Marshallinseln

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Aolepān Aorōkin M̧ajeļ
(marshallesisch)

Republic of the Marshall Islands (englisch)
Republik Marshallinseln

Flagge der Marshallinseln
Siegel der Marshallinseln
Flagge Siegel
Wahlspruch: Jepilpilin ke ejukaan (marshallesisch)
(Vollendung durch gemeinsames Wirken)
Amtssprache Marshallesisch und Englisch
Hauptstadt Majuro
Staatsform Republik
Staatsoberhaupt, zugleich Regierungschef Präsidentin Hilda Heine
Fläche 181,42 [1] km²
Einwohnerzahl 72.191 (Schätzung 2015)
Bevölkerungsdichte 398 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2016[2]
Währung US-Dollar (USD)
Unabhängigkeit 21. Oktober 1986 (von den USA)
Nationalhymne Forever Marshall Islands
Zeitzone UTC+12
Kfz-Kennzeichen MH
ISO 3166 MH, MHL, 584
Internet-TLD .mh
Telefonvorwahl + 692
JapanNördliche MarianenPalauMikronesienOsttimorIndonesienMidwayinselnHawaiiJohnston-AtollWakePapua-NeuguineaMarshallinselnNauruKiribatiFranzösisch-PolynesienPitcairninselnTokelauCookinselnSalomonenNorfolkinselNeuseelandVanuatuTuvaluWallis und FutunaTongaNiueAustralienSamoaAmerikanisch-SamoaFidschiHowlandinselBakerinselPalmyraKingmanriffJarvisinselNeukaledonienJapanAntarktikaRusslandChile (Osterinsel)Vereinigte Staaten (Alaska)KanadaMexikoVereinigte StaatenNordkoreaSüdkoreaVolksrepublik ChinaRepublik China (Taiwan)VietnamLaosKambodschaThailandPhilippinenChinaSingapurMalaysiaBruneiMarshall Islands on the globe (small islands magnified) (Polynesia centered).svg
Über dieses Bild
Marshall-Inseln-Karte.png
Verwaltungskarte von 1897

Die Republik Marshallinseln (marshallesisch Aolepān Aorōkin M̧ajeļ) ist ein Inselstaat im mittleren Ozeanien. Er umfasst die gleichnamige Inselgruppe, die zu Mikronesien gehört. Mit 72.000 Einwohnern auf einer Fläche von nur 181 Quadratkilometern gehören die Marshallinseln zu den kleinsten Staaten der Erde. Die Republik mit Majuro als Hauptstadt ist mit den Vereinigten Staaten durch ein Assoziierungsabkommen verbunden. Amtssprachen sind die Marshallesische Sprache und die Englische Sprache. Bis zur Unabhängigkeit am 21. Oktober 1986 waren die Inseln ein von den USA kontrolliertes UN-Treuhandgebiet. Die über tausend Inseln ragen im Durchschnitt nur zwei Meter über den Meeresspiegel hinaus. Deshalb sind sie sehr anfällig für den durch den Klimawandel bedingten Meeresanstieg. Zum Inselstaat gehören auch das Eniwetok-Atoll und das Bikini-Atoll, die für Kernwaffentests genutzt wurden.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marshallinseln bestehen aus zwei fast parallel verlaufenden Insel- und Atollketten: der Ratak-Kette (Sonnenaufgangsinseln) mit 14 Atollen und zwei Inseln im Osten sowie der Ralik-Kette (Sonnenuntergangsinseln) mit 15 Atollen und drei Inseln im Westen.

Zu den Inselketten gehören zusammen rund 1225 größere und kleinere Inseln sowie 870 Riffe, die sich über ein Gebiet von knapp 2 Mio. km² im mittleren Pazifik erstrecken. Die Landfläche von insgesamt 181 km² ragt im Mittel rund 2 Meter über den Meeresspiegel hinaus.[3]

Das Klima ist feucht und warm bis heiß mit einer Regenzeit von Mai bis November, wobei die beständigen Winde Erleichterung verschaffen. Die Inseln werden gelegentlich von Taifunen erfasst.

