Martin Luserke

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Martin Luserke (* 3. Mai 1880 in Berlin; † 1. Juni 1968 in Meldorf, Holstein) war ein deutscher Pädagoge, Erzähler und Schriftsteller.[1] Er gehörte zu den führenden Persönlichkeiten der deutschen Reformpädagogik und gilt als ein Wegbereiter der heutigen Erlebnispädagogik.[2] Er war Gründer der ersten auf einer Insel im Meer angesiedelten reformpädagogischen deutschen Schule und Initiator der einzigen Theaterhalle einer deutschen Schule. Als herausragende pädagogische Leistung Luserkes wird die Einführung des „Darstellenden Spiels“ (Laienspiel), das sich vom professionellen Theater abgrenzte[3], in die Schul- und Jugendarbeit betrachtet. Dieses wurde auch in die Jugendbewegung integriert.[4][5] Der Begriff „Darstellendes Spiel“ geht auf Luserke zurück.[6] Als erster Pädagoge entwickelte Luserke eine eigene Theorie des Schultheaters.[7]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kindheit, Jugend und Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Luserke war einer von drei Söhnen des Baufachmanns und technischen Angestellten Carl Friedrich Wilhelm Luserke (1851–1931) und dessen aus Westfalen stammender Ehefrau Amalie Elisabeth (* 1855), geborene Lindhorst.[8] Die Familie Luserke stammte ursprünglich aus Breslau in Schlesien.

In seiner Kindheit und Jugend hatte Martin Luserke Gelegenheit, den Hamburger Hafen, die Elbe und die deutsche Nord- und Ostseeküste kennenzulernen, darunter per Segelboot und Dampfschiff auch die ostfriesische Insel Spiekeroog und die Insel Helgoland in der Deutschen Bucht. Den schriftlichen Erinnerungen seiner Mutter zufolge fühlte er sich schon sehr früh zum Meer hingezogen.[9]

Ab dem Alter von zehn Jahren soll Luserke Werke von Friedrich Schiller gelesen haben, etwas später William Shakespeare – umfänglich und mit großer Intensität.[10] Den ersten Kontakt mit dem Theater soll er im Alter von etwa fünfzehn Jahren am Schauspielhaus Berlin gehabt haben, wo er eine Aufführung des Schauspiels Wilhelm Tell nach Friedrich Schiller miterlebte. Allerdings sollen seine phantasievollen Erwartungen, die sich durch die vorherige Lektüre des Werks gebildet hatten, maßlos enttäuscht worden sein.[11] Womöglich ein Anlass für ihn, daraus seine Schlüsse für das eigene spätere Theaterschaffen zu ziehen.

Im Alter von fünfzehn Jahren brach Luserke mit seinem Elternhaus. Als ein wesentlicher Auslöser dafür gilt der Moment, als ihm seine Mutter heimlich gelesene Bücher von William Shakespeare wegnahm und verbrannte.[12]

Im Jahr 1908 heiratete er Annemarie Gerwien (1878–1926), die er durch seine Tätigkeit für die Freie Schulgemeinde Wickersdorf kennengelernt hatte. Sie war dort seit 1906 als Hausdame beschäftigt. Das Ehepaar bekam 1910 eine Tochter, Ursula, und danach drei Söhne: 1912 Klaus, 1914 Heiner, 1918 Dieter.[13] Von den Schülern an der Freien Schulgemeinde Wickersdorf und später der Schule am Meer wurde Luserke „Lu“ und seine Partnerin „Frau Lu“ gerufen.[14]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luserke besuchte zunächst die Knabenschule der Herrnhuter Brüdergemeine [sic] in Berlin. Seine pietistisch geprägten Eltern schickten ihn im Alter von fünfzehn Jahren zur Lehrerausbildung auf das Herrnhuter Lehrerseminar im niederschlesischen Niesky (Lausitz).[15] Dort traf er erstmals auf Hans-Windekilde Jannasch.[16] Zwischen 1900 und 1904 war er als Elementarlehrer am gymnasialen Pädagogium in Niesky tätig. Während dieser Zeit entfremdete er sich zunehmend vom Pietismus. Er zog nach Thüringen und studierte ab 1904 Mathematik und Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena.

Im Jahr 1905 unternahm er eine meereskundliche Studienfahrt in die Bretagne, die zu einer mehrmonatigen Wanderung durch das Gebiet der keltischen Steinzeitkultur geriet.[17] Eine knapp zweimonatige Wanderung durch Italien und eine Reise nach Ägypten schlossen sich später an diese Auslandserfahrung an.[18]

Vom akademischen Lehrbetrieb und von der damals vermittelten Vorstellung klassischer Pädagogik enttäuscht, brach er sein Studium im Jahr 1906 vorzeitig ab. Dennoch wurde er von seinen akademischen Lehrern, dem Literaturnobelpreisträger Rudolf Eucken, Ernst Haeckel, Wilhelm Rein und später von Hermann Lietz nachhaltig geprägt. Auf diese lässt sich seine Vorstellung einer idealisierten „naturhaften Erziehung zur Heranbildung von Gesinnung“ maßgeblich zurückführen.[19]

Im Jahr 1931 erwarb Luserke an der Seefahrtschule in Leer das Steuermannspatent auf Kleiner Fahrt.[20]

Berufliche Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1906: D.L.E.H. Haubinda[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ostern 1906 schloss er sich dem Reformpädagogen Hermann Lietz an und unterrichtete an dessen Deutschem Landerziehungsheim (D.L.E.H.) im thüringischen Haubinda. Drei Jahre zuvor war es dort zum so genannten „Haubinder Judenkrach“ gekommen, zu einem Streit um die Aufnahme jüdischer Schüler.[21][22][23]

1906–1925: Freie Schulgemeinde Wickersdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als es zwischen Luserke, weiteren Lehrern und der Schulleitung zu Konflikten kam, gründete er mit einer Gruppe „pädagogischer Rebellen“, zu denen Paul Geheeb, August Halm und Gustav Wyneken gehörten, im Herbst 1906 die Freie Schulgemeinde Wickersdorf in Thüringen.[24] Neben Wyneken, der eher als Theoretiker beschrieben wird, sollen dort wesentliche pädagogische Impulse vom Praktiker Luserke ausgegangen sein. Dessen Konzept einer unmittelbar erfahrungsorientierten Didaktik habe beispielsweise Hans Alfken nachhaltig beeinflusst.[25][26] Luserke arbeitete an der FSG Wickersdorf beispielsweise mit Hans-Windekilde Jannasch, Peter Suhrkamp oder Bernhard Uffrecht zusammen. An diesem neuen Landerziehungsheim entstanden Luserkes ersten Laienspiele und Erzählungen. Er agierte als primus inter pares der Kameradschaft der Bären, einer nahezu familiär anmutenden Gruppe, die aus etwa zehn Schülern und einem Lehrer bestand.[27]

Im Jahr 1910 wurde Luserke durch den Großherzog Georg II. von Sachsen-Meiningen zum Schulleiter berufen.[28] Anlass dafür waren bekannt gewordene pädophile Übergriffe Wynekens gegenüber Schülern, die später zum so genannten Eros-Skandal und teilweise auch zu Gerichtsprozessen führen sollten. Luserke legte im Frühjahr 1912 für die Verwaltung der ersten sechs Jahre des Bestehens der FSG Wickersdorf nachträglich Schülerbücher und Lehrerbücher an, da Wyneken dies bis 1909 ganz unterlassen und ab 1909 in unvollständiger Weise erledigt hatte.[29] Bis 1914 und dann wieder von 1922 bis zum Frühjahr 1925 nahm Luserke die Funktion des Schulleiters wahr.

In der Zwischenzeit war Luserke vom Kriegsausbruch 1914 bis 1917 Soldat im Ersten Weltkrieg, zuletzt als Unteroffizier. Schwer verwundet und am Kopf für sein Leben gezeichnet, geriet er in französische Kriegsgefangenschaft und soll 1919 über die Schweiz ausgetauscht worden sein.[30] Demgegenüber heißt es in einer deutlich älteren Quelle, Luserke habe Wyneken direkt nach der Novemberrevolution 1918 zur FSG Wickersdorf zurückgerufen und ihm dort wieder die Schulleitung übertragen, nachdem die Wyneken nicht gewogene Landesregierung abgesetzt gewesen sei. Dabei habe Luserke das Ziel verfolgt, die entstandene Lagerbildung von Luserke- und Wyneken-Befürwortern bzw. -Gegnern aufzulösen.[31]

1919 schrieb Luserke unter dem Einfluss der Novemberrevolution Band 3 der von Karl Korsch herausgegebenen Reihe Praktischer Sozialismus, nachdem George Bernard Shaw für Band 2 dieser Reihe als Autor gewirkt hatte. Luserke forderte darin eine sozialistische Ethik der Arbeit, die gemeinsamen Zielen zu folgen habe.[32] Unter Herausgeber Theodor Etzel war Luserke neben Hans Brandenburg, Richard Euringer, Ludwig Klages, Manfred Kyber, Rudolf von Laban und Hans Reiser Mitarbeiter der im schöngeistigen Walter Seifert Verlag erschienenen Zeitschrift Die Fahne.

