Martin Hagen (Politiker, 1981)

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Martin Hagen (2019)

Martin Hagen (* 7. Juli 1981 in La Spezia, Italien) ist ein deutscher Politiker. Er ist seit 2018 Fraktionsvorsitzender der FDP im Bayerischen Landtag und seit 2019 Mitglied des FDP-Bundesvorstands.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hagen wurde als Sohn deutscher Eltern in Italien geboren und ist im Landkreis Rosenheim aufgewachsen. Er machte am Gymnasium Bad Aibling Abitur, studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München Politikwissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Psychologie und erwarb den akademischen Grad des Magister Artium (M.A.).[1] Danach war er in einer Berliner Unternehmensberatung tätig, als Pressesprecher der bayerischen FDP-Landesgruppe im Deutschen Bundestag und als Hauptgeschäftsführer der bayerischen FDP. 2017 machte er sich als Strategie- und Kommunikationsberater selbständig.[2]

Hagen ist Mitglied im Kuratorium der Akademie für Politische Bildung[3] und Botschafter der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen. Er ist Herausgeber des Buches „Das neue Bayern – Warum unser Land ein Update braucht“. Das Wirtschaftsmagazin Capital zeichnete ihn 2018, 2019 und 2020 dreimal in Folge mit dem Titel „Junge Elite – Top 40 unter 40“ aus.[4][5][6]

Hagen lebt mit seiner Frau und zwei Töchtern in Baldham. Er ist Mitglied des TSV 1860 München und gründete 2020 den „Löwen-Stammtisch“ des Bayerischen Landtags.[7]

Werdegang in der FDP[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Hagen trat 1998 den Jungen Liberalen (JuLis) und 2000 der FDP bei. Von 2004 bis 2006 war er Landesvorsitzender der JuLis Bayern, von 2006 bis 2008 stellvertretender Bezirksvorsitzender der FDP Oberbayern.[8][9]

2018 wurde Hagen von den bayerischen FDP-Mitgliedern in einer Urwahl zum FDP-Spitzenkandidaten für die anstehende Landtagswahl gewählt. Am 12. März 2018 setzte er sich in einer Stichwahl mit 58,7 Prozent gegen Albert Duin durch.[10][11]

Seit 2019 ist Hagen Mitglied des FDP-Bundesvorstands.[1]

Abgeordnetentätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Hagen ist seit der 18. Wahlperiode Mitglied des Bayerischen Landtags. Zur Landtagswahl in Bayern 2018 trat er als Direktkandidat im Stimmkreis Rosenheim-Ost an und konnte die FDP als Spitzenkandidat zurück in den Bayerischen Landtag führen. Dort wurde er zum Vorsitzenden der Fraktion der Freien Demokraten gewählt.[12] Er vertritt seine Fraktion im Ausschuss für Verfassung, Recht, Parlamentsfragen und Integration.[13] Des Weiteren ist Hagen Mitglied der Richterinnen- und Richter-Wahl-Kommission und Mitglied der Datenschutzkommission.[14]

Bei der Kommunalwahl am 15. März 2020 wurde Hagen in den Ebersberger Kreistag gewählt.[15] Er gehört dort der gemeinsamen Fraktion aus CSU und FDP an und vertritt sie im Ausschuss für Soziales, Familie, Bildung, Sport und Kultur.[16]

Politische Positionen und Initiativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Hagen plädiert für ein freiheitlich organisiertes Schulsystem, bei dem eigenverantwortliche Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft miteinander im Wettbewerb stehen. Der Staat würde in diesem System Standards definieren und über Bildungsgutscheine die Finanzierung der Schulen sicherstellen.[17] Um die Abhängigkeit des Bildungserfolgs von der sozialen Herkunft zu reduzieren, fordert Hagen unter anderem mehr Investitionen in frühkindliche Bildung, ein verpflichtendes Vorschuljahr und einen Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz.[17]

Angesichts des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels brauche Bayern klare und zeitgemäße Regeln für Einwanderung und ein weltoffenes gesellschaftliches Klima, sagt Hagen.[18][19] Für Geflüchtete fordert Hagen den Abbau rechtlicher Hürden in den Arbeitsmarkt, eine bessere Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen[20] sowie die Möglichkeit eines „Spurwechsels“: Wer in Deutschland einen Arbeits- oder Ausbildungsplatz gefunden habe, solle hier bleiben dürfen.[21]

Hagen ist ein dezidierter Befürworter des Freihandels und der Globalisierung.[22]

