Marta Domínguez

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Marta Dominguez Leichtathletik
Marta Dominguez.jpg

Marta Dominguez bei der Cross-EM 2007

Nation SpanienSpanien Spanien
Geburtstag 3. November 1975
Geburtsort Palencia
Größe 163 cm
Gewicht 52 kg
Karriere
Disziplin Langstreckenlauf, Hindernislauf
Trainer César Pérez
Status aktiv
Medaillenspiegel
Weltmeisterschaften 0 × Gold 3 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaften 3 × Gold 1 × Silber 4 × Bronze
Weltmeisterschaften
0Silber0 Edmonton 2001 5000 m
0Silber0 Birmingham 2003 3000 m
0Silber0 Saint-Denis 2003 5000 m
Europameisterschaften
0Gold0 Wien 2002 3000 m
0Gold0 München 2002 5000 m
0Gold0 Göteborg 2006 5000 m
0Silber0 Birmingham 2007 3000 m
0Bronze0 Stockholm 1996 3000 m
0Bronze0 Valencia 1998 3000 m
0Bronze0 Budapest 1998 5000 m
0Bronze0 Gent 2000 3000 m
letzte Änderung: 10. September 2016

Marta Domínguez (Marta Domínguez Azpeleta; * 3. November 1975 in Palencia) ist eine spanische Langstrecken- und Hindernisläuferin.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1993 wurde sie Junioren-Europameisterin über 1500 m. Erste Erfolge im Erwachsenenbereich feierte sie in der Halle über 3000 m: bei den Weltmeisterschaften, wo sie 1995 in Barcelona Sechste und 1997 in Paris Fünfte wurde, und bei den Europameisterschaften, wo sie 1996 in Stockholm und 1998 in Valencia die Bronzemedaille gewann. Im Freien trat sie bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften 1995 in Göteborg über 1500 m an und erreichte das Halbfinale.

Mit einer weiteren Bronzemedaille bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 1998 in Budapest über 5000 m etablierte sie sich in der europäischen Spitze. Über dieselbe Distanz wurde sie im Jahr darauf bei den Weltmeisterschaften in Sevilla Neunte. 2000 gewann sie bei den Halleneuropameisterschaften in Gent erneut die Bronzemedaille über 3000 m, scheiterte aber bei den Olympischen Spielen in Sydney über 5000 m im Vorlauf, nachdem sie sich kurz zuvor eine Erkältung zugezogen hatte.

2001 wurde sie zunächst Vierte bei den Hallenweltmeisterschaften in Lissabon und gewann dann bei den Weltmeisterschaften in Edmonton über 5000 m Silber hinter der Russin Olga Jegorowa. 2002 gewann sie den Titel sowohl bei den Halleneuropameisterschaften in Wien über 3000 m wie auch bei den Europameisterschaften in München über 5000 m. 2003 folgten Silbermedaillen bei den Hallenweltmeisterschaften in Birmingham über 3000 m und bei den Weltmeisterschaften in Paris/Saint-Denis über 5000 m.

2004 startete sie mit einem vierten Platz über 3000 m bei den Hallenweltmeisterschaften in Budapest, musste dann aber verletzt bei den Olympischen Spielen in Athen aussetzen. Bei den Weltmeisterschaften 2005 in Helsinki kam sie über 5000 m lediglich auf den 14. Platz, zeigte sich dann aber im Jahr darauf bei den Europameisterschaften in Göteborg in Bestform, als sie ihren Titel über 5000 m verteidigte und über 10.000 m mit spanischem Rekord Siebte wurde. 2007 errang sie bei den Halleneuropameisterschaften in Birmingham die Silbermedaille.

Domínguez (Mitte) bei den Europameisterschaften 2010

Seit der Saison 2008 konzentriert sie sich auf den Hindernislauf. Bei den Olympischen Spielen in Peking behauptete sie sich in der Spitzengruppe, stürzte aber 250 Meter vor dem Ziel über ein Hindernis und stieg aus dem Rennen aus.

Zu ihren Erfolgen bei Straßenläufen zählen Siege bei der San Silvestre Vallecana 2002 und 2003 und der Sieg bei der Cursa Bombers 2003.

Insgesamt wurde sie sechsmal in Folge Spanische Meisterin über 5000 m (1998–2003) und neunmal in der Halle über 3000 m (1995–1998, 2000–2004). Außerdem errang sie nationale Titel über 1500 m (1996) und 10.000 m (2006) sowie im Crosslauf (2006).

Marta Domínguez ist 1,63 m groß, wiegt 52 kg und startet für die Sportartikelfirma Nike. Im Frühjahr 2009 trennte sie sich von ihrem langjährigen Trainer Mariano Díez; seitdem wurde sie von César Pérez betreut. 2009 wurde sie zur europäischen Leichtathletin des Jahres gewählt.[1] Ihr Kennzeichen bei Wettkämpfen ist ein pinkfarbenes Stirnband, das ihr ein Verwandter schenkte, als sie ein Kind war.