Zurück in der Freien Schulgemeinde Wickersdorf suchte Luserke den sich wiederholenden Pädophilie-Fällen und den immer wieder aufflammenden Konfrontationen mit Schulgründer Wyneken zu entgehen, in deren Kontext es um gegensätzliche pädagogische Vorstellungen ging. Erst bildete er zusammen mit Rudolf Aeschlimann und Paul Reiner das so bezeichnete Triumvirat gegen Wyneken und dessen pädophile Gefolgsleute im Kollegium, bevor es schließlich zur Sezession kam.[33]

1925–1934: Schule am Meer im Loog auf Juist[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Foto (1931): Martin Luserke weckt die Schüler des reformpädagogischen Landerziehungsheims Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist mit seinem Sprachrohr, indem er sein seemännisches „Rise, rise…“ singt.

Gemeinsam mit seinen Kollegen Rudolf Aeschlimann, Fritz Hafner und Paul Reiner sowie weiteren Mitarbeitern wollte er einen Aufbruch „an den Rand der bewohnbaren Welt“ wagen und eröffnete am 1. Mai 1925 die reformpädagogische Schule am Meer auf der Nordseeinsel Juist[34][35], die er Pfingsten 1924 mit einigen Kollegen und Schülern erkundet hatte.[36][37][38] Dort wollte er eine „Synthese von Geist- und Lebensbildung“ erreichen.[39] Sechzehn Schüler wechselten mit Aeschlimann, Luserke und Reiner von der FSG Wickersdorf nach Juist, darunter Herbert von Borch und Günther Leitz.

Luserke suchte für die Schule an der Meeresküste, der nordischen Urheimat, einen Ort, an dem die Gezeiten von Ebbe und Flut in ihrem Auf und Ab den Menschen in eine innere Bewegtheit bringen. Er suchte eine Umwelt - in diesem Falle eine Inselwelt -, die herausfordert zur Selbstbehauptung im Tun. Daß dieses Tun auch praktische Arbeit bedeutet, war in einer derartigen Umwelt selbstverständlich und gehörte zu Leben und Erziehung, zur Lebensgestaltung überhaupt. Was später in der Formulierung von agitur ergo sum menschenkundlich abgehandelt wird, ist in der Idee der Gründung der Schule am Meer auf Juist durchaus angelegt.

Kurt Sydow, 1980[40]

Während der Journalist und Musikkritiker Herbert Connor in Morgenbeilagen der Berliner Börsen-Zeitung für die Schule am Meer warb, konnte Luserke den Konzertpianisten, Dirigenten und Komponisten Eduard Zuckmayer als Musiklehrer, Chor- und Orchesterleiter für die Schule am Meer gewinnen, später auch die Pädagogen Kurt Sydow, Heinrich Meyer und Günther Rönnebeck.[41][42] Mit Zuckmayer, dem Chor und dem Orchester bzw. Laienspielgruppen der Schule am Meer unternahm Luserke während der Schulferien zahlreiche Gastspieltourneen durch Deutschland, die eine sehr positive mediale Beachtung erfuhren.[43][44][45] Luserke war als Texter an Kompositionen von Zuckmayer beteiligt und lernte auch dessen Bruder, den Schriftsteller Carl Zuckmayer (Der Hauptmann von Köpenick, 1931) kennen, der sich besuchsweise und zum Arbeiten in der Schule am Meer aufhielt.[46][47][48]

Foto (1931): Hallenbau der Schule am Meer auf Juist. Architekt: Bruno Ahrends, Berlin

Von 1930 bis 1931 wurde für das „Darstellende Spiel“ (Laienspiel) Luserkes die Theaterhalle der Schule errichtet[49], einzigartig in Deutschland.

Ohne Martin Luserke hätte sich das Laienspiel niemals so entfaltet, wie es 1920–1933 möglich wurde.

Rudolf Mirbt, Göttingen, 22. September 1949[50]

Mit Unterstützung des preußischen Kultusministeriums und des Berliner Zentralinstituts für Erziehung und Unterricht war geplant, die Schule am Meer auf Juist als Spielzentrum und Ausbildungsstätte für pädagogische Spielleiter einzurichten. Ostern 1934 wurde die Schule jedoch vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Gleichschaltung geschlossen.

Das Laien- bzw. Rollenspiel ist heute in Deutschland fester Bestandteil an vielen Schulen und im Programm der Lehrerfortbildung.[51][52] Luserkes Konzeption für das Laienspiel wird heute wieder von Regisseuren aufgegriffen.[53]

Luserke, der das Zusammenwirken von Schülern und Pädagogen als Kulturgemeinschaft begriff[54], galt als sensibler Erzieher mit einer vielseitigen handwerklichen und künstlerischen Begabung, die er im Sinne einer „Lebensbildung“ (= am realen Leben orientierte Bildung) seiner Schüler einsetzte.[55][56] In Wickersdorf und auf Juist verknüpfte er grundlegende Forderungen der Reformpädagogik und Elemente der Jugendbewegung, die er seinerseits mit dem Laienspiel beeinflusste, das den expressionistischen Ausdruckstanz beinhaltete. Er sah einen Bildungswert des Laienspiels, sofern es den Eigengesetzlichkeiten des Spiels folge und nicht das große Theater imitieren wolle.[57] Mit seinem schulischen „Darstellenden Spiel“, das stets in starkem Maß auf die Persönlichkeit der jeweils agierenden Schüler zugeschnitten war, wollte er auf das professionelle Theater einwirken.[58] Sein „Darstellendes Spiel“ war durch Aufführungen der von Émile Jaques-Dalcroze in Hellerau bei Dresden gegründeten Bildungsanstalt für Musik und Rhythmus angeregt worden.[59] Seine Konzeption präsentierte Luserke in vielen Vorträgen und in schriftlichen Abhandlungen, die in den 1920er Jahren in Standardwerke der Tanzbewegung aufgenommen worden waren.[60][61]

Seine für die damalige Zeit sehr fortschrittliche pädagogische Praxis, die ein holistisches Konzept beinhaltete (siehe Artikel zur Schule am Meer, Abschnitt Körperbildung), basierte allerdings auf einer seinerzeit weit verbreiteten völkischen Denkweise (siehe auch: Völkische Bewegung), einem „nordisch-germanischen“ Ideal, auf Mystik und Mythen. Neben stark idealisierenden und romantisierenden Aspekten ergaben sich dadurch Parallelen zu der während der Weimarer Republik aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung, die ein Konglomerat aus teilweise schon lange existierenden Strömungen darstellte.

Von völkischen bzw. nationalsozialistischen Begriffen wie „Rassenreinheit[62][63][64], „Entartung“[65][66] oder „völkischer Blutsvergiftung“[67][68], und damit von einer rassistischen Ausgrenzung der Juden und anderer Bevölkerungsminderheiten, distanzierte sich Luserke in seiner programmatischen und zivilisationskritischen Schrift mit Leitsätzen für die Schule am Meer schon 1924 deutlich, noch vor dem ersten Erscheinen von Hitlers Mein Kampf:

Wir glauben an das deutsche Wesen als an eine geistig-seelische Rassigkeit, die über allen Tagesmeinungen und Parteikämpfen als Gemeinschaft der Sprache und als eine Geformtheit und fortdauernde Formung durch gemeinsame Kulturgüter besteht. Wir glauben aber, daß sie nicht bloß als Natur vorhanden ist, sondern daß es der Verantwortung der Lebenden unterliegt, was sie mit diesem Lebenskörper anfangen. Wir rechnen zu dieser Verantwortung auch eine kraftvolle Nüchternheit gegenüber der mystischen Überbewertung des Blut- und Leibhaften und der einsiedlerisch-völkischen Nervosität. Wir glauben nicht, daß alle krankhaften Erscheinungen am Volkstum auf Vergiftung mit Fremdartigkeit, sondern wir glauben vielmehr, daß sie auf geistig-seelischer Unterernährtheit und Formlosigkeit beruhen.