Zwei Drittel der Bevölkerung leben auf den Inseln des Majuro-Atolls und auf Ebeye im Kwajalein-Atoll. Die anderen Inseln sind wegen fehlender Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten nur dünn besiedelt oder unbewohnt.

Hauptstadt ist die Gemeinde (Local Government Council, früher municipality) Majuro, die das gleichnamige Atoll umfasst.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Amtssprachen der Marshallinseln sind Marshallesisch, mit den beiden Dialekten Ralik und Ratak, und Englisch.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

90 Prozent der Bevölkerung gehören der Unabhängigen Protestantischen Kirche der Marshallinseln an, weitere 8,5 Prozent sind römisch-katholisch.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Republik Marshallinseln betreibt zusammen mit elf weiteren Inselstaaten die University of the South Pacific.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abgesehen davon, dass sie wahrscheinlich im 2. Jahrtausend vor Christus von Mikronesien aus besiedelt wurden, ist über die Frühgeschichte der Inseln wenig bekannt. Als erster Europäer fuhr der spanische Entdecker Alonso de Salazar 1526 die Inseln an, 1529 erreichte sie der spanische Seefahrer Álvaro de Saavedra. Die Spanier machten jedoch keine Ansprüche auf die Inseln geltend, so dass sie für weitere zwei Jahrhunderte von den Europäern unbeachtet blieben, bis sie der englische Kapitän John Marshall 1788 besuchte. Nach ihm wurden die Inseln später benannt. Anfang des 19. Jahrhunderts kartographierte sie der deutsch-baltische Entdecker Otto von Kotzebue als Offizier der russischen Marine erstmals.

In den 1850er Jahren entstanden durch Missionare erste Schulen auf den Inseln. In der Folge legten deutsche Kaufleute Kokosplantagen zur Gewinnung von Kopra an.[4] Nachdem 1885 eine deutsche Handelsgesellschaft auf den Inseln errichtet worden war, übernahm 1886 der erste Kaiserliche Kommissar Wilhelm Knappe die Hoheitsrechte für das Deutsche Kaiserreich. Von 1894 bis 1897 war Georg Irmer Landeshauptmann der Marshallinseln. 1906 wurden die Inseln offiziell Teil der Kolonie Deutsch-Neuguinea.

Die Kaiserlich Japanische Marine besetzte im Ersten Weltkrieg nach der Kriegserklärung Japans an das Deutsche Reich am 23. August 1914 die unverteidigte Inselgruppe im September/Oktober 1914 und begann umgehend, Militärbasen zu errichten und die Bewirtschaftung der Inseln zu übernehmen. Nach dem Krieg wurde Japan im Rahmen des japanischen Südseemandats vom Völkerbund offiziell mit der Verwaltung der Inseln betraut. Dies nahm Japan zum Anlass, die Marshallinseln – wie alle ihre Südsee-Mandatsinseln – fast komplett von der Welt abzuschotten, um ungestört japanische Einwanderer anzusiedeln, die einheimische Bevölkerung weiter zu entrechten und auszubeuten und die Militärpräsenz auszuweiten. In den Dreißiger Jahren wurden auch erste Flugplätze angelegt für die neue Luftwaffe der kaiserlichen Marine.

Bei Beginn des Zweiten Weltkrieg waren die Marshallinseln wichtige Stützpunkte Japans, zumal sie die östlichsten Besitzungen im Pazifik waren. Von dort aus wurden U-Boote und auch Flugboote in Richtung des wichtigsten US-amerikanischen Hauptstützpunktes Hawaii eingesetzt, ebenfalls in der Seeluftschlacht bei den Midwayinseln. Nach der dortigen japanischen Niederlage verlegte die kaiserlich japanische Marine 1942 und 1943 immer wieder größere Kriegsschiffverbände in die Lagunen der Marshalls und verstärkte deren Verteidigung durch zahlreiche Soldaten, Bauarbeiter und auch durch die Marineluftwaffe, da nun eine amerikanische Offensive gegen die Inselgruppe zu erwarten war. Besonders stark verteidigt waren die Atolle Mili, Jaluit, Arno, Wotje und Kwajalein. Andere wie Majuro, Eniwetok, Bikini waren kaum bis gar nicht besetzt.

