Martha Lane Fox

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Lane Fox, 2011

Martha Lane Fox, Baroness Lane-Fox of Soho CBE (* 10. Februar 1973 in Oxford) ist eine britische Geschäftsfrau und Trustee von mehreren gemeinnützigen Vereinen, die als Vorsitzende an mehreren E-Commerce-Projekten und Untersuchungen teilgenommen hat. Sie ist Boardmitglied von Channel 4, mydeco.com und Marks & Spencer und hat lastminute.com mitgegründet. Seit 2013 ist sie Mitglied des House of Lords.

Jugend[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lane Fox ist die Tochter des Autors und Historikers Robin Lane Fox. Sie ging auf die Oxford High School und die Westminster School und studierte Alte und Moderne Geschichte am Magdalen College, Oxford.[1]

Geschäftliche Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Universität interessierte sie sich für die Schauspielerei und Gefängnisleitung, aber sie trat eine Stelle bei der Beratungsfirma Spectrum an, wo sie mit EDV-Unternehmen und Medienfirmen befasste. Ihr erstes Projekt war für British Telecom mit dem Titel What is the Internet?, wobei sie Brent Hoberman kennenlernte.

Im Jahr 1998 gründeten sie mit Brent Hoberman lastminute.com, ein Online-Reisebüro und -Geschenkeversandhaus, das zu Spitzenzeiten der Dotcom-Blase große Aufmerksamkeit erlangte.[1] Am 20. November 2003 trat sie als Managing Director von Lastminute.com zurück. Die Firma hat den Dotcom-Crash überlebt und wurde 2005 für 557 Mio £ durch Sabre Holdings gekauft.[2] Der persönliche Aktienanteil von Lane Fox's war zu dieser Zeit 13 Mio £.[1]

Am 28. Dezember 2003 wurde durch The Sunday Telegraph bekannt, das Fox zusammen mit Galen Weston, dem Besitzer von Selfridges das Tagesgeschäft dieses Unternehmens übernehmen werde. Nachdem ihr Julian Douglas, der Direktor eines auf Werbung spezialisierten Unternehmens, 2005 die Idee einer Karaoke-Bar im Stil von Tokio mitteilte, eröffnete sie zusammen mit Nick Thistleton einen solchen Club unter dem Namen Lucky Voice London Soho.[1] 2007 wurde sie Non-executive Director bei Marks & Spencer.[1] Außerdem ist sie in der Geschäftsleitung von Channel 4 und mydeco.com, einer Start-up-Firma ihres Kollegen Brent Hoberman.

Am 16. Juni 2009 wurde sie Digital Inclusion Champion der britischen Regierung und leitete eine zweijährige Kampagne, um die britische Bevölkerung an Computer zu gewöhnen.[3][4][5][6] Sie dachte, wer sich nicht on-line engagiere, könne kein wirkliches Mitglied der Gesellschaft sein.[7] Am 22. März 2010 wurde ihre Rolle in der Regierung erweitert, als bekannt wurde, dass sie eine neue Digital Public Services Unit innerhalb des Cabinet Office einrichten werde.[8] Im Juni 2010 sollte sie als UK Digital Champion die Regierung auch beraten, wie öffentliche on-line-Dienste helfen können, effizientere Dienstleistungen anzubieten und sie wurde Mitglied des Cabinet Office’s Efficiency and Reform Board.

Wohltätigkeitsaktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lane Fox setzt sich ausgesprochen für Menschenrechte, Frauenrechte und soziale Gerechtigkeit ein. 2007 gründete sie Antigone, einen Trust zur Unterstützung von britischen Wohltätigkeitsvereinen.[9] Als Patronin von Reprieve setzte sie sich unter anderem für die Entlassung des zuvor in Großbritannien wohnhaften Binyam Mohammed aus Guantanamo Bay ein.[1] Sie ist außerdem Patronin von Camfed im Kampf gegen Armut, HIV und AIDS durch die Bildung von Mädchen und jungen Frauen in Afrika ein.[10] Zusammen mit Cherie Blair and Joanna Trollope unterstützte sie finanziell den Orange Prize for Women’s Fiction nachdem der Telefonnetzanbieter Orange diesen nicht mehr als Sponsor unterstützte.[11]

Würdigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lane Fox wurde 2013 zum Commander of The Most Excellent Order of the British Empire (CBE) für ihre Dienste in der Digitalen Ökonomie und Wohltätigkeitsorganisationen.[12] Im Februar 2013 war sie laut Einschätzung von Woman’s Hour auf BBC Radio 4 eine der 100 mächtigsten Frauen in Großbritannien.[13] Im gleichen Monat wurde bekannt gegeben, dass sie als Life Peer mit dem Titel Baroness Lane-Fox of Soho als Crossbencher einen Sitz im House of Lords bekommen werde.[14]

Privatleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lane Fox lebt mit ihrem Lebensgefährten, dem Fernsehproduzenten Chris Gorell Barnes, in Marylebone, London.[15]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Jonathan Prynn, Evening Standard: Martha Lane Fox joins M&S. This is Money. 22. Mai 2007. Abgerufen am 24. November 2009.
  2. Maija Pesola: Sabre agrees to buy Lastminute for £577m. In: FT.com, 11. Mai 2005. Abgerufen am 30. Januar 2012. 
  3. About us. Race Online 2012. Abgerufen am 24. November 2009.
  4. Digital Britain, BBC News. 16. Juni 2009. Abgerufen am 24. November 2009. 
  5. Maggie Brown: Martha Lane Fox – what she’ll do as the UK's digital inclusion champion, The Guardian. 16. Juli 2009. Abgerufen am 30. August 2009. 
  6. UK digital champion, Martha Lane Fox, wants to get everyone of working age online by 2012, BBC News. 12. Juli 2010. 
  7. „I don’t think you can be a proper citizen of our society in the future if you are not engaged online.“ UK | Magazine | The internet’s conscientious objectors, BBC News. 6. August 2009. Abgerufen am 24. November 2009. 
  8. Rebecca Thomson: Gordon Brown turns his focus to digital economy, Computer Weekly. 22. März 2010. 
  9. Antigone. Antigone. Abgerufen am 13. März 2012.
  10. Camfed on BBC Radio 4 this Christmas Day at Camfed
  11. https://www.theguardian.com/books/2012/oct/08/orange-prize-private-donors-sponsor
  12. London Gazette, Nr. 60367 vom 29. Dezember 2012
  13. BBC Radio 4, Woman's Hour Power list
  14. House of Lords, Official Website - New peers announced. Abgerufen am 27. Februar 2013.
  15. James Ashton: Martha Lane Fox back. In: The Times, 19. Juli 2009. Abgerufen am 12. Mai 2010.