Martin Luserke[69][70]

Luserke arbeitete über Jahrzehnte ganz selbstverständlich mit einer Vielzahl jüdischer Schüler, Eltern, Kollegen wie Eduard Zuckmayer, Architekten wie Bruno Ahrends, Vertrauensleuten wie Hans Hecht oder Walter Schatzki und Förderern wie Alfred Hess zusammen, mit sozialistisch oder kommunistisch orientierten Menschen wie Adolf Grimme, Horst Horster, Fritz Karsen, Hedda Korsch[71] oder Paul Reiner[72], mit Gegnern des Nationalsozialismus wie Ernst Majer-Leonhard oder Alfred Weber, aber auch mit Nationalsozialisten wie Eugen Diederichs, Ernst Herdieckerhoff oder Ludwig Roselius.

Die basisdemokratisch und dezentralisiert organisierte Schule am Meer, in der Schüler und Lehrer ein gleichberechtigtes Stimmrecht hatten, wies einen im Vergleich zu den meisten staatlichen Schulen im Deutschen Reich recht hohen Anteil von Schülern jüdischer Abstammung auf, der rund ein Drittel betrug. Entsprechend hoch war der Anteil in der Elternschaft. Dieses Faktum und bedeutende Zuwendungen für die Stiftung Schule am Meer durch Förderer jüdischer Herkunft führten dazu, dass die Schule während der NS-Zeit als „Jöödenschool“ (plattdeutsch für Judenschule) verunglimpft und beschimpft wurde.[73]

Während die meisten anderen reformpädagogischen Einrichtungen in das NS-Bildungssystem integriert wurden[74][75], verhinderte dies im Fall der Schule am Meer die von Luserke gelebte Überzeugung einer persönlichen Autonomie jedes Schülers und Lehrers. Eine solche Autonomie widersprach diametral dem nationalsozialistischen Gedankengut einer bedingungslosen Unterordnung des Einzelnen. Dazu trug auch Luserkes Maxime bei, dass der Jugendphase ein eigener Wert zuzumessen sei.[76] Dieser Wert erscheint heute als selbstverständlich, war damals jedoch eine der neuen Erkenntnisse, die sich erst während der Weimarer Zeit herausbildeten.

Luserkes pädagogisches Vermächtnis lässt sich zusammenfassend als „Weltbemächtigung durch Erfahrung aus eigenem Abenteuer und Erlebnis“ beschreiben. Die unmittelbare Erfahrung „aus erster Hand“ war ihm sowohl für sich als auch für seine Schüler von ganz besonderer Bedeutung. Dieser Ansatz entspricht dem Kern der heutigen Erlebnispädagogik, für die er als ein Wegbereiter gelten kann.[77]

Er war ein sehr begabter Erzähler, der unvorbereitet und unmittelbar auf Abruf seiner Schüler abenteuerliche und phantasievolle Geschichten entwickeln konnte. Diese waren nicht etwa komplett erfunden, sondern speisten sich aus dem Erfahrungshorizont seines eigenen Lebens und dem seiner Schüler.[78] Auf diese Weise vermochte er seinen Zuhörerkreis stets zu fesseln, denn alle wurden in irgendeiner Form Teil der sich vor ihnen entfaltenden Erzählung. Nur wenn diese von seiner Zuhörerschaft gut angenommen worden war, brachte sie Luserke später zu Papier, eine Vorgehensweise, die sicherlich teilweise zu seinem literarischen Erfolg beitrug.

1934–1939: Krake ZK 14[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luserke führte nach der Schließung der Juister Schule am Meer auf einem für 400 niederländische Gulden in Zoutkamp gekauften Segelschiff[79] ein Leben als freier Schriftsteller.[80] Mit dem Gedanken daran hatte er wohl seit etwa 1929 gespielt.[81] Nach Juist kehrte er nie zurück, unterhielt aber mit Kollegen und Schülern weiterhin Kontakt, beispielsweise mit Beate Uhse, Hubert H. Kelter, Jens Jürgen Rohwer oder Kurt Sydow.[82][83] Mit seiner Tjalk „Krake ZK 14“, die er als schwimmende Dichterwerkstatt zu nutzen wusste, war Luserke in Begleitung seines anfangs fünfzehnjährigen Sohnes Dieter (1918–2005) in den Küstengewässern der Nord- und Ostsee unterwegs.[84] Dort entstanden beispielsweise der Roman Hasko und eine Wikinger-Trilogie.

Literarisch erfolgreich war Luserke vor allem im Dritten Reich, wozu die Motive seiner Werke – Kameradschaft, Wagnis und Bewährungsprobe – wesentlich beitrugen, aber auch seine Betonung des Nordischen und Germanischen in Verbindung mit der von ihm kreierten Kulisse von Meer und Küstenlandschaft.[85] Ein Vorabdruck seines Romans Obadjah und die ZK 14 oder Die fröhlichen Abenteuer eines Hexenmeisters erschien 1936 im Völkischen Beobachter. Danach erschien der Titel u. a. bei der Deutschen Buch-Gemeinschaft, der es immerhin gelang, während des Dritten Reiches kein einziges Buch mit NS-Propaganda herauszugeben.[86] Luserkes Bücher wurden danach mehrfach wieder aufgelegt, auch im Zentralverlag der NSDAP, dem Franz-Eher-Verlag. Während des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil seiner Titel als Feldliteratur für die Soldaten durch die Soldatenbücherei des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW), Allgemeines Wehrmachtsamt, Abteilung Inland herausgegeben. Diese ließen sich dank des verwendeten Kleinoktav-Formats bequem der Feldpost beilegen.

Kurz nach Beginn des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 musste Luserke seine Törns in den Küstengewässern der Nord- und Ostsee kriegsbedingt einstellen.

1939–1968: Meldorf (Holstein)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er siedelte sich in Meldorf (Holstein) an. Von diesem Zeitpunkt an entstand eine Vielzahl von Texten für das „Darstellende Spiel“. Als Lehrbeauftragter für Laienspiel war er ab 1947 an der dortigen Gelehrtenschule (Gymnasium) tätig.[87][88]

1943/44 verfasste Carl Zuckmayer für das US-amerikanische Office of Strategic Services (OSS), den Vorläufer der Central Intelligence Agency (CIA), ein erst 2002 veröffentlichtes Dossier, das auch eine Charakterisierung Luserkes und der Schule am Meer beinhaltet (siehe Artikel Schule am Meer, Abschnitt Kritik). Dieses war möglicherweise durch eine Antipathie gegenüber Luserke beeinflusst, auf die Zuckmayer in seinen Ausführungen jedoch explizit hinweist.[89][90]

In seinen letzten Lebensjahren arbeitete Luserke an der Vollendung seiner Auffassung vom Spiel der Shakespeare-Komödien und an seiner Lebensphilosophie.

Er starb im Alter von 88 Jahren in Meldorf. Er liegt auf dem Friedhof im ostfriesischen Hage neben seiner Ehefrau Annemarie († 1926) begraben.