Nach ersten Luftangriffen von Flugzeugträgern aus schon im März 1942 – noch mit geringer Wirkung – begann dann am 31. Januar 1944 die US-Offensive mit der Landung starker Marinetruppen unter dem Schutz einer großen Flugzeugträger-Flotte auf dem Kwajalein-Atoll, das wegen der strategisch guten Lage im Archipel ausgewählt wurde und schon nach wenigen Tagen unter Vernichtung der gesamten japanischen Besatzungstruppen erobert war. Die japanische Marine griff nicht ein, auch wurde die regionale Luftwaffe nicht weiter verstärkt, so dass sie rasch der weit überlegenen US-Trägermacht unterlag. Anschließend besetzten die US-Streitkräfte zahlreiche weitere Inseln, wobei anschließend vor allem das Atoll Majuro zu einer sehr großen Marinebasis ausgebaut wurde. Andere, schwer befestigte Inseln wie z.B. Mili und Jaluit wurden nur aus der Luft und durch Schiffsbeschießungen niedergehalten, so dass dort bis Kriegsende japanische Truppen verblieben.

Nach dem Krieg verlangten die USA von der neu geschaffenen UNO, ihnen die Marshallinseln zu übergeben als Teil des Treuhandgebietes der Vereinten Nationen. Zum einen wollten die US-Militärs dort dauerhafte Stützpunkte behalten und zum anderen abgelegene Inseln für Atombomben-Tests nutzen. Nach Vertreibung der einheimischen Bevölkerung wurden von 1946 bis 1958 sehr zahlreiche Atom- und Wasserstoffbombentests auf dem Bikini-Atoll und auf Eniwetok durchgeführt, die schwere Schäden an den Inseln selbst und deren Flora und Fauna anrichteten. Vergeblich versuchen die ehemaligen Bewohner bis heute, auf ihre Heimatinseln zurück zu kehren, die immer noch gefährlich hohe Radioaktivität verhindert dies.

1979 wurden die Marshallinseln als Republik zwar formal unabhängig und schlossen ein Assoziierungsabkommen mit den USA, das am 21. Oktober 1986 in Kraft trat und jahrzehntelange weitere US-Militärpräsenz garantiert, die vollständige formale Unabhängigkeit erreichten sie nach internationalem Recht aber erst 1990, als der Schutzauftrag durch die UNO an die USA offiziell endete (UN-Treuhandrat).

Die Bevölkerung der Marshallinseln übernahm vieles aus der amerikanischen Lebensweise, nicht zuletzt, weil sie abhängig gemacht wurde von Einfuhren aus den USA bis hin zu Lebensmitteln. Der Gesundheitszustand der Bevölkerung verschlechterte sich deutlich, insbesondere nahmen Erkrankungen aufgrund Übergewicht stark zu. Hohe Arbeitslosigkeit trug außerdem zum Niedergang der ursprünglichen Lebensweise bei. Hauptarbeitgeber auf den Inseln sind eine künstlich vergrößerte Verwaltung (vor allem auf dem stark überbevölkerten Atoll Majuro) und der immer noch bestehende US-Stützpunkt auf Kwajalein. Zahlreiche Bürger sind jedoch inzwischen als Seeleute bei ausländischen Reedereien beschäftigt und tragen mit ihrem Einkommen zum Lebensunterhalt der Bevölkerung bei. Aus finanzieller Not heraus werden Fischfangrechte an asiatische Staaten verkauft, vor allem an China, so dass mittlerweile auch die ehemals sehr reichen Fischbestände eingebrochen sind.

Die größte Bedrohung für die Republik ist jedoch der steigende Meeresspiegel. Da die meisten Atolle nur sehr wenige Meter über dem Meeresspiegel liegen und Felseninseln ganz fehlen besteht die reale Gefahr, dass noch im 21. Jahrhundert zahlreiche Atolle unbewohnbar oder gar verschwunden sein werden.

