Martin Brinkmann AG

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Brinkmann-Mosaik im Bremer Hauptbahnhof

Die Martin Brinkmann AG ist ein traditionsreiches Bremer Unternehmen, das Tabakwaren herstellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Historisches Werbeschild der Martin Brinkmann AG

1813 gründete der Kaufmann Nicolaus Wilkens eine Tabakhandlung in der Bremer Altstadt sowie eine Tabakfabrik in Burgdamm bei Bremen, in der Zigaretten hergestellt wurden. Mit dem Eintritt von Heinrich Johannes in das Unternehmen im Jahre 1837 wurde die Firma Wilkens & Johannes genannt. Eine Umbenennung erfolgte, als 1878 August Martin Brinkmann das Unternehmen aufkaufte – fortan wurde es als Martin Brinkmann bekannt. Später wurde die Firma dann von seinem Sohn Wenzel Brinkmann geleitet und nach dessen Tod 1900 an den erst 22-jährigen Hermann Ritter verkauft.

Ab 1900 florierte das Unternehmen und vergrößerte sich rasch, als Ritter Firmen in Treffurt und Heidelberg dazu kaufte. 1910 gab er den Standort in Burgdamm auf und ließ eine neue Fabrik in Woltmershausen errichten. 1929 wurde das Unternehmen schließlich in eine Aktiengesellschaft umgewandt und war zu jener Zeit Europas größte Tabakfabrik. In den 1920er begann Hermann Ritters Sohn Wolfgang Ritter eine Lehre bei Brinkmann und übernahm 1933 die Geschäftsleitung des Unternehmens, als sein Vater Senator in Bremen wurde.

Ab 1931 gewann die Zigaretten-Produktion immer größere Bedeutung. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme trat das Unternehmen schon ab 1934 durch eine betriebliche Sozialpolitik wie die Einrichtung einer weiträumigen und ansprechend gestalteten Werkskantine in Erscheinung, die sich in der gleichgeschalteten Presse für das KdF-Programm zur Gewinnung der Arbeiter für den nationalsozialistischen Staat nutzen ließ.[1] Die Verwaltung zog 1937 von Bremen nach Berlin. Wegen Bombenangriffen wurde die Verwaltung 1943 nach Tirschenreuth (Ostbayern) und dann nach Lindau an den Bodensee verlegt. 1949 wurde Brinkmann als GmbH wieder gegründet. Ab 1. Juli 1963 war Brinkmann wieder Aktiengesellschaft. 1966 übernahm der weltweit tätige Rupert-Konzern zunächst eine Minderheitsbeteiligung und 1972 das restliche Aktienkapital der Martin Brinkmann AG. Ab 1992 gehörte Brinkmann zur Gruppe Rothmans International. Derzeit (2008) ist sie Bestandteil der British American Tobacco (BAT).

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pfeifentabak „Golden Mixture“
  • Lloyd (Zigarette)
  • Fatima (Zigarette)
  • Alva (Zigarette)
  • Texas (Zigarette)
  • Brinkmanns Stolz (Feinschnitttabak)
  • Lux Filter (Zigarette)
  • Peer Export (Zigarette)
  • Lord Extra (nikotinarme Zigarette), ehemals „Lord“ von Nestor Gianaclis
  • Schwarzer Krauser (Feinschnitttabak)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kurzbiographie Wolfgang Ritter

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dieter Pfliegensdörfer: Vom Handelszentrum zur Rüstungsschmiede. Wirtschaft, Staat und Arbeiterklasse in Bremen von 1929 bis 1945. Universität Bremen Forschungsschwerpunkt Arbeit und Bildung, Bremen 1986, S. 290.