Martin Sabrow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Martin Sabrow (* 6. April 1954 in Kiel) ist ein deutscher Historiker und Politikwissenschaftler. Er ist Direktor des Zentrums für Zeithistorische Forschung (ZZF) in Potsdam und Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sabrow studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaft in Kiel und Marburg. Er wurde 1993 an der Universität Freiburg mit einer Untersuchung zum Mord an Walther Rathenau promoviert. Im Jahr 2000 habilitierte er sich mit einer Schrift über die DDR-Geschichtswissenschaft 1949–1969. Ab 1994 lehrte er an verschiedenen Universitäten – darunter an der Freien Universität Berlin, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Technischen Universität Braunschweig sowie als Gastprofessor an der University of London und der Universität Bologna. Von 1996 bis 2004 war Sabrow Projektbereichsleiter am Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF). Im Dezember 2004 wurde er Direktor des ZZF und zum Professor für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte an der Universität Potsdam berufen. Im Mai 2009 folgte er einem Ruf an die Humboldt-Universität zu Berlin.

Im Frühjahr 2005 wurde Sabrow zum Vorsitzenden der von der Bundesregierung eingesetzten Expertenkommission berufen, die den Auftrag hatte, ein Konzept für einen dezentral organisierten Geschichtsverbund zur Aufarbeitung der SED-Diktatur auszuarbeiten. Die am 15. Mai 2006 der Öffentlichkeit vorgestellten und am 6. Juni 2006 in einer öffentlichen Anhörung diskutierten Empfehlungen lösten eine intensive Debatte über den zukünftigen Umgang mit der DDR-Vergangenheit aus.[1]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Rathenaumord. Rekonstruktion einer Verschwörung gegen die Republik von Weimar. Oldenbourg, München 1994, ISBN 3-486-64569-2 (Dissertation, Universität Freiburg, 1992).
  • Die Macht der Mythen. Walther Rathenau im öffentlichen Gedächtnis. Sechs Essays. Das Arsenal, Berlin 1998, ISBN 3-931109-11-9.
  • Die verdrängte Verschwörung. Der Rathenau-Mord und die deutsche Gegenrevolution. Fischer Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1999, ISBN 3-596-14302-0.
  • Herr und Hanswurst. Das tragische Schicksal des Hofgelehrten Jacob Paul von Gundling. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart/München 2001, ISBN 3-421-05512-2.
  • Das Diktat des Konsenses. Geschichtswissenschaft in der DDR 1949–1969. Oldenbourg, München 2001, ISBN 3-486-56559-1 (Habilitationsschrift, FU Berlin, 2000).
  • Die Zeit der Zeitgeschichte. Wallstein, Göttingen 2012, ISBN 978-3-8353-1035-3.
  • Erich Honecker. Das Leben davor. 1912-1945. C.H. Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69809-5.

Aufsätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Stadthof des Zisterzienserklosters Salem in Konstanz von seiner Gründung bis in das 15. Jahrhundert, in: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 94. Jg. 1976, S. 93–124 (Digitalisat)
  • Die deutsche Universität im Nationalsozialismus. In Christoph Cornelißen; Carsten Mish Hrsg.:Wissenschaft an der Grenze. Die Universität Kiel im Nationalsozialismus. Klartext, Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0240-4, S. 204 (Mitteilungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte. Bd. 86). Seite 379–404.
  • Zäsuren in der Zeitgeschichte, Version: 1.0, in: Docupedia-Zeitgeschichte, veröffentlicht am 3. Juni 2013

Herausgeberschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. dazu insbesondere Martin Sabrow u. a. (Hrsg.): Wohin treibt die DDR-Erinnerung? Dokumentation einer Debatte. 2007 (siehe Schriften) sowie die Materialsammlung zum Thema auf Zeitgeschichte-online.