Die Geschichte der Marshallinseln, beginnend mit der deutschen Kolonie, kann auf Briefmarken des Postgebiets, zu dem unter anderem die Marken und Stempel von Nauru gehören, verfolgt werden. Insbesondere die modernen Ausgaben der Marshallinseln bilden Szenen aus der Geschichte des Inselstaates ab.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Republik Marshallinseln besteht seit 1990, die Verfassung stammt aus dem Jahr 1979 (letzte Änderungen 1990). Gesetzgebende Organe sind das Parlament („Nitijeļā“) mit 33 Abgeordneten, die alle 4 Jahre neu gewählt werden, und der „Rat der Stammesführer“ („Council of Iroij“) mit 12 Mitgliedern. Das Parlament wählt den Präsidenten, während der Council of Iroij sich mit Dingen befasst, die das Land, die Sitten und die Tradition betreffen. Wird dem Kabinett zweimal hintereinander das Misstrauen ausgesprochen, kann der Präsident das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Staats- und Regierungschef ist seit Januar 2016 Hilda Heine. Die Gesetzgebung ist dem Parlament vorbehalten, denn Staaten und Provinzen bestehen nicht. Jede der 24 bewohnten Inseln und Atolle hat jedoch eine eigene Verwaltung.[6]

Seit 1983 besteht ein freier Assoziierungsvertrag mit den USA, die mit der Verteidigungspolitik betraut sind.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeine Situation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptstraße in der Hauptstadt Majuro

Im 21. Jahrhundert wuchs das Bruttoinlandsprodukt um durchschnittlich 1 % jährlich. Für dieses eher geringe Wachstum sind im Wesentlichen ein Personalabbau in der öffentlichen Verwaltung, Dürreperioden, ein Umsatzeinbruch im Baugewerbe und ein Rückgang des Tourismus verantwortlich. Auch die Auslandsinvestitionen waren infolge der Finanzkrise in Asien rückläufig. Schließlich nahmen auch die Einnahmen aus der Erneuerung von Fischereilizenzen ab. In der Ausgabe 2007 des von der Weltbank edierten „Doing Business“ werden die Marshallinseln hinsichtlich der dort vorherrschenden rechtlichen Rahmenbedingungen und der geringen Kosten bei der Einstellung und Entlassung von Arbeitnehmern als „Best Performer“ unter den dargestellten Wirtschaftsgebieten bezeichnet.[7] In Bezug auf Investitionssicherheit und Durchsetzungsmöglichkeiten von Vertragsrechten erhielten die Marshallinseln in der gleichen Studie eine äußerst schlechte Bewertung. In der Länderrangordnung des Reports aus dem Jahre 2010 (Datenbasis 2008) liegen die Marshallinseln im gewichteten Mittel aller herangezogenen Kriterien auf Platz 98 von 183 gelisteten Staaten.[8]

Am 28. Januar 2016 legte die EU-Kommission ein Maßnahmenpaket zur Bekämpfung von Steuerflucht vor, bei dem unter anderem die Marshallinseln auf der schwarzen Liste der Steueroasen auftauchen.[9]

Im Jahre 2007 traten die Marshallinseln der Internationalen Arbeitsorganisation bei. Damit gelten auch hier arbeitsrechtliche Bedingungen, die einen internationalen Mindeststandard erfüllen.[10]

Die Einkommensteuer beträgt, je nach Höhe des Einkommens, 8 % oder 14 %, die Körperschaftsteuer beläuft sich auf 11,5 %, die Umsatzsteuer auf 6 %. Eine Grundsteuer wird nicht erhoben.

Eine Säule der Wirtschaft des Landes ist die Unterstützung aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Im Rahmen der Vereinbarungen des freiwilligen Zusammenschlusses Compact of Free Association stellen die USA bis zum Jahre 2013 jährlich 57,7 Millionen US-$ Unterstützungsleistungen und ab 2014 bis 2023 jährlich 62,7 Millionen US-$ für die Marshallinseln bereit. Danach wird aus einem gemeinsam von den USA und der Republik Marshallinseln gebildeten Treuhandfonds unbefristet eine jährliche Zahlung fließen.[11]

Die Ronald Reagan Ballistic Missile Defense Test Site, besser bekannt als Kwajalein Missile Range oder Reagan Test Site, ist eine Raketen-Teststation mit Raketenabschussanlagen unter anderem auf dem zu den Marshallinseln gehörenden Kwajalein-Atoll. Die Vereinigten Staaten entrichten hierfür Zahlungen an die Marshallinseln. Außerdem sind zahlreiche einheimische Arbeitskräfte auf der Basis beschäftigt.

