Martin Grubinger

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Martin Grubinger 2014

Martin Grubinger (* 29. Mai 1983 in Salzburg) ist ein österreichischer Schlagzeuger, Multi-Perkussionist und Moderator.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersten Unterricht erhielt Grubinger von seinem Vater, Martin Grubinger senior, einem Schlagzeuger und Lehrer am Mozarteum. Bereits als Jugendlicher nahm Grubinger an internationalen Wettbewerben wie dem Marimba-Weltwettbewerb in Okaya (Japan) teil, wo er wie beim EBU-Wettbewerb in Norwegen zu den Finalisten gehörte. Er studierte am Bruckner-Konservatorium in Linz und ab 2000 am Mozarteum in Salzburg.

Martin Grubinger gilt als einer der weltbesten Marimbaphon-Spieler. Er tritt weltweit in großen Konzerthallen und -sälen auf und war bereits in der Carnegie Hall in New York, dem Concertgebouw (Amsterdam), dem Palais des Beaux Arts in Brüssel, dem Gewandhaus zu Leipzig sowie den Philharmonien von Köln und Luxemburg zu hören. Er spielte u. a. Rebond unter Iannis Xenakis sowie mit dem Bergen Philharmonic Orchestra unter Simone Young. Aufsehen erregte Grubinger 2006 mit einem so genannten Schlagzeugmarathon, dem Showdown at Vienna Musikverein (Wiener Musikverein), oder mit einer siebenstündigen Schlagzeugnacht im Rahmen des Beethovenfests.

Als Solist brachte er mehrere Stücke zur Uraufführung, so Kompositionen von Anders Koppel und Rolf Wallin; am 2./3. Dezember 2007 war er in der Musikhalle Hamburg Solist der Uraufführung von Avner Dormans Schlagzeugkonzert Frozen in Time, begleitet von den Hamburger Philharmonikern unter Simone Young. Dieses Stück spielte Grubinger auch im Januar 2008 mit den Münchner Philharmonikern unter Juraj Valcuha. Im Februar 2010 trat er in der Frankfurter Jahrhunderthalle zusammen mit dem hr-Sinfonieorchester unter der Leitung von Frank Strobel beim Music Discovery Project auf (weitere Mitwirkende waren u. a. die deutsche Hip-Hop-Band Blumentopf und die deutsch-israelische Popsängerin Hila Bronstein).

Bruno Hartl komponierte für ihn das Konzert für Marimbaphon, 4 Pauken, Percussion und Orchester, Friedrich Cerha ein Konzert für Schlagwerk und Orchester (Uraufführung Salzburg 2009, Mozarteumorchester Salzburg unter Ivor Bolton, weitere Aufführungen 2011 mit den Wiener Philharmonikern sowie dem Gewandhausorchester Leipzig).

In den Jahren 2010 und 2011 wurde Grubingers vierstündiges Projekt The Percussive Planet mit einem 28-köpfigen, international besetzten Instrumentalensemble u. a. auch im Rahmen des Rheingau Musik Festival in der Phoenix-Halle in Mainz aufgeführt.[1] Beim Eurovision Song Contest 2015 in Wien trat er im sogenannten Interval Act („Pausenfüller“) auf.[2]

Martin Grubinger ist mit der Pianistin Ferzan Önder verheiratet[3] und lebt in Neukirchen an der Vöckla (Bezirk Vöcklabruck).[4]

Nach eigenen Angaben besitzt Grubinger ca. 500 Idiophone und Membranophone, von denen er 400 beherrscht.

Moderatorentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Mai 2010 moderiert Grubinger im Wechsel mit der Cellistin Sol Gabetta das Musikmagazin KlickKlack im Bayerischen Fernsehen.[5]

Gesellschaftliches Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Grubinger äußerte sich sehr deutlich und wiederholt gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit. In Workshops mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen weist er immer wieder darauf hin, dass die Vielfalt globaler Kulturen, Traditionen und Religionen ein bereicherndes Element einer humanistisch orientierten Gesellschaft sei.[6] [7] So sagte er 2010 aus Protest gegen die Wiedervereinigung von BZÖ und FPÖ ein Konzert beim Carinthischen Sommer ab und er will in Kärnten erst wieder auftreten, „wenn dort ein Klima herrscht, das sich auch dem Multikulturellen, dem Miteinander, dem Zusammenhalt verschiedener Traditionen, verschiedener Völker, verschiedener Einflüsse auch wieder verbunden fühlt“.[8]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Perkussionist Martin Grubinger im Konzert. Fernseh-Reportage, Deutschland, 2012, 3:46 Min., Skript: Jens von Larcher, Produktion: Deutsche Welle, Redaktion: euromaxx, Erstsendung: 5. Juli 2012, Online-Video von DW
  • Martin Grubinger & The Percussive Planet Ensemble. Konzertaufnahme, Deutschland, 2011, 85 Min., Regie: Hans Hadulla, Produktion: WDR, Deutsche Grammophon, Mitschnitt eines Konzerts in der Kölner Philharmonie vom 8. Mai 2010 im Rahmen der MusikTriennale Köln
  • Martin Grubinger. Der Gipfelstürmer. Dokumentarfilm, Deutschland, 2008, 45 Min., Buch und Regie: Daniel Finkernagl, Alexander Lück, Produktion: AVE, ZDF, 3sat, Erstsendung: 19. April 2008 bei 3sat, Reihe: Junge Interpreten, Filminformationen mit Film-Anfang (8 Min.)
  • Singende Trommeln und rasender Puls. Der Multipercussionist Martin Grubinger. Dokumentation, Deutschland, 2006, 52 Min., Regie: Alexander Carlo Stenzel, Produktion: hr, Filminformationen von arte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martin Grubinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harald Budweg: Die Familie, die Ösis und die ganze Welt. In: FAZ, 2. Juli 2011, S. 50
  2. Interval Act beim Song Contest in Wien wird von Martin Grubinger gestaltet auf vienna.at; abgerufen am 18. März 2015
  3. Frederik Hanssen: Martin Grubinger. Immer schön schlagfertig bleiben. In: Die Zeit, 11. August 2010
  4. diepresse.com: Martin Grubinger: "Die Mama ist daheim Finanzministerin"
  5. KlickKlack: Das Musikmagazin. Abgerufen am 22. Januar 2011.
  6. „Martin Grubinger tritt an für eine humanistische Gesellschaft und gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus.“ In: Laudatio zur Verleihung des Würth-Preises 2010 In: jmd.info, 29. Januar 2010, (PDF-Datei, 1 S.; 99 kB); mu:v ist die junge Initiative der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD)
  7. „Musik, Humanismus und Kampf gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus. Das sind die 3 Prioritäten.“ In: Martin Grubinger im mu:v-Interview. In: jmd.info, 2009
  8. Uschi Loigge: Salzburger Star-Percussionist sagt Kärnten-Auftritt ab. In: Kleine Zeitung, 7. Januar 2010