Martin Blessing

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Martin Blessing (* 6. Juli 1963 in Bremen) ist ein deutscher Manager. Er war Vorstandsvorsitzender der Commerzbank von 2008 bis Ende April 2016 und wechselt in die Konzernleitung der Schweizer Großbank UBS ab dem 1. September 2016 - Präsident für die Bereiche Personal, Corporate Banking sowie UBS Schweiz.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blessing stammt aus einer Bankiersfamilie. Sein Großvater Karl Blessing war zwischen 1958 und 1969 Präsident der Bundesbank, sein 1987 verstorbener Vater Werner Blessing war ab 1984 ordentliches Mitglied des Vorstandes der Deutschen Bank.

Er legte sein Abitur an der Bischof-Neumann-Schule in Königstein im Taunus ab. Nach dem Abschluss einer Lehre als Bankkaufmann bei der Dresdner Bank studierte er von 1984 bis 1987 Betriebswirtschaftslehre an der Universität Frankfurt und der Universität St. Gallen, wo er auch Mitglied des International Students’ Committee war. 1988 erhielt er einen Master of Business Administration der University of Chicago.

Von 1989 bis 1996 arbeitete er für die Unternehmensberatung McKinsey, davon die letzten zwei Jahre als Partner. In den Jahren 1997 bis 2000 trug er Mitverantwortung für den Geschäftsbereich Private Kunden bei der Dresdner Bank. Von 2000 bis 2001 war Blessing Vorstandssprecher der seinerzeit zur Dresdner Bank gehörenden Direktbank Advance Bank, die auch unter seiner Leitung Verluste erwirtschaftete und im Jahr 2003 aufgelöst wurde. Seit dem 1. November 2001 war er Mitglied des Vorstands der Commerzbank AG. Im Jahr 2004 wurde ein Großteil der SchmidtBank, die durch den Sanierer Paul Wieandt, den Schwiegervater Blessings geleitet wurde, von der Commerzbank übernommen. Am 16. Mai 2008 wurde Blessing Sprecher des Vorstands. Am 7. Mai 2009 wurde er vom Aufsichtsrat der Commerzbank zum Vorstandsvorsitzenden der Bank ernannt. Von Januar bis Mai 2009 war er zusätzlich Vorstandsvorsitzender der von der Commerzbank übernommenen Dresdner Bank. Seine Amtszeit endete Ende April 2016, nachdem er im Herbst 2015 dem Aufsichtsrat erklärte, seinen Vertrag nicht verlängern zu wollen.

Während seines Studiums lernte er seine heutige Ehefrau Dorothee geb. Wieandt kennen. Das Paar hat drei Töchter. Ein Schwager Blessings, Axel Wieandt war von 2008 bis 2010 Vorstandsvorsitzender der Hypo Real Estate.

Nachdem die Commerzbank auf Betreiben Blessings und seines Vorgängers und jetzigen Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus-Peter Müller sowie mit politischer Unterstützung der Bundesregierung die Dresdner Bank gekauft hatte, kam sie im Zuge der Finanzkrise ab 2007 in eine existenzgefährdende wirtschaftliche Lage. Sie wurde von der Bundesrepublik Deutschland mit 18,2 Milliarden Euro gerettet. Peer Steinbrück, zu dieser Zeit Bundesfinanzminister, legte fest: Vorstände von Banken, die mit Staatshilfe gerettet werden, durften höchstens 500.000 Euro Jahresgehalt bekommen. Gleichwohl hat der Aufsichtsrat der Bank eine Erhöhung der Gehälter für 2012 zugelassen. Blessings Festgehalt soll sich von 500.000 auf 1,3 Millionen Euro erhöhen.[1]

Blessing hatte das Angebot der Commerzbank, seinen bis Ende Oktober 2016 laufenden Vertrag zu verlängern, nicht angenommen. Dies teilte die Bank am 1. November 2015 mit. Sein Nachfolger wurde Martin Zielke am 1. Mai 2016, bis dahin Vorstand des Privatkundengeschäftes.

Am 11. Mai 2016 wurde bekannt, dass Blessing in den Vorstand der UBS einziehen wird.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bei der Commerzbank endet die Zeit der Bescheidenheit, handelsblatt.com; zweiter Teil
  2. Blessing zieht in den USB-Vorstand ein, manager-magazin.de