Landeswährung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marshallinseln haben formal eine Dollar-Währung. Im Umlauf sind jedoch nur Banknoten, keine eigenen Kursmünzen. Münzen mit der Marshall-Dollar-Währung existieren ausschließlich für den Sammlermarkt in Form von Gedenkmünzen.

Einzelne Zweige[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die landwirtschaftliche Produktion konzentriert sich auf kleine Betriebe, in denen hauptsächlich Kokosnüsse, Tomaten, Melonen und Brotfrüchte angebaut werden.

Industriebetriebe sind auf den Marshallinseln nicht vertreten. Verschiedene Handwerksbetriebe, Fischverarbeitungsbetriebe und die Kopragewinnung sind aber in dem Inselstaat weit verbreitet. Im Jahre 1999 entstand zwar ein Unternehmen zur Filetierung von Thunfisch, in dem mehr als 400 Mitarbeiter, meist Frauen, beschäftigt wurden. Die Anlage wurde allerdings bereits im Jahre 2005 wieder geschlossen, nachdem vergeblich versucht worden war, die Produktion auf Thunfisch-Steaks umzustellen – ein Produktionsvorgang, bei dem kaum die Hälfte des beschäftigten Personals noch benötigt wurde. Dadurch überschritten die Kosten bei weitem die Erlöse. Auch die Bemühungen der Eigner des Unternehmens um eine staatliche Beteiligung scheiterten.

Im Tourismus, eine der wenigen Deviseneinnahmequellen, sind weniger als 10 % der Arbeitnehmer beschäftigt. Die Inseln verfügen nur über geringe Ressourcen, aus denen Exporte generiert werden können, sodass ein beträchtlicher Nettoimport verbleibt.

Die nationale Fluggesellschaft ist die Air Marshall Islands.

Staatshaushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PP-Gedenkmünze von den Marshallinseln auf die erste bemannte Mondlandung, Apollo 11 im Jahr 1969

Der Staatshaushalt machte im Jahre 2006 rund ein Drittel des Inlandproduktes aus (ca. 40 Millionen US-Dollar Ausgaben). Im gleichen Jahr betrug die das Land erreichende Internationale Hilfe etwa 69 Millionen US-Dollar.[12][13]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Atombombentests[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marshallinseln wurden weltweit bekannt durch zahlreiche Atombombentests der USA, die von 1946 bis 1958 auf dem Bikini-Atoll und auf Eniwetok durchgeführt wurden.[16] 1966 wurden zwar die Inseln von den Amerikanern wieder als bewohnbar freigegeben, mussten jedoch Mitte der Siebziger Jahre erneut evakuiert werden, da die Strahlenbelastung zu stark war. Nach heutigen Erkenntnissen wird das Gebiet frühestens 2020 bis 2040 wieder bewohnbar sein. 2014 reichten die Marshallinseln gegen die Atommächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, China, Indien, Pakistan, Israel, Nordkorea vor dem Internationalen Gerichtshof Klage ein.[17][18][19] Großbritannien, Indien und Pakistan akzeptierten die Zuständigkeit des Internationalen Gerichtshofes.[20] 2015 wurde das Volk des Inselstaates für sein Engagement in der Anti-Atombewegung mit dem Ehrenpreis des Right Livelihood Award bedacht.[21]

Klimawandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Marshallinseln gehören neben anderen Inselstaaten wie Fidschi,[22] Tuvalu, Kiribati und den Malediven zu den Regionen der Welt, die mit der Zunahme von Extremwetterereignissen und dem weltweiten Anstieg der Meeresspiegel zum Teil bereits mehr oder weniger stark vom globalen Klimawandel betroffen sind;[23] ein Hauptproblem vor Ort ist die aufgrund mangelhafter Infrastruktur sowieso mangelhafte, durch Salzwasserintrusion und versalzende Brunnen zusätzlich kriselnde Trinkwasserversorgung.[24]

