Marta (Latium)

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Marta
Wappen
Marta (Italien)
Marta
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Viterbo (VT)
Koordinaten: 42° 32′ N, 11° 56′ OKoordinaten: 42° 32′ 4″ N, 11° 55′ 33″ O
Höhe: 315 m s.l.m.
Fläche: 33,34 km²
Einwohner: 3.499 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 105 Einw./km²
Postleitzahl: 01010
Vorwahl: 0761
ISTAT-Nummer: 056034
Volksbezeichnung: Martani
Schutzpatron: Santa Marta
Website: Gemeinde
Panorama von Marta
Panorama von Marta

Marta ist eine italienische Gemeinde mit 3499 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) in der Provinz Viterbo die zur Region Latium gehört und am Südwestufer des Bolsenasees liegt.

Marta von Westen

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Marta in der Provinz Viterbo

Marta liegt 106 km nordwestlich von Rom, 41 km nördlich von Tarquinia und 22 km nordwestlich von Viterbo am Südwestufer des Bolsenasees. Im Gemeindegebiet befindet sich der einzige Ausfluss aus dem Bolsenasee, das Flüsschen Marta, das den See ins Tyrrhenische Meer entwässert. Zum Gemeindegebiet gehört die Isola Martana im Bolsenasee. Das Gemeindegebiet erstreckt sich über eine Höhe von 260 bis 430 m s.l.m.. Der Höchste Punkt ist der Monte di Marta, der vulkanischen Ursprungs ist.

Marta liegt in einem ehemals vulkanisch aktiven Gebiet, dem sogenannten Apparato Vulsinio. Der Bolsenasee selbst entstand durch den Einsturz unterirdischer Magmakammern. [2] Die Gemeinde liegt in der Erdbebenzone 3 (wenig gefährdet).[3]

Die Nachbargemeinden sind im Uhrzeigersinn Montefiascone, Viterbo, Tuscania und Capodimonte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Strada Provinciale 8 Italia.svg Marta liegt an der strada provinciale SP 8 Strada Verentana, die den Ort mit der
  • Strada Statale 2 Italia.svg Via Cassia verbindet, die von Rom über Siena nach Florenz führt.
  • Strada Provinciale 12 Italia.svg Die strada provinciale SP 12 Strada Martana verbindet den Ort mit Tuscania.
  • Autostrada A1 Italia.svg Die nächste Autobahnauffahrt auf die A1 Autostrada del Sole ist in 42 km Orvieto.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde im Jahr 726 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. 787 schenkte Karl der Große Marta, zusammen mit anderen Orten der Region, dem Patrimonium Petri, auch wenn es dem Papst vorerst nicht gelang seine Macht dort auszuüben. 1261 bestätigte der Papst Urban IV. Marta als Besitz der Herren von Vico. 1354 unterwarf Kardinal Egidio Albornoz Marta dem Kirchenstaat und kam unter die Kontrolle des Bischofs von Montefiascone. 1431 übergab der Papst Marta an Ranuccio Farnese zunächst für fünf Jahre. Die Farnese übten mit kurzen Unterbrechungen die Herrschaft darüber hinaus aus und gliederten Marta schließlich in das Herzogtum Castro ein. Mit dessen Zerstörung 1649 fiel Marta an die Apostolische Kammer. 1870 wurde Marta in das neue Königreich Italien eingegliedert.[4]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1871 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2011
Einwohner 1.452 1.460 2.022 2.692 2.953 3.260 3.279 3.372 3.436 3.516

Quelle ISTAT[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lucia Catanesi (Bürgerliste Uniti per Marta) wurde im Mai 2006 zur Bürgermeisterin gewählt.[6]. und bei der Wahl am 15. und 16. Mai 2011 im Amt bestätigt. Ihre Bürgerliste stellt auch mit 8 von 12 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.[7]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt die Heilige Martha, die dem Ort auch ihren Namen gegeben haben soll.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner von Marta gehören mehrheitlich der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft an. Die Gemeinde gehört zum Bistum Viterbo.[8]

Bauwerke und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kollegiatskirche Santi Maria e Biagio mit Fassade von 1787 und Glockenturm von 1792 sowie Innenraum mit Altargemälden und Kruzifix.
  • Kirche Santissimo Crocifisso an der Via Nino Bixio mit barocker Innengestaltung und Fresken der Renaissance.
  • Wallfahrtskirche Santa Maria del Monte im Westen des Ortes mit Fassade von 1485 und Freskenfragment der Madonna mit Kind im Hauptaltar. Am 14. Mai wird eine Prozession hierher mit Darbietung der landwirtschaftlichen Produkte veranstaltet, genannt Le Passate bzw. La Barrabata.
  • Wallfahrtskirche Santa Maria del Castagno an der Via Verentana westlich Martas mit drei Barockaltären.
  • Burg des 13. Jahrhunderts mit 21 Meter hohem Uhrturm von viereckiger Basis und achteckigem Oberteil.
  • Palazzo Comunale an der Piazza Umberto I mit manieristischer Fassadengestaltung.
  • Palazzo Ciotti am selben Platze mit Innenhof und Eingangsportal mit dreifacher Abbildung der Farnese-Lilie.
  • Palazzo Tarquini Savelli am selben Platze mit freskierten Innenräumen.
  • Ruine der ehemaligen Templerburg, des Castello Araldo, an der Provinzialstraße 12 im Süden Martas mit Kirche S. Maria delle Grazie.
  • Isola Martana mit Resten einer römischen Landvilla des ostgotischen Königs Theodahad, der hier am 30. April 535 seine Cousine und Mitregentin Amalaswintha, ermorden ließ.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtiger Wirtschaftszweig ist der Tourismus. In Marta steht eine moderne Fischaufzuchtstation, um der Fischerei im Bolsenasee die Grundlage zu sichern.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der zweiten Julihälfte findet die Sagra del Cannaiola di Marta statt, die dem hiesigen roten Dessertwein gewidmet ist.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Quirino Galli: La Barabbata di Marta. Saggi su un rito-spettacolo, Viterbo 1978.
  • Angela Lanconelli: I lavori alla peschiera del Marta. Contributo alla storia della pesca nel Lazio bassomedioevale, in: Scritti in memoria di Giuseppe Marchetti Longhi, Anagni 1990, S. 233-249.
  • Andrea Ciacci: Archeologia della vite e del vino in Toscana e nel Lazio. Dalle tecniche dell'indagine archeologica alle prospettive della biologia molecolare, Borgo San Lorenzo 2012 ISBN 978-88-7814-538-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. www.lagodibolsena.org pdf
  3. Italienischer Zivilschutz
  4. meteomarta.it (italienisch), abgerufen am 28. Dezember 2015
  5. Statistiche demografiche ISTAT. Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2011.
  6. La Repubblica am 29. Mai 2006
  7. Information des Innenministeriums
  8. Diözese Viterbo (italienisch), abgerufen am 28. Dezember 2015

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marta (Italy) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien