Marschacht

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Marschacht
Marschacht
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Marschacht hervorgehoben
Koordinaten: 53° 25′ N, 10° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Harburg
Samtgemeinde: Elbmarsch
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 26,12 km²
Einwohner: 3859 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21436
Vorwahlen: 04176, 04133
Kfz-Kennzeichen: WL
Gemeindeschlüssel: 03 3 53 023
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Elbuferstraße 98
21436 Marschacht
Webpräsenz: gemeinde-marschacht.de
Bürgermeister: Claus Eckermann (SPD)
Lage der Gemeinde Marschacht im Landkreis Harburg
Königsmoor Otter Welle Tostedt Wistedt Tostedt Handeloh Undeloh Dohren Heidenau Dohren Kakenstorf Drestedt Wenzendorf Halvesbostel Regesbostel Moisburg Hollenstedt Appel Neu Wulmstorf Rosengarten Buchholz in der Nordheide Egestorf Hanstedt Jesteburg Asendorf Marxen Harmstorf Bendestorf Brackel Seevetal Landkreis Harburg Niedersachsen Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Heidekreis Landkreis Lüneburg Landkreis Stade Freie und Hansestadt Hamburg Schleswig-Holstein Gödenstorf Eyendorf Vierhöfen Garlstorf Salzhausen Toppenstedt Wulfsen Garstedt Stelle Tespe Marschacht Drage WinsenKarte
Über dieses Bild

Die Gemeinde Marschacht liegt im Zentrum der niedersächsischen Samtgemeinde Elbmarsch im Landkreis Harburg etwa 30 km südöstlich von Hamburg und etwa 10 km nordöstlich von Winsen (Luhe) an der Elbe.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heutige Kirche in Marschacht

Das ursprüngliche Kirchdorf wird urkundlich erstmals im Jahre 1216 als „Hachede“ erwähnt.[2] In dieser Urkunde von 1216 gewährte der Graf Albrecht von Orlamünde, Statthalter des dänischen Königs Waldemar II., den Bürgern von Hamburg an einigen Zollstätten Befreiung vom Zoll, darunter auch in Hachede. Im Ratzeburger Zehntregister von 1230 lautet der Name des Kirchspielortes „Hagede“[3], wobei diese Schreibweise offenbar die ältere Lautform des Ortsnamens widerspiegelt. Zugrunde liegt eine Bildung aus der altsächsischen Flurbezeichnung *hag-: ,,Umzäunung, Gehege, Hecke, Weideplatz"[4] und dem weitverbreiteten Ortsnamensuffix -ithi, -ithja (*hag-ithi > *hag-ede).[5] Aufgrund der Namensbildung kann auf eine erste Besiedlung spätestens im 9. Jhdt. geschlossen werden.[6] Eine Änderung des Flusslaufes zerschnitt den Ort in zwei Teile, wodurch das nördlich der Elbe gelegene ältere Hacht an der Geest (Geesthacht) und ein südlich der Elbe gelegenes jüngeres Hacht an der Marsch (Marschacht) entstanden.[7] Es wird angenommen, dass die Zerschneidung des alten Dorfes durch den Elbstrom bereits im 12. Jahrhundert geschehen sein könnte. Die endgültige Trennung dieser beiden Orte soll sich spätestens in der Mitte des 13. Jahrhunderts vollzogen haben, als die gemeinsame Kirche in der Elbe (zwischen 1230 und 1258) versank.[8]

Wahrscheinlich besaß Marschacht bereits 1258 eine eigene Kirche, denn der Vertrag über die Kultivierung des Sumpfgebietes aus dem Jahre 1258 beschreibt die Ausdehnung des Sumpfes von Bleckede bis zum Kirchspiel Hachede („palus a Blekethe vsque ad ecclesiam Hachede“), womit das Hacht in der Marsch gemeint sein dürfte. Ein eigenes Kirchspiel Hachede südlich der Elbe ist 1308 belegt. Die Bezeichnung Marschacht erscheint erst im Jahre 1428.[9]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Marschacht durch den Zusammenschluss der Gemeinden Eichholz, Niedermarschacht, Obermarschacht (bis dahin im Landkreis Lüneburg), Oldershausen und Rönne neu gebildet.[10]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindewahl 2011[11]
Wahlbeteiligung: 62,0 %
 %
50
40
30
20
10
0
45,4 %
36,6 %
18,0 %
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Sitzverteilung im Gemeinderat
   
Von 15 Sitzen entfallen auf:

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Marschacht setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen:

SPD CDU Bündnis 90/Die Grünen Gesamt
2011 7 5 3 15 Sitze

Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch Marschacht führen die B 404 (Lüneburg-Geesthacht-A 25-Kiel) und die Landesstraße 217 (Artlenburg-Tespe-Marschacht-Winsen). Weitere Kreisstraßen verbinden Marschacht mit dem Umland.

Schienenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Bahnhof in Winsen (Luhe) führt heute die OHE-Bahnstrecke Winsen–Niedermarschacht, an der der Ort bis zur Aufgabe des Personenverkehrs im Jahre 1966 einen Bahnhof hatte und die somit für eine Anbindung an das Schienennetz sorgte. Heute wird die, auch durch Eichholz und Oldershausen führende, Strecke ausschließlich für den Güterverkehr genutzt. Ausnahmen sind lediglich historische Zugfahrten mit dem Heide-Express.

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Buslinien des Hamburger Verkehrsverbundes verbinden Marschacht mit dem Umland und der Stadt Hamburg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marschacht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Hamburgisches Urkundenbuch. Hrsg. von Johann Martin Lappenberg. Bd. 1. Anastat. Reprod. der Ausg. vom Jahre 1842. Hamburg 1907 = 1842. Nr. 401. Siehe Internetseite der Universität Hamburg: http://www1.uni-hamburg.de/spaetmittelalter/Hamburg%20Spaetmittelalter/Hamburg-Wiki/themen/Q6.html
  3. Prüß, M. (1929): Geesthachter Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Lehrern des Ortes nach alten Quellen und neuzeitlichen Darstellungen. Geesthacht-Hamburg 1929, S. 100 f.
  4. G. Köbler: Altsächsisches Wörterbuch. 3. Auflage. 2000ff, S. 497.
  5. G. Neumann: Namenstudien zum Altgermanischen; Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Ergänzungsbände, Band 59; Herausgeber: Heinrich Hettrich, Astrid Van Nahl. Verlag De Gruyter, 2008, S. 108.
  6. M. Prüß: Geesthachter Heimatbuch. Unter Mitarbeit von Lehrern des Ortes nach alten Quellen und neuzeitlichen Darstellungen, Geesthacht-Hamburg 1929, S. 99 f.
  7. Voigt, F.: Die Kirche zu Geesthacht am Ende des 16. Jahrhunderts, in: Mittheilungen des Vereins für Hamburgische Geschichte, Bd. 3, Jg. 9 (1886), S. 22
  8. Prange, W. : Siedlungsgeschichte des Landes Lauenburg im Mittelalter, Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (Hrsg.), Bd. 41, Neumünster 1960, S. 22 u. 23, lt. Prange soll der heutige Elblauf bereits im Jahre 1162 bestanden haben, als die Südgrenze des Bistums Ratzeburg bestimmt wurde
  9. Prange, W. : Siedlungsgeschichte des Landes Lauenburg im Mittelalter, Quellen und Forschungen zur Geschichte Schleswig-Holsteins, Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte (Hrsg.), Bd. 41, Neumünster 1960, S. 22
  10. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 228.
  11. Wahlergebnis Gemeinde Marschacht