Anfang 2013 appellierten die Marshallinseln an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, den Klimawandel als Gefahr für die internationale Sicherheit anzuerkennen.[25] Im Mai 2013 veröffentlichte der Außenminister der Marshallinseln, Phillip Muller, einen Appell in der Washington Post, in dem er die aktuelle Notlage beschrieb. 2012 habe eine anhaltende und jahreszeitunabhängige Dürreperiode begonnen, die Folge seien Wasserknappheit und Infektionserkrankungen. Seit Januar 2013 müsse Trinkwasser importiert werden, was auf Dauer jedoch die finanziellen Ressourcen übersteige. Bereits jetzt mache sich der Meeresspiegelanstieg bemerkbar. Daher würden die Marshallinseln ihren Umstieg auf erneuerbare Energien wie z. B. Solarenergie beschleunigen sowie vielversprechende Techniken zur Gewinnung von Meeresenergie erproben. Da der Hauptanteil der weltweiten CO2-Emissionen jedoch von anderen Ländern ausgehe, appellierte er an diese, mehr zum Klimaschutz beizutragen als bisher.[26]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ferdinand Karl, Hermann Mückler: Oasen der Südsee. Die größten „Kleinststaaten“ der Welt. Ostmikronesien: Marshall-Inseln, Gilbert-Inseln, Nauru. Weishaupt, Gnas 2002, ISBN 3-7059-0121-4.
  • Steffen Raßloff: Wilhelm Knappe (1855–1910). Staatsmann und Völkerkundler im Blickpunkt deutscher Weltpolitik. Glaux, Jena 2005, ISBN 3-931743-86-1.
  • Ellen Boneparth, M. James Wilkinson: Terminating Trusteeship for the Federated States of Micronesia and the Republic of the Marshall Islands: Independence and Self-Sufficiency in the Post-Cold War Pacific. In: Pacific Studies. Band 18, Nr. 2, 1995, S. 61–78.
  • Friedrich Ruge: Entscheidung im Pazifik Rütten und Loening-Verlag Hamburg 1951
  • E.B.Potter/C.W.Nimitz/J.Rohwer: Seemacht Pawlak Verlag Herrsching 1982, ISBN 3-88199-082-8
  • Manfred Pohl: Japan Thienemanns Verlag Stuttgart-Wien 1986
  • Fritz Kramer: Bikini. Atomares Testgebiet im Pazifik. Wagenbach, Berlin 2000, ISBN 3-8031-2380-1
  • Joachim Schultz-Naumann: Unter Kaisers Flagge Universitas-Verlag München 1985, ISBN 3-8004-1094-X
  • Martin Mühlbauer: Marshall Inseln. In: W. Kreisel (Hrsg.): Mythos Südsee. Länderprofile Ozeaniens zu Wirtschaft und Gesellschaft. Merus, Hamburg 2006, ISBN 3-939519-29-4, S. 74–81.
  • Carmen C.H. Petrosian-Husa: Traditional Plaiting Techniques in the Marshall Islands, (Traditionelle Flechttechniken auf den Marshall Inseln). In: Historic Preservation Office Majuro, Marshall Islands (Hrsg.): Alele Report. Majuro, Marshall Islands 2005 (Download).
  • Peter Rudiak-Gould: Climate Change and Accusation: Global Warming and Local Blame in a Small Island State, in: Current Anthropology 55,4 (2014) 365-386.
  • Peter Rudiak-Gould: Climate Change and Tradition in a Small Island State: The Rising Tide. Routledge/Taylor & Francis, New York & London 2013, ISBN 978-0-415-83249-6. (Inhaltsverzeichnis)
  • Hermann Mückler: Die Marshall-Inseln und Nauru in deutscher Kolonialzeit. Südsee-Insulaner, Händler und Kolonialbeamte in alten Fotografien. Frank & Timme, Berlin 2016, ISBN 978-3-7329-0285-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marshallinseln – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Marshallinseln – Reiseführer
 Wiktionary: Marshallinseln – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikimedia-Atlas: Marshallinseln – geographische und historische Karten
