Martin Dreyer (Schriftsteller)

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Martin Dreyer (2008)

Martin Dreyer (* 27. Februar 1965 in Hamburg) ist freikirchlicher Theologe, Suchtberater und Schriftsteller. Er gründete die Jesus Freaks und ist Initiator des Projekts „Volxbibel“.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreyer ist der Sohn von Rosemarie und Ulrich Dreyer. Er besuchte die Grundschule Hinsbleek in Hamburg-Poppenbüttel und das Gymnasium in Hamburg-Hummelsbüttel, wo er 1985 das Abitur ablegte. Nach dem Wehrdienst studierte er zunächst an der Universität Hamburg Biologie und Theologie auf Lehramt, brach dieses Studium aber nach einem Jahr ab. Von 1991 bis 1995 machte er eine Pastorenausbildung am Anskar-Kolleg der Anskar-Kirche in Hamburg und wurde 1995 als Pastor ordiniert. Parallel machte er 1991/1992 am Institut für Weiterbildung und Psychotherapie Hamburg (IWPH) eine Ausbildung als therapeutischer Berater im Drogen- und Suchtbereich. Von 1990 bis 1991 war er als Missionar bei der Jugendorganisation Youth With A Mission in Amsterdam tätig.

1992 gründete er in Hamburg den christlichen Jugendverein Jesus Freaks, den er bis 1998 als Pastor und erster Vorsitzender leitete. 1994 wurde er vom evangelikalen Nachrichtenmagazin ideaSpektrum dafür zum „Christen des Jahres“ gewählt.

Von 1996 bis Februar 2001 war er als therapeutischer Berater in der Ambulanten Drogenhilfe Palette e. V. in Hamburg beschäftigt.

Ab 2001 studierte er an der Universität zu Köln Diplompädagogik mit dem Schwerpunkt Beratungsmethoden und Sozialpädagogik und schloss sein Studium im Juni 2007 ab. Von 2002 bis 2009 arbeitete er als pädagogischer Mitarbeiter im Jugendzentrum Köln-Sülz und war seit März 2004 pädagogischer und technischer Leiter des Internetcafés für Jugendliche „JuxJu“ in Köln-Junkersdorf. Zurzeit ist er überwiegend als freier Theologe und Autor tätig. Er hält Lesungen und Predigten in Gemeinden in Deutschland.

2005 veröffentlichte er die Volxbibel, eine freie Übersetzung des Neuen Testamentes in eine leicht verständliche, unreligiöse Sprache. Die Volxbibel ist die erste Bibel weltweit, die auf einer Wikiplattform im Internet von angemeldeten Usern weiterentwickelt werden kann. Bei einer Auflage von über 150.000 Stück schaffte sie es im Mai 2006 auf Platz 17 der Deutschen Taschenbuch- Bestsellerliste. Auf der christlichen Künstlermesse Promikon im März 2006 wurde Dreyer für die Volxbibel und das damit verbundene Wiki-Konzept von einer Jury mit dem „Award für Initiative und Vision“ ausgezeichnet.

Von Anfang 2008 bis Ende 2009 arbeitete Dreyer auf der Wiki-Plattform am Alten Testament, das in zwei Bänden erschien (Band 1 im Mai 2009, Band 2 im Mai 2010 in Zusammenarbeit mit Droemer-Knaur). Im Mai 2010 erhielt Dreyer für das Volxbibel-Wiki den WebFish in Silber der EKD. 2012 wurde die 4.0-Fassung exportiert und als Gesamtausgabe (AT und NT in einem Band) veröffentlicht. Zurzeit geht man von einer Gesamtauflage von einer halben Million Volxbibeln aus. Die Volxbibel wurde von evangelikalen Kreisen stark kritisiert.

In 2011 brachte Dreyer seine Autobiographie mit dem Titel „Jesus-Freak. Leben zwischen Kiez, Koks und Kirche“ im Pattloch Verlag München heraus.

Von Mitte November bis Mitte Dezember 2014 war Martin Dreyer in der auf fünf Folgen angelegten SAT.1–Serie „Hochzeit auf den ersten Blick“ als Seelsorger zu sehen. In dem Format werden Menschen von Experten ausgesucht, die standesamtlich heiraten ohne sich vorher zu kennen.[1][2] SAT.1 kündigte Anfang 2015 eine Fortsetzung der Serie an.[3] Zur zweiten Staffel ist Martin Dreyer aus dem Format ausgestiegen.

Dreyer ist verheiratet, hat eine Tochter und einen Sohn und lebt in Berlin.[4]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dreyer wurde für sein Wirken von diversen Stellen immer wieder massiv kritisiert. So gab es für die Gründung der Jesus-Freaks die Kritik, Dreyer hätte damit nur eine Gruppe ins Leben rufen wollen, die Christen erlaube sich zu betrinken und zu rauchen. Schon vor der Veröffentlichung seiner Volxbibel gab es massive Kritik aus evangelikal, konservativen Kreisen für sein Buch. So entwarf Waldemar Grab 2006 auf seiner Webseite "nein-zur-volxbibel.de" einen sieben Punkte Plan, wie der Verkauf der Volxbibel gestoppt werden könnte. [5] Der christliche Pressespiegel Zeltmacher gab 2005 einer Erklärung und Unterschriftenliste heraus, mit dem Titel "Gott lässt sich nicht spotten". Es wurde gefordert alle Volxbibeln von Markt zu nehmen und öffentlich "Buße" zu tun. 1500 Unterschriften unterstützten dieses Anliegen. [6]

