Martin Hebner

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Martin Hebner (* 10. November 1959 in Frankfurt am Main[1]) ist ein deutscher Politiker der AfD und IT-Unternehmensberater. Er gehört dem 19. Deutschen Bundestag an.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hebner ist Diplom-Informatiker und Wirtschaftswissenschaftler und war als Abteilungsleiter einer Bank für die ausländischen Niederlassungen zuständig.[2] Vor seinen Einzug in den Bundestag war er selbständiger IT-Berater. Er ist verheiratet und hat vier erwachsene Kinder.[3]

2013 nahm Hebner an der Gründungsversammlung der AfD in Berlin teil.[3] Er ist Schriftführer im Landesvorstand der AfD Bayern.

Hebner trat bei der Bundestagswahl 2017 im Bundestagswahlkreis Starnberg – Landsberg am Lech als Direktkandidat und auf Platz 1 auf der Landesliste Bayern an. Auf der Nominierungsversammlung im März 2017 in Greding setzte er sich überraschend als Spitzenkandidat gegen den vom Verfassungsschutz beobachteten Landesvorsitzenden Petr Bystron durch.[4] Aufgrund des Zweitstimmenergebnisses der AfD in Bayern zog er in den 19. Bundestag ein.

Im 19. Deutschen Bundestag ist Hebner ordentliches Mitglied im Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union. Zudem gehört er als stellvertretendes Mitglied dem Petitionsausschuss, sowie dem Ausschuss für Arbeit und Soziales an.[5]

Seit 2019 ist Martin Hebner Mitglied der Deutsch-Französischen Parlamentarischen Versammlung.

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Hebner beklagte die Flügelkämpfe innerhalb der AfD, denn dies gehe zulasten der Inhalte, mit denen sich die Partei eigentlich befassen müsse. Seine Themen sind die Kritik am Euro und am Umgang mit der Flüchtlingskrise.

Die Zeit ordnet ihn dem nationalkonservativen Flügel der AfD-Bundestagsfraktion zu.[6]

Recherchen der FAZ ergaben, dass Hebner und einer seiner Mitarbeiter 2018 bewusst einen fehlerhaften Antrag zum UN-Migrationspakt beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages einreichten, um nach dessen aufgrund der Formfehler zwingenden Abweisung die AfD als Opfer stilisieren zu können. Dabei veröffentlichte Hebner Namen und Kontaktdaten der zuständigen Mitarbeiterin des Petitionsausschusses, woraufhin diese von AfD-Anhängern bedroht wurde und den Arbeitsplatz wechseln musste. Die stellvertretende Vorsitzende des Petitionsausschusses, Martina Stamm-Fibich (SPD), nannte das Verhalten der AfD „absolut inakzeptabel“.[7]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Hebner in der Kandidatenbank. In: Der Tagesspiegel. (tagesspiegel.de [abgerufen am 29. September 2017]).
  2. Schuldenberge und Flüchtlinge. In: sueddeutsche.de. 8. September 2017, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 29. September 2017]).
  3. a b Augsburger Allgemeine: Der Überraschungskandidat. In: Augsburger Allgemeine. (augsburger-allgemeine.de [abgerufen am 29. September 2017]).
  4. Die AfD-Wahlschlacht von Greding. Abgerufen am 29. September 2017.
  5. Deutscher Bundestag - Biografien. Abgerufen am 16. Juni 2020.
  6. Kai Biermann, Astrid Geisler, Christina Holzinger, Paul Middelhoff, Karsten Polke-Majewski: AfD-Fraktion: Rechts bis extrem im Bundestag. In: Die Zeit. 26. September 2017, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 29. September 2017]).
  7. „Falschinformationen, Lügen und persönliche Denunziation“. In: FAZ.net. 28. November 2018, abgerufen am 16. November 2019.