Sein Mobiliar befindet sich im Besitz der Landesbibliothek Kiel, die es dem Heimatverein Juist als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Dieser stellt es auf der Insel in Haus Sibje zur Besichtigung aus.[91]

Engagements[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kontakte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste bekannter Personen, mit denen Martin Luserke in Kontakt stand (Auswahl)

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Pädagoge Hans-Windekilde Jannasch beschreibt Luserke als „Mittelpunkt“ der Freien Schulgemeinde Wickersdorf, wo er ihn selbst miterlebt hat. Deren „Blütezeit in den Jahren 1909–19“, abzüglich zweieinhalb Jahren Kriegsteilnahme und -gefangenschaft, sei „wesentlich durch die Persönlichkeit Luserkes bestimmt“ gewesen. Eine „Fülle von schöpferischen Anregungen“ sei von ihm ausgegangen; seine „vielseitige musische Begabung“ habe „das Leben der Schule befruchtet“; er habe verstanden, Atmosphäre zu bilden. Er sei „schon damals aus dem Christentum ausgewandert“ gewesen und „auf dem Rückwege zu jener magisch-nordischen Weltansicht, die sich später in seinem Schrifttum ausspricht, und die ihn bewog, seine Schule am Meer auf der Insel Juist zu gründen“.[97]
  • Die auf den Widerstand gegen den Nationalsozialismus fokussierende Publizistin und ehemalige Schulleiterin Anneliese Knoop-Graf beschreibt Luserke in Bezug auf sein literarisches Werk als „oft idealistisch verklärend“ und als „im Gedankengut der Jugendbewegung verwurzelt“. Er behandele in seinen Büchern „meist mythische Stoffe aus der Traum- und spukhaften Welt der Nordsee, der Wattenküste und ihrer Bewohner“.[98]
  • Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer schrieb 1979 über Luserkes Shakespearsche Was ihr wollt-Aufführung mit seinen Juister Schülern in Köln am Ende der 1920er Jahre: „Ich habe das schöne Werk nie anmutiger und heiterer erlebt. Jede Aufführung seitdem, auch eine Festspiel-Aufführung in Salzburg, muß dagegen verblassen. Der Kanon Halt's Maul, Du Hund war unwiderstehlich. Jugend und Anmut noch in der Grobheit“.[99]
  • Der Erziehungswissenschaftler Jürgen Oelkers bezeichnete Martin Luserke, Hermann Lietz und Gustav Wyneken als „Aussenseiter“. Diese als „grosse Pädagogen“ zu stilisieren, sei Teil einer Selbstinszenierung gewesen, durch die man Anhänger und Kunden gesucht habe.[100]
  • Der Erziehungswissenschaftler Klaus Prange meint mit Bezug auf Luserkes 1925 erschienenes Buch Schule am Meer – Ein Buch vom Wachsen deutscher Jugend geradeaus vom Ursprünglichen bis ins Letzte, bei Luserke eine „Mischung aus regressiver Ideologie und künstlerischer Stilisierung“ zu erkennen. „Das Leiden an der (damaligen) Gegenwart“ rette sich „in ein Formgefühl, das sich über einen vormodernen Zustand der Kunst“ stabilisiere. „Die abgelegten Moden von gestern“ würden „gewissermaßen zur Dauertracht des unglücklichen Bewusstseins“. „Frappant“ sei „die Parallele zu (Rudolf) Steiner: Die Ästhetisierung der Erfahrung gibt sich als Weltschicksal“.[101]
  • Die Erziehungswissenschaftlerin Barbara Stambolis behauptet ohne jeglichen Verweis auf zu zitierende Belege, Luserke sei „ein Antisemit, von den Nazis gefördert, aber das meiste Geld für seine Unternehmungen kam von Juden und als Pädagoge zählte er zum fortschrittlichen Lager“.[102] Der promovierte Pädagoge Horst Müller (* 1929), in rund fünfzig Jahren Laienspiel mit Schülern, Studierenden und älteren Erwachsenen sowie elf eigenen Bühnenstücken theatererfahren, postuliert in seiner jüngsten Publikation von 2016, es sei „nicht erwiesen“, ob Martin Luserke ein Antisemit gewesen sei.[103] Ausgangspunkt seiner Ausführungen ist dabei eine kurze Passage in Luserkes Bühnenstück-Groteske Blut und Liebe aus dem Jahr 1906, erstmals veröffentlicht 1912 und später immer wieder neu bearbeitet. Darin kommt ein von einem Ritter gefangen gehaltener Jude vor, der von diesem als „verdammter Judenhund“ tituliert wird.
  • Der Musikwissenschaftler Kurt Sydow: „Ich bekenne, durch Begegnung mit Laienspiel und Sage, Erziehung und Unterricht, das heißt, durch die Begegnung mit Martin Luserke in Bewegung geraten zu sein und meinen eigenen Weg dadurch gefunden zu haben.“[104]
  • Die Pilotin und Unternehmerin Beate Uhse bezeichnet Luserke in ihrer Autobiographie als ihren „Lieblingslehrer“. Er sei „großzügig und geistreich“ sowie „verständnisvoll“ gewesen.[105]
  • Die Autorin Gudrun Wilcke notierte in ihrer Arbeit über Die Kinder- und Jugendliteratur des Nationalsozialismus… zu Luserkes Laienspiel-Groteske Blut und Liebe: „Nanu! – Das sind keine nationalsozialistischen Töne! Und auch das Ende von BLUT UND LIEBE hört sich an wie der Anflug einer Kritik am Nationalsozialismus.“[106]
  • Dem Schriftsteller Carl Zuckmayer erschien der Erzieher Martin Luserke 1943/44 als ein „ernst zu nehmender und sehr bedenklicher Fall“. Er bezeichnete ihn als „nicht ungefährlich“, weil er „einen starken Einfluss auf junge Menschen“ haben könne. Er sei „von beträchtlicher Phantasie“, verfüge über Eigenwilligkeit, Fähigkeit und Niveau sowie eine enorme Begabung „im Artistischen, besonders Theatralischen“.[107]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählungen und Novellen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Legende von Kabirah und dem heiligen Bogen. 1918
  • Die Bücher der Schule am Meer. Zeltgeschichten I. Fremdartige Abenteuer, von denen im Zelt und am Feuer erzählt wurde. Angelsachsen-Verlag, Bremen 1925
  • Hasko wird Geusenkapitän. Verlag Moritz Diesterweg, Frankfurt am Main 1925
  • Die Bücher der Schule am Meer. Zeltgeschichten II. Fremdartige Abenteuer, von denen im Zelt und am Feuer erzählt wurde. Angelsachsen Verlag, Bremen 1926
  • Sivard Einauge und andere Legenden, die in der Schule am Meer erzählt wurden. Spurbücherei, Band 14. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1930
  • Erich Eggelin (Hrsg.): Die Legende von dem Stern, der in die Dünen gefallen war, In: Jungdeutsche Jugend, Jg. 3, Heft 7, Gesellschaft Deutscher Presse 1931
  • Der erzwungene Bruder. Nordische Novellen. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1930
  • Das schnellere Schiff, Langen Müller Verlag, München 1931 (Neuauflage: ISBN 978-3-7822-0186-5)
  • Seegeschichten. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1932
  • Die Legende von dem erzwungenen Bruder. Mit einem Bilde des Dichters, Ferdinand Hirt Verlag, Breslau 1933
  • Ein Mann! Eine Geschichte vom Abenteuer des Lebens, 1934
  • Groen Oie am grauen Strom und die Bauern vom Hanushof. Erzählungen. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1934
  • Von Indianern, Persern und Geusen. Seltsame Geschichten. Nachwort v. Martin Kiessig, Hermann Schaffstein Verlag, Köln 1935
  • Das Schiff Satans - Bretonische Erzählungen. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1935
  • Die drei Erscheinungen der Heiligen Anna von Auray, 1935 (Neuauflage: ISBN 978-3-7822-0186-5)
  • Die Hand, die sich rächte, 1935
  • Das Haus auf der unnahbaren Insel, 1935
  • Der kleine Schühß und andere Geschichten. Ein Buch von der Wattenküste. Mit Illustrationen v. Karl Strati. Gustav Weise Verlag, Leipzig/Berlin 1935 (Neuauflage: ISBN 978-3-7822-0186-5)
  • Geheimnis der See. Zwei bretonische Erzählungen. Paul List Verlag, Leipzig 1935
  • Der kleine Schühß. Wie Tanil und Tak das Wasser zurückholen gingen. Hermann Hillger Verlag, Leipzig 1935
  • Windvögel in der Nacht. Geschichten von der Wattenküste. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0299-2)
  • Das Boot, das auch den zweiten Pfahl berühren musste, 1936
  • Die herrliche Windbüchse. Ein Jungenstück. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1934
  • Das Wrack des Raubschiffs, 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0265-7)
  • Der Dampfer, der aufs Land heraufkam, 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0327-2)
  • Der Wolf auf Spoeksand, 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0265-7)
  • Der Stern, der in die Dünen fiel, 1936
  • Die Möwe Mareen, 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0299-2)
  • Die Seehunde, 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0299-2)
  • Die Fahrt nach Letztesand. Umschlaggestaltung: Poppe Folkerts. Grote Verlag, Berlin 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0265-7)
  • Die Ausfahrt gegen den Tod oder Die letzte Unternehmung des Geusenadmirals. Propyläen Verlag, Berlin 1936
  • Wie der kleine Schühß einen Fischerhafen rettet. Eine Nordseenovelle. Heckner Verlag, Wolfenbüttel 1937
  • Das betrunkene Boot. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1937
  • Krake kreuzt im Nordmeer – Logbuch 1937. Mit Zeichnungen von Willy Thomsen. Verlag Philipp Reclam jun., Leipzig 1937
  • Der Gryperspuk. Eine Sage von der Wattenküste, Franz-Eher-Verlag, München 1938 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0317-3)
  • Das Dorf der Toten, 1940 (Neuauflage: ISBN 978-3-7963-0265-7)
  • Der Schattenriese an der Fähre. Eine Sage. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1940
  • Die Reise zur Sage. Ein Seemannsgarn vom mündlichen Erzählen. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1940
  • Bran watet durch das Meer – Eine altkeltische Überlieferung nacherzählt. Cotta’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 1940
  • Die merkwürdige Voraussage, mit Holzschnitt von Kurt Loderstedt, 1940
  • Der Turm "Dat Nige Wark" oder Von der absonderlichen Tochter. 1942 (Neuauflage: ISBN 978-3-7822-0186-5)
  • Der Mabh Pab. Eine wahrhaft heitere Geschichte. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1942
  • Die Dampframme. Mit Zeichnungen von Willy Thomsen. Steirische Verlags-Anstalt, Graz 1942
  • Das Ufer des Mannes, 1942
  • Spuk überm Strand – Geschichten vom Meer. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1942
  • Geschichten von See und Strand. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1942
  • Die absonderliche Tochter, 1942
  • Merkwürdige Küstengeschichten. Koehler & Voigtländer, Leipzig 1942
  • Ewige Wiederkehr. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1943
  • Strandwölfe. C. Bertelsmann Verlag, Gütersloh 1943
  • Die Hafengouvernante (Neuauflage: ISBN 978-3-7822-0186-5)
  • Die Herausforderung (Neuauflage: ISBN 978-3-7822-0186-5)

