Martin Graff

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Martin Graff (* 22. Juni 1944 in Münster im Elsass) ist ein elsässischer Autor, Filmemacher, Journalist, Kabarettist und Pfarrer.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Graff studierte evangelische Theologie, Philosophie und Romanistik an der Universität Straßburg. Er war Pfarrer in Straßburg, bevor ihn die Kirche Augsburgischen Bekenntnisses von Elsass und Lothringen zum Kirchenfunk des Saarländischen Rundfunks nach Saarbrücken schickte.[1]

Er schrieb zahlreiche Bücher auf Französisch oder Deutsch zum Thema Grenzen, Minderheiten und Religion.[2] 1998 bereiste er für den Europarat viele Grenzregionen von Murmansk bis San Sebastian und von Vukovar bis Maastricht. Darüber hinaus gilt er als Donau-Spezialist. Er bereiste mehrfach die Länder zwischen dem Schwarzen Meer und dem Schwarzwald. Oft wird er als "Grenzgänger" und als „Gedankenschmuggler“ bezeichnet.[1]

Sein in ein Gedicht gegossenes Motto lautet: "Hänge deine Wurzeln an die Luft und klettere auf die Sterne. Raus aus deiner Angst. Erst dann blickst Du über die Grenzen ins andere Land, ins andere Herz. Erst dann blickst Du über die Grenzen ins eigene Land ins eigene Herz." Kritisch beschäftigt er sich mit seiner Heimat und dem Verhältnis von Elsässern und Deutschen einerseits und dem von Franzosen und Deutschen andererseits.

Graff drehte mehr als 200 Filme für deutsche und französische Fernsehanstalten, darunter seine erste Produktion Frühling am Rhein – Printemps sur le Rhin, die am 8. Mai 1975 (Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs) in Frankreich und Deutschland zeitgleich ausgestrahlt wurde (ZDF/Antenne 2, 17 Jahre vor der Gründung von arte).

In den vergangenen Jahren experimentierte Graff mit neuen Formaten: Die Serie Straßenbekannschaften mit Trampern oder die Serie Die Welt in einer Schneeflocke, eine Reise durch die Alpen, beide beim ZDF.[1] In Frankreich drehte er zuletzt Bons baisers du Hohneck, ein Point Movie ("Ein-Punkt-Film"): Die Kamera steht an einem einzigen Ort (in den Vogesen) und beobachtet Land und Leute. Beim Hörfunk ist Graff immer wieder beim Saarländischen Rundfunk oder beim Südwestfunk tätig.

Graff arbeitet auch als Kabarettist mit dem deutschen Schauspieler Klaus Spürkel zusammen. Das Stück Sause in Versailles - la grande bouffe gilt in deutsch-französischen Kreisen als Klassiker: Beide Komparsen treten zweisprachig als Protokollchefs ihrer jeweiligen Republik auf und sind beauftragt, deutsch-französische Treffen zu organisieren. Ein Jahr lang sind sie auch in der Sendung Vis à Vis aufgetreten (SWR/France 3 Alsace).

Graff tritt auch regelmäßig in einer eigenen Show im Theâtre de la Choucrouterie in Straßburg auf.

Aktuell schreibt er regelmäßig deutsch-französischen Kolumnen für Die Rheinpfalz und die Badische Zeitung. Der deutsch-französische Autor mischt Deutsch und Französisch im Satz, ein Format, das auch in Schulen benutzt wird.

Der Elsässer ist in französischen Schulbüchern vertreten mit dem Artikel je t'aime moi non plus, den er für Die Zeit geschrieben hat.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]