Die Teilnahme Dreyers als Experte für die auf SAT1 ausgestrahlte Sendung "Hochzeit auf den ersten Blick" wurde von diversen christlichen Stellen massiv kritisiert. So schrieb der katholische Theologe und Medienstar Johannes Hartl "Christen [sollten] nie an etwas teilnehmen, was das biblische Zeugnis verdunkele." [7]

Margot Käßmann kritisierte Dreyer in einem Interview mit dem Stern Magazin "Die Ehe ist definitiv kein Spaß für eine kurze Fernsehunterhaltung" [8]

Nach eigenen Aussagen ist Dreyer von konservativen Christen in einem Ritual dem Satan übergeben worden. [9]

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher

  • Martin Dreyer: Der vergessene Jesus: Auf keinen Fall von gestern und auch jeden Fall von heute. Hrsg.: Random House. 1. Auflage. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2016, ISBN 978-3-579-08530-2, S. 254.
  • Martin Reloaded. Luthers Schriften für alle. 1. Auflage. SCM R. Brockhaus, Witten 2015, ISBN 978-3-417-26585-9 (Mit Illustrationen von Sebastian Reichardt).
  • God around the clock. Die 24-Stunden-Bibel, Pattloch Verlag, München 2014, ISBN 978-3-629-02306-3
  • The core of live. Das Evangelium, Kern der Bibel. AALEXX, Burgwedel 2013, ISBN 978-3-940326-77-5 (Mit Alexander E. Thomas).
  • Jesus-Freak. Leben zwischen Kiez, Koks und Kirche, Pattloch Verlag, München 2012, ISBN 978-3-629-02306-3
  • Jesus rockt, Pattloch Verlag München 2011, ISBN 978-3-629-02285-1

Volxbibel

Herausgeberschaft


Beiträge (Auswahl)

  • Vorwort und Nachwort. In: Jesus Freaks, R. Brockhaus-Verlag, 3. Auflage 1997, ISBN 3-417-20855-6
  • Mein Leben hat gerade erst angefangen. In: 1965, R. Brockhaus-Verlag, 3. Auflage 2005, ISBN 3-417-24895-7
  • Wir stehen zu dir, auch in schwierigen Zeiten. In: Das haben meine Eltern gut gemacht, R. Brockhaus-Verlag, 2004, ISBN 3-417-24870-1
  • Die Volxbibel. Weil Sprache sich verändert. In: Bibelübersetzungen als Wissenschaft. Aktuelle Fragestellungen und Perspektiven. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-438-06247-5 (Herausgegeben von Eberhard Werner).
  • 24 Tage im Leben einer Teenagerin. In: Weihnachtswundernacht. 24 Erzählungen für die schönste Zeit des Jahres. Brendow, Moers 2012, ISBN 978-3-86506-405-9, S. 41–48 (Herausgegeben von Thomas Klappstein).
  • Liebe. In: Nicht alltäglich 182 ½ außergewöhnliche Andachten, Brendow, Moers 2012, ISBN 978-3-86506-329-8, S. 38-64

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martin Dreyer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Dreyer. In: Sat1.de. Abgerufen am 11. Januar 2015: „Der Pastor und ausgebildete Diplom-Pädagoge bietet den Singles von ‚Hochzeit auf den ersten Blick‘ seelischen Beistand.“
  2. Martin Dreyer: Termine. Hochzeit auf den ersten Blick auf SAT1. In: MartinDreyer.de. 1. Dezember 2014, abgerufen am 11. Januar 2015: „Am Sonntag geht es los. [...] Da bin ich für sechs Folgen auf SAT.1 als freier Theologe zu sehen. Es handelt sich um ein Format, in dem Menschen heiraten, die sich vorher nicht kennen. Sie wurden von vier Experten unter wissenschaftlichen Kriterien für einander ausgesucht. [...]“
  3. Uwe Mantel: Sat.1 setzt „Hochzeit auf den ersten Blick“ fort. In: „DWLD.de – das medienmagazin“. 7. Januar 2015, abgerufen am 11. Januar 2015: „Angesichts der überzeugenden Quoten hat Sat.1 eine zweite Staffel von ‚Hochzeit auf den ersten Blick‘ angekündigt.“
  4. Über Martin. In: Martin-Dreyer.de“. Abgerufen am 23. Oktober 2014.
  5. Cedric Weber: Waldemar Grab. In: „Weblog Cedric Weber Denkendorf“. Abgerufen am .
  6. Tilman Striegel: Gott lässt sich nicht spotten. In: zeltmacher.eu. Abgerufen am 5. Juli 2017.
  7. Johannes Hartl: Hartl kritisiert Dreyer wegen Mitwirkung in TV-Kuppelshow. In: „kath.net –katholische Nachrichten“. 7. November 2014, abgerufen am 5. Juli 2017: „Hartl kritisiert Dreyer wegen Mitwirkung in TV-Kuppelshow.“
  8. andl: Kirche kritisiert "Hochzeit auf den ersten Blick". In: „Stern“. 16. November 2014, abgerufen am 5. Juli 2017: „Ich halte davon nichts und hoffe, dass diese Sendung bald wieder vom Markt verschwindet.“
  9. Martin Dreyer: Dreyer dem Satan übergeben. In: Jesus-Freaks. 16. November 2014, abgerufen am 5. Juli 2017: „entdeckte ich sogar in einem Kommentar ..., dass eine Gemeinde in einem Ritual mich dem Satan übergeben hatte“