Im Oktober 2019 startete Hagen eine Initiative zur Unterstützung ungewollt kinderloser Paare durch einen staatlichen Zuschuss zu den Kosten von Kinderwunschbehandlungen. Dabei machte Hagen nicht nur eine frühere Krebserkrankung öffentlich, sondern offenbarte auch, dass seine beiden Kinder durch künstliche Befruchtung auf die Welt kamen. Hagens Anliegen schlossen sich die regierenden Fraktionen von CSU und Freien Wählern an,[23] ein entsprechender Antrag wurde im Dezember 2019 einstimmig vom Bayerischen Landtag beschlossen.[24]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Martin Hagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Abgeordneter Hagen, Martin. In: www.bayern.landtag.de. Bayerischer Landtag, abgerufen am 9. November 2019.
  2. Martin Hagen Artikel auf politik-kommunikation.de. Abgerufen am 20. März 2018
  3. Kuratorium & Beirat. Abgerufen am 5. September 2019.
  4. Junge Elite: Top 40 unter 40 – Politik und Staat. In: Capital.de. 13. November 2018, abgerufen am 21. November 2018.
  5. Junge Elite: Top 40 unter 40 – Politik und Staat. In: Capital.de. 20. November 2019, abgerufen am 22. November 2019.
  6. Das sind die Top 40 unter 40 des Jahres 2020. In: Capital.de. 19. November 2020, abgerufen am 19. November 2020.
  7. Matthias Eicher: TSV 1860: Initiator des Löwen-Stammtischs nimmt Reisinger in Schutz. In: Abendzeitung-muenchen.de. 29. Januar 2020, abgerufen am 29. Januar 2020.
  8. Bayerischer Rundfunk (Hrsg.): FDP-Fraktionsvorsitzender im Landtag: Martin Hagen. 13. März 2019 (br.de [abgerufen am 9. November 2019]).
  9. Abgeordneter Hagen, Martin. In: www.bayern.landtag.de. Bayerischer Landtag, archiviert vom Original am 24. Mai 2019; abgerufen am 9. November 2019.
  10. Lisa Schnell: Das personifizierte Update. In: sueddeutsche.de. 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 20. März 2018]).
  11. Spitzenkandidat steht nach Urwahl fest: Martin Hagen führt FDP in die Landtagswahl. Bayerischer Rundfunk, 12. März 2018, archiviert vom Original am 29. Juni 2018; abgerufen am 29. Juni 2018.
  12. Martin Hagen zum FDP-Fraktionsvorsitzenden gewählt. In: rtl.de. 17. Oktober 2018, abgerufen am 18. Oktober 2018.
  13. Verfassungsausschuss | Bayerischer Landtag. Abgerufen am 7. Dezember 2018.
  14. Abgeordnete(r) Hagen, Martin | Bayerischer Landtag. Abgerufen am 14. April 2020.
  15. Wahl des Kreistags – Kommunalwahlen 2020 im Landkreis Ebersberg – Gesamtergebnis. Abgerufen am 17. März 2020.
  16. SessionNet | SFB-Ausschuss. Abgerufen am 9. Mai 2020.
  17. a b Martin Hagen: Das neue Bayern – Warum unser Land ein Update braucht. Fried-Brehm-Verlag, Feldafing 2017, ISBN 978-3-937165-11-0, S. 63–67.
  18. Martin Hagen: Das neue Bayern – Warum unser Land ein Update braucht. Friedl-Brehm-Verlag, Feldafing 2017, ISBN 978-3-937165-11-0, S. 15.
  19. Martin Hagen (FDP): „Wir wollen Bayern mitgestalten“. Abgerufen am 26. Juli 2020.
  20. Martin Hagen: Das neue Bayern: Warum unser Land ein Update braucht. Friedl-Brehm-Verlag, Feldafing 2017, ISBN 978-3-937165-11-0, S. 99.
  21. Louisa Knobloch: Gillamoos-Premiere für Martin Hagen. In: Mittelbayerische Zeitung. 3. September 2018, abgerufen am 26. Juli 2020.
  22. Martin Hagen: Drohende Rezession: Mehr Mut zu Globalisierung und Freihandel! In: Welt.de. 30. August 2019, abgerufen am 26. Juli 2020.
  23. Mike Schier: Der steinige Weg zum Familienglück. In: Merkur.de. 9. Oktober 2019, abgerufen am 24. Oktober 2019.
  24. Eva Eichmann, Maximilian Heim: Künstliche Befruchtung: Landtag für finanzielle Unterstützung. In: Bayerischer Rundfunk. 11. Dezember 2019, abgerufen am 12. Dezember 2019.