Martin Schwab (Jurist)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Martin Friedrich Schwab (* 7. September 1967 in Bochum) ist ein deutscher Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer an der Universität Bielefeld.

Lebenslauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Schwab ist Sohn des Rechtswissenschaftlers Dieter Schwab. Nach dem Abitur, das er in Regensburg absolviert hat, studierte er Rechtswissenschaften an der Universität Regensburg und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

1991 legte er das erste juristische Staatsexamen in Baden-Württemberg ab. Er absolvierte anschließend sein Referendariat und legte 1994 die Zweite Juristische Staatsprüfung ab.

Von 1994 bis 1999 war Schwab wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Peter Hommelhoff an der Uni Heidelberg, an der er 1997 auch promoviert wurde. Seine Dissertation trägt den Titel Rechtsfragen der Politikberatung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsfreiheit und Unternehmensschutz.

Von 1999 bis 2002 war er Habilitationsstipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft und wurde im Jahr 2002 an der Universität Heidelberg habilitiert. Anschließend übernahm er Lehrstuhlvertretungen an der Universität Heidelberg und an der Bucerius Law School.

Ab 2004 war Schwab Professor an der Freien Universität Berlin für Privatrecht, Verfahrens- und Insolvenzrecht. Er war von 2010 bis 2013 Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft.

Seit Oktober 2015 ist er Universitätsprofessor an der Universität Bielefeld.

Politische Aktivität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwab war Mitglied der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP), für die er unter anderem bei der Bundestagswahl 1998, der Kommunalwahl 2004 in Heidelberg und der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 2011 sowie auf Listenplatz 1 der Landesliste Berlin für die Bundestagswahl 2013 kandidierte.[1]

Er war auch hochschul- und rechtspolitischer Sprecher des baden-württembergischen Landesverbands der ÖDP, trat dann aber aus der ÖDP aus und schloss sich der Basisdemokratischen Partei Deutschland an.[2] Für diese kandidiert er bei der Bundestagswahl 2021 auf der Landesliste seiner Partei in Nordrhein-Westfalen.[3][4][5]

Positionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansgar Mönter von der Neuen Westfälischen berief sich am 8. Januar 2021 hinsichtlich Bußgeldern während des verschärften Lockdowns in der COVID-19-Pandemie auf Schwabs „Klartext“: Die Regierungen von Bund und Land hätten, so Schwab, mit ihren Eingriffen in die Grundrechte wegen Corona die Grenze des Vertretbaren überschritten. Als Beispiel wird das Bußgeld für Menschen genannt, die sich aus einem Gebiet mit einem Inzidenzwert über 200 weiter als 15 Kilometer aus ihrem Wohnort entfernen.[6]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rechtsfragen der Politikberatung im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsfreiheit und Unternehmensschutz. Mohr Siebeck, Tübingen 1999, ISBN 3-16-147070-2 (Dissertation, Universität Heidelberg, 1997/98).
  • Das Prozeßrecht gesellschaftsinterner Streitigkeiten. Mohr Siebeck, Tübingen 2005, ISBN 3-16-148199-2 (Habilitationsschrift, Universität Heidelberg, 2002).
  • Grundzüge des Zivilprozessrechts. Müller, Heidelberg 2005; 4. Auflage unter dem Titel Zivilprozessrecht. Müller, Heidelberg 2012, ISBN 978-3-8114-9457-2.
  • Juristische Staatsprüfungen und das Grundgesetz: Stoffüberfülle, Blockversagen, Exotenklausuren, strenge Noten. Originalabdruck einer Klageschrift. Kovač, Hamburg 2005, ISBN 3-8300-2110-0.
  • AGB-Recht. Müller, Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8114-1929-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesliste Berlin, Listenplatz 1, Prof. Dr. Martin Schwab (ÖDP), wen-waehlen.de
  2. Interview mit Prof. Dr. Martin Schwab. Basisdemokratische Partei Deutschland, abgerufen am 12. Januar 2021.
  3. Zur Bundestagswahl kandidieren zahlreiche namhafte Persönlichkeiten für dieBasis. Basisdemokratische Partei Deutschland, abgerufen am 15. Juli 2021.
  4. Jan-Henrik Gerdener: Bielefeld: Wie ein Bielefelder Professor Verschwörungstheorien verbreitet, nw.de, 10. August 2021
  5. Was machen eigentlich Bhakdi, Wodarg & Co? Sie kandidieren z.B. zur Bundestagswahl, mittellaendische.ch, 2. Mai 2021
  6. Ansgar Mönter: Bielefelder Jura-Professor: Regierung hat Grenze des Vertretbaren überschritten. (kostenpflichtig). Neue Westfälische, abgerufen am 20. Februar 2021.