Martin Wehrle

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Martin Wehrle (2012)

Martin Wehrle (* 17. März 1970 in Löffingen) ist ein deutscher Journalist, Karriereberater und Sachbuchautor.[1][2]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martin Wehrle ist gelernter Journalist, hat die Akademie für Publizistik in Hamburg besucht und war stellvertretender Chefredakteur des Blinker, einer Zeitschrift für Angler.[3] In dieser Zeit gewann er auch die Europameisterschaft im Hechtangeln.[4] Später leitete er zwei Abteilungen in einem MDAX-Konzern und begann, sich mit der Führungskultur deutscher Unternehmen zu beschäftigen.[5]

Anfang der 2000er Jahre machte Wehrle sich als Karriereberater selbstständig und veröffentlichte 2003 Geheime Tricks für mehr Gehalt.[6] Darin gibt er Empfehlungen für Akademiker, Angestellte, Arbeiter und Berufseinsteiger, die für ihre Arbeit besser bezahlt werden wollen.[7] In den folgenden Jahren schrieb er weitere Bücher zu den Themen Karriere und Gehalt, beispielsweise Die Geheimnisse der Chefs. 2007 verfasste Martin Wehrle mit Uwe Kamenz Professor Untat, das unter anderem von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung als „Universalangriff“ auf das deutsche Hochschulsystem eingestuft wurde.[8] Es löste eine Debatte über Nebentätigkeiten von Professoren aus.[9][10] 2011 erschien „Ich arbeite in einem Irrenhaus“, das zu einem der meistverkauften Wirtschaftsbücher in Deutschland wurde.[11] Der Stern beurteilte es als das „ultimative Trostbuch für genervte Mitarbeiter“.[12] 2012 fand es mit dem Bestseller „Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus“ seine Fortsetzung.[13]

