Marstal

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Dänemark Marstal
Wappen von Marstal
Marstal (Dänemark)
Marstal
Marstal
Basisdaten
Staat: Dänemark
Region: Syddanmark
Kommune
(seit 2006):
Ærø
Kommune/Amt:
(bis Ende 2005)
Marstal Kommune
Fyns Amt
Herred/Amt:
(bis April 1970)
Ærø Herred
Svendborg Amt
Sogn: Marstal Sogn
Koordinaten: 54° 51′ N, 10° 31′ OKoordinaten: 54° 51′ N, 10° 31′ O
Einwohner:
(2017[1])
2.232
Postleitzahl: 5960 Marstal
Partnerstädte: DeutschlandDeutschland Elsfleth (1999–2014)

Marstal ist eine Hafenstadt an der Südostspitze der dänische Insel Ærø. In Marstal lebten am 1. Januar 2017 2232 Einwohner.[1]

Die Stadt bildet eine eigene Kirchspielsgemeinde (dän.: Sogn) Marstal Sogn und gehört zur Ærø Kommune in der Region Syddanmark. Bis 1864 gehörte die Stadt – wie ganz Ærø, das eine eigene Harde Ærø Herred bildete – zum Nordborg Amt des Herzogtums Schleswig, danach bis zur dänischen Verwaltungsreform von 1970 zum Svendborg Amt. Durch diese wurde Marstal Verwaltungssitz der eigenständigen Marstal Kommune im damaligen Fyns Amt, bis diese noch vor der dänischen Verwaltungsreform von 2007 zum 1. Januar 2006 mit der Nachbarkommune Ærøskøbing Kommune zur Ærø Kommune verschmolzen wurde.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marstal ist Hafenstadt und beherbergt eine Seefahrtsschule. Unter anderem aufgrund dieser Gemeinsamkeit wurde am 13. Januar 1999 eine Städtepartnerschaft mit dem niedersächsischen Elsfleth beschlossen.

2006 wurden die selbständigen Kommunen der Insel zu einer einzigen Verwaltungseinheit, der Kommune Ærø zusammengefasst. Die Städtepartnerschaft wurde daher am 11. Mai 2007 rückwirkend zum 1. Januar 2006 in eine Städtepartnerschaft mit der neuen Kommune Ærø umgewandelt.[2] Zum Jahresende 2014 wurde diese Städtepartnerschaft von dänischer Seite aufgekündigt.[3]

Seefahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Seefahrtsmuseum in Marstal

Von ca. 1860 bis in die 1920er Jahre gehörte den Marstaler Reedern der nach Kopenhagen zweitgrößte Schiffsverband der dänischen Handelsflotte, hier hatten 300 große Segelschiffe ihren Heimathafen.[4] Von 2008 bis 2012 wurde auf dem Eriksens Plads in Marstal, wo seit 1855 Schiffe gebaut und vom Stapel gelassen wurden,[4] der Schoner Bonavista im Auftrag des Dänischen Nationalmuseums restauriert. Die Arbeiten konnten von einer Besucher-Plattform aus verfolgt werden. Über den Ablauf gaben Informationstafeln Auskunft. Heute hat die Bonavista ihren Liegeplatz am Kai nebenan. Auf dem Eriksens Plads wurde in der Folge das Spantengerüst der Bonavista nachgebaut, wieder einsehbar für Interessierte.[4]

Das 1929 als Sammlung in einem Schiffshandel und dem benachbarten Packhaus[4] begründete Marstaler Seefahrtsmuseum dokumentiert heute in umfangreichen Sammlungen mit originalen Artefakten – Schiffsmodelle und -portraits / -fotos, Buddelschiffe, Seemannskisten usw. – die Entwicklung der Schifffahrt, insbesondere in Dänemark. Das Museum umfasst nach Einbeziehung von Nachbargrundstücken inzwischen über 30 Ausstellungsräume, einschließlich einer Segel- und Seilerwerkstatt auf dem Dachboden eines der Gebäude und einem Navigationsraum mit Seekarten, Sextanten, Oktanten und handgeschriebenen Navigationsbüchern.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An historischen Gebäuden ist vor allem die im Jahre 1738 erbaute und 1772 erweiterte Kirche zu nennen, die erst 1920 aus Anlass der im Ergebnis des Ersten Weltkrieges erfolgten Wiedervereinigung Nordschleswigs mit Dänemark einen Turm erhielt. In der Kirche befindet sich ein mittelalterliches Taufbecken, ein Altarbild des Grönland- und Marinemalers Carl Rasmussen (1841–1893) und eine Frobenius-Orgel von 1973.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2003 wurde in Marstal eine große Solarthermie-Anlage samt saisonalem Wärmespeicher installiert, über eine Kollektorfläche von 19.000 m² verfügt und etwa 1.400 Kunden mit Solarwärme versorgt. Die Kollektorleistung liegt bei 12,85 MWth, der jährliche Solarertrag bei ca. 8,8 Mio. kWh. Die Einspeisung der Wärme erfolgt in das Fernwärmenetz der Stadt, die damit auf einen solaren Deckungsgrad von ca. 32 % kommt.[5] Diese Solarwärme-Freiflächenanlage war einige Jahre die weltgrößte Anlage dieses Typs.

Marstal war durch eine Fährverbindung mit Rudkøbing auf Langeland verbunden. Diese Verbindung wurde am 21. Januar 2013 eingestellt.[6]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte Marstals ab dem Gefecht von Eckernförde bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges – stellvertretend für die Geschichte des modernen Dänemarks – erzählt Carsten Jensens Roman Vi, de druknede (deutsch: Wir Ertrunkenen) aus dem Jahr 2006.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistikbanken -> Befolkning og valg -> BY1: Folketal 1. januar efter byområde, alder og køn (dänisch)
  2. Städtepartnerschaft. Stadt Elsfleth, archiviert vom Original am 23. Januar 2012, abgerufen am 5. August 2017.
  3. Ærø kündigt Elsfleth die Städtepartnerschaft. nwzonline.de, abgerufen am 5. August 2017.
  4. a b c d e Gratisbroschüre Maritime Erlebnisse 2016. Kurs auf Fünens Küsten. S. 45 (Auflage: 45.000; Redaktionsschluss 6. Februar 2015) des Maritimt Center Danmark /SvendborgEvent, Maritimtcenter.dk
  5. Volker Quaschning, Regenerative Energiesysteme. Technologie – Berechnung – Simulation. 8. aktualisierte Auflage. München 2013, S. 101f.
  6. Ferrylines.com: Ferry News 12/2012 – Fährverbindung Rudkøbing (Langeland) - Marstal (Ærø) wird eingestellt., abgerufen am 15. März 2013
  7. Carsten Jensen: Wir Ertrunkenen. 1. Auflage. Knaus, München 2008, ISBN 978-3-8135-0301-2 (dänisch: Vi, de druknede. Übersetzt von Ulrich Sonnenberg).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marstal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien