Martha Liebermann

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Martha Liebermann (* 8. Oktober 1857 als Martha Marckwald in Berlin; † 10. März 1943 im Jüdischen Krankenhaus Berlin) war die Ehefrau des Malers Max Liebermann. Sie beging am Tage vor ihrer geplanten Deportation in das KZ Theresienstadt Selbstmord.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anders Zorn, Portrait Martha Liebermann, 1896

Bis zur Heirat mit Max Liebermann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martha Liebermann war das vierte Kind von Ottilie und Heinrich Benjamin Marckwald, der eine Wollhandlung in Berlin führte.[1] Sie wuchs mit vier Geschwistern in den wohlhabenden Verhältnissen einer jüdischen Kaufmannsfamilie in Berlin auf. Nach dem Tod von Martha Liebermanns Vater im Jahr 1870 wird Louis Liebermann, der Vater von Max Liebermann, Vormund für die Marckwald-Kinder.[2]

Aus der Verbindung der Familien Markwald und Liebermann gingen zwei Ehen hervor. Zunächst heiratete Martha Liebermanns ältere Schwester Elsbeth den älteren Bruder von Max Liebermann Georg. Am 14. September 1884 heirateten Martha und Max Liebermann.[3]

Als Ehefrau von Max Liebermann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 1885 wird Käthe Liebermann, das einzige Kind von Martha und Max Liebermann geboren. Im Jahr 1892 bezieht die Familie die zweite Etage des Palais der Familie Liebermann am Pariser Platz 7.[4]

Im Jahr 1904 erkrankt Martha an Brustkrebs. James Israel, Chefarzt des jüdischen Krankenhauses, operiert sie und sie überwindet die Erkrankung. 1910 bezieht die Familie das von Paul Baumgarten neu errichtete Sommerhaus am Wannsee, die Liebermann-Villa.

Familiengrab der Liebermanns auf dem jüdischen Friedhof Schönhauser Allee

Nach dem Tod von Max Liebermann[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Februar 1935 stirbt Max Liebermann im Haus am Pariser Platz. Im selben Jahr zieht Martha Liebermann in eine Wohnung in der Graf-Spee-Straße 23 (heute: Hiroshimastraße) im benachbarten Tiergartenviertel. Durch die Verfolgung der Juden im nationalsozialistischen Deutschland verliert Martha Liebermann im Laufe der Jahre ihre beiden Häuser am Pariser Platz und am Wannsee, sowie fast ihr gesamtes Vermögen.[5]

Nach den Novemberpogromen von 1938 verlässt die Tochter von Martha Liebermann, Käthe, mit ihrer Tochter und ihrem Mann Kurt Rietzler Deutschland und emigriert in die USA. Ab 1941 versucht auch Martha Liebermann in die Schweiz und nach Schweden auszureisen. Die Emigration scheitert auch an den hohen finanziellen Forderungen der Nationalsozialisten, die versuchen, auf Kosten der Witwe des weltberühmten Malers Max Liebermann Devisen von ihren ausländischen Helfern zu erpressen.[6]

Als am Morgen des 5. März 1943 ein Kriminalbeamter Martha Liebermann zum Abtransport in das KZ Theresienstadt abholen will, lag sie im Koma. Sie hatte eine Überdosis Veronal genommen, um sich der Deportation zu entziehen. Sie starb am 10. März im Jüdischen Krankhaus von Berlin.[7]

Da der Jüdische Friedhof Schönhauser Allee, auf dem ihr Mann begraben liegt, von den Nationalsozialisten beschlagnahmt war, wurde Martha Liebermann auf dem jüdischen Friedhof in Weißensee begraben. Am 11. Mai 1954 wurde sie auf den jüdischen Friedhof Schönhauser Allee überführt und an der Seite ihres Ehemannes beigesetzt.[8]

Erinnerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stolperstein Martha Liebermann am Pariser Platz 7

Martha Liebermann ist ein Stolperstein vor dem Max Liebermann Haus auf dem Pariser Platz gewidmet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernd Schmalhausen: „Ich bin doch nur ein Maler“. Max und Martha Liebermann im Dritten Reich. Georg Olms Verlag, Hildesheim 1994, ISBN 3-487-09911-X.
  • Martin Fass: Martha Liebermann (1857-1943). Lebensbilder. Max-Liebermann-Veranstaltungs GmbH, Berlin 2007, ISBN=978-3-9811952-0-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Petra Wandrey: Chronologie. In: Martin Faass (Hrsg.): Martha Liebermann (1857-1943). Lebensbilder. Max-Liebermann-Veranstaltungs GmbH, Berlin 2007, ISBN 978-3-9811952-0-0, S. 113.
  2. Lea Herzig: Martha Liebermann (geb. Marckwald). www.stolpersteine-berlin.de, abgerufen am 20. März 2017.
  3. Petra Wandrey: Chronologie. In: Martin Faass (Hrsg.): Martha Liebermann (1857-1943). Lebensbilder. Max-Liebermann-Veranstaltungs GmbH, Berlin 2007, ISBN 978-3-9811952-0-0, S. 114.
  4. Max Liebermann Haus. stiftungbrandenburgertor.de, abgerufen am 25. März 2017.
  5. Bernd Schmalhausen: „Ich bin doch nur ein Maler“. Max und Martha Liebermann im Dritten Reich. Georg Olms Verlag, Hildesheim 1994, ISBN 3-487-09911-X, S. 106.
  6. Cecelia Lengefeld / Annette Roeloffs-Haupt: »Mir ist die Situation unerträglich geworden«. Martha Liebermanns verzweifelte Hoffnung auf eine Ausreise nach Schweden 1941-1943. In: Martin Fass (Hrsg.): Martha Liebermann (1857-1943). Lebensbilder. Max-Liebermann-Veranstaltungs GmbH, Berlin 2007, ISBN 978-3-9811952-0-0, S. 86–113.
  7. Florian Müller-Klug: Die Verfolgung Martha Liebermanns durch die Nationalsozialisten - Eine Chronologie. Clio Berlin Blog, 30. März 2017, abgerufen am 31. März 2017.
  8. Regina Scheer: Martha Liebermann, geborene Marckwald. Eine jüdische Berlinerin 1857-1943. In: Martin Fass (Hrsg.): Martha Liebermann (1857-1943). Lebensbilder. Max-Liebermann-Veranstaltungs GmbH, Berlin 2007, ISBN 978-3-9811952-0-0, S. 30–31.