Martin Schmidt (Politiker, 1966)

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Martin Louis Schmidt (* 21. August 1966 in Berlin-Dahlem)[1] ist ein deutscher Journalist, Publizist und Politiker (AfD). Er war in den 1990er Jahren stellvertretender Chefredakteur und Ressortleiter der neurechten Zeitung Jungen Freiheit, für die er bis heute schreibt. Seit 2016 ist Schmidt für die AfD Mitglied des Landtages von Rheinland-Pfalz.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmidt leistete nach dem Abitur 1986 in Braunschweig Wehrdienst 1986/87 bei der Bundeswehr. Im Anschluss studierte er Geschichte und Germanistik an den Universitäten in Erlangen und Freiburg im Breisgau. Während des Studiums wurde er Mitglied der Freiburger Hochschulgilde Balmung, der auch Dieter Stein beitrat. U.a. war er für die Zeitschrift Na klar! des Freibundes tätig. 1990 wurde er Sprecher seiner Hochschulgilde und Beiratsmitglied im Vorstand des Korporationsverbandes Deutsche Gildenschaft (DG).[2]

Im Februar 1990 schrieb er seinen ersten Artikel, im Mai 1991 trat er in die Redaktion der Zeitung Junge Freiheit (JF) ein. Er war dort im Ressort „Ethnopluralismus“ (ab 1992 „Nationalitätenfragen“) tätig. Vor allem beschäftige er sich mit Osteuropa und den Russlanddeutschen. Er wurde dann stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Ressorts „Nationalitätenfragen“ und „Reisen“. Aufgrund von Sparmaßnahmen verließ er die Zeitung 1998.[3] Überdies publizierte er u. a. in der nationalrevolutionären Zeitschrift wir selbst und in der rechtsextremen Zeitschrift Die Aula.[2] Außerdem war er „Freier Mitarbeiter“ (Östliches Mitteleuropa) beim revanchistischen Ostpreußenblatt.[4] 1994 referierte er bei der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen.[5]

Schmidt ist als freier Journalist (Schwerpunkt „Volksgruppen- und Minderheitenpolitik“) tätig, er schreibt bis heute in der JF. Nach einer Studie (Stand 2000) hält er außerdem 2,0 Prozent der Anteile an der Junge Freiheit Verlags GmbH & Co.[6] Er ist zudem Vorsitzender[7] des Landesverbandes Rheinland-Pfalz des Vereins für Deutsche Kulturbeziehungen im Ausland (VDA), Stellvertreter[8] im Stiftungskuratorium der Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa – OKR, vormals Stiftung Ostdeutscher Kulturrat und stellvertretender Sprecher des Vereins „Vertriebene, Aussiedler und deutsche Minderheiten in der AfD“.[9]

Er wohnt seit 2004 in Annweiler am Trifels, ist verheiratet und Vater von zwei Kindern.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er ist Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD), in deren Landesprogrammkommission Rheinland-Pfalz und Landesfachausschüssen für Außen- und Sicherheitspolitik und Kultur und Bildung er u. a. sitzt. Außerdem ist er Sprecher des Arbeitskreises Völker, Kulturen, Regionalismen. Er ist erster Beisitzer im Vorstand des AfD-Kreisverbandes Südliche Weinstrasse – Landau i.d. Pfalz.[10]

Bereits bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2014 kandidierte er auf Listenplatz 6 – damals erfolglos – für den Kreistag Südliche Weinstraße; die AfD erreichte 5,2 Prozent[11] der Stimmen und holte zwei Sitze. Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2016 zog er über die Landesliste (Platz 11[12]) seiner Partei in den Landtag Rheinland-Pfalz ein. Als Direktkandidat im Wahlkreis Südliche Weinstraße (Wahlkreis 49) vereinigte er hinter den Mitbewerbern aus SPD und CDU 12,8 Prozent der Erststimmen.[13]

Er ist ordentliches Mitglied des Ausschusses für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur und stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Europafragen und Eine Welt.

Bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz 2021 erhielt er erneut ein Mandat über die AfD-Liste.[14]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Bekanntmachungdes Landeswahlleiters über die zugelassenen Landes- und Bezirkslisten für die Wahl zum 17. Landtag Rheinland-Pfalz am 13. März 2016. Bad Ems 2016, S. 62 (PDF; 163 kB).
  2. a b Helmut Kellershohn: Die selbsternannte Elite. Herkunft und Selbstverständnis des Personals der Jungen Freiheit. In: Ders. (Hrsg.): Das Plagiat. Der völkische Nationalismus der Jungen Freiheit. DISS, Duisburg 1994, ISBN 3-927388-44-0, S. 51–116. hier: S. 94.
  3. Thomas Pfeiffer: Medien einer neuen sozialen Bewegung von rechts. Dissertation, Universität Bochum, 2000, S. 186.
  4. vgl. Martin Tamcke: Erlebnis, Idee und Vermittlung russischer Religiosität bei Henry von Heiseler. In: Ders. (Hrsg.): Blicke gen Osten. Festschrift für Friedrich Heyer zum 95. Geburtstag (= Studien zur orientalischen Kirchengeschichte. Bd. 30). Lit, Münster 2004, ISBN 3-8258-7418-4, S. 109–154, hier: 112.
  5. Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ulla Jelpke und der weiteren Abgeordneten der PDS (Drucksache 13/86), Die Junge Landsmannschaft Ostpreußen und der Rechtsextremismus, Deutscher Bundestag, Drucksache 13/155, S. 1.
  6. Frank Böckelmann: Wem gehören die Zeitungen?. Die Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse der Tages- und Wochenzeitungsverlage in Deutschland (= AKM-Studien. Bd. 44). UVK-Medien, Konstanz 2000, ISBN 3-89669-321-2, S. 404.
  7. VDA-Landesverbände, vda-kultur.de, abgerufen am 18. März 2016.
  8. Organe: Stiftung Deutsche Kultur im östlichen Europa, kulturportal-west-ost.eu, abgerufen am 18. März 2016.
  9. Vorstand – VAdM. Abgerufen am 30. September 2019 (deutsch).
  10. Vorstand des Kreisverbandes (Memento vom 15. März 2016 im Internet Archive), alternative-suew.de, abgerufen am 18. März 2016.
  11. Kreistagswahlen und Stadtratswahlen der kreisfreien Städte: Landkreis Südliche Weinstraße - Endgültiges Ergebnis, wahlen.rlp.de, abgerufen am 19. März 2016.
  12. Alexander Hensel, Lars Geiges, Robert Pausch, Julika Förster: Die AfD vor den Landtagswahlen 2016. Programme, Profile und Potenziale (= OBS-Arbeitspapier. 20). Ein Projekt der Otto Brenner Stiftung, Frankfurt am Main 2016, S. 30.
  13. Landtagswahl 2016: Südliche Weinstraße, Wahlkreis - Vorläufiges Ergebnis (Memento vom 16. März 2016 im Internet Archive), wahlen.rlp.de, abgerufen am 18. März 2016.
  14. Gewählte Bewerber. Abgerufen am 16. März 2021.