Martin Lersch

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Martin Lersch: Skelett und Arbeitsloser

Martin Lersch (* 5. April 1954 in Mönchengladbach) ist ein deutscher Zeichner, Illustrator, Maler und Musiker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Lersch: Seki, Öl auf Nessel (2002)

Martin Lersch (ein Enkel des Arbeiterdichters Heinrich Lersch) studierte von 1971 bis 1973 Design an der Fachhochschule Niederrhein Krefeld und im Anschluss daran bis 1976 Illustration an der Folkwangschule Essen. Er erhielt mehrere Stipendien (zum Beispiel 1980 vom Deutsch-französischen Jugendwerk, 1986 Kreativitätsstipendium des Regionalrates Pays de la Loire und 2006 Turm-Stipendium Geldern). Lersch wohnte immer wieder für längere Zeit in Frankreich und betätigte sich neben seiner Arbeit als Zeichner, Illustrator und Maler auch in den Bereichen Bühnengestaltung, Buchproduktion und Musik-Performance (Klarinette, Gitarre, Elektronikinstrumente und Kinderspielzeug). Lersch führt seit langem Kunst- und Musikprojekte in Bibliotheken, Museen, Gefängnissen sowie mit französischen und deutschen Schulklassen durch, z.B. zusammen mit der Mezzosopranistin Gesine van der Grinten bei der Ensemblia 2007. [1] Von 1994 bis 2007 war er Mitarbeiter an der von Erik Martin herausgegebenen Jahresschrift für Literatur und Grafik Muschelhaufen.

Der verheiratete Martin Lersch lebt und arbeitet in Goch.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Übergreifendes Merkmal der Ausstellungen von Martin Lersch ist sein gezielter Rückgriff auf den unerschöpflichen Bilderfundus der Kunstgeschichte, den er erzählerisch in seine Arbeiten einfließen lässt. Entweder nach den Originalen oder über Reproduktionen der Kunstwerke, wie sie ungezählt in Form von Postkarten, Katalogen, Kalenderblättern u.a.m. verfügbar sind, entwickelt der Künstler in Malerei, Zeichnung und gelegentlich Collage eigenständige Arbeiten, die nicht als Kopien angelegt sind. Vielmehr orientiert sich Martin Lersch an aussagekräftigen Details der Vorlagen, wie Hände, Häuser, Tiere, Heiligenfiguren, Musikinstrumente etc., die er mit geübtem Strich nachzeichnet und koloriert, um sie anschließend themenbezogen zu bündeln.

Christian Krausch[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigene Bücher, Ausstellungskataloge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts. Kaiser-Wilhelm-Museum, Krefeld 1979
  • Paletten. Städtisches Museum Abteiberg, Mönchengladbach 1982
  • Zur Kunstgeschichte. Bauen und Fliegen. Krefelder Kunstverein 1987
  • in Bezug auf… Pfalzgalerie. Kaiserslautern 1989, ISBN 3-89422-000-7
  • La vie de Marie de Médicis d'après Rubens. Das Leben der Maria Medici nach Rubens. (Zusammen mit Helge Drafz; Text dt. und franz.) P. A. C. A., Angers 1989, ISBN 2-907334-04-2
  • à propos de Minna. une interpretation cynique du phénomène amoureux. Galerie de Prêt / Nouveau Théâtre d'Angers 1990
  • In Frechheit verliebt. ADELI. Seiches-Sur-Le-Loir 1990. ISBN 2-908-908-00-8
  • Wo sind die Liebespaare? Frauen und Männer, gezeichnet von Martin Lersch. Galerie Fochem, Krefeld 1991, ISBN 3-928668-13-7
  • Von der Schwanenburg zur Enteninsel. Städtisches Museum Haus Koekkoek, Kleve 1992
  • Martin Lersch. Folgenreiche Bilder. Institut für Kunstgeschichte an der RWTH Aachen, 1994, ISBN 3921955211
  • Le musée imaginaire de Martin Lersch. Une correspondance imaginaire entre Henri Matisse et Auguste Herbin. Musée Matisse, Le Cateau-Cambrésis 1996
  • Caminos. Images: Martin Lersch, Texte: Anita Lebray. Angers 1997, ISBN 2-908908-04-2
  • Wilhelmshaven zur Zeit. Ein Buch zur Stadtgeschichte. Galerie M. Wilhelmshaven 2000
  • Sur les traces de Matisse. Martin Lersch Dessine. Musée Matisse, Le Cateau-Cambrésis 2001, ISBN 2-907545-31-0
  • Pour sortir de la crise politique. La Flèche (Frankreich) 2005
  • Le Tôkaidô de Hiroshige. Editions Expressions contemporaines. 2005, ISBN 2-909166-15-5

Buchillustrationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umschlaggestaltung von Martin Lersch für die Jahresschrift Muschelhaufen

Buchumschläge und CD-Cover[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Juni. Magazin für Kultur und Politik Nr. 2/1988. (Buchumschlag). Juni Verlag, Viersen 1988, ISSN 0931-2854
  • Albert Vigoleis Thelen: Der Magische Rand. Eine abtriftige Geschichte. (Buchumschlag). Juni, Mönchengladbach 1989, ISBN 3-926738-06-5
  • Albert Vigoleis Thelen: Poetische Märzkälbereien. Gesammelte Prosa. (Buchumschlag). Juni, Mönchengladbach 1990, ISBN 3-926738-15-4
  • Muschelhaufen Nr. 47/48. Jahresschrift für Literatur und Grafik. (Buchumschlag). Viersen 2007, ISSN 0085-3593
  • matt oder hochglanz. (CD-Cover). Dormagen 2005
  • Wenn der Abend naht. (CD-Cover). Wachtendonk 2006
  • Gustav Mahler. Sinfonie Nr. 4. (CD-Cover). Ensemble Niederrhein 2007

Arbeiten in öffentlichen Sammlungen oder Einrichtungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur/Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uli Bohnen: Kurzgeschichte in Bildern. In: Juni. Magazin für Kultur & Politik am Niederrhein, Viersen 1988
  • Daniel Chabrissoux: Entretien avec Martin Lersch. In: Le Tôkaidô de Hiroshige. Angers 2005, ISBN 2-909166-15-5
  • Walter Delabar u.a.: Texte zu Martin Lersch. In: Juni. Magazin für Kultur und Politik am Niederrhein. S. S. 61–73. Nr. 1-1988. ISSN 0931-2854
  • Helge Drafz: Ernst ist die Kunst. Zu den Arbeiten von Martin Lersch. In: Juni. Magazin für Kultur & Politik am Niederrhein. Viersen 1988, ISSN 0931-2854
  • Stefan Skowron: Martin Lersch geht in die Kunstgeschichte ein. In: Wilhelmshaven zur Zeit. Wilhelmshaven 2000

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christina Schwan: Improvisieren für Ensemblia. In: Rheinische Post vom 17. Mai 2007
  2. Christian Krausch: Marginalien aufgezeichnet. In: Die Heimat. Krefelder Jahrbuch. Jahrgang 69, Krefeld 1998, ISSN 0342-5185