Die Bücher von Wehrle basieren laut Spiegel Online auf der Sicht seiner Kunden und seinen eigenen Erfahrungen als Führungskraft, die satirisch zugespitzt würden.[14] Heute leitet er die Karriereberater-Akademie in Hamburg und hat nach eigener Aussage die erste Ausbildung für Karriereberater in Deutschland realisiert.[15] Seit 2010 ist er als Kolumnist für Die Zeit tätig[16], über den „Irrsinn Büro“ schrieb er 2012 eine Titelgeschichte für den Stern.[17]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geheime Tricks für mehr Gehalt. Ein Chef verrät, wie Sie Chefs überzeugen. Econ, München 2003, ISBN 3-430-19542-X.
  • Die Geheimnisse der Chefs. So bekommen Sie Ihren Vorgesetzten in den Griff. Hoffmann und Campe, Hamburg 2004, ISBN 3-455-09442-2.
  • Der Feind in meinem Büro. Die großen und kleinen Irrtümer zwischen Chef und Mitarbeiter. Econ, Berlin 2005, ISBN 3-430-19543-8.
  • 30 Minuten für Ihre Gehaltserhöhung. Gabal, Offenbach 2006, ISBN 3-89749-622-4.
  • mit Uwe Kamenz: Professor Untat. Was faul ist hinter den Hochschulkulissen. Econ, Berlin 2007, ISBN 978-3-430-20018-9.
  • Karriereberatung. Menschen wirksam im Beruf unterstützen. Beltz, Weinheim 2007, ISBN 978-3-407-36448-7.
  • Lexikon der Karriere-Irrtümer. Worauf es im Job wirklich ankommt. Econ, Berlin 2009, ISBN 978-3-430-20059-2.
  • Das Chefhasser-Buch. Ein Insider rechnet ab. Knaur, München 2009, ISBN 978-3-426-78161-6.
  • Die 100 besten Coaching-Übungen. Das große Workbook für Einsteiger und Profis zur Entwicklung der eigenen Coaching-Fähigkeiten. ManagerSeminare, Bonn 2010, ISBN 978-3-941965-05-8.
  • Am liebsten hasse ich Kollegen. Wie man den Büroalltag überlebt. Knaur, München 2010, ISBN 978-3-426-78281-1.
  • 30 Minuten Karrieresprung. Gabal, Offenbach 2010, ISBN 978-3-86936-136-9.
  • Ich arbeite in einem Irrenhaus. Vom ganz normalen Büroalltag. Econ, Berlin 2011, ISBN 978-3-430-20097-4.
  • Handbuch Fantasiereisen. Für Training, Coaching, Beratung, Jugendarbeit und Therapie. Beltz, Weinheim 2011, ISBN 978-3-407-36505-7.
  • So verhandeln Sie mehr Gehalt. Videotraining. Pink University, München 2011.
  • König Arsch. Mein Leben als Kunde – der ganz normale Wahnsinn. Heyne, 2012, ISBN 978-3-453-60219-9.
  • mit Dirk Meissner: Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus. Neue Geschichten aus dem Büroalltag. Econ, Berlin 2012, ISBN 978-3-430-20133-9.
  • Die 500 besten Coaching-Fragen. Das große Workbook für Einsteiger und Profis zur Entwicklung der eigenen Coaching-Fähigkeiten. ManagerSeminare, Bonn 2012, ISBN 978-3-941965-44-7.
  • Bin ich hier der Depp? Wie Sie dem Arbeitswahn nicht länger zur Verfügung stehen. Mosaik, München 2013, ISBN 978-3-442-39251-3.
  • Anständig Karriere machen. Wie Sie nach oben kommen - und trotzdem Sie selbst bleiben. Orell Füssli, Zürich 2013, ISBN 978-3-280-05460-4.
  • 14 Fantasiereisen für den Unterricht. Beltz, Weinheim 2013, ISBN 978-3-407-62879-4.
  • Herr Müller, Sie sind doch nicht schwanger?! Warum das Berufsleben einer Frau für jeden Mann ein Skandal wäre. Mosaik, München 2014, ISBN 978-3-442-39255-1.
  • Die 50 kreativsten Coaching-Ideen. Das große Workbook für Einsteiger und Profis zur Entwicklung der eigenen Coaching-Fähigkeiten. ManagerSeminare, Bonn 2014, ISBN 978-3-941965-93-5.
  • Sei einzig, nicht artig! So sagen Sie nie mehr Ja, wenn Sie Nein sagen wollen. Mosaik, München 2015, ISBN 978-3-442-39283-4.
  • Die Coachings-Schatzkiste. 150 kostbare Impulse für Entdecker - darunter 50 Methoden, 30 Checklisten, 20 Storys und über 850 Coaching-Fragen. ManagerSeminare, Bonn 2016, ISBN 978-3-95891-024-9.
  • Der Klügere denkt nach. Von der Kunst, auf die ruhige Art erfolgreich zu sein. Mosaik, München 2017, ISBN 978-3-442-39284-1.
  • Noch so ein Arbeitstag, und ich dreh durch. Was Mitarbeiter in den Wahnsinn. Mosaik, München 2018, ISBN 978-3-442-39326-8.
  • Die Ratte. Kriminalroman. Benevento, Elsbethen 2019, ISBN 978-3-7109-0054-9.

Angeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Bert Schröder: Das Geheimnis großer Fänge. Hecht, Karpfen, Zander, Forelle, Schleie, Aale. Hamburg 2003, ISBN 3-86132-668-X („Ein Buch der Zeitschrift Blinker“).
  • Fischerprüfung. Die wichtigsten Fragen richtig beantworten. Kosmos, Stuttgart 2004, ISBN 3-440-10252-1.
  • Angeltricks der Profis. Müller Rüschlikon, Cham 2005, ISBN 3-275-01532-X.
    (Die besten Angeltricks der Profis. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-275-01945-8.)
  • Angeln ganz entspannt. Der Einsteigerkurs. Kosmos, Stuttgart 2006, ISBN 3-440-10442-7.
  • Die 100 wichtigsten Angel-Antworten. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-275-01604-4.
  • Lexikon der 100 Angel-Irrtümer. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-275-01671-6.
  • mit Rainer Jahnke und Richard Lütticken: Der Aal. Die besten Techniken und Taktiken für den Fang. Kosmos, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-440-11784-2.
  • Die Fangformel. Erfolgreich angeln mit System. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-275-01740-9.
  • Erfolgreich angeln jeden Tag. 365 unschlagbare Fangrezepte. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-275-01815-4.
  • Angeln ist irre. Die 50 besten Geschichten. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-275-01868-0.
  • Lexikon der 111 Angel-Irrtümer. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2013, ISBN 978-3-275-01922-9.
  • Fänger statt Anfänger. Angeln lernen - der schnellste Weg. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2014, ISBN 978-3-275-02000-3.
  • Echte Angler weinen nicht. 50 neue Geschichten. Müller Rüschlikon, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-275-02075-1.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1992 gewann Martin Wehrle einen Prozess vor dem Bundesverfassungsgericht. Zuvor hatte er einen Leserbrief in der Badischen Zeitung veröffentlicht, der die Abschiebung einer asylsuchenden Familie durch die Polizei kritisierte.[19] Die Behörden sahen sich in den Äußerungen in ihrer Ehre verletzt, Wehrle wurde zunächst vom Amtsgericht Titisee-Neustadt und später vom Landgericht Freiburg wegen Beleidigung verurteilt. Die 3. Kammer des Ersten Senats kippte die Entscheidungen jedoch einstimmig mit Verweis auf die Meinungsfreiheit, die in den vorhergehenden Urteilen nicht ausreichend berücksichtigt worden sei.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Martin Wehrle. In: Westdeutsche Zeitung. 5. Juni 2009.
  2. Ein guter Chef macht sich überflüssig. Interview mit dem Buchautor und Karrierecoach Martin Wehrle. In: Die Welt. Nr. 189, 14. August 2004.
  3. a b Stefanie Köhler: Marotten springen auf Mitarbeiter über. In: Stuttgarter Nachrichten. 30. April 2011.
  4. Wenn bei der Arbeit Stress und Frust entstehen. In: SWR1. Südwestrundfunk, 15. Juni 2012, abgerufen am 9. April 2014.
  5. Martin Wehrle. Deutschlands erster Gehaltscoach. Econ Referenten-Agentur, abgerufen am 9. April 2014.
  6. Clemens von Frentz: Gehaltspoker: „Timing ist alles“. In: manager magazin online. 15. Februar 2003, abgerufen am 8. Mai 2015.
  7. Jeannette Otto: Der Besserverdiener. In: Die Zeit. Nr. 43, 2003 (zeit.de [abgerufen am 9. April 2014]).
  8. Etliche unter euch sind nicht frei von Korruption. Uwe Kamenz und Martin Wehrle zählen die schwarzen Schafe unter den deutschen Hochschullehrern. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 60, 12. März 2007, S. 37 (Rezension: Sachbuch).
  9. Faule Professoren? Die Arbeitsmoral der Forscher gerät wieder einmal ins Zwielicht. In: Süddeutsche Zeitung. 5. März 2007.
  10. Jens Mühling: Die Professoren-Hasser. Faul, geldgeil: Ein Buch rechnet mit Deutschlands Hochschullehrern ab. In: Der Tagesspiegel. 16. März 2007, S. 30.
  11. Die meistverkauften Wirtschaftsbücher in Deutschland. In: Handelsblatt. 3. Juni 2011, S. 72.
  12. Kulturmagazin Buch. In: Stern. Nr. 33, 11. August 2011, S. 120–121.
  13. Beste Platzierung(en). (Nicht mehr online verfügbar.) In: buchreport. Archiviert vom Original am 2. Mai 2014; abgerufen am 24. April 2014 (Die Wirtschaftsbestseller). i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.buchreport.de
  14. Jochen Leffers (jol): Superstars, kreative Chaoten, Nichtskönner. In: Spiegel Online. 18. April 2011, abgerufen am 29. April 2014.
  15. Teurer Etikettenschwindel. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2010, abgerufen am 24. April 2014.
  16. Artikel von Martin Wehrle. In: Zeit Online. Abgerufen am 9. April 2014 (Autorenregister).
  17. Thomas Osterkorn: Stromberg ist überall. In: Stern. 27. September 2012 (Editorial).
  18. Die Preisträgerinnen und Preisträger der Coaching Awards seit 2008. In: Coaching Award. (coaching-award.de [abgerufen am 20. Januar 2018]).
  19. Hanno Kühnen: Erlaubte Polemik. Karlsruhe urteilt: Jeder soll sagen können, was er denkt. In: Die Zeit. Nr. 15, 1992 (zeit.de [abgerufen am 25. April 2014]).
  20. Helmut Kerscher: Kränkender Leserbrief muß nicht strafbar sein. In: Süddeutsche Zeitung. 26. März 1992.