Martin Wagener (Politikwissenschaftler)

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Martin Wagener, 2014

Martin Wagener (* 20. Oktober 1970 in Lüneburg) ist ein deutscher Politikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wagener machte 1990 am Johanneum Lüneburg Abitur. Zum WS 1991 begann er an der Georg-August-Universität Göttingen ein Magisterstudium (Politologie, Völkerrecht, Geschichte), das er 1997 abschloss. Anschließend war er ein Jahr als Wissenschaftliche Hilfskraft tätig am Institut für Spezialforschung der Universität Göttingen. 1999 erhielt er zwei Jahre lang ein Promotionsstipendium der Hanns-Seidel-Stiftung. 2001 wechselte er auf eine Stelle als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Internationale Beziehungen und Außenpolitik der Universität Trier; 2006 wurde er dort Lehrbeauftragter und vertrat, noch vor Abschluss seiner Promotion, die Juniorprofessur von Sebastian Harnisch, der an die Universität Heidelberg gewechselt war.

2008 wurde Wagener promoviert mit seiner Dissertation über den machtpolitischen Aufstieg Chinas in Südostasien als sicherheitsstrategische Herausforderung der USA. Anschließend war er ein weiteres Jahr als Wissenschaftlicher Mitarbeiter in Trier beschäftigt, bevor er zum Wintersemester 2009 die Juniorprofessur antreten konnte.

Oktober 2012 wurde er Professor für Internationale Politik an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung im Fachbereich Nachrichtendienste am Standort Haar bei München.[1]

Kontroverse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im August 2018 veröffentlichte Wagener im Selbstverlag das Buch Deutschlands unsichere Grenze: Plädoyer für einen neuen Schutzwall. Aufgrund von Wageners Aussagen (so forderte er Internierungslager für Asylbewerber) ließ der BND das Buch durch einen externen Gutachter überprüfen, was in größerem Ausmaß öffentliche Aufmerksamkeit hervorrief.[2][3][4] Der Gutachter kam zu dem Schluss, dass kein Dienstvergehen festzustellen sei.[5] Der BND äußerte sich nicht zum Ergebnis der Untersuchung.

Im März 2019 kündigte Wagener u. a. wegen Rufschädigung rechtliche Schritte gegen seinen Arbeitgeber an.[6][5]

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Deutschlands unsichere Grenze: Plädoyer für einen neuen Schutzwall. München: CreateSpace Independent Publishing Platform (Selbstverlag), 2018. ISBN 978-1724782403
  • mit Hanns W. Maull (Hrsg.): Ostasien in der Globalisierung. Baden-Baden 2009.
  • Hegemonialer Wandel in Südostasien? Der machtpolitische Aufstieg Chinas als sicherheitsstrategische Herausforderung der USA. Trier 2009 (martin-wagener.org [PDF] zugl. Dissertation, Universität Trier 2008).
Aufsätze
  • Lessons from Preah Vihear: Thailand, Cambodia, and the Nature of Low-Intensity Border Conflicts. In: Journal of Current Southeast Asian Affairs. Nr. 3, 2011, S. 27–59 (sub.uni-hamburg.de).
  • Nicht auf Augenhöhe. In: FAZ. 8. Dezember 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lehrende der HS Bund -> Anschrift Wagener abgerufen am 31. August 2018.
  2. WELT: Schutzwall-These: BND prüft Rechtsextremismus-Verdacht bei Ausbilder. 8. September 2018 (welt.de [abgerufen am 27. März 2019]).
  3. Rechtsextremismusverdacht bei BND-Ausbilder. T-Online, 8. September 2018
  4. BND-Ausbilder fordert „Schutzwall“ für Deutschland - Geheimdienst prüft Maßnahmen. Münchner Merkur, 7. September 2018
  5. a b Umstrittener BND-Ausbilder darf weiter lehren. Spiegel online, 15. März 2019
  6. Ralf Schuler: Geheimdienst-Professor geht gegen BND vor - 16.03.2019