Laienspiele (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Luserke schrieb insgesamt über einhundert Laienspiele, davon sind ab 1912 rund sechzig in div. Verlagen erschienen

  • Fünf Komödien und Fastnachtsspiele aus der Freien Schulgemeinde Wickersdorf. E. W. Bonsels Verlag, München 1912; inkl. Blut und Liebe. Ein Ritter-Schauer-Drama (Neuauflage: ISBN 978-3-7695-2509-0)
  • Die drei Wünsche. Ein wahrhaft romantisches Sonnenwendspiel. Adolf Saal Verlag, Lauenburg/Elbe 1922
  • Brunhilde auf Island. Ein wahrhaft romantisches Sonnenwendspiel. Adolf Saal Verlag, Lauenburg/Elbe 1922
  • König Drosselbart. Ein Wikinger-Märchen. Adolf Saal Verlag, Lauenburg/Elbe 1922
  • Der gläserne Spiegel. In: Ludwig Pallat und Hans Lebede (Hrsg.): Jugend und Bühne. Ferdinand Hirt Verlag, Leipzig 1924
  • B7 Q 3–8 oder die Geheimnisse des Drei-Kontinente-Kraftwerks Mittelländisches Meer–Totes Meer. Eine telegraphisch-tellurisch-technische Groteske. Christian Kaiser Verlag, München 1927
  • Der Zelluloidknopf, 1927
  • Schwan kleb an, 1927
  • Der Brunnen If – Zaubermärchen. Christian Kaiser Verlag, München 1927
  • Die kleine Flöte. Eine Märchengroteske in sechs Bildern. Christian Kaiser Verlag, München 1931
  • Der kupferne Aladin. Ein orientalisch-mystisches Spiel. Christian Kaiser Verlag, München 1933
  • Der Turm zu Famagusta, ein Bühnenspiel zur Grundsteinlegung des Hallenbaues in der Schule am Meer auf Juist, Pfingsten 1930. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1934
  • Der Räuberjunge. Christian Kaiser Verlag, München 1934
  • Das Abenteuer in Tongking – Ein exotisches Spiel. Christian Kaiser Verlag, München 1936
  • Der Stein Manipur. Ein indisch heißes Drama. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1936
  • Das unterste Gewölbe oder Die Hochzeit auf Wurmbstein. Ein lustigschauriges Ritterspiel. Verlag Arwed Strauch, Leipzig 1936
  • Der unsichtbare Elefant – Ein Märchen-Lustspiel. Christian Kaiser Verlag, München 1936
  • Die goldene Gans – Ein Spiel für Mädelgruppen. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1938
  • Das unwiderstehliche Subjekt. Romantisches Lustspiel. Albert Langen/Georg Müller Verlag, Berlin 1939
  • Der schwarze Pirat – Ein heldisches Spiel. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1941
  • Der goldene Brunnen – Ein Märchenspiel. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1943
  • Der Teufel mit den drei goldenen Haaren. Bärenreiter-Verlag, Kassel 1949

Romane (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tanil und Tak. Sieben indianische Legenden. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1925
  • Sar Ubo und Siri. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1925
  • Hasko - Ein Wassergeusen-Roman. Franz-Eher-Verlag, München 1936 (Neuauflage: ISBN 978-3-9221-1799-5)
  • Sar Ubos Weltfahrt. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1936
  • Obadjah und die ZK 14 oder Die fröhlichen Abenteuer eines Hexenmeisters - Roman. Ludwig Voggenreiter Verlag, 1936
  • Wikinger. Eine Trilogie. Band 1: Der eiserne Morgen. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1938
  • Wikinger. Eine Trilogie. Band 2: Die Hohe See. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1941
  • Wikinger. Eine Trilogie. Band 3: Kampf ohne Gnade. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1945 (wegen des Kriegsendes nicht mehr erschienen)

Logbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Logbücher der Schule am Meer, 3 Bde., 1925–1934
  • Logbücher der Krake ZK 14, 1934–1939
  • Das Logbuch des guten Schiffs Krake DGIC von seiner vierten Dänemark-Fahrt 1936 nach Holtenau, rund um Seeland über Stralsund nach Kappeln (Schleswig) zurück. Mit Zeichnungen von Dieter Evers. Ludwig Voggenreiter Verlag, Potsdam 1937 (Neuauflage: ISBN 978-7-0000-5031-0)
  • Logbücher 1940–1968

Abhandlungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Essay[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Warum arbeitet der Mensch? Eine sozialistische Ideologie der Arbeit. Reihe Praktischer Sozialismus, Bd. 3, Karl Korsch (Hrsg.), Verlag Freies Deutschland, Hannover 1919

Theater und Jugendbühne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Über die Tanzkunst, Adolf Saal Verlag, Lauenburg/Elbe 1920
  • Bund für das Neue Theater (Hrsg.) Shakespeare-Aufführungen als Bewegungsspiele. Mit einem Nachwort von Hans Brandenburg. Walter Seifert Verlag, Stuttgart/Heilbronn 1921
  • Zur Technik des Shakespeareschen Lustspiels. Walter Seifert Verlag, Stuttgart/Heilbronn 1921
  • Wickersdorfer Bühnenspiele. Adolf Saal Verlag, Lauenburg/Elbe 1922
  • Jugend und Bühne. Ferdinand Hirt Verlag, Breslau 1924
  • Jugendspiele. Christian Kaiser Verlag, München 1925
  • Jugend- und Laienbühne – Eine Herleitung von Theorie und Praxis des Bewegungsspiels aus dem Stil des Shakespearischen Schauspiels. Angelsachsen Verlag, Bremen 1927
  • Das Laienspiel. Revolte der Zuschauer. Niels Kampmann Verlag, Kampen (Sylt)/Heidelberg 1930
  • Bewegungsspiel. In: Walther Hofstaetter, Ulrich Peters (Hrsg.): Sachwörterbuch für Deutschkunde. B. G. Teubner Verlag, Leipzig 1930, Bd. 1, S. 146
  • Faxenraten. Ein Weg zum Allround-Stil, 1952
  • Pan-Apollon-Prospero. Zur Dramaturgie von Shakespeare-Spielen, Hans Christians Verlag, Hamburg 1957
  • mit Hans Baumann, Franz Brand, Kurt Sydow: Blaset die Hörner. Karl Heinrich Möseler Verlag, Zürich 1968
  • Agitur ergo sum? Versuch einer morphologischen Deutung des Ur-Zusammenhangs von Theater und Bewusstsein. Hans Christians Verlag, Hamburg 1974

