Martin Aufmuth

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Martin Aufmuth (* 13. April 1974 in Immenstadt) ist ein deutscher Lehrer für Mathematik und Physik. Seit 2007 ist er mit verschiedenen gemeinnützigen Aktivitäten hervorgetreten. Besonderes Interesse weckt er seit 2012 mit seinem Projekt EinDollarBrille. Damit verfolgt er das Ziel, möglichst viele bedürftige Menschen in Entwicklungsländern mit preiswerten Brillen zu versorgen, die vor Ort hergestellt werden.

Die EinDollarBrille, eine Erfindung von Martin Aufmuth

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Fachabitur an der Fachoberschule in Sonthofen absolvierte Martin Aufmuth von 1992 bis 1995 eine Ausbildung zum Radio- und Fernsehmechaniker. Anschließend leistete er Zivildienst im Krankenhaus Immenstadt. Danach besuchte er die Berufsoberschule in Kempten und bestand dort 1997 das Abitur mit Auszeichnung.[1]

Von 1997 bis 2002 studierte Aufmuth Mathematik und Physik an der Universität Erlangen. Anschließend unterrichtete er diese Fächer an der Werner-von-Siemens-Realschule in Erlangen. Seit 2006 ist Aufmuth verheiratet.[1] Er hat drei Kinder.[2]

Im Juni 2012 gründete Aufmuth den gemeinnützigen Verein EinDollarBrille e.V. und wurde Vorstand des Vereins. 2014 ließ er sich vom Schuldienst beurlauben, um sich nun hauptamtlich der Arbeit für den Verein widmen zu können und den Erfolg der EinDollarBrille voranzutreiben.[1][2]

Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Spendensammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Aufmuth startete im Juni 2007 das Internet-Projekt „BallonMillion“ mit dem Motto „10.000 Ballons für eine gerechtere Welt“ und dem Ziel, Spenden in Höhe von einer Million Euro zugunsten der Organisation Das Hunger Projekt zu sammeln. Das Ziel wurde nicht erreicht, doch kamen bis 2013 immerhin 552.550 Euro Spendengelder zusammen. Damit wurden zwei Entwicklungszentren in Malawi und Mosambik finanziert, die jeweils die Situation von rund 30.000 Menschen verbessern können. Die Aktion stand unter der Schirmherrschaft von Renate Schmidt. Zahlreiche Prominente leisteten Zuspruch und Unterstützung, darunter die Politiker Richard von Weizsäcker, Angela Merkel, Horst Köhler und Heidemarie Wieczorek-Zeul.[3][4]

Aufmuth sieht die Spendensammlung im Rückblick auch als entscheidenden Schritt für sich selbst: „Am Ende ist zwar nur eine halbe Million zusammengekommen. Aber ich habe gemerkt, dass ich etwas bewegen kann. Das war ein Schlüsselerlebnis für mich.“[5]

Klimaschutz-Projekt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2009 initiierte Aufmuth das Projekt co2maus, mit dem Schüler auf spielerische Weise motiviert wurden, sich für den Klimaschutz zu interessieren und selbst CO2 einzusparen. Nach Angaben von Aufmuth haben sich bis zum Ende des Projekts im Jahr 2013 insgesamt 45.000 Kinder und Jugendliche zusammen mit ihren Geschwistern, Eltern und Lehrern beteiligt und mehr als 40.000 Tonnen CO2 eingespart. Die Aktion erhielt mehrere Auszeichnungen.[6]

Versorgung armer Menschen in Entwicklungsländern mit Brillen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die von Martin Aufmuth entwickelte Maschine für die Herstellung der Brillenfassung aus festem Stahldraht. Die 30 × 30 cm große Arbeitsplatte wird in den Deckel der Werkzeugboxen integriert, damit die Hersteller in den Zielländern an jedem Ort Brillen anfertigen können.[7]
Hauptartikel: EinDollarBrille

Im Juni 2012 gründete Aufmuth den Verein EinDollarBrille e.V., der in acht Ländern aktiv ist (Stand 2017). Mit der EinDollarBrille will Aufmuth Menschen in Entwicklungsländern helfen, die eine Brille brauchen und sich sonst keine leisten können. Das Material für eine Brille kostet etwa einen Dollar; die Brille wird für wenige Dollar verkauft.[8] Die Brille ermöglicht fehlsichtigen Menschen, zum Beispiel eine Schule zu besuchen oder Arbeiten zu verrichten, die gute Augen voraussetzen.[5]

Für die Herstellung von EinDollarBrillen entwickelte Aufmuth eine Biegemaschine, die zusammen mit weiterem Werkzeug in eine Holzkiste mit den Maßen 30 × 30 × 30 cm passt.[9][10] Die Biegemaschine ermöglicht die Anfertigung von einfachen Brillengestellen aus stabilem Draht in Handarbeit.[11][12] Die Brillengläser werden in einem Partnerbetrieb in China hergestellt,[13] sie bestehen aus bruchfestem Polycarbonat mit gehärteter, kratzfester Oberfläche. Nach einem Sehtest wählt der Optiker die passenden Gläser aus einem Sortiment mit 25 verschiedenen Gläserstärken von –6 bis +6 Dioptrien.[14] Seit 2016 werden sogar Gläser mit –10 bis +8 Dioptrien geliefert.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für das Projekt co2maus[15]

Für das Projekt EinDollarBrille[16]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Vita martin-aufmuth.de
  2. a b Erfinder Martin Aufmuth: Die Ein-Dollar-Brille für Entwicklungsländer deutschlandfunkkultur.de, 2. Januar 2015.
  3. Aktion BallonMillion das-hunger-projekt.de
  4. BallonMillion martin-aufmuth.de
  5. a b Die Ein-Dollar-Brille öffnet Augen mittelbayerische.de, 6. Dezember 2014.
  6. Das Projekt co2maus martin-aufmuth.de
  7. Siehe die Werkzeugbox mit aufmontierter Biegemaschine im Bildervortrag (PDF), S. 29. Die folgenden Seiten zeigen die einzelnen Arbeitsschritte.
  8. a b Erfindung der Ein-Dollar-Brille: Wie eine Brille das Leben verändern kann sueddeutsche.de, 6. November 2013.
  9. Biegemaschine eindollarbrille.de
  10. a b Jahresbericht 2016 des EinDollarBrille e.V., S. 7 (PDF).
  11. Der Segen der Ein-Dollar-Brille spiegel.de, 24. Februar 2014.
  12. Martin Aufmuth bringt günstige Brillen nach Afrika merkur-online.de, 24. Oktober 2013.
  13. Gläserproduktion in China eindollarbrille.de
  14. Die Gläser eindollarbrille.de
  15. Auszeichnungen martin-aufmuth.de
  16. Auszeichnungen eindollarbrille.de
  17. EinDollarBrille e.V. ist das „Gute Beispiel 2016“ br.de, Pressemitteilung vom 5. Mai 2016. Siehe auch das Bewerbungsvideo für diesen Wettbewerb.