Reliefunterschiede zutage – das Land wird hügeliger.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Marquardt ist über die A 10, Ausfahrt Potsdam-Nord, und die Bundesstraße 273 erreichbar (letztere verläuft östlich des Ortes jenseits der Eisenbahnlinie des Berliner Außenringes).
Marquardt liegt an der Bahnstrecke Jüterbog–Nauen und am Berliner Außenring und ist durch die Regionalbahn-Linien RB 20 Potsdam-Griebnitzsee–Potsdam Hbf–Golm–Hennigsdorf–Oranienburg und RB 21 Potsdam Hbf–Golm–Wustermark–Berlin-Spandau–Berlin Gesundbrunnen bedient sowie in das Potsdamer Busnetz eingebunden. Marquardt liegt im Tarifbereich Potsdam B bzw. Berlin C Zone.
Der Ort erhielt erst am 17. August 1937 einen Bahnhof, obwohl die Gleise der Umgehungsbahn schon 1902 am Ort vorbei führten.[2] Der Haltepunkt lag zuerst am Sacrow-Paretzer Kanal und wurde nach 1945 zu seinem heutigen Standort an der Fahrländer Straße verlegt.
Marquardt liegt nördlich des Sacrow-Paretzer Kanals, hat aber keinen Hafen. Die Brücke über den Kanal nach Süden Richtung Schlänitzsee und Grube wurde 2003 saniert und ist auch mit einem Fußgängerübergang ausgestattet.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wappen

Das aktuelle Wappen hat der Heraldiker Frank Diemar gestaltet.
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Schloss Marquardt, ein barockes Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert, das Anfang des 20. Jahrhunderts durch An- und Umbauten sein heutiges Aussehen erhielt, ist umgeben von einem 1823 nach Plänen Peter Joseph Lennés gestalteten weit verzweigten Park. Ausführlich werden das Schloss und seine Eigentümer von Theodor Fontane im Band Havelland seiner Wanderungen durch die Mark Brandenburg behandelt.
- Die Dorfkirche wurde anstelle eines abgerissenen Vorgängerbaus 1900/1901 nach Plänen des Berliner Architekten Adolf Stegmüller backsteinsichtig auf kreuzförmigem Grundriss im neuromanischen Stil errichtet.[3][4]
Wirtschaft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wegen der verkehrsgünstigen Lage verfügt Marquardt über einen Gewerbepark, der weiter ausgebaut werden kann. Die umgebenden landwirtschaftlichen Flächen dienen vor allem dem Obstbau.
Weltweit bekannt ist ein Amateurfunker aus dem Ortsteil, der schon zu DDR-Zeiten entsprechende Aktivitäten entwickelt hat.[5][6]
Bildung und Forschung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis 1949 war im Schloss die Gartenbauschule Oranienburg, bis 1951 eine Versuchsstation für Agrobiologie, dann das Zentralforschungsinstitut für Obstbau und Obstzüchtung der Deutschen Akademie für Landwirtschaftswissenschaften und von 1957 bis 1992 das Institut für Obstbau der Humboldt-Universität zu Berlin angesiedelt.
Die kurz vor der Eingemeindung geschlossene staatliche Grundschule wurde 2006 als Neue Grundschule Marquardt von einem privaten Träger, der Anerkannten Schulgesellschaft (ASG), wiedereröffnet. Angeschlossen ist die Kindertagesstätte Seepferdchen.[7]
Bekannt wurde Marquardt als Standort der seit 1954 bestehenden Schiffbau-Versuchsanstalt Potsdam mit einer 280 m langen Schlepprinne zur strömungsmechanischen Untersuchung von Schiffen.[8]
Dorfleben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Ort gibt es mehrere regelmäßig stattfindende Feste. Dazu gehören das Osterfeuer, früher meist am Strand im Schlosspark, der Maitanz in der sanierten Kulturscheune, das Kinderfest, das Mittsommerfest sowie das Neptunfest, ebenfalls am Strand.
Kirchliche Organisation
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kirchlich gehört Marquardt zum Pfarrbereich Töplitz der Heilig-Geist-Kirchengemeinde in Werder.[9]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beschreibung auf der Internetseite von Potsdam über Marquardt
- Marquardt in der Reihe „Landschleicher“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg vom 27. Juli 2003
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Gebietsänderungen vom 01.01. bis 31.12.2003. Statistisches Bundesamt, abgerufen am 31. Juli 2025.
- ↑ Chronik Bahnhof Marquardt: Der Mittelpunkt der Umgehungsbahn. Märkische Allgemeine ( vom 3. Juni 2021 im Internet Archive).
- ↑ Marquardt, seine Kirche. Website Vogt Architekten ( vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.today).
- ↑ Kirchengeschichte Marquardt. Website der Kirche Alt-Töplitz ( vom 5. März 2016 im Internet Archive).
- ↑ Sendung von rbb24, 16. Juli 2026.
- ↑ Zeitschrift Heveller zum Funker Joachim Szachowal aus Marquardt, abgerufen am 17. Juli 2026.
- ↑ Neue Grundschule Marquardt, anerkannte Ersatzschule. Website der Stadt Potsdam, abgerufen am 31. Juli 2025.
- ↑ Website der Schiffbau-Versuchsanstalt Potsdam (SVA)
- ↑ Pfarrbereich Töplitz. Website der Ev. Heilig-Geist-Kirchengemeinde Werder (Havel), abgerufen am 31. Juli 2025.