Pädagogik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Freimaurerei und moderne Pädagogik. Sonderdruck aus dem Freimaurer-Wochenblatt Der Herold. Verein deutscher Freimaurer, Berlin 1914
  • Schulgemeinde. Der Aufbau der neuen Schule. Furche-Verlag, Berlin 1919
  • Schule am Meer (Juist, Nordsee). Leitsätze. Die Gestalt einer Schule deutscher Art. Angelsachsen Verlag, Bremen 1924[108]
  • Die Grundlage deutscher Sprachbildung – Mit einer Kunst der Improvisation als praktischer Hintergrund. Angelsachsen Verlag, Bremen 1925
  • Schule am Meer. Ein Buch vom Wachsen deutscher Jugend geradeaus vom Ursprünglichen bis ins Letzte. Angelsachsen Verlag, Bremen 1925
  • Die Schulbarkeit der irrationalen Fähigkeiten – Zu einem Versuchsschulplan der Schule am Meer auf Juist, 1931[109]

Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Logbücher der Schule am Meer, 3 Bde., 1925–1934

Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Bedeutsamkeit des Laienspiels. (Leiter der Schule am Meer, Juist). In: Reihe Schul- und Laienspiel, 2. Folge. Pädagogischer Funk der Deutschen Welle. 13. November 1930, 16:00–16:25 Uhr
  • Martin Luserke spricht. Jugendstunde der Funk-Stunde Berlin. 23. Oktober 1931, 17:30–17:50 Uhr[110]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Martin Kiessig: Martin Luserke. Gestalt und Werk. Versuch einer Wesensdeutung. Dissertation Universität Leipzig 1936, OCLC 632234871
  • Winfried Mogge: Luserke, Martin. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 15, Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 3-428-00196-6, S. 533 f. (Digitalisat).
  • Franz L. Pelgen: Das Laienspiel und die Spielweise Martin Luserkes. Dissertation Universität München, Philosophische Fakultät, München 1957, DNB 480718687
  • Herbert Giffei: Martin Luserke und das Theater. Landesarbeitsgemeinschaft für Spiel und Amateurtheater in Nordrhein-Westfalen (Hrsg.), Bd. 18, Hilfen für Spielleiter. Doepgen, Bergheim 1979
  • Cornelia Susanne Anna Godde: Das Laienspiel als reformpädagogisches Element. Die Bedeutung Martin Luserkes für das heutige Bildungswesen (= Beiträge zu Erziehungswissenschaften, Band 3). Dissertation Universität Bonn. Wehle, Witterschlick / Bonn 1990, ISBN 3-925267-38-7
  • Jörg W. Ziegenspeck (Hrsg.): Martin Luserke. Reformpädagoge – Dichter – Theatermann; Gründer und Leiter der „Schule am Meer“ auf der Nordseeinsel Juist (1925-1934) (= Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik, Band 6). Neubauer, Lüneburg 1990, ISBN 3-88456-072-7
  • Brigitte Cléac'h: Martin Luserke und die Bretagne: Anfang einer Reise zur Sage auf der Insel Molene im Jahre 1905, Dissertation Université de Bretagne Occidentale, Mémoire de Maîtrise, Brest 1991 OCLC 838761494
  • Nicole Becker: Reformpädagogik in der Weser-Ems-Region: das Beispiel „Haus am Meer“ von Martin Luserke Dissertation Universität Oldenburg 1993 OCLC 25681322
  • Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880-1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion (= Studien zur Bildungsreform, Band 23). Dissertation Universität Paderborn 1992. Lang, Frankfurt am Main u.a. 1993. ISBN 3-631-46119-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Luserke, Martin. In: Deutsche Biografie. Auf: deutsche-biographie.de, abgerufen am 2. April 2017
  2. Herbert Giffei: Martin Luserke - Ein Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik. In: Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik, Heft 6. Klaus Neubauer Verlag, Lüneburg 1987
  3. Mirona Stanescu: Vom Laientheater zur Theaterpädagogik. Ein historischer Werdegang der Theaterpädagogik in Deutschland. In: Neue Didaktik (2011) 1, S. 11–29
  4. Neue Deutsche Biographie, Band 15. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 978-3-428-00196-5, S. 533
  5. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 209–210, 232–233
  6. Stefan Kreuzer: Das Wiener Schultheater an der Schwelle zum 21. Jahrhundert – eine Stellenwertbestimmung. Diplomarbeit, Universität Wien, Betreuerin Brigitte Marschall, März 2009, S. 10
  7. Werner Kohlschmidt, Wolfgang Mohr (Hrsg.): Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte. Bd. 2 L – O. De Gruyter, Berlin 2001, ISBN 3-11-017252-6, S. 3
  8. Luserke, Carl Friedrich Wilhelm. In: Deutsche Biografie. Auf: deutsche-biographie.de, abgerufen am 2. April 2017
  9. Die Lebensfahrt des Martin Luserke. Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag Martin Luserkes am 3. Mai 1980
  10. D. H. Schortinghuis: Begegnung mit Martin Luserke. In: Ostfriesland Magazin, 9, September 1993
  11. Martin Kiessig: Martin Luserke. Gestalt und Werk. Versuch einer Wesensdeutung. Phil. Diss. Universität Leipzig, J. Särchen Verlag, Berlin 1936, S. 13
  12. Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung „Martin Luserke – Reformpädagoge – Schriftsteller auf dem Meer und an den Meeresküsten“ von Jörg W. Ziegenspeck im Morgenstern-Museum, Bremerhaven, 9. Oktober 1988. Auf: uni-marburg.de, abgerufen am 2. April 2017
  13. Die Lebensfahrt des Martin Luserke, Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag Martin Luserkes am 3. Mai 1980
  14. Gudrun Fiedler, Susanne Rappe-Weber, Detlef Siegfried (Hrsg.): Sammeln – erschließen – vernetzen: Jugendkultur und soziale Bewegungen im Archiv. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014. ISBN 978-3-8470-0340-3, S. 180
  15. Martin Luserke. In: Munzinger Archiv. Auf: munzinger.de, abgerufen am 2. April 2017
  16. Die Lebensfahrt des Martin Luserke, Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag Martin Luserkes am 3. Mai 1980
  17. Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung „Martin Luserke – Reformpädagoge – Schriftsteller auf dem Meer und an den Meeresküsten“ von Jörg W. Ziegenspeck im Morgenstern-Museum, Bremerhaven, 9. Oktober 1988. Auf: uni-marburg.de, abgerufen am 2. April 2017
  18. Dieter Luserke: Mit meinem Vater Martin Luserke an Bord des guten Schiffes KRAKE-ZK 14 (1988), auf: luserke.net, abgerufen am 2. April 2017
  19. Martin Luserke. In: Neue Deutsche Biographie, Band 15. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 978-3-428-00196-5, S. 533
  20. D. H. Schortinghuis: Begegnung mit Martin Luserke. In: Ostfriesland Magazin 9, September 1993
  21. Hermann Lietz: Vom Leben und Arbeit eines deutschen Erziehers. Veckenstedt am Harz, 1920, S. 187
  22. Erich Meisner: Asketische Erziehung. Hermann Lietz und seine Pädagogik. Beltz, Weinheim 1965, S. 66ff.
  23. Elisabeth Kutzer: Lietz und die Jungen. In: Leben und Arbeit, April 1968, S. 7-28
  24. Ralf Koerrenz: Hermann Lietz. Grenzgänger zwischen Theologie und Pädagogik. Peter Lang Verlag der Wissenschaften. Frankfurt am Main 1989. S. 72
  25. Gerd Radde (Hrsg.): Schulreform – Kontinuitäten und Brüche. Das Versuchsfeld Berlin-Neukölln. Bd. II: 1945 bis 1972. Springer-Verlag, Berlin 2013. ISBN 978-3-322-97283-5, S. 176
  26. Wilhelm Pieper: Niedersächsische Schulreformen im Luftflottenkommando: von der Niedersächsischen Erziehungsstätte zur IGS Franzsches Feld. Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2009. ISBN 978-3781516830, S. 66
  27. Gudrun Fiedler, Susanne Rappe-Weber, Detlef Siegfried (Hrsg.): Sammeln – erschließen – vernetzen: Jugendkultur und soziale Bewegungen im Archiv. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014. ISBN 978-3-8470-0340-3, S. 180
