Martin Hömberg

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Martin Hömberg (* 1949; † 2017) war ein deutscher Komponist, Ensemble-Leiter, Musikproduzent, Sound-Designer und Fachbuchautor. Er studierte Musikwissenschaften an der Universität zu Köln und arbeitete anschließend für den WDR, wo er 1987 als Autor und Moderator der sechsteiligen Bildungsfernseh-Serie Musik aus dem Computer wirkte. Als Musikproduzent tauchte er ab 1976 für die LP Volkslieder I vom Folk-Duo Zupfgeigenhansel auf.

Zudem produzierte er im Oktober 1979 für BAP als De-facto-Aufnahmeleiter und „Geburtshelfer“ deren Debüt-LP „Wolfgang Niedecken's BAP rockt andere kölsche Leeder“. Zusammen mit der Erstbesetzung der BAP-Band bekam er im Mai 2013 für 260.000 verkaufte Einheiten dieser Produktion eine Goldene Schallplatte.

Hömberg trainierte Shotokan-Karate und legte 1990 bei Hideo Ochi die Prüfung zum 1. Dan ab.

Die GEMA-Stiftung verlieh ihm 1996 den Förderpreis für innovative Kompositionsmethoden. In Frankreich erhielt er einen Grand Prix du Disque als Produzent einer Doppel-LP mit bolivianischer Folklore. 1980 war er Co-Produzent des Gina X. Projects, Stilrichtung „Ultra Disco“, mit Chart-Platzierungen in Österreich und Kanada. Acht Jahre unterrichtete er als Dozent für Musikrealisation und Musiktechnologie am Jazzseminar der Hochschule für Musik Köln. Er ist Alleinkomponist von „Feuerwerk“ (1986), einem Solo-Hit von Stephan Remmler („Trio“), mit 264.000 DM die teuerste deutsche Single-Produktion aller Zeiten (realisiert in sechs Sprachen von Klaus Voormann in New York).

Mit dem Ambient-Ensemble „Opera To Relax“ hatte er internationale Erfolge, u. a. Platzierung auf Platz 1 von Apple I-Tunes USA. Er war Autor und Moderator der sechsteiligen Bildungsfernsehserie „Musik aus dem Computer“ (WDR 1987/88), die von weiteren ARD-Anstalten übernommen wurde.

Seit 1992 bis zu seinem Tod war er Komponist und Realisator einer Serie von Auftragskompositionen des Westdeutschen Rundfunks, darunter auch „Colours of Water“ und „Ambient Africa“ (Live im Sendesaal des WDR). Im Zusammenhang mit der Arbeit für den WDR kam es zu einer engen Zusammenarbeit mit dem Studio für Klangdesign. Hömberg ist Autor bei führenden Fachzeitschriften zu den Themen: Musikproduktion, Musiktechnologie, Beschallung, Medien- und Systemtechnik, außerdem Autor von Fachbüchern aus dem Bereich Recording, Musical Sound Design und Live Sound. Er war Mitglied im Verband Deutscher Tonmeister (VDT).

Eines seiner letzten Projekte war die szenische Multimedia-Revue „Nirvana Boulevard“. In einer besonderen Mischung aus Tanztheater (Butoh-Tanz) und Multimedia-Performance zeigt sich das Genre „Revue“ hier als Zeitgeist-orientiertes Avantgarde-Format. Thema ist der prekäre Zustand des Planeten Erde und der Menschen im Jahr 2213 – eine Fortschreibung der aktuellen Situation. Mit einer Mischung aus Spiritualität und „Medien-Fetischismus“ verfolgt die Revue in diesem Zusammenhang einen minimalistischen Ansatz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]