Marta-Domínguez-Statue in ihrer Heimatstadt Palencia

Doping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 9. Dezember 2010 wurde sie ebenso wie ihr Trainer Pérez, ihr Manager José Alonso und elf weitere Personen im Rahmen der Operación Galgo unter dem Verdacht des Handels mit Dopingmitteln festgenommen. Domínguez kam wegen ihrer Schwangerschaft nach einem achtstündigen Verhör unter Auflagen wieder frei und wurde von ihrem Posten als Vizepräsidentin des spanischen Leichtathletikverbandes RFEA vorübergehend entbunden.[2][3][4] Im April 2011 wurde sie vom Verdacht der Verwicklung in den Dopingskandal entlastet. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen gegen sie weitgehend ein. In zwei weiteren Verfahrungen wurde weiterhin gegen sie ermittelt. Es ging darum, ob sie ihre Bankkonten in Andorra und Monaco zur Steuerhinterziehung genutzt und ob sie einem Trainingskollegen rezeptpflichtige Arzneimittel beschafft hat. Diese Punkte galten aber als weniger gravierend.[5] Im Juli 2011 wurde ein Verfahren gegen sie eröffnet. Ihr wurde vorgeworfen, einem befreundeten Athleten ohne Lizenz ein Medikament verabreicht zu haben.[6] Später kam es zur Einstellung dieses Verfahrens.[7] Im Frühling 2013 forderte die IAAF den spanischen Verband auf, ein Verfahren gegen Domínguez einzuleiten, weil ihre Blutwerte auf Doping hindeuteten.[8] Nachdem sich der spanische Verband zunächst weigerte, eine Entscheidung zu treffen,[9] sprach er die Sportlerin im März 2014 frei, wogegen der Weltverband beim Internationalen Sportgerichtshof Berufung einlegte.[10] Der internationale Sportgerichtshof verurteilte Domínguez im November 2015 wegen Dopings zu einer dreijährigen Sperre. Außerdem wurden ihr alle Titel, welche sie zwischen dem 5. August 2009 und dem 4. Januar 2013 errungen hatte, aberkannt. Dies betraf unter anderem den Weltmeistertitel über 3000 m Hindernis von 2009 und den Vize-Europameistertitel von 2010.[11]

Politisches Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Spanischen Parlamentswahlen 2011 errang Marta Domínguez einen Sitz für Palencia und die Partido Popular (PP).[12] Nach ihrer Dopingsperre wurde sie kurz vor der Wahl 2015 von der PP von der Kandidatenliste gestrichen.[13]

Persönliche Bestleistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1500 m: 4:04,84 min, 4. Juli 2009, Madrid
    • Halle: 4:07,69 min, 9. Februar 2002, Sevilla
  • 2000 m (Halle): 5:49,55 min, 8. März 1998, Sindelfingen
  • 3000 m: 8:28,80 min, 11. August 2000, Zürich (spanischer Rekord)
    • Halle: 8:40,98 min, 10. März 2001, Lissabon
  • 5000 m: 14:48,33 min, 26. August 2003, Paris
  • 10.000 m: 30:51,69 min, 7. August 2006, Göteborg (spanischer Rekord)
  • Halbmarathon: 1:10:54 h, 1. Februar 2009, Granollers

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Marta Domínguez – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christian Fuchs: Jessica Ennis ist Europas Athletin des Jahres, www.leichtathletik.de 4. Oktober 2012
  2. Spiegel Online: Doping-Ermittlungen in Spanien: „Sie zerstören ihren eigenen Mythos“. 10. Dezember 2010
  3. Frankfurter Rundschau: Doping in Spanien: Weckruf in einem anderen Land. 10. Dezember 2010
  4. Süddeutsche Zeitung: Doping in Spanien – „Gold im Dopen“. 10. Dezember 2010
  5. Domínguez vom Dopingvorwurf entlastet. In: Spiegel Online vom 20. April 2011
  6. Doping-Verfahren gegen Weltmeisterin Dominguez. In: Focus vom 11. Juli 2011
  7. Siesta gegen Doping. In: Tagesspiegel vom 3. August 2011
  8. Doping-Verwirrung um Dominguez sport1.de 9. Oktober 2013
  9. faz.net 9. Oktober 2013
  10. Freispruch für Marta Dominguez tagesspiegel.de 16. April 2014
  11. Doping: Läuferin Dominguez verliert ihren WM-Titel, spiegel.de vom 20. November 2015. Abgerufen am 20. November 2015.
  12. ABC online: Domínguez: "Hay que funcionar cuanto antes", 21. November 2011
  13. Doping: CAS erkennt Domínguez WM-Titel von 2009 ab swp.de 19. November 2015