  28. Martin Luserke. In: Munzinger Archiv. Auf: munzinger.de, abgerufen am 2. April 2017
  29. Gudrun Fiedler, Susanne Rappe-Weber, Detlef Siegfried (Hrsg.): Sammeln – erschließen – vernetzen: Jugendkultur und soziale Bewegungen im Archiv. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014. ISBN 978-3-8470-0340-3, S. 175
  30. Martin Luserke. In: Munzinger Archiv. Auf: munzinger.de, abgerufen am 2. April 2017
  31. Martin Kiessig: Martin Luserke. Gestalt und Werk. Versuch einer Wesensdeutung. Phil.Diss., Universität Leipzig, J. Särchen, Berlin 1936, S. 23
  32. Joan Campbell: Joy in Work, German Work: The National Debate, 1800-1945. Princeton University Press 2014. ISBN 978-1400860371, S. 126–127 (Zitat: It seemed essential to remind people, that the post-revolutionary society must also meet the needs of the nation's intellectuals. This is what Martin Luserke, a popular novelist and educator, tried to do in an essay on work motivation published in 1919 as part of a series Praktischer Sozialismus („Practical Socialism“) edited by the philosopher Karl Korsch. Like Ruckhaber, Luserke thought it wrong to make a distinction between mental and physical labour. This led him to call for a „socialist“ ethic of work to replace the bourgeois-idealist one based on this distinction, which only helped to perpetuate the hierarchy of classes. Under socialism people of all walks of life would be taught to work for one another and to accept discipline in order to achieve common goals. Where Luserke chiefly differed from Ruckhaber is in his belief that intellectual work is hardly „work“ at all, but rather intrinsically pleasurable activity and therefore in some sense its own reward. As a result, he was not particularly concerned with improving the remuneration of intellectuals or cutting back on their hours of work. But he did think that workers of the mind needed special conditions if they were to serve society effectively. To make their different treatment acceptable to the majority of workers whose days were spent in hard, routine, labour, it was necessary to adopt the principle of meritocracy: in Luserke's utopia, examinations would be used to select the few needed for intellectual tasks, and these individuals would then be given non-monetary privileges and rewards, including the opportunity to experience joy in work.)
  33. Ansprache zur Eröffnung der Ausstellung „Martin Luserke – Reformpädagoge – Schriftsteller auf dem Meer und an den Meeresküsten“ von Jörg W. Ziegenspeck im Morgenstern-Museum, Bremerhaven, 9. Oktober 1988. Auf: uni-marburg.de, abgerufen am 2. April 2017
  34. Martin Luserke: Logbuch der Schule am Meer. Bd. 1, Eintrag vom 28. April 1925
  35. Dieter Luserke: Laudatio zum 25. Todestag von Martin Luserke, 2. Oktober 1993 in Meldorf in der Ditmarsia, auf: luserke.net, abgerufen am 2. April 2017
  36. Martin Luserke. In: Neue Deutsche Biographie, Band 15. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 978-3-428-00196-5, S. 533
  37. Hans Kolde: Lernen am Rand der bewohnbaren Welt. In: Ostfriesland Magazin, Ausgabe 9/2000. SKN, Norden 2000
  38. Peter Dudek: „Versuchsacker für eine neue Jugend“ – Die Freie Schulgemeinde Wickersdorf 1906–1945. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2009, ISBN 978-3-7815-1681-6, S. 296
  39. Hans Peter Schöniger: Es war einmal eine Schule am Rande der Welt…. In: Deutsche Lehrerzeitung, 5, 1995
  40. Die Lebensfahrt des Martin Luserke. Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag von Martin Luserke am 3. Mai 1980
  41. Wilfried Gruhn: …und wir sind immer noch im Aufbruch. Eduard Zuckmayer – Musiker und Pädagoge im Umbruch der Jugendbewegung. In: Forum Musikpädagogik. Musikpädagogische Forschungsberichte, Bd. 6, 1993, Wißner, Augsburg 1994, S. 450–465
  42. Kurt Sydow: Eduard Zuckmayer zum 70. Geburtstag. In: Musik im Unterricht, 1960, S. 264–265
  43. Eduard Zuckmayer, auf: uni-hamburg.de, abgerufen am 2. April 2017
  44. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4.
  45. Cornelia Susanne Anna Godde: Das Laienspiel als reformpädagogisches Element. Die Bedeutung Martin Luserkes für das heutige Bildungswesen. Verlag M. Wehle, Witterschlick/Bonn 1990, ISBN 3-925267-38-7
  46. Walter Killy: Dictionary of German Biography. Band 10, Thiebaut – Zycha. De Gruyter, Berlin 2006, ISBN 3-598-23290-X, S. 731
  47. Eduard Zuckmayer / Martin Luserke: Herbst-Kantate. Auf: swissbib.ch, abgerufen am 2. April 2017
  48. Luserke, Martin. In: Bruno Jahn: Deutsche biographische Enzyklopädie der Musik. Band 2, S – Z. K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11586-5, S. 963
  49. Staatskommissar für die Regelung der Wohlfahrtspflege in Preußen: Schule am Meer, Juist – Antrag zur Sammlung von Geldspenden zugunsten eines Hallenbaus zur Verbesserung der kulturellen und sportlichen Ausbildungsmöglichkeiten. Auf: deutsche-digitale-bibliothek.de, abgerufen am 2. April 2017
  50. Rudolf Mirbt (Hrsg.): Der Teufel mit den drei goldenen Haaren. Bärenreiter-Verlag, Kassel 1949, S. 12
  51. Rollenspiel. Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen, Baden-Württemberg, auf: lehrerfortbildung-bw.de, abgerufen am 2. April 2017
  52. Rollenspiel. Landesinstitut für Schule, Nordrhein-Westfalen, auf: schulentwicklung.nrw.de, abgerufen am 2. April 2017
  53. Bistum Erfurt: Passionsspiel auf dem Erfurter Domberg. Auf: bistum-erfurt.de, abgerufen am 2. April 2017
  54. Leopold Klepacki: Schultheater. Theorie und Praxis. Waxmann Verlag, Münster 2004, ISBN 978-3830914167, S. 58
  55. Beate Uhse: Mit Lust und Liebe – Mein Leben. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1989. ISBN 3-550-06429-2. S.53–55
  56. Hans Peter Schöniger: Es war einmal eine Schule am Rande der Welt… In: Deutsche Lehrerzeitung, Ausgabe 5/95, Februar 1995
  57. Mirona Stanescu: Vom Laientheater zur Theaterpädagogik. Ein historischer Werdegang der Theaterpädagogik in Deutschland. In: Neue Didaktik (2011) 1, S. 11–29
  58. Heike Heckelmann: Schultheater und Reformpädagogik. Narr-Francke-Attempto, Tübingen 2005, ISBN 978-3772080715, S. 303
  59. Alexander Priebe: Vom Schulturnen zum Schulsport: die Reform der körperlichen Ausbildung in den Deutschen Landerziehungsheimen und der Freien Schulgemeinde Wickersdorf von 1898-1933. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2007, ISBN 978-3781515611, S. 119f.
  60. Fritz Winther: Körperbildung als Kunst und Pflicht. Delphin-Verlag, München 1920, S. 21
  61. Hans Brandenburg: Der moderne Tanz. Georg Müller Verlag, München 1923, S. 146–157, zitiert nach Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 100
  62. Adolf Hitler: „…Träger höchster Rassenreinheit und damit höchster Rassentüchtigkeit…“. In: Mein Kampf, 5. Aufl., Franz Eher Nachf., München 1930, S. 449
  63. Mathilde Ludendorff: „…die Erhaltung der Rassereinheit und die Pflege des arteigenen Gotterlebnis, der arteigenen Kunst, arteigener Sitten“. In: Bund für Deutsche Gotterkenntnis – Ludendorff: „Lebenskunde-Philosophie“
  64. Friedemann Bedürftig: Lexikon Drittes Reich. Piper, München 1997, ISBN 978-3-492-22369-0, S. 118
