Martin Kallmann (Unternehmer)

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Beschreibung der Industriebahn des Geyseritwerks Usingen in einer Werbeanzeige der Deutschen Feldbahn- und Industrie­bedarfs-Kommanditgesellschaft, Martin Kallmann, Mannheim, 1923

Martin Kallmann (geb. 1. November 1891 in Kobylin; gest. 24. Oktober 1982) war ein Mannheimer Feldbahn- und Industriebedarfs-Händler.[1]

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Kallmann war ein Sohn von Johanna Kallmann (geborene Koppel, geboren am 8. Oktober 1860 in Kobylin; gestorben am 8. Mai 1945).[2] Er absolvierte eine Lehre bei Orenstein & Koppel in Dortmund und Berlin und organisierte und leitete im Ersten Weltkrieg den Bau und Betrieb militärischer Feld- und Waldbahnen.

Im Alter von 27 Jahren gründete er 1919 die „Deutsche Feldbahnen- und Industriebedarf-Kommanditgesellschaft Martin Kallmann“ in der Goethestraße 4 in Mannheim. Er vertrieb unter anderem Gleise, Weichen und Drehscheiben sowie Loren und Lokomotiven verschiedener Hersteller. Das Unternehmen wuchs in der Kriegs- und Nachkriegszeit schnell und war mit Verkaufsstellen und Handelsvertretungen in Stuttgart, München, Berlin und Leipzig sowie in Straßburg und Paris überregional aktiv.

In der Nachkriegszeit des ersten Weltkrieges gründete Martin Kallmann in den 1920er-Jahren in Mannheim zwei weitere Unternehmen, die Ferro-Chemie GmbH und die Süddeutsche Holzverwertung. Insgesamt erzielte er mit diesen drei Firmen Umsätze von knapp zwei Millionen Reichsmark pro Jahr.

Als Jude wurde er in der Zeit des Nationalsozialismus gezwungen, seine Unternehmen weit unterhalb des Marktwerts für weniger als 150.000 Reichsmark an den arischen Kaufmann Richard Greiling zu verkaufen. Er floh daraufhin mit nur 10 Reichsmark in bar über die Schweiz und Frankreich in die USA, wobei sein Vermögen, seine Konten und Wertpapiere, komplett vom Deutschen Reich konfisziert wurden. In den 1950er Jahren konnte Martin Kallmann Restitutionsansprüche geltend machen.[3][4][5][6] Das Rückerstattungsverfahren zog sich nach Inkrafttreten des Restitutionsgesetzes elf Jahre hin und endete 1958 schließlich mit einem Vergleich.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesarchiv Baden-Württemberg: Martin Kallmann.
  2. Landesarchiv Baden-Württemberg: Johanna Kallmann.
  3. Christiane Fritsche: Ausgeplündert, zurückerstattet und entschädigt. Arisierung und Wiedergutmachung in Mannheim. Sonderveröffentlichung des Stadtarchivs Mannheim. Band 39. ISBN 978-3-89735-772-3. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher, 2013.
  4. Michael Kitzing: Geschichte und Länderkunde: Baden-Württember, Mannheim, Arisierung und Wiedergutmachung, 1933-1969. Digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft.
  5. Johanna Eberhardt: Nicht nur ein Kaufhauskönig wird entthront. Stuttgarter Zeitung, 22. Februar 2013.
  6. Hardy Prothmann: Stadt des Widerstands – Stadt der Täter 31. Januar 2013.
  7. Die Praxis der “Wiedergutmachung” am Beispiel Mannheim – In den Mühlen der Bürokratie. SWR 2, 13. April 2015.