Martin Hinteregger

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Martin Hinteregger

Martin Hinteregger (2014)

Spielerinformationen
Geburtstag 7. September 1992
Geburtsort Feldkirchen in KärntenÖsterreich
Größe 184 cm
Position Verteidigung, Mittelfeld
Vereine in der Jugend
1999–2007
2006–2010
SGA Sirnitz
FC Red Bull Salzburg (Teilkoop.)
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
2009–2011
2010–
2016–
Red Bull Juniors Salzburg
FC Red Bull Salzburg
Borussia M'gladbach (Leihe)
13 (6)
138 (5)
3 (0)
Nationalmannschaft2
2008–2009
2009–2010
2010–2011
2011–
2013–
Österreich U-17
Österreich U-18
Österreich U-19
Österreich U-21
Österreich
3 (0)
4 (0)
5 (0)
13 (0)
10 (0)
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.
Stand: 6. Februar 2016
2 Stand: 18. November 2015

Martin Hinteregger (* 7. September 1992 in Feldkirchen in Kärnten) ist ein österreichischer Fußballspieler auf der Position eines Abwehrspielers. Er steht beim FC Red Bull Salzburg unter Vertrag und ist an Borussia Mönchengladbach verliehen.

Karriere[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Hinteregger begann mit dem Fußballspielen wenige Tage vor seinem siebten Geburtstag im Jahre 1999 im Nachwuchs der SGA Sirnitz in der Katastralgemeinde Sirnitz in der Kärntner Gemeinde Albeck im Bezirk Feldkirchen. Dort durchlief er verschiedene Jugendspielklassen und war unter anderem unter seinem Vater Franz Hinteregger, der als Nachwuchsleiter bei der SGA Sirnitz tätig ist, in den Jugendmannschaften des Vereins aktiv. Hinteregger gewann mit den Sirnitzer Jugendteams einige U-10- bis U-14-Gruppenmeisterschaften und rangierte bei den 3. Kärntner Futsal-Hallenfußballmeisterschaften im Jahre 2006 mit der U-14-Mannschaft der SGA Sirnitz auf dem dritten Platz hinter dem FC Kärnten und dem SV Villach. Dabei war Hinteregger einer der Spieler, die es über die Landesausbildungszentren bis in die Kärntner Landesauswahl schafften.

Im Juli 2006 wurde der junge Verteidiger zum Kooperationsverein FC Red Bull Salzburg abgegeben. Nach zwölf Jugendeinsätzen und zwei Toren in der Saison 2006/07 folgten weitere 19 Meisterschaftsspiele und ein Treffer in der Spielzeit 2007/08, in der er bereits als fixes Mitglied in die Jugendabteilung des FC Red Bull Salzburg aufgenommen wurde und nicht mehr als Kooperationsspieler im Aufgebot stand. Nachdem er in dieser Saison schon in einigen U-17-Spielen im Einsatz gewesen war, kam der er im März 2009 bereits zu seinem ersten Einsatz für die U-19-Jugendmannschaft des Vereins, die ihren Spielbetrieb in der von Toto gesponserten U-19-Jugendliga hat. Beim 1:0-Heimsieg über die U-19 des FK Austria Wien spielte er über die volle Spielzeit durch. Am 2. Mai 2009 erzielte er sein erstes Meisterschaftstor für die Salzburger, als er bei der 2:3-Auswärtsniederlage gegen die U-19-Akademiemannschaft aus Vorarlberg in der 26. Minute den Treffer zum 1:1 erzielte. Während dieser Spielzeit kam Hinteregger in insgesamt elf U-19-Meisterschaftsspielen zum Einsatz und erzielte dabei zwei Treffer. Auch zur Saison 2009/10 war der gebürtige Kärntner fixer Bestandteil der linken Abwehrseite des Akademieteams, für das er bis Ende März 2010 in 14 Spielen zum Einsatz und vier Mal zum Torerfolg kam.

Vereinskarriere[Bearbeiten]

Red Bull Juniors[Bearbeiten]

Hinteregger (r.) neben Sekagya (h.) und Afolabi (l.) bei seinem ersten Spiel für die 1. Mannschaft

Nachdem er Anfang 2010 im zweiten Profiteam des Vereins mit Spielbetrieb in der zweithöchsten österreichischen Fußballspielklasse aufgenommen worden war, kam er am 23. April 2010 zu seinem Profi- und Ligadebüt beim 2:0-Auswärtssieg über den FC Dornbirn über die volle Matchdauer.

Mit seinem ersten Profieinsatz über volle 90 Minuten und den vorwiegend guten Leistungen machte er sich für weitere Einsätze in der Ersten Liga bemerkbar. Grund für seinen ersten Einsatz war der Ausfall des Defensiv-Allrouders Harry Pichler, der wegen einer Gelbsperre für ein Spiel aussetzen musste. Für die Saison 2010/11 war er fixer Bestandteil der zweiten Mannschaft und wurde auch für den Europa-Cup Kader der Kampfmannschaft nominiert. Aufgrund der Verletzung von Andreas Ulmer saß er unter anderem gegen Manchester City als Wechselspieler auf der Bank. Sein erstes Tor für die Juniors schoss er im Salzburger Stadt-Derby gegen den SV Austria Salzburg.