  65. Adolf Hitler: „…es genügen schon die moralischen Verheerungen, die die Entartung mit sich bringt, um ein Volk langsam, aber sicher zugrunde zu richten. Diese Verjudung unseres Seelenlebens und Mammonisierung unseres Paarungstriebes werden früher oder später unseren gesamten Nachwuchs verderben…“ In: Mein Kampf, 5. Aufl., Franz Eher Nachf., München 1930, S. 270
  66. Michael Kinne, Johannes Schwitalla: Sprache im Nationalsozialismus. Groos, Heidelberg 1994, ISBN 978-3-87276-703-5
  67. Uwe Puschner, Walter Schmitz, Justus H. Ulbricht: Völkische Semantik bei den Münchner „Kosmikern“ und im George-Kreis. In: Handbuch zur „Völkischen Bewegung“ 1871–1918. K. G. Saur, München 1999, ISBN 978-3-598-11421-2, S. 711–746
  68. Cornelia Schmitz-Berning: „Der Niedergang eines Volkes durch Vermischung mit einer artfremden Rasse wurde als Blutsvergiftung bezeichnet“. In: Vokabular des Nationalsozialismus. De Gruyter, Berlin / New York 2007, ISBN 978-3-11-016888-4, S. 124, 261, 491–530
  69. Martin Luserke: Schule am Meer (Juist, Nordsee). Leitsätze. Die Gestalt einer Schule deutscher Art. Angelsachsen, Bremen 1924.
  70. Ulrich Schwerdt: Martin Luserke (1880–1968). Reformpädagogik im Spannungsfeld von pädagogischer Innovation und kulturkritischer Ideologie. Eine biographische Rekonstruktion. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1993, ISBN 3-631-46119-4, S. 151
  71. Gudrun Fiedler, Susanne Rappe-Weber, Detlef Siegfried (Hrsg.): Sammeln – erschließen – vernetzen: Jugendkultur und soziale Bewegungen im Archiv. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014. ISBN 978-3-8470-0340-3, S. 164
  72. Martin Luserke: Dr. Paul Reiner (Nachruf), 4. November 1932
  73. Martin Luserke: Logbuch der Schule am Meer, Bd. II, 1933
  74. Der Salemer Geist und das Dritte Reich. In: Der Freitag, 14. November 2013, auf: freitag.de, abgerufen am 2. April 2017
  75. 90 Lehrjahre. In: Die Zeit, 29. April 2010, auf: zeit.de, abgerufen am 2. April 2017
  76. Neue Deutsche Biographie, Band 15. Bayerische Akademie der Wissenschaften. Historische Kommission. Duncker & Humblot, Berlin 1987, ISBN 978-3-428-00196-5, S. 533
  77. Herbert Giffei: Martin Luserke - Ein Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik. In: Wegbereiter der modernen Erlebnispädagogik, Heft 6. Klaus Neubauer Verlag, Lüneburg 1987
  78. Martin Luserke. Notizen zu Leben und Werk des Reformpädagogen. Ansprache von Jörg W. Ziegenspeck anläßlich der Ausstellungseröffnung „Martin Luserke - Reformpädagoge - Schriftsteller auf dem Meer und an den Meeresküsten“ am 9. Oktober 1988 im Morgenstern-Museum in Bremerhaven. Auf: uni-marburg.de, abgerufen am 2. April 2017
  79. Iris Hellmich: Auf den Spuren des Schriftstellers Martin Luserke. In: Emder Zeitung, Wochenmagazin, Reihe: Emder erzählen (127. Folge), 5. Juli 1997
  80. Martin Kiessig: Die alte ZK 14. Zu Besuch auf einer schwimmenden Dichterwerkstatt. In: Martin Luserke. Gestalt und Werk. Versuch einer Wesensdeutung. Phil. Diss., Universität Leipzig, J. Särchen Verlag, Berlin 1936
  81. Die Lebensfahrt des Martin Luserke. Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag von Martin Luserke am 3. Mai 1980
  82. Nachlässe Jens Jürgen Rohwer, Martin Luserke, Staatsbibliothek Berlin, auf: staatsbibliothek-berlin.de, abgerufen am 2. April 2017
  83. Nachlass Jens Jürgen Rohwer, Staatsbibliothek Berlin, auf: staatsbibliothek-berlin.de, abgerufen am 2. April 2017
  84. Dieter Luserke: Mit meinem Vater Martin Luserke an Bord des guten Schiffes KRAKE-ZK 14 (1988), auf: luserke.net, abgerufen am 2. April 2017
  85. Wilhelm Kühlmann (Hrsg.): Killy Literaturlexikon. Bd. 7, Kräm – Marp. De Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-022049-0, S. 575
  86. o. Verf.: 50 Jahre Deutsche Buch-Gemeinschaft. Darmstadt 1974, S. 12, 18
  87. Leopold Klepacki: Schultheater. Theorie und Praxis. Waxmann Verlag, Münster 2004, ISBN 978-3830914167, S. 58
  88. Die Meldorfer Gelehrtenschule nach 1945. Auf: mgs-meldorf.de, abgerufen am 2. April 2017
  89. Geheimreport (Vorabdruck). In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Februar 2002
  90. Gunther Nickel, Johanna Schrön (Hrsg.): Geheimreport. Wallstein, Göttingen 2002, ISBN 978-3-89244-599-9, S. 160
  91. Luserke, Martin – Mobiliar. Auf: dla-marbach.de, abgerufen am 2. April 2017
  92. Martin Kiessig: Martin Luserke. Gestalt und Werk. Versuch einer Wesensdeutung. Phil. Diss. Universität Leipzig, J. Särchen Verlag. Berlin 1936; zitiert nach Die Lebensfahrt des Martin Luserke. Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag Martin Luserkes am 3. Mai 1980
  93. Willi Münzenberg: Fünf Jahre IAH, Berlin 1926, S. 71f.
  94. Babette Gross: Willi Münzenberg. Eine politische Karriere. Walter de Gruyter, Berlin 1967, ISBN 978-3486703689, S. 157
  95. Jens Brachmann: Reformpädagogik zwischen Re-Education, Bildungsexpansion und Missbrauchsskandal: Die Geschichte der Vereinigung Deutscher Landerziehungsheime 1947–2012. Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2015, ISBN 978-3-7815-2067-7, S. 33
  96. Leopold Klepacki: Schultheater. Theorie und Praxis. Waxmann Verlag, Münster 2004, ISBN 978-3830914167, S. 58
  97. Hans-Windekilde Jannasch: Martin Luserke. In: Spätlese - Begegnungen mit Zeitgenossen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1973
  98. Anneliese Knoop: Martin Luserke. In: Lexikon der Kinder- und Jugendliteratur, Bd. 2 I–O, Klaus Doderer (Hrsg.), Beltz, Weinheim/Pullach/Basel 1977
  99. Die Lebensfahrt des Martin Luserke. Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag Martin Luserkes am 3. Mai 1980
  100. Jürgen Oelkers: Eros und Lichtgestalten: Die Gurus der Landerziehungsheime (PDF-Datei; 242 KB), auf: uzh.ch, abgerufen am 16. April 2017
  101. Klaus Prange: Erziehung zur Anthroposophie: Darstellung und Kritik der Waldorfpädagogik. Julius Klinkhardt, Bad Heilbrunn 2000. ISBN 978-3781510890, S. 125–126
  102. Barbara Stambolis: Die Jugendbewegung und ihre Wirkungen: Prägungen – Vernetzungen, gesellschaftliche Einflussnahmen. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2014. ISBN 978-3847003434, S. 34
  103. Horst Müller: Der Krieg, er zieht sich etwas hin. Books on Demand 2016. ISBN 978-3741203381, S. 203
  104. Die Lebensfahrt des Martin Luserke. Vortrag von Kurt Sydow zum 100. Geburtstag Martin Luserkes am 3. Mai 1980
  105. Beate Uhse: Mit Lust und Liebe – Mein Leben. Ullstein, Frankfurt am Main/Berlin 1989. ISBN 3-550-06429-2, S. 53–55
  106. Gudrun Wilcke: Die Kinder- und Jugendliteratur des Nationalsozialismus als Instrument ideologischer Beeinflussung. Liedertexte – Erzählungen und Romane – Schulbücher… und Jugendkultur, -literatur und -medien. Peter Lang Internationaler Verlag der Wissenschaften, Frankfurt am Main 2005. ISBN 978-3631541630, S. 62
  107. Geheimreport (Vorabdruck). In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Februar 2002.
  108. Karl Schwarz: Bibliographie der deutschen Landerziehungsheime. Ernst Klett, Stuttgart 1970, S. 92–104, 235–237, 249–256 (Werkverzeichnis, ohne erzählerisches Werk).
  109. Die Schulbarkeit der irrationalen Fähigkeiten – Zu einem Versuchsschulplan der Schule am Meer auf Juist. In: Deutsches Philologenblatt; 39 (1931), S. 500, auf: digizeitschriften.de, abgerufen am 2. April 2017
  110. Hörfunkbeiträge von Martin Luserke. In: Deutsches Rundfunkarchiv, Berlin. Auf: dra.de, abgerufen am 2. April 2017