Martin Petzold

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Martin Petzold (* 25. Juni 1955 in Leipzig) ist ein deutscher Opernsänger (Tenor).

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn des Theologen Ernst Petzold hatte erste Kontakte zur Musik schon als Kind in seinem Elternhaus. Eine erste musikalische Ausbildung erhielt er im Leipziger Thomanerchor, dem er von 1965 bis 1974 angehörte, zur selben Zeit wie auch die gleichaltrigen Georg Christoph Biller und Matthias Weichert. Auch schon sein Vater, sein Bruder und später sein Sohn Jakob waren Mitglieder des Thomanerchores. An Jakob Petzold (* 1986), der 1998 Opfer eines tödlichen Verkehrsunfalls wurde, erinnert das jährlich an hervorragende Thomaner vergebene Petzold-Legat.

Da Petzold den Dienst an der Waffe verweigerte, durfte er nach dem Abitur kein Musikstudium beginnen. Stattdessen trat er ins Theologische Seminar ein, um evangelische Theologie zu stidieren, hatte dann aber doch den Wunsch, Sänger zu werden. Dieses Studium wurde ihm verwehrt, solange er den Grundwehrdienst nicht ableistete. In der Bauschlosserei, Kunstschmiede und Feineisenbauwerkstatt von Franz Erich Stock, der Mitglied im Kirchenvorstand der Thomaskirche war, konnte er eine Berufsausbildung beginnen. Als in der Berufsschule eines Tages ein Musikduo absagte, das zu einer Elternversammlung auftreten sollte, sprang Petzold auf Bitten des Direktors ein. Daraufhin sollte sich der „singende Arbeiter“ auf Weisung des Berufsschuldirektors an der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“ vorstellen. Eine Woche lang studierte er bei Eva Schubert, bis das Ministerium für Staatssicherheit ihn wegen der Wehrdienstverweigerung wieder der Hochschule verwies. Daraufhin leiste Martin Petzold seinen 18-monatigen Grundwehrdienst ab.

Von 1979 bis 1985 konnte er Gesang bei Eva Schubert und Bernd Siegfried Weber studieren. Sein Ziel war ursprünglich eine Karriere als Chorsänger, etwa beim Rundfunkchor Leipzig. Erst nachdem er als Student für erste Opernrollen in Halberstadt und Altenburg verpflichtet wurde, entschloss sich Petzold, Opernsänger zu werden. Nach seinem Staatsexamen 1985 erhielt er ein festes Engagement am Landestheater Halle. Daneben trat er seit 1986 regelmäßig in der Oper Leipzig auf, deren festes Ensemblemitglied er seit 1988 ist. Daneben arbeitet Petzold mit bedeutenden Chören und Orchestern zusammen, wie dem Thomanerchor, dem Dresdner Kreuzchor, dem Monteverdi-Chor Hamburg, dem Gewandhausorchester, dem MDR Sinfonieorchester und dem Freiburger Barockorchester. Das Repertoire des Opern-, Oratorien- und Konzertsängers umfasst Werke von Komponisten aller Stilrichtungen. Oft ist er Gast an europäischen Opernhäusern. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt in der Interpretation der Werke Johann Sebastian Bachs. Daneben fördert Petzold auch die Erhaltung des deutschen Volksliedgutes.

Auch in der Lehre ist Martin Petzold tätig, so seit 2002 als Dozent bei internationalen Meisterkursen sowie als Stimmbildner beim Thomanerchor. Zunehmend macht er sich als Illustrator und Karikaturist einen Namen.

Im Jahre 2001 wurde Martin Petzold zum Kammersänger ernannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. (Band 5, Menni–Rappold), K. G. Saur, München 2003, ISBN 3-598-11598-9, S. 3641

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]