FC Red Bull Salzburg[Bearbeiten]

Die ersten Einsätze bei den Profis des FC Red Bull Salzburg absolvierte Hinteregger in der Saison 2010/11 unter dem Trainer Huub Stevens. Sein Debüt in der österreichischen Bundesliga gab er am 16. Oktober 2010 im Meisterschaftsspiel gegen den Kapfenberger SV. Bereits fünf Tage später absolvierte er auch sein Europa-Cup Debüt im Spiel gegen Juventus Turin.

In der Saison 2011/12 wurde er vom neuen Trainer Ricardo Moniz endgültig als fixer Bestandteil des Profikaders integriert. Hinteregger konnte sich auch sehr schnell in der ersten Mannschaft etablieren. Er spielte in dieser Spielzeit meist als linker Verteidiger. Im Playoff zur Europa League erzielte er das Tor zum 1:0-Sieg gegen Omonia Nikosia, der nach der 1:2-Auswärtsniederlage den Aufstieg in die Gruppenphase bedeutete. Nachdem er zu Beginn der Frühjahrssaison 2012 von Moniz sogar zum Mannschaftskapitän ernannt worden war, wurde er drei Wochen später aus disziplinarischen Gründen kurzzeitig aus dem Kader gestrichen, weil er sich nach einer Heimniederlage gegen den SV Mattersburg ins Salzburger Nachtleben gestürzt haben soll.[1] Drei Tage später wurde Hinteregger aber wieder pardoniert. Die Saison endete für Hinteregger und den FC Red Bull Salzburg mit dem Doublegewinn aus Meisterschaft und Pokal.

Nachdem Ricardo Moniz im Sommer 2012 überraschend zurückgetreten war, wurde Hinteregger ab der Saison 2012/13 vorwiegend in der Innenverteidigung, mitunter auch im defensiven Mittelfeld eingesetzt. Verantwortlich dafür war der deutsche Trainer Roger Schmidt, der sein großes Potenzial auf dieser Position erkannte. Hinteregger erarbeitete sich auch auf dieser Position sehr schnell den Status als Stammspieler. Sportlich lief es in dieser Saison aber nicht gut. Nachdem der FC Red Bull Salzburg in der Qualifikation zur UEFA Champions League gegen den luxemburgischen Meister F91 Düdelingen in der zweiten Runde ausgeschieden war, verpasste die Mannschaft auch die Meisterschaft und schied im Cup gegen den Regionalligisten FC Pasching aus.

Die Saison Saison 2013/14 wurde für Hinteregger und den FC Red Bull Salzburg dann zu einem Erfolg. Bereits in der Vorbereitungszeit erzielte der Verteidiger in einem Testspiel gegen Schalke 04 einen Treffer aus 67 Metern Entfernung. Meist neben dem jungen Innenverteidiger Andre Ramalho eingesetzt, wurde Hinteregger in dieser Spielzeit zum Abwehrchef. 2014 holte er mit der Mannschaft seinen zweiten Titel in der österreichischen Bundesliga. Vor allem aber sorgte man in dieser Spielzeit für Furore in Europa. In der Champions-League-Qualifikation noch an Fenerbahçe Istanbul gescheitert, stieß man in der Europa League bis ins Achtelfinale vor, unter anderem mit zwei Siegen gegen Ajax Amsterdam. Das Ausscheiden kam erst gegen den FC Basel. Bei der 1:2-Niederlage im Achtelfinal-Rückspiel gegen den Klub aus der Schweiz fehlte Hinteregger wegen einer Gelbsperre.

Nachdem Erfolgscoach Roger Schmidt im Sommer 2014 den Klub verlassen hatte, untermauerte Hinteregger auch unter Adi Hütter seine Position als Stamm- und Führungsspieler. In der Saison 2014/15 verteidigte der FC Red Bull Salzburg die beiden nationalen Titel aus Meisterschaft und Cup, was bis dahin noch keinem anderen österreichischen Klub gelungen war. International war allerdings bereits im Sechzehntelfinale der Europa League gegen den spanischen Vertreter FC Villarreal Endstation.

Borussia Mönchengladbach[Bearbeiten]

Im Jänner 2016 wurde er bis Saisonende nach Deutschland an Borussia Mönchengladbach verliehen; die Borussia erhielt eine Kaufoption.[2]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Junioren-Nationalteams[Bearbeiten]

Martin Hinteregger beim Länderspiel gegen Uruguay am 5. März 2014

Im April 2008 wurde Hinteregger erstmals in eine österreichische Nationalauswahl berufen. Österreichs U-17-Teamchef Hermann Stadler holte ihn für das Länderspiel gegen Mazedoniens U-17 im burgenländischen Baumgarten als einen von zwei Akademiespielern von Red Bull Salzburg in den 18-Mann-Kader.[3] Am 16. April 2008 kam der Verteidiger zu seinem Jugend-Nationalmannschaftsdebüt, als er in der 70. Spielminute eingewechselt wurde.[4] Es folgten zwei weitere Einsätze in dieser Altersgruppe, bei der Eliterunde der Qualifikation zur U-17-Fußball-EM 2009 stand Hinteregger aber nur im erweiterten Kader. In den Jahren 2009 bis 2011 stand Martin Hinteregger im Kader der österreichischen U-18- sowie der österreichischen U-19-Mannschaft und absolvierte insgesamt neun Freundschaftsspiele.

