Mars One

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
a) Mars One Foundation

b) Mars One Ventures

Logo
Rechtsform a) Stichting (Stiftung)

b) Aktiengesellschaft

ISIN CH0132106482
Gründung a) 2011 / b) 2016
Sitz a) Niederlande

b) Basel (Schweiz)

Leitung Bas Lansdorp
Branche a) Merchandising

b) Monetarisierung, Rechteverwertung, Beteiligungen, Börsenaktivitäten etc.

Website www.mars-one.com

Bas Lansdorp, Begründer von Mars One

Mars One war ein „Medienhype“ einer privaten Stiftung unter niederländischem Recht, die sich ursprünglich zum Ziel gesetzt hatte, im Jahr 2022 Menschen auf dem Mars landen zu lassen und dort eine dauerhaft bewohnbare Siedlung zu errichten.[1][2] Das Projekt sollte Angaben des niederländischen Unternehmers Bas Lansdorp zufolge als „größtes Medienereignis der Weltgeschichte“ im Rahmen einer Reality-TV-Show (bzw. Mission TV) vermarktet und finanziert werden.

Das Missionskonzept basierte auf der Voraussetzung, dass die teilnehmenden Astronauten nicht zur Erde zurückkehren und somit ihr restliches Leben auf dem Mars verbringen würden. Mars One hatte einige tausend Bewerbungen entgegengenommen und wollte aus den in der Vorauswahl 2015 verbliebenen 100 Bewerbern eine Gruppe von bis zu 40 Astronauten rekrutieren[3][4], welche die Grundlage einer Marskolonisation bilden sollten. Der Zeitplan wurde und wird von Bas Lansdorp immer wieder verschoben, zuletzt im Dezember 2016 auf unbestimmte Zeit.[5] Hatte man zunächst angekündigt, die erste Gruppe von vier „Marskolonisten“ werde im Jahr 2022 zum Mars starten, wird jetzt als Start-Termin 2032 genannt.

Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Benötigt würden nach Lansdorps Schätzung sechs Milliarden US-Dollar bis zur ersten bemannten Landung.[6] Bereits im Februar 2015 zog sich allerdings der Fernsehkonzern Endemol aus dem Projekt zurück. Die geschäftlichen Aktivitäten beschränken sich inzwischen offenbar auf den Verkauf von Fan-Artikeln. Bewerber für das Projekt sprachen von Betrug und „Abzocke“: Das Auswahlverfahren sei nicht seriös gewesen, die finale Auswahl der Vierer-Teams stehe immer noch aus, die Kandidaten hätten begriffen, dass Mars One fast keine Mittel mehr habe.

Im Frühjahr 2017 sind die Aktien der Gesellschaft auf Null gefallen,[7] worauf mit Wirkung vom 27. März 2017, laut Bekanntmachung der Frankfurter Wertpapierbörse der Handel mit der Begründung, dass derzeit "der ordnungsgemäße Börsenhandel nicht gewährleistet" sei, bis auf weiteres ausgesetzt wurde. Das heißt, dass Kauf und Verkauf der Aktie ausgeschlossen sind. Ergänzend wies die Börse Frankfurt darauf hin, dass mit Wirkung zum 5. Juli 2017 die Handelbarkeit auf Xetra ebenfalls eingestellt wurde.[8] Die BaFin hat mit Bescheid vom 23. Oktober 2017 gegen die Mars One Ventures AG Zwangsgelder in Höhe von 230.000 Euro festgesetzt. Diese Maßnahme war bereits mit Bescheid vom 7. August 2017 angedroht worden, mit dem die Mars One Ventures AG - erfolglos - zur Erfüllung der Finanzberichterstattungspflichten aufgefordert wurde.[9]

Wissenschaftliche Einschätzung des Vorhabens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Experten des Massachusetts Institute of Technology zufolge stünden einem erfolgreichen Ablauf der Mission, vorausgesetzt, die Mittel wären vorhanden, mehrere schwerwiegende Probleme entgegen. Bisher gibt es keinerlei seriöse Informationen, nach denen die von Bas Lansdorp geplante Mars-One-Mission überhaupt realisierbar ist, auch nicht in dem von ihm immer wieder erweiterten Zeitraum. Das gesamte Projekt ließe sich eher in Hollywood als in Cape Canaveral verwirklichen, so die niederländische Presse am 3. Mai 2017.[10][11]

Berater und Botschafter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mars One beruft sich auf seiner Webseite zurzeit auf dutzende „Advisers“ (Berater)[12] und „Ambassadors“ („Botschafter“)[13]

Reaktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der ehemalige Wissenschaftsastronaut Ulrich Walter beurteilte Mars One bereits am 17. August 2012 negativ - Zitat: „Man muss sich nur einmal vorstellen, dass Menschen dort oben vor laufender Kamera sterben, und wir schauen ganz gemütlich zu.“ - Im gleichen Zeitungsartikel äußerte der katholische Theologe Dieter Hattrup, er hätte unter der Bedingung keine moralischen Einwände, dass eine realistische Überlebenschance bestünde - Zitat: „Andernfalls hätte auch Kolumbus nie über den Atlantik segeln und die amerikanischen Siedler nie nach Westen ziehen dürfen.“[14]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. DIE WELT: Leben im All: One-Way-Mission, den Mars sehen ... und sterben?
  2. Mars One presents an updated mission roadmap (englisch)
  3. mars-one.com: Mankind on Mars (englisch)
  4. mars-one.com: Timeline (englisch)
  5. N-TV vom 13. Dezember 2016 [1], abgerufen am 16. November 2017.
  6. mars-one.com: How much does the mission cost? (englisch)
  7. http://www.ariva.de/mars_one_ventures-aktie/news abgerufen am 16. November 2017
  8. boerse-frankfurt@deutsche-boerse.com
  9. https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/40c_WpHG/meldung_171027_40cwphg_zwangsgeld_mars_one_ventures_ag.html
  10. https://www.smallstepstospace.com/content/2017/5/3/mars-ones-bas-lansdorp-responds-to-hijack-questions
  11. http://www.slyced.de/aktuelles/featured/besiedelung-des-mars-die-huerden-der-mars-one-mission-report/
  12. http://www.mars-one.com/about-mars-one/advisers
  13. http://www.mars-one.com/about-mars-one/ambassadors
  14. https://www.welt.de/print/die_welt/wissen/article108658454/Fuer-Freiwillige-One-Way-Ticket-zum-Mars.html