Martin Roth

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Martin Roth (3. v. l.) 2004 in China

Martin Roth (* 16. Januar 1955 in Stuttgart) ist ein deutscher Kulturwissenschaftler und Kulturmanager. Er war von 2011 bis 2016 Direktor des Victoria and Albert Museums in London.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth studierte an der Universität Tübingen Empirische Kulturwissenschaft. 1984 schloss er mit einer Magisterarbeit über die Geschichte kulturhistorischer Museen im Nationalsozialismus ab. 1987 wurde Roth in Tübingen mit einer Dissertation über die Geschichte des kulturhistorischen Museums promoviert.

Nach Forschungsaufenthalten an der Maison des Sciences de l'Homme und am Deutschen Historischen Institut in Paris begann Roth 1989 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Historischen Museum Berlin. 1991 wurde er Direktor des Deutschen Hygiene-Museums Dresden. 2000 arbeitete er für die Expo 2000 in Hannover.

Von 2001 bis 2011 war er Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und seit 2003 Honorarprofessor für Kulturpolitik und Kulturmanagement an der Technischen Universität Dresden. Vom 1. September 2011 bis 2016 war er Direktor des Victoria and Albert Museum in London.[1]

Martin Roth wurde vom Präsidium des Instituts für Auslandsbeziehungen (ifa) in seiner Sitzung am 21. Juni 2016 einstimmig zu seinem neuen ehrenamtlichen Präsidenten gewählt (Amtsantritt Mitte 2017).[2] Roth engagiert sich für die Initiative Offene Gesellschaft.

Am 4. September 2016 wurde bekannt, dass Roth seine Tätigkeit als Direktor des Victoria and Albert Museums zum nächstmöglichen Zeitpunkt beendet. Dabei wurde erklärt, der Abschied geschehe offenbar ohne einen direkten Wechsel auf eine attraktivere berufliche Position.[3][4] Roth begründet seinen Weggang mit dem Brexit, den er als persönliche Niederlage empfinde. Er äußerte, die nationalistischen und antieuropäischen Strömungen erforderten ein stärkeres und unmittelbareres Engagement. Es sei Zeit, Farbe zu bekennen.[5]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Roth lebt in Berlin und hat drei Kinder.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 wurde Roth zum Ritter im französischen Orden Ordre des Arts et des Lettres ernannt.[6] 2010 wurde ihm das Ritterkreuz des Dannebrogordens verliehen. 2017 wurde er zum Ehrensenator der Eberhard Karls Universität Tübingen ernannt.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum. Zur Geschichte einer deutschen Institution (= Berliner Schriften zur Museumskunde, Band 7). Mann, Berlin 1990, ISBN 3-7861-1547-8
  • mit Beate Elsen-Schwedler: Wasser Wolken Wind. Ausstellungskatalog, Swiridoff, Schwäbisch Hall 2016, ISBN 978-3-89929-338-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Martin Roth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dresdner Museumschef Roth geht nach London. Berliner Zeitung, 21. April 2011, abgerufen am 22. April 2011.
  2. ifs Institut für Auslandsbeziehungen vom 21.6.2016: Prof. Dr. Martin Roth wird 2017 Präsident des Instituts für Auslandsbeziehungen, N. N., abgerufen am 4. September 2016
  3. spiegel.de
  4. Chef des Victoria and Albert Museums Roth verlässt das Brexit-Land, Tagesschau vom 4. September 2016
  5. Sein ganz persönlicher Brexit auf faz.net 7. September 2016:
  6. Kunstsammlung-Chef Roth zu französischem Ehren-Ritter ernannt. Die Berliner Literaturkritik, 27. Mai 2008, abgerufen am 31. Juli 2010.