U-21-Nationalteam[Bearbeiten]

Am 17. November 2010 gab Martin Hinteregger sein Debüt in der österreichischen U21, nachdem ihn der damalige U-21-Teamchef Andreas Herzog wenige Tage zuvor das erste Mal einberufen hatte. Im freundschaftlichen Länderspiel gegen die U-21 von Wales in Newport wurde Hinteregger nach der Pause eingewechselt.[5]

Nach anfangs sehr sporadischen Einsätzen in der U-21, unter anderem bei einem Spiel in der U21-EM-Qualifikation für 2013, die Österreich nur auf dem enttäuschenden 4. Platz abschloss, wurde Martin Hinteregger mit der Zeit zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Nachwuchs-Nationalteams. So war er in den ersten drei Spielen der U21-EM-Qualifikation für 2015 im Herbst 2013 - nun unter dem U21-Teamchef Werner Gregoritsch - bereits Stammspieler, wobei er in der Partie gegen die bosnische U-21 sogar als Kapitän agierte. Zu noch mehr Einsätzen in der österreichischen U-21-Nationalelf kam Martin Hinteregger schließlich aber nicht mehr, da er in den Kreis der A-Nationalmannschaft aufrückte.

A-Nationalteam[Bearbeiten]

Nachdem er von Teamchef Marcel Koller bereits zwei Mal auf Abruf nominiert worden war, kam Martin Hinteregger im November 2013 zu seinem ersten Einsatz für das österreichische A-Nationalteam. Am 19. November 2013 stand er beim 1:0-Freundschaftsspiel-Heimsieg gegen die USA im Wiener Ernst-Happel-Stadion über 90 Minuten auf dem Feld.[6] Auch in den zwei weiteren Freundschaftsspielen im Frühjahr 2014 gegen Uruguay und Island konnte sich Hinteregger für einen Stammplatz empfehlen, und so startete Österreich mit dem Innenverteidiger-Duo Martin Hinteregger und Aleksandar Dragovic auch in die EM-Qualifikation für 2016.

Familie / Privates[Bearbeiten]

Martin Hinteregger entstammt einer sportbegeisterten Familie. Bereits sein Großvater war in der Gründungszeit der SGA Sirnitz als Sportler aktiv. Später fand auch Martins Vater Franz Hinteregger zum Verein und ist dort noch immer als Fußballjugendtrainer und Nachwuchsleiter tätig. Auch Martins Schwester Christina ist Teil des Klubs; sie spielt als Libera in der dortigen Damenmannschaft und ist nebenbei Schriftführerin des Vereins. Mit dem 1991 geborenen Manfred Hinteregger hat er ein weiteres Familienmitglied, das für seinen Heimatverein aus Sirnitz aktiv ist.

Sonstiges[Bearbeiten]

Martin Hinteregger gilt als sehr untypischer Fußballprofi, sein größtes Hobby etwa ist die Jagd. Bekannt ist er auch dafür, dass er sich in Interviews kein Blatt vor den Mund nimmt. So meinte er im Meisterschaftsfinish 2013 in Richtung des späteren Meisters Austria Wien, die Wiener würden sich schon "anscheißen". [7] Im September 2014, nachdem er im Spiel gegen den Wolfsberger AC mit dem WAC-Trainer Didi Kühbauer aneinandergeraten war, schimpfte er: "Er ist der gleiche Koffer wie als Spieler." [8]

Erfolge[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Martin Hinteregger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. salzburg.com: Hinteregger fliegt aus Red-Bull-Kader
  2. Offizielle Bestätigung: Martin Hinteregger wechselt zu Borussia Mönchengladbach redbullsalzburg.at, am 8. Jänner 2016, abgerufen am 8. Jänner 2016
  3. U17-Team spielt 1. Länderspiel im Heimatort von ÖFB-Kapitän Andreas Ivanschitz, abgerufen am 27. April 2010
  4. U17 feiert 4:0-Kantersieg! Generalprobe für den Ernstfall Jugend-TOTO-Cup geglückt, abgerufen am 27. April 2010
  5. oefb.at: U-21 Team schlägt sich selbst
  6. oefb.at: Österreich besiegt die USA mit 1:0
  7. kurier.at: Hinteregger: "Die Austria scheißt sich schon an"
  8. kleinezeitung.at: Hinteregger über Kühbauer: "Er ist der gleiche Koffer wie als Spieler"