 Wikisource: Kolonialismus – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. UN Statistics Division, World Statistics Pocketbook 2015, S.125
  2. [1]
  3. Geografie der Marshallinseln abgerufen am 28. März 2011
  4. Bauernfeind, Ingo: Radioaktiv bis in alle Ewigkeit – Das Schicksal der Prinz Eugen. E. S. Mittler & Sohn, Hamburg/Berlin/Bonn 2011, ISBN 978-3-8132-0928-0, S. 99 f.
  5. Marshall Islands Postage Stamps 1984-Today. In: Marshall Island Stamp Catalog. Abgerufen am 20. September 2010 (englisch).
  6. Stanley, David: Mikronesien-Handbuch; Verlag Gisela E. Walther; 1987; S.75ff.
  7. Doing Business 2007: How to Reform. Who regulates employment the least—and who the most? Weltbank, 2006, S. 19; abgerufen am 20. September 2010 (PDF, englisch, Seite 19 entspricht Seite 25 im PDF).
  8. Doing Business 2010: Reforming through difficult times. Rankings on the ease of doing business. Weltbank, 2009, S. 4; abgerufen am 20. September 2010 (PDF, englisch, Seite 4 entspricht Seite 16 im PDF).
  9. Trend: EU will neue schwarze Liste von Steueroasen
  10. Republic of the Marshall Islands becomes 181st ILO member State. Internationale Arbeitsorganisation, 16. Juni 2007; abgerufen am 20. September 2010 (englisch, auch in französischer und spanischer Sprache verfügbar).
  11. Compact of Free Association Amendments Act of 2003. 17. Dezember 2003; abgerufen am 20. September 2010 (PDF, englisch).
  12. Marshall Inseln. In: s-cool.org. Michael Dieckmann, 6. Februar 2006; abgerufen am 20. September 2010.
  13. Wirtschaft. In: marshallinseln.net. Martin Mühlbauer; abgerufen am 20. September 2010.
  14. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten. Fischer, Frankfurt 2009, ISBN 978-3-596-72910-4.
  15. a b Australia-Oceania :: Marshall Islands. In: The World Factbook. CIA; abgerufen am 20. September 2010 (englisch).
  16. U.S. Nuclear Testing Program in the Marshall Islands. U.S. Nuclear Detonationes in the Marshall Islands. Marshall Islands Nuclear Claims Tribunal; abgerufen am 20. September 2010 (englisch).
  17. Marshall-Inseln verklagen Atommächte diepresse.com; Pazifikzwerg will Atommächte zur Abrüstung zwingen handelsblatt.com, abgerufen am 28. April 2014
  18. Tiny Pacific Island and Nuclear Test Site Sues Nations for Failing on Nuclear Disarmament newsweek.com;The Nuclear Zero Lawsuits: Taking Nuclear Weapons to Court wagingpeace.org, abgerufen am 25. April 2014
  19. [2] ICJ Case docket, abgerufen am 11. Mai 2015
  20. The Marshall Islands' Nuclear Zero Cases in the International Court of Justice - Background and Current Status lcnp.org; pdf icj-cij.org, abgerufen am 5. Oktober 2015
  21. Alternativer Nobelpreis im Zeichen der Anti-Atombewegung wienerzeitung.at, abgerufen am 2. Oktober 2015
  22. Fidschi siedelt Dörfer um - Wie der Klimawandel Heimat frisst. In: Deutschlandfunk Kultur. (deutschlandfunkkultur.de [abgerufen am 3. November 2017]).
  23. Wolfgang Roth: Südsee-Inseln gehen zuerst unter. In: Süddeutsche.de, 17. Mai 2010. Abgerufen am 30. Dezember 2013.
  24. tagesschau.de: Klimawandel: Not der Marshall-Inseln. Abgerufen am 3. November 2017.
  25. Klimawandel soll als Sicherheitsgefahr eingestuft werden.. In: Handelsblatt, 16. Februar 2013. Abgerufen am 30. Dezember 2013.
  26. Phillip Muller: Pacific islands’ deadly threat from climate change. In: The Washington Post, 31. Mai 2013. Abgerufen am 30. Dezember 2013.

Koordinaten: 7° N, 171° O